Moderne Gartenpumpe
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Bauen | Ratgeber

Brunnenpumpe für den Garten: Welche ist die richtige für mich?

Jan Krutzsch

Ihr wollt mit Brunnenwasser euren Garten gießen? Dann braucht ihr die richtige Pumpe! Wir zeigen euch, welche Brunnenpumpe die richtige für euch ist und erklären die Unterschiede zwischen Gartenpumpen, Hauswasserwerken, Tiefbrunnenpumpen und Tauchpumpen.

Wenn ihr euren Garten bewässert, dann wisst ihr nur allzu gut, wie viel Frisch- und damit Trinkwasser ihr dafür braucht. Das kostet unnötig Ressourcen und auch Geld. Abhilfe kann ein eigener Brunnen schaffen. Doch wie kommt das Wasser aus dem Brunnen? Mit einer Brunnenpumpe. Welche Arten von Brunnenpumpen es gibt, was sie kosten und wie ihr sie installiert – das erklären wir in diesem Artikel.

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Wie funktioniert eine Brunnenpumpe?

Eine Brunnenpumpe ist erst einmal eine Pumpe. Und jeder Pumpe liegt ein physikalisches Prinzip zugrunde: Sie arbeiten mit Unterdruck. Bei Unterdruck wird das Wasser angesaugt. Um den Unterdruck zu erzeugen, gibt es mehrere Methoden und daher mehrere Arten von Pumpen. Die für die Gartenbewässerung wichtigen Typen sind:

  • Die Schwengelpumpe oder auch Kolbenpumpe ist die einfachste Brunnenpumpe. Bei ihr wird meist per Hand ein Kolben in einem Zylinder hoch und runter bewegt. Dadurch entsteht Unterdruck und das Wasser wird angesaugt.
  • Die Kreiselpumpe macht sich die Zentrifugalkraft zunutze, um einen Unterdruck im Ansaugrohr zu schaffen. Dadurch wird das Wasser angesaugt. Kreiselpumpen sind einfach und robust.
  • Die Jetpumpe, oder auch Strahlpumpe, ist die wohl robusteste Pumpe, da sie wenig bis keine beweglichen Teile zum Pumpen benötigt. Sie basiert ebenfalls auf einem physikalischen Prinzip, dem Strahlantrieb. Bekannt ist das eher aus dem Flugzeugbau. Mit unterschiedlichen Druckverhältnissen durch ein Trägerfluidum (meist ein Gas), saugt die Jetpumpe das Wasser an. Allerdings sind Jetpumpen konstruktionsbedingt recht laut – auch das ist eine Gemeinsamkeit mit Düsenflugzeugen.
  • Die Impellerpumpe basiert auf dem Prinzip der unterschiedlichen Verdichtung, während sich im Pumpengehäuse flexible Schaufeln drehen. Dabei sind die Schaufeln etwas größer als der Gehäusedurchmesser. Aufgrund der guten Dichtwirkung der elastischen Schaufeln am Pumpengehäuse saugen Impellerpumpen Luft an. Damit entsteht an der Ansaugöffnung ein Unterdruck, der das zu fördernde Wasser ansaugt.

Puh, kompliziert. Aber wir bringen so langsam Licht ins Dunkel!

Die Grundlage einer Pumpe sind also verschiedene physikalische Prinzipien. Diese fördern auf unterschiedliche Arten das Wasser von unten nach oben. Aber was für Pumpenarten gibt es eigentlich?

Die verschiedenen Pumpenarten

Es gibt für verschiedene Brunnenarten auch unterschiedliche Pumpen. Hier gilt: Der Einsatzzweck bestimmt die Pumpe.

Bei Brunnen mit geringer Tiefe reichen kleinere Gartenpumpen aus, bei Brunnen ab sieben bis acht Metern Tiefe muss es schon eine Tiefbrunnenpumpe sein. Und Hauswasserwerke speichern eine gewisse Menge Wasser zwischen, so dass ihr sofort mit der Bewässerung loslegen könnt. Das ist vor allem bei automatischen Bewässerungssystemen von Vorteil. Und wenn es euch lediglich darum geht, Wasser aus einer Regentonne abzupumpen, dann ist eine Tauchpumpe dafür geeignet.

Hier sind die wichtigsten Pumpenarten mit den jeweiligen Einsatzgebieten und Vorteilen:

Eine Schwengelpumpe ist die klassische Brunnenpumpe
Eine Schwengelpumpe ist die klassische Brunnenpumpe - einfach aber nur für geringe Fördermengen geeignet. © iStock

1. Gartenpumpe

Eine Gartenpumpe ist eine selbstansaugende Pumpe. Sie saugt durch einen Ansaugschlauch Wasser an und pumpt es mit einem bestimmten Druck weiter. Die Ansaugtiefe ist meist auf etwa acht Meter festgelegt. Dieser Pumpentyp wird auch häufig als Grundwasserpumpe bezeichnet.

