Fruchtmumie von einer Aprikose
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Schutz vor Monilia: Das hilft gegen "Fruchtmumien" an Obstbäumen

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Wisst ihr was "Fruchtmumien" sind? Hobby- und Erwerbsgärtner fürchten sie, denn sie sind Infektionsquelle für viele Krankheiten bei Obstbäumen. Wir verraten, was dahinter steckt und warum Monilia-Pilzsporen die eigentlichen Übeltäter sind.

Schrumpelige, verfaulte, braune und manchmal sogar schwarze Früchte: Habt ihr solche "Fruchtmumien" oder vertrocknete Pflanzenteile an euren Obstbäumen entdeckt, ist das meistens kein gutes Zeichen. Schuld daran sind häufig Monilia-Pilzsporen, die für Fruchtfäule und Spitzendürre sorgen und befallenes Obst ungenießbar machen. Damit ihr im nächsten Jahr aber wieder reichlich gesunde Früchte ernten könnt, geben wir euch ein paar Tipps, wie ihr Monilia bekämpfen und vorbeugen könnt.

Welche Obstsorten sind am häufigsten von Monilia betroffen?

Monilia-Krankheiten treten recht häufig bei Ostbäumen auf. Dabei spielen hauptsächlich zwei Krankheitsbilder eine Rolle:

  • Monilia-Fruchtfäule (Monilia frutigena)
  • Monilia-Spitzendürre (Monilia laxa)

Beide Monilia-Pilzarten können sowohl Triebe als auch Blüten befallen. Sie kommen insbesondere bei Kern- und Steinobstsorten vor. Folgende Obstsorten sind davon häufig betroffen:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Quitten
  • Süß- und Sauerkischen (besonders anfällig: Schattenmorelle)
  • Renekloden (Pflaumen)
  • Zwetschgen
  • Pfirsiche
  • Aprikosen

Seltener können auch Zierapfel, Mandel oder Zierkirsche mit Erregern infiziert sein.

Monilia-Fruchtfäule: So entstehen Fruchtmumien

Ursache für den Fäulnisprozess sind bestimmte Pilzsporen namens Monilia frutigena, welche die Früchte befallen und dann zur sogenannten Fruchtfäule führen. Typisch ist dabei, dass die Früchte braun werden und verschrumpeln, weshalb sie umgangssprachlich auch "Fruchtmumien" genannt werden.

Häufig betroffen von der Monilia-Fruchtfäule sind Obstsorten wie Kirsche, Pflaume, Birne und Apfel.

So verbreitet sich die Monilia-Fruchtfäule

Sind befallene Äste oder Früchte über den Winter hängengeblieben, kommt es im Frühjahr zu einem bösen Erwachen. Denn dann bilden die Monilia-Pilze widerstandsfähige Sporen, die sich auf dem ganzen Baum verteilen können. Umwelteinflüsse wie Wind oder Regen transportieren sie zu den Blüten und so auch ins Bauminnere. Es reicht ein regenreiches und kaltes Frühjahr, um das Pilzwachstum zu fördern. Auch Insekten tragen zur Verbreitung der Sporen bei.

Die setzen sich zunächst nur auf den Früchten ab. Durch Risse in der Fruchthaut können die Monilia-Pilzsporen aber in die Frucht eindringen. Das passiert zum Beispiel durch:

  • Regen
  • Hagelschaden
  • Dicht hängende Früchte, die aneinander reiben
  • Vögel
  • Schorf- oder Obstmadenbefall

Das Fruchtfleisch ist dann ein idealer Nährboden für den Pilz, um richtig zu gedeihen. Hier bilden sich dann die typischen Fruchtkörper aus.

Wie sieht Fruchtfäule bei Obstbäumen aus?

Wo die Oberfläche der Frucht verletzt wurde, entstehen später braune faulige Stellen, die sich immer weiter ausbreiten. Häufig kann man dabei beobachten, wie sich auch die weiß bis gelblichen Sporen anfangs in konzentrischen Kreisen auf der Obsthaut ausbreiten. Später bilden sie ein geschlossenes Feld. Die Fruchtfäule kann sich, je nach Obstart, unterschiedlich äußern.

