Eine Frau gießt mit der Gießkanne einen kleinen Baum
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Wohnen | Ratgeber

Bäume gießen: Braucht mein Baum im Sommer Wasser?

Jan Krutzsch

Immer trockenere Sommer machen auch den Bäumen im Garten zu schaffen. Wir zeigen euch, wie ihr erkennt, ob eure Bäume Wasser brauchen und erklären, wie ihr Bäume richtig gießt.

Eine landläufige Meinung ist, dass Bäume kein zusätzliches Wasser durch Gießen brauchen. Die Wurzeln reichen doch bis ins Grundwasser. Aber das ist nicht richtig. Gerade in Trockenperioden benötigen eure Bäume im Garten zusätzliches Wasser. Wir zeigen euch mit unseren fünf Tipps für gesunde Bäume im Sommer, was ihr beachten solltet.

Warum man Bäume im Sommer gießen muss

Warum sollte man Bäume extra gießen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach und logisch: Bäume haben – je nach Baum- und Bodenart – tiefreichende Wurzeln. Damit verankern sie sich im Boden und nehmen Wasser auf. Dafür wachsen sie mehrere Meter in den Boden und dehnen ihre Wurzeln möglichst weit in der Breite aus. Und sie wachsen so lange, bis sie auf Wasser stoßen.

In das Grundwasser hinein wachsen sie jedoch nicht. Würden die Wurzeln in das Wasser wachsen, dann würden sie darin verfaulen. Der Grund: Der Sauerstoffgehalt im Grundwasser ist äußerst gering. Die Wurzel könnte darin nicht weiterleben. Sie wächst also lediglich ans Grundwasser heran und holt sich von dort Flüssigkeit.

Während einer langen Trockenphase sinkt allerdings der Grundwasserspiegel. Der Baum bekommt in der Folge nicht mehr genug Wasser. Dann muss die Wurzel erst nachwachsen, um ausreichend versorgt zu sein. Und dazu braucht die Wurzel wiederum Wasser.

Wie erkenne ich Wassermangel an Bäumen?

Wassermangel ist den Bäumen anzusehen. Die offensichtlichsten Merkmale sind hängende Blätter und schlaffe, junge Zweige. Ist der Baum bereits länger einem Wassermangel ausgesetzt, verfärben sich die Blätter oder vertrocknen sogar. Spätestens jetzt ist es Zeit, den Baum zu bewässern.

Interessanterweise spielt die Größe dabei weniger eine Rolle als das Alter der Bäume. So kann eine hundertjährige Eiche eine Trockenperiode länger durchstehen als ein junger Obstbaum.

Frisch gepflanzte Bäume solltet ihr besonders aufmerksam beobachten. Ihre Wurzeln sind noch nicht so tief im Boden ausgebreitet und verzweigt wie die von älteren Bäumen. Bis sie angewachsen sind, sollten sie deshalb regelmäßig bewässert werden. Auch Bäume in Kübeln benötigen regelmäßig Wasser.

Auch unterscheiden sich die Baumarten in ihrem Wasserbedarf, je nachdem aus welcher Klimazone eine Baumart stammt. So sind mediterrane Bäume wie Zedern genügsamer als beispielsweise feuchtigkeitsliebende Birken.

Eine einfache Faustregel hilft: Dauert eine Trockenperiode länger als eine Woche und ist sie von hohen Temperaturen begleitet, sollte man im Garten Bäume gießen.

Obstbäume: So erkenne ich, dass mein Obstbaum Wasser braucht

Obstbäume brauchen, wenn sie Früchte tragen, sehr viel Wasser. Bei Obstbäumen kann deshalb ein verfrühter Obstfall ein Hinweis auf Trockenheit sein. Auch schrumpelige Früchte sind eindeutige Zeichen, dass ihr den Baum gießen solltet. Relativ gut mit Trockenheit zurecht kommen Kirschbäume, schlecht dagegen verschiedene Nusssorten.

Laubbäume: So erkenne ich, dass mein Laubbaum Wasser braucht

Laubbäume sind schon widerstandsfähiger als Obstbäume. Ein Anzeichen für Trockenheit sind eingerollte Blätter, ein verfrühtes Abwerfen von Blättern oder auch Verfärbungen der Blattspitzen. Allgemein sieht ein Laubbaum schnell "schlaff" aus, wenn ihm Wasser fehlt.

