Mülltonnen werden entleert
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Hausnebenkosten: Welche laufenden Kosten ein Haus mit sich bringt

Sandra Hermes

Eure Hausnebenkosten sind alles, was ihr regelmäßig rund um eure selbst bewohnte Immobilie ausgebt. Da kommt zur monatlichen Kreditrate einiges hinzu. Besser, man weiß schon vor dem Kauf oder Bau eines Hauses, wie hoch die Kosten in etwa sein werden.

Strom, Wasser, Versicherungen und auch der Müll wird leider nicht kostenlos abgeholt. Wenn ihr ein Haus baut oder kauft, müsst ihr in Zukunft nicht nur jeden Monat die Kosten für euren Kredit zahlen. Eure vier Wände verursachen auch andere Kosten, die ihr im Blick behalten solltet: die Hausnebenkosten.

Dabei handelt es sich im Grunde um die gleichen Posten, die ihr auch in einer Mietwohnung monatlich als Nebenkosten anteilig bezahlen müsst. Für Hausbesitzer können aber – ganz unabhängig von den Anschaffungskosten – noch weitere Ausgaben hinzukommen.

Euer Vorteil: Bei einigen Faktoren könnt ihr durch sparsamen Verbrauch, einen Anbieterwechsel oder durch eine energieeffiziente Bauweise eures Heims an der Kostenschraube drehen. Wir haben die wichtigsten Hausnebenkosten für euch zusammengestellt.

Übersicht der Hausnebenkosten für ein kleines Einfamilienhaus (130 Quadratmeter Wohnfläche, vier Personen) nach Höhe der Kosten

  • Posten
  • monatliche Kosten /Euro
  • jährliche Kosten/Euro
  • Instandsetzungsrücklage
  • 130
  • 1.560
  • Heizkosten
  • 120-150
  • 1.430-1.820
  • Strom
  • 110-140
  • 1.320-1.680
  • Wasser und Abwasser
  • 65-100
  • 800-1.200
  • Telekommunikation (Flatrate)
  • 30-60
  • 360-720
  • Heizungswartung
  • 25-38
  • 300-450
  • Straßenreinigung (nicht in allen Kommunen)
  • etwa 25
  • etwa 300
  • Müllabfuhr
  • 21-42
  • 250-500
  • Wohngebäudeversicherungen
  • 17-42
  • 200-500
  • Grundsteuer
  • 6-76
  • 70-800
  • Gehwegreinigung (nicht in allen Kommunen)
  • 6-8
  • 60-100
  • Schornsteinfeger
  • 4-10
  • 50-120
  • Summe
  • 429-691
  • 5.140-8.190
  • Kosten pro Quadratmeter
  • 3,3-5,3
  • 40-63

In unserer Beispielrechnung kommen wir auf Gesamtkosten zwischen 429 und 691 Euro für ein kleines Einfamilienhaus mit 4 Personen. Bricht man die Kosten auf den Quadratmeter herunter kommen wir auf 3,30 bis 5,30 Euro Hausnebenkosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Das entspricht auch den 4 Euro pro Quadratmeter, von denen man allgemein als Schätzwert ausgeht.

Allerdings funktioniert das Hochrechnen auf eine andere Quadratmeterzahl nur bedingt, da einige Posten stark (Heizung, Grundsteuer), andere kaum (Telekommunikation, Schornsteinfeger) von der Größe eures Hauses abhängig sind.

Grundsteuer

Die Höhe der Grundsteuer richtet sich in Deutschland nach dem Einheitswert. Dieser wird mit der Grundsteuermesszahl multipliziert. Das Ergebnis ist der Grundsteuermessbetrag, der zuletzt mit dem Hebesatz euer Kommune belegt wird. Dieser variiert stark. Wollt ihr also an der Grundsteuer sparen, baut oder kauft ihr am besten in einer Kommune mit einem niedrigen Hebesatz.

Seitdem der Bundesfinanzhof die veraltete Berechnung der Einheitswerte 2018 als verfassungswidrig erklärt hat, gelten Einheitswert- und Grundsteuermessbescheide als vorläufig. Ende 2019 wurde eine Grundsteuerreform beschlossen, die für 2025 ein neues Berechnungssystem vorsieht. Besitzer städtischer Immobilien fürchten, dass die Grundsteuer in Ballungsräumen künftig deutlich höher liegen wird. Derzeit müsst ihr – je nach Wohnort – von jährlichen Kosten zwischen 70 und 800 Euro ausgehen.

Strom

Wie viel Stromkosten jeden Monat für euer Haus anfallen, liegt auch bei euch. Zum einen könnt ihr den Preis bis zu einer gewissen Spanne schon durch die Wahl des Anbieters steuern. Zum anderen habt ihr es in der Hand, wie viel Strom ihr verbraucht. Versucht auf Stromfresser wie elektrische Durchlauferhitzer oder alte Wäschetrockner zu verzichten und steigt auf Energiesparlampen um.

