Formular für die Grundsteuererklärung
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Wohnen | Ratgeber

Grundsteuererklärung erstellen: Frist und Fallstricke

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Bis Oktober 2022 sind Grundstückseigentümer aufgefordert, eine Grundsteuererklärung abzugeben. Die Frist zu verpassen, ist nicht ratsam – das kann teuer werden. Wir verraten typische Fallstricke und wie ihr Stolperfallen umgeht.

Im Zuge der Grundsteuerreform werden Grundstückseigentümer sowie Hauseigentümer und Wohnungseigentümer vom Finanzamt in die Pflicht genommen. Die Reform tritt zwar erst 2025 in Kraft, trotzdem besteht bereits jetzt Handlungsbedarf. Innerhalb einer Frist bis zum 31. Oktober 2022 müsst ihr für jede Immobilie und jedes Grundstück in eurem Eigentum eine Feststellungserklärung zur Grundsteuer abgeben.

Wie berechnet sich die "neue" Grundsteuer? Lest mehr dazu im Ratgeber "Grundsteuer berechnen – so geht's". In einem weiteren Artikel verraten wir euch zudem alles zum Grundsteuer-Hebesatz und wie er sich auf die Grundsteuer auswirkt.

Fallstrick 1: Ihr kommt eurer Erklärungspflicht für die Grundsteuer nicht nach

Ihr habt keine Wahl: Die Grundsteuererklärung abzugeben, ist verpflichtend für folgende Personengruppen:

  • Grundstückseigentümer
  • Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen und Betrieben
  • Eigentümer von Eigentumswohnungen und Häusern
  • Eigentümer des Grundstücks unter Mitwirkung des Gebäudeeigentümers, wenn das Gebäude auf einem fremden Grundstück steht
  • Erbbauberechtigte unter Mitwirkung des Erbbauverpflichteten, wenn für das Grundstück ein Erbbaurecht existiert

Fallstrick 2: Ihr verpasst die Frist für die Grundsteuererklärung

Die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung endet zum 31. Oktober 2022 – egal, ob ihr diese selbst erstellt oder einen Steuerberater beauftragt. Bis dahin seid ihr verpflichtet, die Feststellungserklärung zur Grundsteuer elektronisch an euer zuständiges Finanzamt zu übermitteln.

Viele Gemeinden fordern Hauseigentümer, Wohnungseigentümer und Grundstückseigentümer oder Erbbauberechtigte schriftlich dazu auf. Doch auch wenn ihr bis Juli 2022 keinen Brief erhalten habt, müsst ihr bis Oktober aktiv werden, sofern ihr zu den Steuerpflichtigen gehört.

Was passiert, wenn ich die Grundsteuererklärung nicht fristgerecht erstelle?

Einer der größten Fallstricke bei der Grundsteuererklärung ist die Abgabefrist. Reicht ihr eure Daten verspätet oder gar nicht ein, kann das teuer werden. Finanzämter versenden üblicherweise nicht mehr als eine Mahnung. Danach setzen sie Geldstrafen beziehungsweise Verspätungszuschläge fest. Bis zu 25.000 Euro drohen.

Ebenfalls ärgerlich: Nach erneutem Fristablauf nehmen die Finanzämter Schätzungen vor, die in der Regel nicht zu euren Gunsten ausfallen.

Allerdings, so die gute Nachricht, fordern einige Landespolitiker aktuell eine Fristverlängerung für die Grundsteuererklärung. Ein Grund dafür seien technische Schwierigkeiten mit der Steuer-Plattform Elster.

Fallstrick 3: Ihr habt nicht alle Unterlagen für die Grundsteuer

Nicht alle Bundesländer erheben dieselben Werte. Deshalb solltet ihr euch beim zuständigen Finanzamt informieren, welche Daten für eure Grundsteuererklärung 2022 wichtig sind. Lest dazu auch: Grundsteuer: Was tut sich in den Bundesländern?

Grafik, die zeigt welches Bundesland welches Grundsteuermodell hat
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Wer auf Nummer sicher gehen will, besorgt sich rechtzeitig folgende Daten, die das Bundesmodell vorsieht. Daran orientieren sich die meisten Bundesländer, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen.

  • Grundbuchdaten
  • Steuernummer des Grundstücks
  • Lage des Grundstücks mit Flur und Flurstücksnummer
  • Art des Grundstücks (bebaut, nicht bebaut)
  • Grundstücksfläche
  • Wohn- und Nutzflächen
  • Alter des Gebäudes
  • Art der Nutzung
  • Anzahl und Flächen der (Tief-)Garagen
  • Bodenrichtwert

Wo ihr die entsprechenden Daten herbekommt, könnt ihr der folgenden Tabelle entnehmen. Weitere Infos findet ihr außerdem in diesem Ratgeber: "Grundsteuererklärung: Was Immobilienbesitzer jetzt tun müssen"

  • Welche Daten braucht man?
  • Wo bekommt man die Daten her?
  • Eigentumsverhältnisse
  • Grundbuchamt, Katasteramt, bisheriger Einheitswertbescheid
  • Steuernummer des Grundstücks
  • bisheriger Einheitswertbescheid
  • Lage des Grundstücks mit Flur und Flurstücksnummer
  • bisheriger Einheitswertbescheid
  • Grundstücksfläche
  • Grundbuchamt, Katasteramt, Kaufvertrag
  • Wohn- und Nutzflächen
  • Kaufvertrag, Bauplan, selbst berechnen
  • Nutzungsart und Art des Grundstücks
  • Eigentümer
  • Alter des Gebäudes
  • Katasteramt, Hausunterlagen
  • Wohnlage
  • wird vom Finanzamt ermittelt
  • Flächen Garagen und Stellplätze
  • selbst berechnen
  • Bodenrichtwert
  • Verkehrswert ermitteln

Abgefragte Daten für die Grundsteuererklärung nach dem Bundesmodell

Leitfäden für die übrigen Bundesländer, die sich nicht ans Bundesmodell halten, könnt ihr hier einsehen:

Fallstrick 4: Ihr macht falsche Angaben zur Grundsteuer

Einer der vielfach unterschätzen Fallstricke bei der Grundsteuererklärung ist das Thema Kernsanierung. Das Finanzamt will wissen, ob und in welchem Jahr diese stattgefunden hat. Denn die Grundsteuer fällt bei kernsanierten Häusern höher aus.

