© Getty Images/iStockphoto

Wohnen | Listicle

Drohender Dürresommer: Robuste Pflanzen für Balkon und Garten

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Level: Für Anfänger

Das Klima in Deutschland wird heißer und trockener. Gerade im Sommer kann das vielen Pflanzen zusetzen. Diese Pflanzen gehören künftig in den Garten.

Das Jahr 2018 zählte zu den heißesten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Laut dem Deutschem Wetterdienst könnte sich diese extreme Trockenheit im Sommer 2019 wiederholen – und unter Umständen sogar zur neuen Normalität werden. Unter der Dürre leidet vor allem die Tier- und Pflanzenwelt. Bereits im April waren die Böden deutlich trockener als zwölf Monate zuvor. Die Startvoraussetzungen für die Sommer-Flora sind demnach bereits jetzt schlechter als vor der letzten Hitzeperiode.

Neben einem erhöhten Waldbrandrisiko und den verheerenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft sind auch zahlreiche Balkon- und Gartenpflanzen betroffen. Viele Hobby-Gärtner kommen bei hohen Temperaturen und einem wolkenlosen Himmel gar nicht mehr mit dem Gießen nach. Doch reine Kiesgärten kommen für alle, denen das Wohl von Bienen und anderen Blütenbestäubern am Herzen liegt, nicht in Frage. Es wird Zeit, auf widerstandsfähige Pflanzen zu setzen, die auch mal mit etwas weniger Wasser auskommen. Wir stellen euch Pflanzen vor, die euch auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten auch bei praller Sonne viel Freude bereiten.

1. Wärmeliebende Stauden

Krautige Zierpflanzen stehen auf viel Sonne und sandige Böden, die stark wasserdurchlässig sind und eignen sich damit hervorragend für heiße Sommertage. Goldgarbe, Kaukasus-Storchschnabel, Aster und Katzenminze zeichnen sich durch kleine Blätter aus, die nicht viel Verdunstungsfläche bieten und tragen im Laufe des Sommers ein Meer aus bunten Blüten. Sie überstehen dabei nicht nur die warme Jahreszeit, sondern überwintern auch – vorausgesetzt, die Erde ist nicht zu feucht und es entsteht keine Staunässe.

2. Zwiebeln und Rhizome

Es gibt zahlreiche Weisen, auf die sich Pflanzen vor Austrocknung schützen können. Eine Methode ist, das Wasser in ober- oder unterirdischen Sprossachsen oder knollenartigen Verdickungen zu speichern. Solche Rhizome finden sich beispielsweise bei der Schwertlilie, dem Windröschen oder dem Alpenveilchen, das mitnichten nur in den Alpen vorkommt. Auch der Zierlauch besitzt eine solche Knolle in Form einer Zwiebel.

3. Ziergräser

Ziergräser sorgen für Leichtigkeit und Bewegung im Steppengarten. Ob Federgras, Blaues Schillergras, Kopfgras oder gar Hirse: Der kleinste Windhauch bringt die Gräser in Wallung, die die Blüten der benachbarten Stauden umspielen. Auch sie bevorzugen es trocken und sonnig, halten aber notfalls auch über kurze Abschnitte etwas Staunässe aus.

4. Mediterrane Kräuter

Strahlender Sonnenschein, dazu ein Glas Rotwein in der Hand und der Duft mediterraner Kräuter, der in die Nase steigt. Was sich anhört wie ein Aufenthalt in der Provence oder der Toskana, könnte für euch Alltag werden. Denn auch in Deutschland bekommen wir langsam Klimaverhältnisse, die den klassischen Kräuter- und Gewürzpflanzen zuträglich sind. Rosmarin, Salbei, Thymian, Lavendel oder auch das Currykraut entwickeln graugrüne, fast ledrige und meist schmale Blätter, die einer zu großen Verdunstung widerstehen. Damit bereichern sie nicht nur die Küche, sondern bieten mit ihrer langen Blütezeit den ganzen Sommer über Nahrung für Bienen und andere Insekten.

5. Olivenbaum

Wenn die Rede vom Mittelmeerraum ist, darf eine Pflanze nicht fehlen: der Olivenbaum. Seit dem vierten Jahrhundert vor Christus wird der Olivenbaum bereits rund ums Mittelmeer kultiviert. Olivenbäume können sehr alt werden, es gibt Exemplare, die bereits über 1.000 Jahre auf dem Buckel haben. Dabei wachsen sie sehr langsam und können über viele Jahre im Kübel bleiben, ehe sie umgetopft oder im Garten gepflanzt werden. Selbst auf kleinen Balkonen finden sie Platz. Erste Blüten gibt es in der Regel aber erst ab dem sechsten, Früchte sogar erst ab dem siebten Jahr. Die Laubblätter sind dunkelgrün bis silbergrau und sind übersät von feinen Härchen, die die Wasserverdunstung einschränken.

