Wohnen | Ratgeber

Wohnflächenberechnung Terrasse – wie viel zählt zur Wohnfläche?

Portrait von Antonia Eigel
Antonia Eigel


Zählt die Terrasse zur Wohnfläche? Bei der Wohnflächenberechnung kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern, da im Mietvertrag teilweise zu hohe Quadratmeterzahlen stehen. So messt ihr korrekt nach.

  1. Zählt die Terrasse zur Wohnfläche?
  2. Wie viel Terrasse gilt als Wohnfläche?
  3. Was tun, wenn die Wohnfläche falsch berechnet wurde?
  4. Wird die Terrasse für die Grundsteuer zur Wohnfläche gerechnet? 

Die Quadratmeterzahl in eurem Mietvertrag erscheint euch viel zu hoch? Selbst nach mehrfachem Nachmessen kommt ihr nicht auf den Wert, der im Mietvertrag steht? Vielleicht habt ihr vergessen, die Terrasse als Wohnfläche zu berechnen.

Zählt die Terrasse zur Wohnfläche?

Tatsächlich darf der Vermieter sowohl die Terrasse als auch den Balkon anteilig zur Wohnfläche dazurechnen. Zu wieviel Prozent die Terrasse zur Wohnfläche zählt, das ist in Deutschland jedoch nicht einheitlich gesetzlich festgelegt. Üblich ist heute, gemäß Wohnflächenverordnung, dass Terrassen zu 25 Prozent zur Wohnfläche gerechnet werden. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Gerade deshalb kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Auf welche Berechnungsgrundlagen ihr euch stützen könnt, wenn ihr selber einmal nachmessen wollt, zeigen wir euch im nächsten Abschnitt.

Alle Infos zum Thema Balkon als Wohnfläche haben wir hier zusammengefasst. 

Wie viel Terrasse gilt als Wohnfläche?

Normalerweise gelten zur Wohnflächenberechnung die Regeln des Sozialen Wohnungsbaus, also entweder nach:

Diese Verordnungen berücksichtigen auch die Flächen von Terrassen und Balkonen. Je nachdem welche Verordnung zur Wohnflächenberechnung zum Tragen kommt, wird die Terrassenfläche mit 25 oder sogar mit bis zu 50 Prozent der Gesamtwohnfläche zugerechnet. Die gleichen Regelungen gelten für Dachterrassen und überdachte Terrassen. 

Es gibt aber auch Ausnahmen bei der Wohnflächenberechnung: Haben Mieter und Vermieter ausdrücklich eine andere Vereinbarung als die oben genannten getroffen oder ist vor Ort eine andere Berechnung üblich, kann eine Abweichung denkbar sein. So lässt sich die Wohnfläche auch berechnen nach:

Die Terrasse zählt dann entweder komplett oder gar nicht zur Wohnfläche. 

Infografik Wohnflächenberechnung Terrasse

Wann zählt die Terrasse zu 50 Prozent zur Wohnfläche?

Bei älteren Mietverträgen, die bis zum 31. Dezember 2003 geschlossen wurden, gilt nach wie vor die II. BV, wonach Terrassen- und Balkonflächen mit bis zu 50 Prozent zur Wohnfläche gerechnet werden dürfen. Voraussetzung ist, dass seitdem keine baulichen Veränderungen stattgefunden haben.

Wann zählt die Terrasse zu 25 Prozent zur Wohnfläche?

Seit dem 1. Januar 2004 gilt die WoFlV. Terrassen- und Balkonflächen dürfen seitdem nur noch zu 25 Prozent angerechnet werden. In Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel die Qualität der Fläche besonders hoch ist, können es auch 50 Prozent sein.

Wann gilt die Terrasse zu 100 Prozent als Wohnfläche?

Erfolgt die Wohnflächenberechnung nach DIN 277, zählt die Terrasse zu 100 Prozent zur Wohnfläche dazu. Davon profitieren besonders die Vermieter.

Wann gehört eine Terrasse nicht zur Wohnfläche?

Günstig für Mieter ist die Wohnflächenberechnung nach DIN 283. Hier zählen Terrassen gar nicht oder nur zu maximal zehn Prozent zur Wohnfläche dazu. Diese Norm ist inzwischen aber überholt und wird folglich nicht mehr angewendet.

Ob auch der Keller zur Wohnfläche zählt, könnt ihr hier nachlesen: Wohnflächenbe­rechnung Keller – wie viel gehört zur Wohnfläche?

Was tun, wenn die Wohnfläche falsch berechnet wurde?

Die Terrasse wurde falsch zur Wohnfläche dazu gerechnet? Habt ihr festgestellt, dass die tatsächliche Wohnfläche deutlich kleiner ist als im Mietvertrag angegeben, könnt ihr gegebenenfalls die Miete mindern. 

Laut Deutschem Mieterbund ist das ab einer Flächenabweichung von mehr als zehn Prozent möglich. Zusätzlich könnt ihr zu viel Gezahltes aus der Vergangenheit sogar zurückfordern.

Dazu gab es bereits einige Gerichtsurteile. Im Regelfall entscheiden Gerichte bei Mietwohnungen auf Grundlage der WoFlV. Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr im Artikel: Wohnflächenbe­rechnung: Wie groß ist meine Wohnung?

Ihr interessiert euch neben der Wohnfläche für die Grundfläche? Lest hier alles zum Thema Grundflächenzahl.

Wird die Terrasse für die Grundsteuer zur Wohnfläche gerechnet? 

Die Höhe der Grundsteuer ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der Grundstücksfläche und der Wohnfläche. Die Wohnflächenberechnung für die Grundsteuer erfolgt nach der Wohnflächenordnung. Terrassen müsst ihr daher, je nach Ausstattungsgrad, mit 25 bis 50 Prozent auf die Wohnfläche anrechnen. Gleiches gilt für Balkonflächen, Loggien, Dachgärten oder -terrassen.

Keller- und Zubehörräume wie Abstellräume, Waschküchen, Bodenräume, Trockenräume, Heizungsräume oder Garagen werden bei der Berechnung der Grundsteuer nicht berücksichtigt.

Grundsteuer einfach erklärt: In diesem Ratgeber beantworten wir die häufigsten Fragen zur Grundsteuererklärung für Eigentümer. 

Das wird dich auch interessieren