Wichtig für euch: Nicht alle Sanierungsmaßnahmen kommen einer Kernsanierung gleich. Der Gesetzgeber versteht darunter tiefgreifende Maßnahmen, welche die Bausubstanz eines bestehenden Gebäudes vollständig wiederherstellen und das Objekt in einen neuwertigen Zustand versetzen.

Dazu müssen üblicherweise Dach, Fassade, Fenster und Türen, Innenausbau, Fußböden, Heizungsanlage sowie Sanitär- und Elektroinstallationen erneuert worden sein. Prüft also genau, ob es sich tatsächlich um eine Kernsanierung handelt.

Wer unsicher ist, kann sich von einem Bauexperten beraten lassen.

Fallstrick 5: Die Wohnfläche in der Grundsteuererklärung ist nicht korrekt

Fallstricke bei der Grundsteuererklärung könnt ihr am besten umgehen, indem ihr genau seid. Überprüft vor der Abgabe noch einmal, ob die Flächenberechnung aus euren Bauunterlagen wirklich korrekt ist. Bedenkt dabei, dass ihr Keller oder Heizungs- und Hauswirtschaftsräume sowie Spitzböden und andere nicht nutzbare Flächen nicht einberechnen müsst.

Lest hier, wie ihr die Wohnfläche genau ermittelt: Wohnflächenberechnung: Quadratmeter von Wohnung richtig berechnen

Fallstrick 6: Der Bodenrichtwert ist veraltet

Auch am Bodenrichtwert bemisst sich die Grundsteuer. Die Daten bekommt ihr über die Internetseiten der jeweiligen Landesverwaltungen, die alle mit dem Bodenrichtwertinformationssystem (Boris) arbeiten. Bedenkt hierbei, dass für ein Grundstück verschiedene Bodenrichtwerte gelten können, wenn einzelne Teile in verschiedenen Zonen liegen.

Außerdem wichtig: Der Stichtag für den Bodenrichtwert in der Grundsteuererklärung ist der 1. Januar 2022. Achtet also darauf, dass ihr einen korrekten Wert angebt.

FAQs Grundsteuererklärung erstellen

Gut informiert sind Fallstricke bei der Grundsteuererklärung für euch kein Thema. Wir beantworten hier einige der meist gestellten Fragen und Antworten:

Wie und wo muss ich die Grundsteuererklärung erstellen?

Die Grundsteuererklärung müsst ihr grundsätzlich online erstellen und elektronisch ans Finanzamt übermitteln. Dafür benötigt ihr einen ELSTER-Zugang. Die Abkürzung steht für "Elektronische Steuererklärung" und erleichtert Steuerpflichtigen die Übermittlung ihrer Daten ans Finanzamt. Um das Online-Portal nutzen zu können, müsst ihr euch zunächst kostenlos über www.elster.de registrieren. Wenn ihr bereits ein Benutzerkonto habt, könnt ihr die Grundsteuererklärung direkt darüber erstellen.

Seid ihr noch nicht angemeldet, kümmert euch rechtzeitig um ein ELSTER-Benutzerkonto. Denn das Passwort dafür erhaltet ihr auf dem Postweg und das kann im Extremfall ein paar Wochen dauern.

Wohnglück bietet in Kooperation mit Vermieterwelt.de einen Service, der euch dabei hilft, eure Grundsteuererklärung zu erstellen.

Kann ich die Grundsteuererklärung auch in Papierform abgeben?

Grundsätzlich soll die Grundsteuererklärung ausschließlich online erstellt und übermittelt werden. Es gibt aber Ausnahmefälle: Wer weder einen Computer noch einen Internetzugang hat, kann beim Finanzamt einen Härteantrag auf Verzicht der digitalen Übermittlung stellen. Wird dieser bewilligt, könnt ihr die Grundsteuererklärung auch in Papierform einreichen.

Eine praktische Alternative: Wer kein eigenes ELSTER-Konto hat, kann die meldepflichtigen Daten auch über den Zugang eines Angehörigen ans Finanzamt übermitteln lassen.

Wie oft muss ich die Feststellung der Grundsteuerwerte erstellen?

Die Grundsteuer ist jährlich fällig. Im Zuge der aktuellen Grundsteuerreform wird sie neu bewertet. Deshalb müsst ihr in diesem Jahr bis zum 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben. Eine solche Hauptfeststellung soll alle sieben Jahre erfolgen, wobei sich der administrative Aufwand künftig deutlich verringern sollte.

Kann ich Fehler in der Grundsteuererklärung korrigieren?

Ihr könnt eine bereits übermittelte Grundsteuererkälrung korrigieren, indem ihr sie innerhalb der Frist erneut sendet. Das Steuer-Portal Elster stellt hierfür entsprechende Funktionen bereit.

Wenn ihr feststellt, dass im Feststellungsbescheid über den Grundsteuerwert falsche Angaben sind, könnt ihr nachträglich Einspruch erheben und die Fehler ebenfalls korrigieren lassen.

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