6. Filziges Silber

Auch andere Pflanzen wie der Silberblatt-Ehrenpreis machen sich Härchen auf den Blättern zunutze, um sich vor der Sonne zu schützen. Vor allem beim Wollziest der Sorte "Silver Carpet" sorgen diese sogar für eine filzige, fast wollige Beschaffenheit und lassen die Blätter silber schimmern. Dank dieser Härchen bleibt die Luftfeuchtigkeit auf der Oberfläche der Blätter hoch und das Wasser verdunstet nicht so schnell.

7. Sukkulenten

Sukkulenten gehören seit einiger Zeit zum kleinen Einmaleins des Großstadt-Hipsters. Pflanzen wie die Mittagsblume, die Fetthenne oder der Hauswurz sind extrem pflegeleicht und fügen sich dadurch gut in den ohnehin schon vollen Arbeitsalltag. In ihren dicken Blättern speichern sie viel Wasser und sie nehmen es euch nicht übel, wenn ihr sie wochenlang nicht gießt. Auch auf größeren Flächen im Garten fühlen sie sich wohl – Hauptsache der Boden ist möglichst sandig und wasserdurchlässig.

8. Nadelhölzer

Unter den Nadelgehölzen finden sich zahlreiche Pflanzen, die sich nicht gezielt an trockene Bedingungen angepasst haben, aber dennoch kein Problem mit Trockenheit und Hitze haben. Zu ihnen gehören beispielsweise der Wacholder und die Kiefer. Allerdings solltet ihr diese Pflanzen eher im Garten als auf dem Balkon pflanzen.

View this post on Instagram

Eine letzte #Wacholderbeere des Vorjahres ist noch im Busch zu finden. Vor 4 Wochen hing noch gut ein Dutzend darin, also haben sich die kleinen Singpiepsis schon die anderen geholt... schön. Die Blüte des Strauches vermischt sich mit frischem Blattgrün (ja, man spricht auch bei Nadelholzgewächsen von Blättern, was die wenigsten Leute wissen), es ist interessant ins Detail zu gehen. Wusstet ihr eigentlich, dass anders als in der #Lüneburger_Heide , sie ist eine offene Heide, bei uns in der #Ueckernünder_Heide als bewachsener Heidefläche der Wacholder als Untergewächs in den Wäldern abschnittsweise sehr häufig vorkommt? Am Rande der #Altwarper_Binnendünen (die einzige erhaltene offene #Binnendüne Deutschlands) befindet sich auch das sogenannte #Wacholdertal . Unter lockeren Kieferbeständen haben sich im Laufe der letzten ca. hundert Jahre Unmengen des Wacholders angesiedelt. Industrialisierter Wacholder wird insbesondere im Mittelmeerraum, aber auch in Süddeutschland, für die #Ginproduktion angebaut. Wild wachsenden #Wacholder bekommt man nur äußerst schwer umgesetzt. Mehrfach hatte ich versucht, einzelne Pflanzen, exakt mit dem selben Sonneneinfalkwinkel wie am Original- standort einzupflanzen, aber sie wuchsen nie an. Der heute abgebildete ist einer aus dem Gartencenter. Mittlerweile ist sie 1,5 Meter hoch, ca. 10 Jahre alt. Bis zu 4 Meter kann Wacholder als Saulengewächs locker werden. #aries_PR #natur_im_blick #Nachhaltigkeit #friedensaktivist #red_baron #leaderDFP

A post shared by Gerd Walther (@gerd_walther) on

9. Palmlilien

Palmlilien, auch Yuccas genannt, haben sich mit ihren langen, schmalen Blättern an die ariden und semi-ariden Bedingungen entlang der mexikanisch-amerikanischen Grenze angepasst. Die immergrünen Pflanzen wecken deshalb Assoziationen mit dem Wilden Westen und bringen ein abenteuerliches Element in den heimischen Garten. Im Juli trägt die Pflanze zudem weiße, glockenartige Blüten. Palmlilien gehören allerdings nicht, wie ihr vermuten könntet, zu den Palmengewächsen – sondern zu den Spargelgewächsen.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

Schließen