Grundsätzlich unterschiedet man bei Laubbäumen nach der jeweiligen Trockentoleranz. Genügsam sind einheimische Arten des Ahorns, der Esche, der Buche und der Eiche. Mehr Wasserbedarf haben dagegen Birken, Weiden und Linden.

Nadelbäume: So erkenne ich, dass mein Nadelbaum Wasser braucht

Wenn sich die Nadeln braun verfärben oder ungewöhnlich viele Nadeln abgeworfen werden, ist es höchste Zeit, den Baum zu gießen. Allerdings sind Nadelbäume hart im Nehmen.

Bei den Nadelbäumen gibt es geringere Unterschiede in der Trockentoleranz. Waldkiefern und Libanon-Zedern benötigen wenig Wasser, ebenso Zypressen. Etwas mehr Wasser benötigen Berg-Kiefern.

Genaue Informationen zu den unterschiedlichen Baumarten bietet die "KLimaArtenMatrix für Stadtbaumarten und -sträucher" der Stiftung "Die grüne Stadt". In einer Übersicht sind die verschiedensten Baumarten nach Trockentoleranz und Winterhärte eingeteilt. Hier findet ihr das PDF zum Download.

Ein Apfelbaum mit Fruchtstand im Garten
Obstbäume, wie dieser Apfelbaum, benötigen mit Fruchtbehang besonders viel Wasser. © iStock

Bäume richtig gießen: So geht's

Wie man Bäume richtig gießt, schaut man sich am besten von der Natur ab. Denn regnet es für längere Zeit, versickert das Wasser im Boden und fließt bis ins Grundwasser. Wie schnell das passiert, hängt vom Bodentyp ab.

Junge Bäume, die keine tiefreichenden Wurzeln haben, und flachwurzelnde Bäume sind daher auf das Regenwasser angewiesen. Sie ziehen also das Wasser aus dem Boden, bevor es unten ankommt.

Regnet es dagegen lange nicht, steigt das Wasser durch den Boden aus dem Grundwasser auf. Es ist dann für Bäume nur so lange verfügbar, bis der Boden austrocknet.

Gießt man den Baum, passiert also dasselbe wie bei Regen. Das Wasser ist so lange für die Wurzeln verfügbar, bis es ganz versickert ist. Deshalb ist es besser, einmal pro Woche viel zu gießen, als täglich ein bisschen. Denn kleine Mengen kommen bei den tieferen Wurzeln gar nicht erst an.

Für die Bewässerung von Bäumen in Trockenperioden benötigt man daher recht große Mengen Wasser. Da kann es sich lohnen, Regenwasser oder Brunnenwasser zur Bewässerung zu verwenden. Einen interessanten Artikel zum Thema lest ihr hier:

Wie viel Wasser brauchen meine Bäume?

Etwa zehn bis 20 Liter am Tag helfen dem Baum erst einmal weiter. Wie gesagt, besser ist es einmal pro Woche am späten Abend mit dem Gartenschlauch zu wässern. Bei durchschnittlichem Wasserdruck am Hausanschluss ergibt das in 30 bis 45 Minuten ungefähr 300 Liter.

Damit kommt der Baum dann einige Tage aus. Wichtig dabei ist, den Wurzelbereich zu bewässern und nicht zu großflächig um den Stamm herum zu spritzen.

Bewässerung eines Gartenbaumes mit Schlauch
Viel hilft viel: Einmal pro Woche etwa 300 Liter reichen für einen mittelgroßen Baum gut aus. © iStock

Das Gießen von Bäumen automatisieren

Automatisieren ist beim Gießen von Bäumen durch die notwendige Regelmäßigkeit absolut sinnvoll. Dabei unterschiedet man allerdings zwischen einer vollautomatisierten Bewässerung mit einem Gartenbewässerungssystem und einer "Teilautomatisierung".

Gemeint ist damit das Verwenden von Wassersäcken, die mit Wasser gefüllt um die Bäume gelegt werden und dann innerhalb von fünf bis acht Stunden ihre Wassermenge tröpfchenweise an den Baum abgeben. Das simuliert einen langanhaltenden Regenfall. Diese Wassersäcke gibt es in unterschiedlichen Ausführungen für viele Stammdurchmesser. Sie kosten ab etwa 25 Euro aufwärts.

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