Ein Teil der betroffenen Früchte fällt meist frühzeitig zu Boden. Andere bleiben am Baum hängen, trocknen ein und verhärten. Entfernt ihr sie nicht rechtzeitig, werden sie im nächsten Frühjahr zur neuen Infektionsquelle.

Auch an gelagertem Obst, das scheinbar in Ordnung aussieht, können Monilia-Sporen haften und später Schwarzfäule auslösen. Dabei färbt sich die Schale schwarz, es bilden sich aber keine Sporenlager aus.

Monilia-Spitzendürre bei Obstbäumen

Es gibt weitere Monilia-Pilzsporen, wie zum Beispiel Monilia laxa, die hauptsächlich Kernobstarten befallen und dort zur Spitzendürre führt. Besonders Kirschsorten wie Schattenmorelle oder Aprikosen sind davon betroffen. Anders als bei der Fruchtfäule sterben hier die Triebe ab.

Wie sieht eine Monilia-Spitzendürre bei Obstbäumen aus?

Während die Pilzsporen bei der Fruchtfäule etwas gelblich aussehen können, sind sie bei der Spitzendürre eher grau. Sie sorgen dafür, dass zunächst die Blüten schnell welken und verbräunen, aber nicht abfallen. Nach wenigen Wochen sterben auch die befallenen Triebe und Spitzen der Zweige ab (circa 20 bis 30 Zentimeter lang).

Dann spricht man auch von einer Nekrose. Dabei handelt es sich um abgestorbene Gewebeteile der Pflanze, die als Reaktion auf eine Krankheit hervortreten. Zwischen abgestorbenem und gesundem Trieb können sich eventuell auch Gummitropfen bilden, die dann erhärten.

Krankheit Gummosis an einem Obstbaum
Durch Spitzendürre kommt es häufig zu weiteren Krankheiten, wie dem Gummifluss, auch Gummosis genannt. © Getty Images/iStockphoto

Befall durch Monilia bekämpfen und vorbeugen

Je früher ihr die fauligen Früchte entdeckt, desto besser werdet ihr Monilia im nächsten Frühjahr eindämmen können. Spätestens im Winter solltet ihr aber alle fauligen Fruchtmumien von den Bäumen pflücken. Lasst sie nicht auf dem Boden liegen, sondern entsorgt sie am besten gleich über den Hausmüll.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau empfiehlt außerdem:

  • Gefährdete Bäume luftig und gut ausschneiden. Das fördert ein rasches Abtrocknen und behindert die Ausbreitung von Pilzen.
  • Euer Obstbaum trägt im Sommer extrem viele Früchte? Sitzen sie zu dicht in Büscheln, vereinzelt sie am besten bereits Mitte Juni. Pro Fruchtstand eine Frucht (bei kleinen Baumformen).
  • Entfernt befallene Monilianester bereits während der Vegetation.
  • Wählt widerstandsfähigere Obstsorten aus. Bei Sauerkirschen sind das zum Beispiel Morina, Karneol, Achat, Safir und einige andere.
  • Verwendet Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von natürlichen Pflanzenstoffen und Fettsäuren. Sie erschweren den Pilzsporen das Eindringen in die Frucht und können eine Krankheit verhindern.

Weitere Tipps gibt die Gärtnerei Pötschke:

  • Schneidet befallene Triebe bis zum gesunden Holz zurück.
  • Werft befallenes Obst niemals auf den Kompost. Die Sporen überwintern hier und können im nächsten Jahr über die Komposterde wieder im Garten verteilt werden.
  • Achtet bei einer Neupflanzung neben der richtigen Sorten- auch auf die Standortauswahl. Der Standort sollte möglichst sonnig und luftig sein, bei Regen kann der Baum dann besser abtrocknen.
  • Bekämpft Schadinsekten wie Apfelwickler und auch Vögel.

Achtet außerdem darauf, dass bei der Ernte nicht versehentlich ein paar "faule Eier" unter dem gepflückten Obst landen, sonst kommt es möglicherweise zur bereits genannten Schwarzfäule.

Wie ihr eure Obstbäume vor Schäden durch Vögel bewahren könnt, lest ihr in unserem Ratgeber:

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