Brunnen mit angeschlossenem Hauswasserwerk
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Brunnen oder Zisterne? Wasserkosten sparen bei der Gartenbewässerung

Sabine Tropp

Level: Für Alle

Brunnen bohren, Zisterne anlegen, Regentonne füllen: So könnt ihr euren Garten nachhaltig bewässern und dabei sogar noch Wasser sparen.

Blühende Beete und grüner Rasen machen jeden Gartenbesitzer glücklich. Damit es üppig sprießt, hilft in trockenen Sommern oft nur der häufige Griff zum Gartenschlauch. Allerdings kommt der Guss aus der Trinkwasserleitung am Jahresende mit der Wasserrechnung oft teuer zu stehen.

Ein Weg, Wasserkosten zu sparen, ist die Gartenbewässerung aus einem Brunnen, einer Zisterne oder der guten alten Regentonne. Die Entscheidung, welche Auswahl für euch die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: unter anderem von der Größe des Gartens, der benötigten Wassermenge und den jeweiligen behördlichen Vorgaben.

Der Weg zum eigenen Brunnen im Garten

Der Bau eines Brunnens im Garten lohnt sich neben der Wasserersparnis auch aus Gründen der Nachhaltigkeit. Statt teuer aufbereitetes Trinkwasser zu vergeuden, gibt es das Nass direkt aus der Quelle. Unter Umständen lohnt sich ein zweiter Wasserkreislauf, der mit dem Brauchwasser die Waschmaschine oder Toilettenspülung im Haus beliefert. Entscheidend ist natürlich, wie groß der jährliche Wasserverbrauch im Garten ist.

Erster Schritt beim Brunnenbau ist ein Anruf bei der zuständigen örtlichen Behörde beziehungsweise ein paar Klicks im Internet. Hier gibt es die wichtigsten Auskünfte, bevor das große Graben beginnt. Die Ämter geben auch Auskunft über die Lage des Grundwassers. Es ist auch sinnvoll, sich über mögliche Schadstoffbelastungen im Boden zu erkundigen. Liegt das Gebiet in einer Wasserschutzzone, können erhebliche Zusatzkosten entstehen.

Rechtliche Voraussetzungen zum Bau eines Brunnens

Gartenbesitzer dürfen nicht einfach auf eigene Faust einen Brunnen anlegen. Vorher ist eine Genehmigung notwendig, außerdem sollte man Informationen über die Bodenbeschaffenheit einholen.

Wie bekommt man eine Genehmigung zum Bohren eines Brunnens?

Private Brunnen zur Entnahme von Brauchwasser unter Einhaltung der regionalen Vorschriften sind fast überall erlaubt. Die Bohrung muss überall schriftlich bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde der Stadt, Gemeinde oder des Landkreises mindestens angezeigt werden. Den Antrag samt Merkblatt gibt es bei fast allen Behörden im Internet.

Ab einer regional unterschiedlich angesetzten Tiefe des Brunnens oder der Lage in einem Wasserschutzgebiet müssen weitere schriftliche Genehmigungen von Behörden eingeholt werden.

Beispiel: In Berlin und Köln können mit Anzeige und ohne Genehmigung Brunnen bis etwa 15 Metern Tiefe gebohrt werden. Die Entnahmemenge liegt bei etwa drei Kubikmetern (3.000 Liter) Brauchwasser pro Tag.

Aber: Genehmigungspflichtig sind tiefere Brunnen, Brunnen in Wasserschutzzonen oder Trinkwasserbrunnen.

Wo bekommen ich mehr Informationen zum Bohren eines Brunnens?

Auskünfte über die Lage des Grundwassers, die kostenfreie Fördermenge sowie Schadstoffe und Altlasten gibt es bei den örtlichen Unteren Wasserbehörden, Geologischen Landesämtern oder zuständigen Katasterämtern.

Brunnenbohr-Bauset
Brunnenbohr-Bauset. © brunnenandi.de

Brunnen bohren: Selbst machen oder Brunnenbauer?

Ob ein Gartenbrunnen wirklich Geld spart, hängt unter anderem davon ab, wie tief gebohrt werden muss. Und das wirft die Frage auf: Kann ich den Brunnen selbst bohren oder muss ein professioneller Brunnenbauer ran?

Rammbrunnen bzw. Schlagbrunnen

Liegt der Wasserspiegel niedriger als sieben Meter, reichen ein Schlag- oder Rammbrunnen. Er lässt sich ohne Problem selbst bauen. Mit dem Erdbohrer wird ein Loch bis zum Wasserspiegel gebohrt und ein Rohr in den Boden getrieben.

Das Wasser wird durch einen Filter mit einer Schwengel- oder Elektropumpe nach oben befördert. Je nach Ausführung liegen die Kosten für Material und Hauswasserwerk zwischen 400 und 1.500 Euro.