Außerdem könnt ihr euren Strom auch selbst produzieren. Lasst euch beraten, wie und wann sich eine Solaranlage auf eurem Dach bezahlt machen könnte.

Der Durchschnittsverbrauch für eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus liegt derzeit bei etwa 4.900 Kilowattstunden. Kosten: Zwischen 110 und 140 Euro im Monat.

Heizkosten und Wartung

Auch die Heizkosten machen einen großen Teil der Hausnebenkosten aus. Wie hoch sie genau sind, habt ihr zu einem großen Teil selbst in der Hand. Das gilt besonders dann, wenn ihr selbst baut. Denn dann bestimmt ihr, mit welcher Energieform ihr es euch künftig kuschelig macht.

Neben der Frage ob, Gas, Öl, Fernwärme oder Wärmepumpe, kommt dann auch die Dämmung und die Art der Bauweise hinzu. Sie sind entscheidend, um Heizenergie möglichst effizient zu nutzen.

Der dritte Faktor ist eure Wohlfühltemperatur. Dreht ihr den Thermostat konsequent um ein Grad runter und zieht lieber einen dicken Pulli an, sinkt auch die Heizkostenabrechnung. Und zwar um rund sechs Prozent!

Im Schnitt müsst ihr für euer Haus – je nach Energieform – mit jährlichen Heizkosten von 11 bis 14 Euro pro Quadratmeter rechnen. Für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus sind das also zwischen 1.430,- und 1.820,- Euro (120,- bis 150,- Euro monatlich).

Um effizient zu arbeiten und lang zu leben, braucht eure Heizung Wartung und Pflege. Auch die verursachen Kosten. Deren Höhe hängt von eurem Wartungsvertrag und der Art der Heizungstechnik ab. Grob müsst ihr mit 300 bis 450 Euro im Jahr für Wartungsarbeiten und kleinere Reparaturen rechnen. Fallen Reparaturen an, wird's natürlich teurer.

Schornsteinfeger

Was euch der Besuch des Schornsteinfegers als Hausbesitzer kostet, kann sich von Bundesland zu Bundesland leicht unterscheiden. Die alle drei Jahre stattfindende Feuerstättenschau muss euer Bezirksschornsteinfeger machen. Die Kosten für die Überprüfung der Betriebs- und Brandsicherheit regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO).

Mess-, Reinigungs- und Wartungsarbeiten können auch von freien Kaminkehrern übernommen werden. Deren Preise sind frei verhandelbar und richten sich auch nach der Art der Heizungsanlage. Wer hier bei den Hausnebenkosten sparen will, kann sich hier mehrere Angebote machen lassen. Rechnet pro Jahr mit Kosten zwischen 50 und 120 Euro.

Da Schornsteinfeger heutzutage nicht nur den Schornstein kehren, sondern vor allem die Abgaswerte der Heizungsanlage checken, ist es sinnvoll, die Heizung kurz vor dem nächsten Besuch warten zu lassen.

Wasser und Abwasser

Die Kosten für Wasser und Abwasser lassen sich nicht so leicht beeinflussen, wie bei Strom oder Heizenergie. Ein Versorgerwechsel ist nicht möglich. Die Bereitstellung der lebenswichtigen Ressource Wasser liegt in Deutschland in kommunaler Verantwortung. Je nach Verfügbarkeit, Beschaffungs- und Aufbereitungskosten sind die Preise der einzelnen Versorger aber sehr unterschiedlich.

In Maßen könnt ihr eure Wasserkosten – und die meist daran gekoppelten Abwasserkosten – über euren persönlichen Verbrauch senken. Denn neben einem fixen verbrauchsunabhängigen Grundpreis richtet sich die Höhe eurer Rechnung in den meisten Tarifgebieten auch danach, wie viel Frischwasser ihr nutzt. Wer weniger duscht, Wäsche wäscht und Rasen sprengt, kann also sparen.

Auch die Bebauung eures Grundstücks hat einen Einfluss auch den Kostenfaktor Wasser. Denn die meisten Kommunen registrieren, wie viel Prozent der vorhandenen Fläche durch Gebäude, Terrassen und Wege versiegelt ist. Ihr zahlt also zusätzlich für das Regenwasser, das nicht in euren Boden sickern kann und dadurch die öffentliche Kanalisation belastet.

Ein vierköpfiger Haushalt in einem Einfamilienhaus mit Garten hat – je nach Kommune – im Schnitt jährlich zwischen 800 und 1.200 Euro Wasser- und Abwasserkosten (monatlich 65 bis 100 Euro).

Müllabfuhr

Die Kosten für die Müllabfuhr legt die einzelne Kommune fest. Sie variieren nach Wohnort stark. Den größten Anteil an den Müllgebühren hat in den meisten Fällen die Restmülltonne. Je kleiner sie ist, und je seltener sie abgeholt wird, desto mehr Gebühren könnt ihr sparen.

Mülltrennen ist also der Weg, um eure Hausnebenkosten hier gering zu halten. Die Abfuhr von Gelber Tonne oder Gelbem Sack sind kostenlos. Auch Papiertonnen werden oft gebührenfrei von den Abfallentsorgern zur Verfügung gestellt. Biotonnen sind deutlich günstiger als Restmülltonnen.

