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Wohnen | Ratgeber

Das 1x1 der Kräuterzucht: Dank dieser 6 Tipps überleben Basilikum & Co.

Michael Penquitt

Level: Für Einsteiger

Basilikum, Petersilie oder Rosmarin zu pflegen, ist für unerfahrene Gärtner eine Herausforderung. Mit diesen einfachen Tipps geht's euren Kräutern wohlauf.

Es ist jedes Jahr das Gleiche. Und so langsam ist es auch zum Heulen: Da investiert ihr euer ganzes Können sowie Schweiß und Tränen in das Überleben des kleinen Kräuterpflänzchens auf der Fensterbank oder im Beet. Und dennoch geht die doofe Pflanze ein. Habt ihr zu viel gegossen? Oder zu wenig? Das kann euch im Nachhinein niemand mehr beantworten.

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Also muss spätestens zum nächsten Frühling eine neue Pflanze her. Eine Garantie dafür, dass es ihr besser ergehen wird als ihrer Vorgängerin? Die gibt es nicht. Aber wir wissen, wie ihr den richtigen Nährboden schafft und die Chancen erhöht, dass eure Kräuter gut gedeihen. Das sind die wichtigsten Regeln der Kräuterzucht.

1. Fertige Pflanzen kaufen

Wir haben vollstes Verständnis für Hobby-Gärtner, die ihre Pflanzen von klein auf begleiten und am ganzen Werdungsprozess beteiligt sein möchten. Dafür kaufen sie Saatgut und versuchen, die Samen keimen zu lassen, um dann die Keimlinge langsam aufzupäppeln. Hut ab, wenn am Ende eine gesunde und kräftige Pflanze herauskommt! Für ein solches Projekt braucht ihr allerdings Zeit und einige Erfahrung. Selbst dann hängt der Erfolg nicht unwesentlich vom Glücksfaktor ab.

Ihr startet mit besseren Voraussetzungen, wenn ihr direkt fertige Pflanzen kauft. Diese holt ihr dann aber nicht im Supermarkt, denn auch in diesem Fall könnt ihr euch auf die Schulter klopfen, wenn das Kraut vier Wochen überlebt. Stattdessen könnt ihr euch beispielsweise auf dem Wochenmarkt umschauen. Manche Stände verkaufen gesunde, robuste Kräuterpflanzen in kleinen Töpfen, in denen ihr eure neuen Freunde sicher transportieren könnt.

2. Blumenerde ist tabu

Handelsübliche Blumenerde eignet sich für die meisten Kräuter nur bedingt als Nährboden. Sie enthält zu viel Phosphor, Stickstoff und Kalium. Außerdem ist sie vor allem für Kräuter, die es lieber etwas trockener haben, nicht wasserdurchlässig genug. Die Erde sollte deshalb mit mineralischem Sand versetzt sein, am besten Quarz- oder Lavasand. Dieses Sand-Erde-Gemisch hält das Wasser bei seiner Reise nach unten nicht allzu sehr auf. Das könnt ihr entweder selbst mischen oder fertige Kräutererde (Affiliate Link) im Fachhandel kaufen.

Aber: Jede Pflanze hat andere Ansprüche an den Boden. Vor allem mediterrane Kräuter mögen es etwas sandiger, andere brauchen keinen ganz so hohen Sandanteil. Oregano und Petersilie stehen besonders auf Kalk. Leitungswasser enthält relativ viel davon, ansonsten sind zerbröselte Eierschalen eine Option.

3. Für Wasserabfluss sorgen

Auch wenn der Wasserbedarf bei jeder Pflanze unterschiedlich hoch ist, ist Staunässe in jedem Fall zu vermeiden. Die wichtigste Maßnahme, dank der das Wasser gut abfließen kann, wurde schon genannt. Solltet ihr Kräuter in Töpfen ziehen, solltet ihr zudem darauf achten, dass das Drainageloch nicht verstopft. Dem beugt ihr vor, indem ihr vor dem Einfüllen der Erde eine alte Tonscherbe auf den Grund des Topfes über das Loch legt.

