Die Grundflächenzahl eine Grundstücks entscheidet, wie groß ihr euer Haus planen könnt.
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Grundflächenzahl: Wie ihr sie berechnet und was sie bedeutet

Sandra Hermes

Level: Für Einsteiger

Die Grundflächenzahl (GRZ) gibt an, wie viel Prozent eines Grundstücks von Haus, Garage und Terrasse eingenommen werden dürfen und wie viel frei bleiben muss. Wohnglück beantwortet die wichtigsten Fragen zur GRZ.

Was ist die Grundflächenzahl (GRZ)?

Die Grundflächenzahl (GRZ) eines Grundstücks ist in der Regel im geltenden Bebauungsplan ausgewiesen. Die GRZ sagt euch, welchen Anteil das Haus auf eurem Grundstück haben darf, denn dass die gesamte Grundfläche bebaut werden darf, ist eher selten. Schließlich müssen Abstände zum Nachbarn eingehalten werden und ein Platz für den Garten ist meistens auch vorgesehen.

Wie wird die GRZ berechnet?

Die Grundflächenzahl wird als Dezimalzahl angegeben. 0,2 bedeutet, dass ihr 20 Prozent eures Grundstücks bebauen dürft. Eine 1,0 stünde für eine komplette Überbauung.
Steht in einem Bebauungsplan eine GRZ von 0,2 für ein 600 Quadratmeter großes Grundstück, müsst ihr die Grundstücksgröße mit der GRZ multiplizieren, um zu erfahren, wie groß euer Haus werden darf.

Formel: Grundstücksgröße x Grundflächenzahl= zulässige Grundfläche

600 x 0,2 = 120 Quadratmeter

In unserem Beispiel könnt ihr also 120 Quadratmeter eures Grundstücks überbauen. Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass die gesamte Fläche nur 120 Quadratmeter haben darf. Denn wenn laut Bebauungsplan mehrere Geschosse erlaubt sind, kann die Gesamtwohnfläche natürlich höher liegen.

Was gehört alles zur Grundfläche?

Um die zulässige bebaubare Fläche eures Traumhauses ungefähr zu berechnen, braucht ihr also nur die genaue Grundstücksgröße und die festgesetzte GRZ.

Die exakte Rechnung ist allerdings komplizierter. Diese wird euer Architekt oder Bauträger für euch übernehmen. Denn zur bebaubaren Grundfläche gehört nicht nur das Haus samt Außenmauern, Terrassen, Balkonen und Kellerabgängen (auch GRZ I genannt), sondern auch die Grundflächen von Stellplätzen und ihren Zufahrten, Garagen, Wegen, Gartenhäusern, Öltanks, Nebenanlagen und von baulichen Anlagen unter der Erde (auch GRZ II).

Oft dürfen Bauherrn die zulässige Grundfläche zugunsten solcher Nebenflächen auf Antrag um 50 Prozent überschreiten. Die GRZ darf dabei nicht über 0,8 liegen. Da es hier in den unterschiedlichen Bundesländern und auch in den geltenden Bebauungsplänen starke Unterschiede gibt, ist es unbedingt ratsam, sich bei eurem zuständigen Bauamt nach den lokalen Gegebenheiten zu erkundigen.

Wofür ist die GRZ von Bedeutung?

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die GRZ vor allem für Verkäufer und Käufer von Grundstücken und gebrauchten Immobilien von Bedeutung. Je höher die Grundflächenzahl, desto wertvoller ist das Grundstück. Als Verkäufer könnt ihr so einen höheren Preis erzielen und als Käufer habt ihr die Möglichkeit, mehr Wohnraum pro Quadratmeter Grundstück zu schaffen. Die Grundflächenzahl ist daher eine der wichtigsten Kennzahlen zur Einschätzung der baulichen Nutzung eines Grundstücks.

Aber auch für Käufer einer gebrauchten Immobilie ist die GRZ von Bedeutung. Nämlich dann, wenn ihr Anbauten, Garagen oder andere Außenanlagen plant. Je nachdem, wie viel Prozent der zulässigen Grundfläche bereits durch den Bestand genutzt sind, ist eine bauliche Erweiterung zulässig oder eben nicht.

Die GRZ hat aber auch eine städtebauliche und ökologische Bedeutung und ist damit ein Instrument der Stadtplanung. Denn letztlich sorgt sie dafür, dass ein Wohngebiet oder ein Stadtteil nicht zubetoniert wird und genug Freiflächen übrig bleiben. Sie sind nicht nur wichtig für genug Grünbestand im Sinne des Arten- und Naturschutzes, sondern auch für die Versickerung von Regenwasser. Und letztlich profitiert auch das Stadtbild von grünen Vorgärten und Licht und Luft zwischen Wohngebäuden. Nimmt man alle Grundflächenzahlen zusammen, bekommt man ein Eindruck von der Bebauungsdichte einer Gemeinde. Eine GRZ von 0,2 ist dabei ein typischer Wert für ein grünes Wohnviertel.

Andere Kennzahlen für die mögliche Bebauung: Die Geschossflächenzahl (GFZ)

Neben der Frage, wie viel Fläche ihr bebauen dürft, ist für die Nutzung eures Grundstücks auch ausschlaggebend, wie hoch ihr bauen könnt. Neben der GRZ definiert daher auch die Geschossflächenzahl (GFZ), wie viel Wohnraum maximal entstehen kann. Die GFZ gibt die Höhe eines Gebäudes an und verrät, wie viel Quadratmeter Geschossfläche ihr pro Quadratmeter Grundstücksfläche bauen dürft.

Auch diese Kennzahl findet ihr im Bebauungsplan. Es kommt aber auch vor, dass die maximale Zahl der Vollgeschosse bereits als Ziffer im Bebauungsplan steht. Ansonsten gilt die Formel:

Grundstücksgröße x Geschossflächenzahl = zulässige Gesamt-Geschossfläche

Städtebaulich betrachtet, verhindert man durch die Festsetzung niedriger Geschossflächenzahlen, zu viele hohe Häuser, die den Nachbarn Licht und damit ein Stück Lebensqualität wegnehmen.

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