Wie funktioniert die Gartenpumpe?

Die Gartenpumpe ist mit einem Sauganschluss versehen, der überwiegend an der Vorderseite der Pumpe angeordnet ist und hat an der Oberseite einen Druckanschluss. Über den Sauganschluss saugt die Pumpe das Wasser. Wenn die Pumpe das Wasser aus einer Wasserquelle saugen soll, muss ein Saugschlauch am Sauganschluss angebracht werden. Das Ende des Saugschlauchs wird wiederum ins Wasser gehängt.

Die meisten Gartenpumpen sind Kreiselpumpen oder gehören einer der Untergruppen Impeller- oder Jetpumpen.

Was kostet eine Gartenpumpe?

Einfache Gartenpumpen könnt ihr bereits ab etwa 50 Euro kaufen.

Wie installiere ich eine Gartenpumpe?

Eine Gartenpumpe lässt sich einfach installieren. Die Bewässerungspumpe wird mit einer Wasserquelle und dem Anschluss der Bewässerungsanlage verbunden. Man unterscheidet Gartenpumpen in stromabhängige und stromunabhängige Brunnenpumpen.

Stromabhängige Modelle schließt ihr direkt an das Stromnetz an. Stromunabhängige Modelle werden mit Benzin oder Diesel betrieben. Oder wie die Schwengelpumpe von Hand. Wenn ihr die Pumpe elektrisch betreiben wollt, müsst ihr also noch ein passendes Stromkabel verlegen.

Für wen eignet sich eine Gartenpumpe?

Die Gartenpumpe ist dann die richtige Wahl, wenn der Brunnen nicht tiefer als sieben bis acht Meter ist, und das geförderte Wasser direkt verwertet werden soll. Kleinere Bewässerungssysteme wie Rasensprenger können damit betrieben werden.

Die Pumpe muss manuell an- und wieder abgeschaltet werden. Es gibt allerdings mittlerweile auch smarte Pumpen, die zeitlich programmiert werden können. Dann könnt ihr damit auch automatisierte Bewässerungssysteme betreiben.

Ein Mann mit einer Gartenpumpe im Garten
Mit einer Gartenpumpe lässt sich Wasser bis aus etwa sieben Metern Tiefe fördern. © Gardena

2. Hauswasserwerk

Ein Hauswasserwerk (oder auch Druckerhöhungspumpe) ist ebenfalls eine selbstansaugende Pumpe. Hauswasserwerke nutzt ihr, wenn ihr den Druck in der Leitung erhöhen wollt und wenn ihr einen Zwischenspeicher benötigt.

Wie funktioniert ein Hauswasserwerk?

Ein Hauswasserwerk ist mit einem Druckschalter ausgestattet. Die Pumpe aktiviert sich, sobald der Wasserstand im Gerät auf ein bestimmtes Niveau absinkt. So steht immer die gleiche Menge Wasser zur Verfügung. Deshalb eignet sich ein Hauswasserwerk auch besonders für die automatisierte Bewässerung im Garten.

Eine Sonderform ist der Hauswasserautomat. Er springt immer nur dann an, wenn das Wasser benötigt wird. Daher besitzt er keinen Zwischenspeicher und ist wartungsärmer.

Was kostet ein Hauswasserwerk?

Hauswasserwerke gibt es ab etwa 75 Euro zu kaufen. Modelle mit größerem Zwischenspeicher und besseren Filtern kosten ab etwa 150 Euro aufwärts. Vergleichbare Hauswasserautomaten sind etwas teurer und beginnen ab etwa 200 Euro.

Wie installiere ich ein Hauswasserwerk?

Ein Hauswasserwerk ist größer als eine Gartenpumpe und daher nicht besonders mobil. Am Besten installiert ihr es vor der Witterung geschützt direkt an der Wasserquelle. Auch an eine ständige Stromversorgung müsst ihr dabei denken. Angeschlossen wird es wie die Gartenpumpe mit Ansaug- und Druckrohr.

Für wen eignet sich ein Hauswasserwerk?

Hauswasserwerke sind dann notwendig, wenn größere und komplexere Bewässerungsanlagen verwendet werden, die nicht trockenlaufen dürfen. Durch den Zwischenspeicher liegt immer Wasser im System an. Und durch den höheren Druck können Höhenunterschiede und längere Schläuche ausgeglichen werden. Es ist deshalb für größere Gärten und Hanglagen gut geeignet.

3. Tiefbrunnenpumpe

Eine Tiefbrunnenpumpe braucht ihr, wenn ihr Wasser aus größeren Tiefen als acht Meter fördern müsst. Die Pumpen unterscheiden sich in drei wesentlichen Punkten:

  • Der Förderhöhe,
  • dem Fördervolumen und
  • dem Durchmesser.

Wie funktioniert die Tiefbrunnenpumpe?

