Eine Lavendelpflanze wird in einen Blumentopf gesetzt.
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Robuste Pflanzen für Garten und Balkon

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Das Klima in Deutschland wird heißer und trockener. Zeit, einigen gewohnten Gartenpflanzen Lebewohl zu sagen – und neue zu pflanzen. Diese robusten Pflanzen für den Balkon und Garten eignen sich für Hobby-Gärtner besonders.

In den vergangenen Jahren hat es in Deutschland viel zu wenig geregnet. Unter dieser Dürre leidet vor allem die Tier- und Pflanzenwelt. Die Böden sind flächendeckend zu trocken, was nicht nur die Landwirte vor große Herausforderungen stellt. Auch zahlreiche Balkon- und Gartenpflanzen sind betroffen. Deshalb empfiehlt es sich, im Garten vor allem auf robuste Pflanzen zu setzen, die auch mit wenig Wasser klarkommen.

Viele Hobby-Gärtner kommen bei hohen Temperaturen und einem wolkenlosen Himmel gar nicht mehr mit dem Gießen nach. Doch reine Schottergärten kommen für alle, denen das Wohl von Bienen und anderen Blütenbestäubern am Herzen liegt, nicht in Frage. Zudem sind sie in einigen Bundesländern verboten. Wir stellen euch robuste Pflanzen vor, die euch auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten auch bei praller Sonne viel Freude bereiten und längere Trockenperioden überstehen können.

1. Wärmeliebende, robuste Stauden

Krautige Zierpflanzen stehen auf viel Sonne und sandige Böden, die stark wasserdurchlässig sind und eignen sich damit hervorragend für heiße Sommertage.

  • Goldgarbe,
  • Kaukasus-Storchschnabel,
  • Aster,
  • Katzenminze

zeichnen sich durch kleine Blätter aus, die nicht viel Verdunstungsfläche bieten, und tragen im Laufe des Sommers ein Meer aus bunten Blüten. Sie überstehen dabei nicht nur die warme Jahreszeit, sondern überwintern auch – vorausgesetzt, die Erde ist nicht zu feucht und es entsteht keine Staunässe.

Andere Pflanzen wie der Silberblatt-Ehrenpreis machen sich Härchen auf den Blättern zunutze, um sich vor der Sonne zu schützen. Vor allem beim Wollziest der Sorte "Silver Carpet" sorgen diese sogar für eine filzige, fast wollige Beschaffenheit und lassen die Blätter silber schimmern. Dank dieser Härchen bleibt die Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche der Blätter hoch und das Wasser verdunstet nicht so schnell.

2. Robuste Pflanzen mit Zwiebeln und Rhizomen

Es gibt zahlreiche Arten, auf die sich Pflanzen vor Austrocknung schützen können. Eine Methode ist, das Wasser in ober- oder unterirdischen Sprossachsen oder knollenartigen Verdickungen zu speichern. Solche Rhizome finden sich beispielsweise bei der Schwertlilie, dem Windröschen oder dem Alpenveilchen, das mitnichten nur in den Alpen vorkommt. Auch der Zierlauch besitzt eine solche Knolle in Form einer Zwiebel. Allen gemein ist, dass sie zu den robusten Pflanzen für den Garten zählen.

Frühlingsalpenveilchen
Die meisten kennen Alpenveilchen nur als Zimmerpflanzen, doch es gibt auch winterharte Arten für den Garten wie das Frühlings-Alpenveilchen. © Getty Images/iStockphoto

3. Ziergräser sind robuste Pflanzen

Ziergräser sorgen für Leichtigkeit und Bewegung im Steppengarten. Ob Federgras, Blaues Schillergras, Kopfgras oder gar Hirse: Der kleinste Windhauch bringt die Gräser in Wallung, die die Blüten der benachbarten Stauden umspielen. Auch sie bevorzugen es trocken und sonnig, halten aber notfalls auch über kurze Abschnitte etwas Staunässe aus.

Federgras
Federgras ist eine zukunftsfähige Pflanze, die höheren Temperaturen und Trockenheit gewachsen ist und sich auch für Kübel auf dem Balkon eignet. © Getty Images/iStockphoto

4. Mediterrane Kräuter

Strahlender Sonnenschein, dazu ein Glas Rotwein in der Hand und der Duft mediterraner Kräuter, der in die Nase steigt. Was sich anhört wie ein Aufenthalt in der Provence oder der Toskana, könnte für euch Alltag werden. Denn auch in Deutschland bekommen wir langsam Klimaverhältnisse, die den klassischen Kräuter- und Gewürzpflanzen zuträglich sind. Rosmarin, Salbei, Thymian, Lavendel oder auch das Currykraut entwickeln graugrüne, fast ledrige und meist schmale Blätter, die einer zu großen Verdunstung widerstehen. Damit bereichern sie nicht nur die Küche, sondern bieten mit ihrer langen Blütezeit den ganzen Sommer über Nahrung für Bienen und andere Insekten.

Wer mehr über die richtige Pflege von Basilikum und sonstiger Kräuter erfahren möchte, wird in unserem Artikel "Das 1x1 der Kräuterzucht: Dank dieser 6 Tipps überleben Basilikum & Co." fündig.

