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Fruchtalarm: Diese Obstsorten verschönern jeden Garten

Michael Penquitt

Level: Für Fortgeschrittene

Obst aus dem eigenen Garten ist eine ganze feine Sache! Bevor ihr euch drauf und dran macht, Obstbäume und Obststräucher zu pflanzen, verraten wir euch welche Obstsorten sich dafür am besten eignen.

Obstbäume und -sträucher machen aus einem schönen Garten erst einen wunderschönen Garten. Sie spenden Schatten, verleihen der Grünfläche etwas Abwechslung und ihre süßen Früchte verwandeln den Garten zu eurem kleinen Paradies.

Wenn es genau das ist, was eurem Garten noch fehlt, dann habt ihr zwei Mal im Jahr die Chance dazu, in dieser Hinsicht nachzubessern. Obstbäume lassen sich im Frühling oder noch besser im Herbst pflanzen. Gerade am Anfang, kurz nach der Pflanzung, benötigen sie viel Wasser.

Im Hausgarten ist es ratsam, zu resistenten Obstsorten zu greifen, die sich ganz alleine gegen Schädlinge und Krankheiten behaupten können. Ihr braucht sie dann nicht mit toxischen Schädlingsbekämpfungsmitteln zu spritzen, sodass ihr schon bald Früchte in Bio-Qualität ernten könnt. Wir verraten euch, an welchen Obstsorten auch weniger erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner viel Freude haben.

1. Äpfel

Wenn es so etwas wie einen Klassiker oder Repräsentanten der Obstwelt gibt, dann ist das der Apfel. Schon Adam und Eva wurden seit jeher immer wieder mit einem Apfel abgebildet. Doch kann diese süße, manchmal erfrischend saure Frucht wirklich eine verbotene sein? Wenn der Biss in einen Apfel falsch ist, wollen wir nie wieder das Richtige tun.

Gerlinde

  • knackig, süß, feine Säure
  • Sommersorte mit einer frühen Ernte ab Ende August
  • schorftolerant
  • kann sofort verzehrt oder bis Weihnachten gelagert werden

Santana

  • süß-säuerlich, saftig
  • Ernte Anfang/Mitte September
  • schorfresistent
  • löst keine oder nur wenige allergische Reaktionen aus

Roter Boskoop

  • eine der am weitesten verbreiteten Apfelsorten
  • würzig-säuerlich, dennoch viel Zucker
  • wächst schnell und gut, braucht keinen starken Schnitt
  • lässt sich hervorragend weiterverarbeiten

2. Birnen

Birnen sind enge Verwandte der Äpfel. Der süße Geschmack der Birne deutet es aber bereits an: Birnen brauchen mehr Sonne und Wärme als Äpfel. Zugleich blühen sie relativ früh, weshalb sie anfällig für Frostschäden sind. Es gibt zudem keine Sorte, die resistent gegen Birnengitterrost ist. Dessen Sporen werden häufig von Wacholder übertragen. Ihr solltet euch also vorher überlegen, ob ihr lieber Wacholder oder Birnen im Garten pflanzen möchtet. Wenn ihr das beherzigt und behutsam mit dem Baum umgeht, sollte es mit den süßen Früchten auch bei euch klappen.

Harrow Delight

  • schon Anfang August erntereif
  • sehr guter Geschmack
  • robust gegen Feuerbrand
  • nicht lagerfähig

Condo

  • kommt auch mit etwas weniger Wärme zurecht
  • Erntezeit ist Mitte September
  • schwacher Wuchs, aber sehr ertragreich mit großen Früchten
  • gut lagerfähig

Novembra

  • erntereif ab Oktober
  • sehr große Früchte
  • kann ausgesprochen gut gelagert werden
  • unkomplizierte Hausgartenpflanzen

3. Süßkirschen

Kirschen sind so eine Sache: Um euch für eine Sorte zu entscheiden, solltet ihr die Vorteile und Nachteile abwägen. Für unerfahrene Gärtnerinnen und Gärtner sind die besonders frühen Sorten empfehlenswert, da sie recht unkompliziert sind und von Schädlingen weitestgehend verschont bleiben. Sorten die den Sommer über reifen und viel Sonne bekommen schmecken tendenziell besser, weil süßer, sind aber anfälliger für Maden. Ihr solltet darüber hinaus auf die Platzfestigkeit achten: Je größer die ist, desto weniger schnell platzen die Kirschen bei Regen auf.

Bellise

  • geschmacklich noch etwas besser als "Burlat", die als Klassiker unter den Frühsorten gilt
  • Mitte Juni reif zur Ernte
  • meist madenfrei

Regina

  • ertragreichste Spätsorte
  • erstklassige Qualität und Geschmack
  • platzfest
  • bester Befruchter-Partner zur Sorte "Kordia"

Sunburst

  • ertragreich, große Früchte
  • selbstfruchtbar, keine Befruchtung durch eine andere Sorte nötig
  • platzanfällig, am besten mit Regen- und Insektenschutz bedecken

4. Zwetschgen

Zwetschgen ereilt häufig das Schicksal, mit Pflaumen verwechselt zu werden. Pflaumen sind runder als Zwetschgen, die ihrerseits eine eher ovale Form haben. Das Fruchtfleisch von Pflaumen ist zudem etwas weicher und lockerer, lässt sich aber nicht so gut vom Stein lösen. Zwetschgen haben etwas weniger Wasser und sind ein wenig säuerlicher als Pflaumen, weswegen sie sich etwas besser zum Backen eignen.