Zusatzkosten können entstehen, wenn ihr die Tonnen von den Müllarbeitern vom Grundstück holen lasst, statt sie selbst an die Straße zu stellen.

Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einer 120 Liter-Restmüll-Tonne und einer kleineren Biotonne könnt ihr im Jahr mit Abfuhrgebühren zwischen 250 und 500 Euro rechnen (monatlich 21 bis 42 Euro).

Gehweg- und Straßenreinigung

Die Reinigung des Bürgersteigs direkt vor eurem Grundstück übernimmt in der Regel die Kommune. Die Kosten tragen aber in immer mehr Städten die Anlieger. Meistens gibt es einen festen Satz pro Meter Gehweg. Anlieger von Eckgrundstücken zahlen also zwangsläufig mehr für den städtischen Reinigungsservice.

Anders sieht es im Winter aus. Die Schneeräumung ist in der Regel nicht in der kommunalen Gehwegreinigung enthalten. Ihr müsst als Hausbesitzer also selbst dafür sorgen, dass geräumt und gestreut ist oder einen privaten Dienstleister beauftragen, wenn ihr nicht zu Hause seid.

Für die Gehwegreinigung müsst ihr bei zehn Frontmetern pro Jahr 60 bis 100 Euro (6 bis 8 Euro monatlich) veranschlagen Es gibt aber auch Kommunen, die auch die Reinigung der angrenzenden Straße mit einer Gebühr belegen. In diesem Fall steigen die Kosten auf bis zu 300 Euro im Jahr (25 Euro im Monat).

Gebühr für Straßenausbau

In einigen Bundesländern haben die Kommunen die Möglichkeit, die Kosten eines Straßenausbaus anteilig von den Anliegern mitfinanzieren zu lassen. Ob für euren Wohnort ein Risiko besteht, müsst ihr individuell klären. Schaut euch die lokale Beitragssatzung an und erkundigt euch, ob und wie häufig die Gebühr in den vergangenen Jahren erhoben wurde. In der Kommunalpolitik ist sie regelmäßig ein wiederkehrendes Streitthema. Eine monatliche Belastung ist nicht zu verallgemeinern. Daher lassen wir diesen Posten offen und hoffen mit euch, dass er bei euch nicht zu Buche schlagen wird.

Telekommunikation

Ob ihr eure Telefonkosten zu euren Hausnebenkosten zählen, ist Geschmacksache und kommt auch darauf an, ob ihr nur noch mobil telefoniert oder zu Hause einen Festnetzanschluss für Telefon und Internet habt. In der Regel ist das dann eine Flatrate. Die beläuft sich monatlich auf 30 bis 60 Euro.

Versicherungen (Haftpflicht, Gebäude)

Euer Haus gegen Sturm- und Wasserschäden oder ein Feuer abzusichern, ist in Deutschland nicht verpflichtend, aber natürlich ist eine Gebäudeversicherung unbedingt ratsam. Schließlich ist es euer Haus in den meisten Fällen das wertvollste, was ihr besitzt.

Wohnt ihr in einem Gebiet, das von Hochwasser bedroht ist, ist zusätzlich auch eine Absicherung vor Elementarschäden wichtig. Eine einfache Wohngebäudeversicherung kostet euch etwa zwischen 200 und 500 Euro im Jahr. Achtet genau darauf, welche Risiken abgedeckt sind. Der eine Anbieter versichert euch auch gegen Graffiti, grob fahrlässig verursachte Schäden und umgestürzte Bäume, der andere nicht. Eine Selbstbeteiligung im Schadensfall kann den monatlichen Beitrag senken.

Kommen Dritte durch euer Haus zu Schaden – etwa weil ihnen eine Dachpfanne auf den Kopf fällt –, tritt eure private Haftpflichtversicherung ein. Eine Haus- und Grundbesitzerhaftplicht-Police braucht ihr nur, wenn ihr euer Haus oder eure Wohnung vermietet.

Instandsetzung

Mieter, in deren Wohnung es tropft oder deren Heizung ausfällt, rufen den Vermieter an. Hausbesitzer müssen sich selbst um alle kleineren und größeren Schäden und notwendigen Reparaturen kümmern. Auch regelmäßige Instandsetzungmaßnahmen fallen ins Gewicht, wenn ihr euch gerade fragt, ob Mieten oder Kaufen langfristig die bessere Wahl ist.

Da müssen Fußböden erneuert, Fenster gestrichen, Küchen und Bäder modernisiert werden. Wer bisher nur wenig auf der hohen Kante hatte, sollte vorsorgen. Legt schon beim Einzug einen festen Betrag zur Seite, der euch dann in zehn Jahren die neue Heizung finanzieren kann. Experten empfehlen, pro Quadratmeter Wohnfläche einen Euro im Monat zur Seite zu legen. Bei einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern wären das monatlich 130 Euro.

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