Bohrbrunnen

Liegt die Wasserquelle tiefer als sieben Meter, ist ein Bohrbrunnen nötig. Das ist die Aufgabe eines professionellen Brunnenbauers. Der Vorteil: Beim Profi gibt es das Komplettpaket von der eventuellen Genehmigung bis hin zur Planung und Ausführung.

Außerdem erfüllen Bohrbrunnen ihren Dienst lebenslang, während Rammbrunnen nur eine begrenzte Lebensdauer haben.

Zisterne: Unterirdischer Wassertank, der Platz spart

Eine Alternative zum Brunnen ist eine Zisterne, die den Niederschlag über die Dachrinne auffängt. Sie kann überirdisch aufgestellt werden oder platzsparend als Erdtank unter dem Rasen verschwinden.

Ganz billig ist diese Art des Wassersammelns nicht. Eine Zisterne von etwa 5.000 Litern Inhalt kommt mit allem Zubehör auf mindestens 1.500 Euro. Dazu fallen beim Versenken die Kosten des Einbaus an.

Bis zu einem Inhalt von 50 Kubikmeter ist der Auffangbehälter nicht genehmigungspflichtig, sollte aber wie ein Brunnen bei der zuständigen Unteren Wasserbehörde angezeigt werden. Je nach Kommune müssen außerdem bestimmte Bauvorgaben und Kontrollen eingehalten werden.

Im Boden versenkte Zisterne.
Die Zisterne verschwindet im Erdreich. © br-oekotec.de

Regentonne: Für kleine Gärten gut geeignet

Brunnen oder Zisternen lohnen sich meist nur bei hohem Wasserverbrauch. Für kleine Gärten und Terrassen gibt es preiswertes Gießwasser aus der Regentonne. Regenbehälter aus Kunststoff können zwischen 200 und 500 Liter Regenwasser fassen.

Der Anschluss moderner Systeme ist verblüffend einfach. Ein Loch in das Fallrohr der Regenrinne bohren, Fallrohrfilter hineinstecken, Tonne andocken, fertig!

Niederschlagswassergebühren sparen

Mit einer Regentonne oder einer Zisterne könnt ihr sogar doppelt sparen: Denn für den Regen, der auf euer Hausdach fällt, zahlen Hausbesitzer ihrer Gemeinde so genannte Niederschlagswassergebühren (manchmal auch "Oberflächenentwässerungsgebühren"). Sie gehören zu den Abwassergebühren und hängen von der versiegelten Fläche ab. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kommen so zwischen 150 bis 200 Euro jährlich zusammen.

Wer also nachweist, dass das Wasser statt in der Kanalisation im eigenen Garten – über den Umweg der Regentonne – landet, kann bares Geld sparen. "Wenn das Niederschlagswasser unmittelbar auf dem Grundstück verbleibt, gelangt es nicht in die Kanalisation. Dann muss dafür auch keine Niederschlagswassergebühr bezahlt werden", zitiert "n-tv.de" Michael Henze, Umweltreferent des Bundesverbands Garten- und Landschaftsbau (BGL).

Regentonne
Regentonnen und -behälter gibt es in unzähligen Variationen. © Hornbach

4 clevere Tipps, bei der Gartenbewässerung zu sparen

Egal, ob mit Brauch- oder Leitungswasser gegossen wird: Diese vier Tricks helfen, die blühende Pracht im Garten oder auf der Terrasse sparsam und nachhaltig mit dem kostbaren Nass zu versorgen.

1. Smart Home-Funktionen nutzen

Beim Sparen kann Smart Home helfen – oder in diesem Fall: Smart Garden. Tablet, Smartphone oder Notebook können die Software moderner Bewässerungssysteme gezielt auch von unterwegs steuern. Spezielle Sensoren aktivieren die Pumpen erst dann, wenn die Erde antrocknet.

Wasser marsch per App
Die Pumpe pumpt nur dann, wenn die Bodensensoren anschlagen. © Gardena

2. Erde durch eine Mulchdecke feucht halten

Eine Decke aus Mulch, wie beispielsweise Stroh oder gehäckselte Gartenabfälle, hält auf Beeten und unter Sträuchern die Erde feucht. Angenehmer Nebeneffekt: Die Schicht unterdrückt Unkräuter und verwandelt sich beim Verrotten in wertvollen Humus.

Gut bedeckt
Die Mulchdecke hält die Erde feucht. © Obi

3. Lieber aus der Kanne gießen als mit der Sprinkleranlage

Sprinkleranlagen sind für den Rasen praktisch, aber im Beet wenig nützlich. Pflanzen lieber kräftig aus der Kanne direkt auf den Wurzelballen gießen.

Gießkanne
Beete lieber per Hand gießen. Die Pflanzen werden es euch danken. © Pixabuy.com

4. Lieber am Abend gießen

Wird abends gegossen, verdunstet das Gießwasser langsamer und kann effektiver über Nacht aufgenommen werden.

Gartenschlauch
Bei praller Sonne wirkt das Wasser buchstäblich wie der Tropfen auf dem heißen Stein. © Pixabuy.com

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