Eine Tiefbrunnenpumpe "versenkt" ihr direkt im verrohrten Brunnenschacht. An der Unterseite der Pumpe sitzt ein Ansauggitter, durch das das Wasser direkt in die Pumpe gesaugt wird. Dann befördert die Pumpe das Wasser durch das Pumpengehäuse zum Druckanschluss. Dort schließt ihr einen Ablaufschlauch oder ein Ablaufrohr an. Die Pumpen unterschieden sich hauptsächlich bei der Fördermenge und dem Durchmesser.

Was kostet eine Tiefbrunnenpumpe?

Eine Tiefbrunnenpumpe bekommt ihr ab etwa 150 Euro. Stärkere Modelle mit mehr Förderleistung kosten ab etwa 250 Euro aufwärts.

Wie installiere ich eine Tiefbrunnenpumpe?

Eine Tiefbrunnenpumpe selbst zu installieren, ist nicht einfach. Denn es gilt dabei mehr zu beachten, als nur die Pumpe im Schacht zu versenken. Wichtig ist dabei der Abstand zur Filterstrecke, der Abstand zum Grundwasserspiegel und die Länge der Elektroverkabelung. Anhand dieser Grafik kann man das gut erkennen.

Infografik Installation einer Tiefbrunnenpumpe

Wenn ihr euch nicht hundertprozentig sicher seid, was zu tun ist, solltet ihr für die Installation einer Tiefbrunnenpumpe einen Fachmann beauftragen.

Wann ist eine Tiefbrunnenpumpe die richtige Wahl?

Hier sind wir eigentlich schon im Profibereich angekommen. Eine Tiefbrunnenpumpe ist dann vonnöten, wenn ihr große Fördermengen aus großer Tiefe holen wollt. Ihr braucht sie also, wenn ihr entweder einen sehr großen Garten habt oder die Lage des Grundwassers einen sehr tiefen Brunnen notwendig macht.

4. Tauchpumpe/Tauchdruckpumpe

Die einfachste Form einer Brunnenpumpe ist die Tauchpumpe. Sie ist zudem sehr vielseitig. So könnt ihr mit ihr auch den vollgelaufenen Keller auspumpen oder auch den Gartenteich.

Tauchpumpen gibt es mit und ohne Schwimmer. Ein Schwimmer hat den Vorteil, dass ihr diese Art der Brunnenpumpe auch unbeaufsichtigt laufen lassen könnt. Sinkt das Wasser unter den Schwimmerpegel, hört die Pumpe auf zu arbeiten.

Wie funktioniert die Tauchpumpe?

Eine Tauchpumpe wird direkt ins abzusaugende Wasser gestellt. Ihr könnt sie beispielsweise verwenden, um Wasser aus Regentonnen oder -tanks zu zapfen. An der Unterseite ist ein Ansauggitter. Hier zieht die Pumpe das Wasser direkt hoch. Sie pumpt dann das Wasser durch das Gehäuse zum Druckanschluss. Dort schließt ihr beispielsweise einen Gartenschlauch an.

Was kostet eine Tauchpumpe?

Einfach Tauchpumpen kosten ab etwa 40 Euro. Besser ausgestattete Modelle mit Schwimmer und Filter können ab 100 Euro aufwärts kosten.

Wie installiere ich eine Tauchpumpe?

Im Gegensatz zur Tiefbrunnenpumpe braucht ihr hier kein Profi zu sein. Die Pumpe wird einfach ins Wasser gestellt, an den Strom angeschlossen und angeschaltet. Ihr großer Vorteil ist die Mobilität, da Tauchpumpen sehr handlich sind.

Wann ist die Tauchpumpe die richtige Wahl?

Wenn ihr nur einen kleinen Garten habt, keine Bewässerungsanlage betreibt oder lediglich zugießen wollt, ist eine Regentonne häufig absolut ausreichend. In Kombination mit einer Tauchpumpe ergibt sich so eine kostengünstige Kombination für euren Garten.

Eine Tauchpumpe aus Edelstahl
Eine Tauchpumpe eignet sich vor allem für Wassertonnen und Tanks. © iStock

Fazit: Die richtige Brunnenpumpe für jeden Zweck

Zugegeben, es ist kein einfaches Thema. Brunnenpumpen und Hauswasserwerk sind Spezialisten für besondere Anforderungen. Doch wenn ihr euren Wasserbedarf, den Verwendungszweck und die Geländebeschaffenheit beachtet, findet ihr die richtige Brunnenpumpe.

Gartenpumpen wählt ihr für kleinere Gärten mit kleineren bis mittleren Bewässerungsanlagen, Hauswasserwerke und -automaten für große Gärten und komplexere Bewässerungssysteme und Tiefwasserpumpen für tief anliegendes Grundwasser und große Wassermengen. Die Tauchpumpe braucht, wer sehr kleine Flächen oder eine Terrasse gießen möchte.

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