Bauen | Ratgeber

Brunnen bohren – mit diesen Kosten müsst ihr rechnen

Jan Krutzsch

Ein Brunnen im Garten hilft bei der nachhaltigen Bewässerung und spart Geld. Stimmt das? Welche Arten von Brunnen gibt es überhaupt? Kann ich einen Brunnen selber bohren? Und wie teuer ist es, einen Brunnen zu bohren? Mit diesen Kosten müsst ihr rechnen.

Die vergangenen Sommer gehörten zu den trockensten, die es hierzulande jemals gegeben hat. Die Dürre breitet sich aus. Nicht nur die Ernten leiden darunter, sondern auch die heimischen Gärten. Gerade in Trockenperioden müssen Rasen und Pflanzen regelmäßig und viel bewässert werden. So kommen schnell hohe Jahresbeträge für das Trinkwasser zusammen. Eine nachhaltige und kosteneffizientere Alternative für die Bewässerung des eigenen Gartens kann es deshalb sein, einen Brunnen zu bohren.

Aber was kostet es eigentlich einen Brunnen zu bohren oder bohren zu lassen? Lohnt sich das? Was genau sind die Vorteile? Und was muss ich beachten? Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Das sind die Vorteile eines eigenen Brunnens

Ein eigener Brunnen kostet natürlich Geld, hat aber einige Vorteile im Vergleich zur Gartenbewässerung mit Trinkwasser.

1. Günstige Alternative bei großem Garten

Ein eigener Brunnen ist immer dann eine gute Alternative, wenn der Garten sehr groß ist. Dann reicht ein normaler Regentank oder ein Wassertank mit bis zu 1.000 Litern Fassungsvermögen meist nicht aus. Eine Zisterne zu verbauen ist meist teurer und mit viel Erdaushub verbunden. Auch benötigt man für den Einbau einer Zisterne relativ viel Platz.

2. Nachhaltigkeit

Der eigene Brunnen ist dann besonders nachhaltig, wenn das geförderte Grundwasser gleich wieder zur Bewässerung verwendet wird. So wird das Wasser dem natürlichen Kreislauf nicht dauerhaft entnommen.

3. Spart Wasserkosten und Abwassergebühren

Grundwasser zu fördern, um damit den Garten zu bewässern, spart im Vergleich zur Entnahme von Frischwasser Kosten. Zusätzlich spart man beim Abwasser Gebühren.

Weitere Infos dazu findet ihr in diesem Artikel:

Was kostet mich das Gießen mit Trinkwasser?

Ein Quadratmeter Gemüsegarten oder Blumenbeet benötigt je Bewässerungstag etwa acht bis zwölf Liter Wasser. Beim Rasen gilt als Faustregel, dass ein Quadratmeter täglich einen Wasserbedarf von etwa zehn Litern hat.

Das sind bei einem durchschnittlichen Garten von 400 Quadratmetern dann bei bei einem Durchschnittspreis von etwa 0,2 Cent pro Liter Trinkwasser pro Monat Trockenheit etwa 60 Euro. Auf das Jahr gerechnet müsst ihr mit Bewässerungskosten von geschätzt etwa 200 bis 300 Euro rechnen.

Was kostet es, einen Brunnen zu bohren?

Was der Bau eines Brunnens kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir euch hier näher erklären.

Brunnenart

Der entscheidende Faktor für die Wahl der Brunnenart ist der Grundwasserstand. Befindet sich das Grundwasser weniger als sieben bis acht Meter unter dem Gelände, so habt ihr bei der Wahl des Brunnens keine Einschränkung. Ein Rammbrunnen mit Schwengelpumpe oder ein Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk sind hier beispielsweise möglich.

Liegt das Grundwasser tiefer, ist aus physikalischen Gründen eine Wasserförderung von oben nicht mehr oder nur sehr schlecht möglich. Dann solltet ihr zur Tiefbrunnenpumpe greifen.

Verschiedene Förderpumpen für Wasser
Verschiedene Modelle zur Wasserförderung auf einen Blick © iStock

Wasserbedarf

Habt ihr einen sehr hohen Wasserbedarf, benötigt ihr auf jeden Fall einen Brunnen mit Tiefbrunnenpumpe. Diese Pumpenart kann enorme Mengen Wasser fördern.

Wollt ihr dagegen nur zwei bis drei Rasensprenger betreiben, ist ein mit einem Hauswasserwerk betriebener Bohrbrunnen besser.

Bei regelmäßiger und nicht all zu hoher Wasserentnahme genügt auch ein Rammbrunnen.

Eine Schwengelpumpe
Eine Schwengelpumpe wird häufig bei Rammbrunnen mit wenigen Metern Tiefe verbaut. © iStock

Bohrtiefe

Wie teuer der Bau des Brunnens ist, hängt auch von der benötigten Bohrtiefe und von der Bodenbeschaffenheit ab. Dabei verursacht das Bohren deutlich höhere Kosten als das Material.

Der gesamte Brunnenschacht muss mit Rohren ausgekleidet werden, damit sich nicht Oberflächenwasser mit Grundwasser vermischt. Der Fachmann sagt dazu "verrohren". 20 bis 30 Euro pro Meter Brunnentiefe kosten solche Rohre.