Katinka

  • erntereif ab Mitte Juli
  • extrem hohe Erträge, dafür kleinere Früchte
  • gut steinlöslich und zum Backen geeignet

Hanita

  • Ernte erfolgt Mitte/Ende August
  • Allrounder bei Ertrag, Größe und Geschmack
  • trägt schon als junge Pflanze

Kulinaria

  • ehemals unter dem Namen "Toptaste"
  • Ende August/Anfang September erntereif
  • ausgezeichneter Geschmack
  • nur bei Vollreife steinlöslich

5. Johannisbeeren

Johannisbeeren kommen in den Farben Rot, Schwarz oder sogar Weiß. Dabei unterscheiden sich die unterschiedlichen Sorten stark im Geschmack. Während die süß-sauren Roten Johannisbeeren häufig und sehr gerne frisch vom Strauch gepflückt gegessen werden, werden Schwarze Johannisbeeren aufgrund ihres herben Geschmacks meist zu Gelees oder Säften weiterverarbeitet. Sie alle eint jedoch, dass sie vergleichsweise pflegeleicht sind und jedem Garten gut zu Gesicht stehen.

Rotet

  • rote Johannisbeere
  • erntereif Mitte Juli
  • robust, besonders gut geeignet für den Hausgarten
  • hoher Ertrag

Rovada

  • große, rote Beeren
  • Spätsorte, ab Ende Juli erntereif
  • kann sogar bis September am Strauch bleiben
  • regenfest

Titania

  • schwarze Johannisbeere
  • Reifezeit Anfang/Mitte Juli
  • widerstandsfähig gegen Mehltau, Gallmilben und Rost
  • intensives Aroma, gut für die Verwertung geeignet

6. Stachelbeeren

Die Stachelbeere ist eng mit der Johannisbeere verwandt und zählt selbst zur Gattung der Johannisbeeren. Die Ähnlichkeit ist schon rein optisch nicht zu bestreiten. Stachelbeeren sind allerdings etwas größer als Johannisbeeren und sind in den Farben Grün-gelb und Rot vorzufinden. Sie können sich nicht nur gut gegen Schädlinge behaupten: Die meisten Stachelbeergehölze sind mit Dornen versehen. Bei der Ernte ist deshalb Vorsicht geboten.

Invicta

  • grün-gelbe Beeren
  • ab Anfang Juli erntereif
  • hoher Ertrag
  • weitestgehend robust gegen Mehltau; wenn die Pflanze doch befallen wird, einfach Mehltauspitzen wegschneiden

Remarka

  • rote, große Beeren
  • Reife ab Anfang Juli
  • mittlerer Ertrag
  • weitestgehend resistent gegen Krankheiten und Schädlinge

Captivator

  • kleine, rote Beeren
  • Ernte erfolgt Mitte bis Ende Juli
  • hat keine Stacheln, äußerst praktisch bei der Ernte

7. Himbeeren

Himbeeren sind eine reine Freude! Die reifen Früchte zergehen geradezu süß auf der Zunge. Dabei unterscheidet man zwischen sommertragenden und herbsttragenden Sorten. Die sommertragenden Sorten tragen die Früchte erst am zweijährigen Holz. Ihr solltet die Ruten also mindestens zwei Jahre stehen lassen, ehe ihr sie abschneidet. Bei herbsttragenden Sorten könnt ihr nach der Ernte im Spätsommer oder Herbst einfach alle Ruten bodennah abschneiden. Im Frühling treibt die Pflanze wieder aus.

Tula Magic

  • sommertragende Sorte, Ernte ab Ende Juni
  • gute Fruchtqualität
  • trägt im Herbst an den Spitzen nochmal

Himbo Top

  • herbsttragende Sorte
  • feste Früchte
  • einfache Pflege

Sugana

  • große, gute Früchte
  • starker Wuchs
  • einfache Pflege
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Letzten Herbst am Weerberg 😋

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8. Erdbeeren

Erdbeeren sind genau genommen gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Das rote Fruchtfleisch ist dabei eigentlich der hochgewachsene Blütenboden, der die außen sitzenden kleinen Früchte fasst, die wir als Kerne wahrnehmen. Dem ungeachtet gehören Erdbeeren zu den beliebtesten Obstsorten, die wie kaum etwas anderes für die warmen, sonnigen Sommermonate stehen. Die Sorten für den Hausgarten sind meist etwas weicher, dafür aber auch aromatischer als die Erdbeeren, die wir aus dem Supermarkt kennen.

Polka

  • frühe Sorte
  • hoher Ertrag
  • relativ robust

Hummi Silva

  • erntereif Anfang/Mitte Juni
  • aromatisch-süß
  • groß und saftig

Ostara

  • trägt frühe Früchte
  • kann im Spätsommer nochmal tragen
  • herzförmige Früchte

Befruchtung und weitere Tipps

Wenn ihr Obst aus dem eigenen Garten haben wollt, solltet ihr darauf achten, wie die Befruchtung der Pflanze vonstattengeht. Viele Obstgehölze brauchen eine Pflanze derselben Gattung, aber einer anderen Sorte in der Nähe. Entweder ihr pflanzt also gleich zwei Bäume oder Sträucher oder ihr erkundigt euch bei einer Baumschule in eurer Umgebung, welche Bäume im Umkreis wachsen.

Wenn ihr darüber nachdenkt, künftig mehr Lebensmittel im eigenen Garten anzubauen, empfehlen wir euch außerdem das passende, nahezu von selbst wachsende Gemüse fürs Gemüsebeet. Vielleicht wollt ihr ja sogar zum Selbstversorger oder -versorgerin werden. Hier haben wir 10 Tipps zum Einstieg in die Selbstversorgung.

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