4. Standort mit Bedacht wählen

Kräuter einfach wahllos nebeneinander zu pflanzen, ist nur selten von Erfolg gekrönt. Der Grund: Sie haben unterschiedliche Standortansprüche. Mediterrane Kräuter mögen es tendenziell warm und sonnig. Andere, wie Melisse, eher feucht und kühl. Wenn ihr also keinen zur Südseite ausgerichteten Platz zur Verfügung habt, versprechen letztere Kräuter einen höheren Ertrag. Schnittlauch, Kerbel und Petersilie gehören nach draußen. Die sind an die milden Temperaturen in Deutschland gewohnt und sind sogar winterhart. Drinnen fühlen sie sich dagegen nicht besonders wohl und werden schnell gelb.

Pflanzt auch keine Kräuter nebeneinander, die primär dieselben Nährstoffen benötigen. Eine der beiden Pflanzen wird euch mit Sicherheit eingehen. Selbst wer das bedenkt, sollte nicht mehr als zwei oder drei unterschiedliche Kräuter in einem Gefäß halten. Das klingt schon alles ganz schön kompliziert. Doch es gibt gleich zwei Faustregeln, die euch das Leben einfacher machen: Pflanzt ihr Kräuter zusammen, sollten sie eine ähnliche Blattgröße haben. Und: Alles, was zusammen gegessen wird, kann zusammen angepflanzt werden.

5. Maßvoll gießen

Das Gießen macht vielen Kleinstgärtnern zu schaffen. Sie glauben, beim Wässern würden sich die meisten Tücken verstecken. Doch nicht zu viel und nicht zu wenig zu gießen, ist gar nicht so schwer. In den meisten Fällen erkennt ihr bereits am Aussehen der Pflanze, ob sie es lieber trocken oder feucht mag. Je kleiner und härter die Blätter, desto weniger Wasser kann verdunsten und der Bedarf ist nur gering. Das trifft zum Beispiel auf Rosmarin, Lavendel und Thymian zu. Wenn die Blätter besonders fein oder sehr groß sind, könnt ihr gerne häufiger gießen.

Der Boden darf gerne regelmäßig leicht aufgelockert werden. Dadurch dringt das Gießwasser besser ein und ihr verhindert Unkraut. Kräuter mögen es nicht, wenn ihre Blätter nass werden. Das Wasser sollte deshalb ausschließlich direkt der Erde zugeführt werden. Dafür nehmt ihr im besten Fall Regenwasser aus der Tonne oder abgestandenes Leitungswasser.

6. An den Rückschnitt wagen

Wer eine schöne Kräuterpflanze haben möchte, kommt ums Zurückschneiden nicht herum. Aber das werdet ihr ohnehin schon machen, wenn ihr die Kräuter in der Küche verwenden wollt. Ganz besonders gilt das aber für das Basilikum und, mit Abstrichen, für den Schnittlauch. Sobald diese Pflanzen blühen, werden ihre Blätter bzw. Halme im schlimmsten Fall ungenießbar. Im Falle des Schnittlauchs ist das aber kein Drama: Die weißen bis fliederfarbenen Blüten sehen nicht nur schön aus, sondern schmecken auch ganz köstlich in Salaten oder auf Brot. Wenn ihr mit dem Schneiden der Lauchhalme also mal nicht hinterherkommt, ist das nicht weiter schlimm.

Anders beim Basilikum: Damit der schön buschig wird und große Blätter trägt, solltet ihr es vermeiden, einzelne Blätter abzuzupfen. Stattdessen schneidet ihr die Blätter einschließlich des Stängels dicht oberhalb eines weiteren Blattpaares ab. Auf dieses Weise kann der Trieb wieder nachwachsen und ihr hindert die Pflanze an der Blütenbildung.

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