Salbei-Pflanze in einem Balkonkasten mit Kräutern.
Küchenkräuter wie Thymian, Salbei und Rosmarin sind trockenverträglich und ideal für Bienen. © Getty Images/iStockphoto

5. Olivenbaum

Wenn die Rede vom Mittelmeerraum ist, darf eine Pflanze nicht fehlen: der Olivenbaum. Seit dem vierten Jahrhundert vor Christus wird der Olivenbaum bereits rund ums Mittelmeer kultiviert. Olivenbäume können sehr alt werden, es gibt Exemplare, die bereits über 1.000 Jahre auf dem Buckel haben.

Dabei wachsen sie sehr langsam und können über viele Jahre im Kübel bleiben, ehe sie umgetopft oder im Garten gepflanzt werden. Selbst auf kleinen Balkonen finden sie Platz. Erste Blüten gibt es in der Regel aber erst ab dem sechsten, Früchte sogar erst ab dem siebten Jahr. Die Laubblätter sind dunkelgrün bis silbergrau und sind übersät von feinen Härchen, die die Wasserverdunstung einschränken.

Olivenbaum
Der Olivenbaum bringt Mittelmeer-Flair auf den Balkon. © Getty Images/iStockphoto

6. Sukkulenten sind robust und mögen es trocken

Sukkulenten gehören seit einiger Zeit zum kleinen Einmaleins des Großstadt-Hipsters. Pflanzen wie die Mittagsblume, die Fetthenne oder Hauswurz (Sempervivum) sind extrem pflegeleicht und fügen sich dadurch gut in den ohnehin schon vollen Arbeitsalltag. In ihren dicken Blättern speichern sie viel Wasser und sie nehmen es euch nicht übel, wenn ihr sie wochenlang nicht gießt. Auch auf größeren Flächen im Garten fühlen sie sich wohl – Hauptsache der Boden ist möglichst sandig und wasserdurchlässig.

Eine blühende Fetthenne schmückt jedes Gründach.
Eine blühende Fetthenne schmückt jeden Garten und kann Trockenheit gut ab. © Willi Schmitz / Getty Images

7. Robuste Nadelhölzer

Unter den Nadelgehölzen finden sich zahlreiche Pflanzen, die sich nicht gezielt an trockene Bedingungen angepasst haben, aber dennoch kein Problem mit Trockenheit und Hitze haben. Zu ihnen gehören beispielsweise der Wacholder und die Kiefer. Allerdings solltet ihr diese Pflanzen eher im Garten als auf dem Balkon pflanzen.

Waldkiefer
Die Waldkiefer ist ein pflegeleichter Klassiker unter den immergrünen Bäumen. © Getty Images/iStockphoto

8. Palmlilien (Yucca filamentosa)

Palmlilien, auch Yuccas genannt, haben sich mit ihren langen, schmalen Blättern an die ariden und semi-ariden Bedingungen entlang der mexikanisch-amerikanischen Grenze angepasst. Die immergrünen Pflanzen wecken deshalb Assoziationen mit dem Wilden Westen und bringen ein abenteuerliches Element in den heimischen Garten. Im Juli trägt die Pflanze zudem weiße, glockenartige Blüten. Palmlilien gehören allerdings nicht, wie ihr vermuten könntet, zu den Palmengewächsen – sondern zu den Spargelgewächsen.

Yucca filamentosa
Die Palmlilie ist äußerst anspruchslos und begeistert im Sommer mit prächtigen Blütenständen. © Getty Images/iStockphoto

9. Robuste Gehölze, die tief wurzeln

Es gibt auch heimische Gehölze, die gut gerüstet sind gegen Trockenheit, zum Beispiel weil sie sehr tief wurzeln. Dazu gehören alle Rosen, Weißdornarten und Hainbuchen, die vor allem als Hecken­pflanzen eine lange Tradition haben.

Hainbuchenhecke
Die Hainbuche ist eine sehr beliebte, günstige Heckenpflanze. Da sie tief wurzelt, ist sie relativ robust was Trockenheit betrifft. © Getty Images/iStockphoto

10. Hitzeverträgliche Bäume

Gerade Bäume werden immer wichtiger werden, auch im Garten: Ihr Kronenschatten verhindert, dass die sengende Sonne alles in eine Wüste verwandelt. Wer vorsorgen will, plant in seinem Garten genug Schatten ein. Schneeball-Ahorn, Guttaperchabaum oder Kobushi-Magnolie stammen aus Weltgegenden, die zwar auch kalte Winter, dafür aber auch lange, dürre Sommer kennen. Sie sind besonders hitzeverträglich und robust.

Weitere Tipps für Garten und Balkon

Wenn ihr nicht nur auf der Suche nach robusten Pflanzen seid, die den zunehmenden Dürresommern trotzen können, legen wir euch unsere große Themenseite rund um alle Bereiche des heimischen Gartens ans Herz. Und wer keinen Garten, dafür aber einen Balkon sein Eigen nennen darf, sollte folgendem Artikel auf jeden Fall einen Besuch abstatten:

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