Liegt das Grundwasser in weniger als zehn Metern Tiefe an, verlangen Brunnenbauer meist zwischen 800 und 1.000 Euro. Ist der Grundwasserspiegel niedriger, sind auch größere Rohrdurchmesser notwendig. Dann fallen pro Meter zwischen 110 und 150 Euro an.

Ein Gartenbrunnen wird gebohrt
Selber bohren kann Geld sparen, ist aber oft auch sehr mühselig. Auch gilt zu beachten, wie tief das Grundwasser anliegt. © iStock

Brunnenpumpe

Die Tiefe des Grundwassers ist auch bei der Pumpenwahl entscheidend. Auch hier gelten die zehn Meter als entscheidendes Maß. Unter zehn Metern ist die Wasserentnahme mit einer Saugpumpe möglich. Pro Meter Saugschlauch fallen dann etwa fünf Euro an. Für Anschlüsse, Ventile und Dichtungen müsst ihr mit etwa 50 Euro zusätzlich rechnen. Pumpen gibt es bereits ab 60 Euro, Hauswasserwerke ab 150 Euro.

Bei Tiefen über zehn Metern muss eine Tiefbrunnen- oder Unterwasserpumpe verbaut werden. Dann sind größere Rohrdurchmesser, elektrische Zuleitungen bis zur Pumpe im Erdreich sowie Schläuche nötig. Für die Installation ist mit etwa 50 Euro pro Meter zu rechnen, Pumpen gibt es ab 100 Euro.

Selber bohren oder bohren lassen?

Brunnen bis zu einer Tiefe von sieben bis acht Metern kann man mit etwas Einsatz auch selber bohren. Dazu gibt es im Internet spezielle Rammbrunnen-Sets, wie dieses hier zu kaufen.

Allerdings solltet ihr euch vorher gut über die Bodenbeschaffenheit informieren. Ideal ist lockerer, kieshaltiger Boden. In schweren und dichten Böden ist die Arbeit dagegen sehr mühsam. Ob sich das dann im Einzelfall lohnt, muss jeder für sich entscheiden.

Die Faktoren für den Preis sind also: Tiefe + Material + Bohrung + Pumpe.

Hinzu können noch – je nach Kommune – Gebühren für den Antrag kommen. Diese erfragt ihr am Besten direkt bei eurer zuständigen Behörde. Meist sind das die sogenannten "Unteren Wasserämter".

Beispielrechnung: So viel kostet mich mein eigener Brunnen

Die Tabelle zeigt euch, mit welchen Kosten ihr für die verschiedenen Brunnenarten rechnen müsst.

  • Kosten und Leistung je Brunnenart
  • Rammbrunnen / Spülbrunnen
  • Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk
  • Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe
  • Bohrkosten
  • Eigenleistung
  • etwa 60 Euro pro Meter
  • etwa 120 Euro pro Meter
  • Materialkosten
  • etwa 15 Euro pro Meter
  • etwa 5 Euro pro Meter
  • etwa 20 Euro pro Meter
  • Förderleistung
  • 900 Liter pro Stunde und Filter
  • bis zu 5.500 Liter pro Stunde
  • bis zu 17.000 Liter pro Stunde
  • Pumpenpreis
  • ab 60 Euro
  • ab 150 Euro
  • ab 100 Euro
  • Gesamtsumme bei neun Metern Tiefe
  • ab etwa 200 Euro
  • ab etwa 750 Euro
  • ab etwa 1.360 Euro

Brunnen bohren - Kosten je nach Brunnenart

Was muss ich beim Bohren eines Brunnens beachten?

Vorsicht: Einfach drauf losbohren geht nicht! Ein Brunnen ist genehmigungspflichtig. Außerdem solltet ihr euch Informationen über die Bodenbeschaffenheit und mögliche Schadstoffbelastungen einholen. Zuständig dafür sind die örtlichen Wasserbehörden, die geologischen Landesämter oder zuständige Katasterämter.

Ein Tipp: Haben eure Nachbarn Brunnen, dann können sie euch oft darüber Auskunft geben, wie tief das Grundwasser liegt.

Lässt man den Brunnen vom Fachbetrieb bohren, ist es wichtig, vor der endgültigen Auftragserteilung einige Variablen zu fixieren. Dazu gehört eine Regelung bei Fehlbohrungen. Dazu kann es kommen, wenn beispielsweise ein großer Stein einen neuen Bohransatz nötig macht. Die meisten Brunnenbauer verlangen dafür keinen Aufpreis, jedoch sollte die Anzahl der Versuche festgelegt sein.

Fazit: Brunnen bohren - mit diesen Kosten müsst ihr rechnen

Einen Brunnen zu bohren oder sogar bohren zu lassen, ist gar nicht so teuer. Wenn ihr beim Bohren selbst Hand anlegt, reichen bereits etwa 200 Euro für die eigene Wasserversorgung. Selbst beim Profi zahlt man keine Unmengen. Je nach Tiefe und Brunnenart rechnet sich das Bohren eines Brunnens also bereits nach ein bis zwei Jahren, wenn man die Wasserkosten gegenrechnet. Zudem ist ein Brunnen bei der Gartenbewässerung ressourcenschonend und nachhaltig.

*Dieser Beitrag wurde um sogenannte Affiliate-Links ergänzt. Dadurch bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision. Die redaktionelle Berichterstattung bleibt davon unabhängig.

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