Immobilien in Hessen
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Grundsteuererklärung Hessen 2022: Das müsst ihr wissen

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Ab 2025 gilt bundesweit eine neue Grundsteuer. Was das für Eigentümer von Immobilien und Grundstücken konkret in Hessen bedeutet und was ihr beachten müsst, wenn ihr eure Grundsteuererklärung in Hessen in 2022 einreicht.

Im Zuge der Grundsteuerreform müssen alle Immobilien- und Grundstücksbesitzer bundesweit bis zum 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben. Für die Festsetzung der neuen Grundsteuer kann jedes Bundesland sein eigenes Modell anwenden. Hessen hat sich für das Flächen-Faktor-Verfahren entschieden. Erfahrt in diesem Artikel alles zur Grundsteuererklärung Hessen 2022.

Wissenswertes zur Grundsteuererklärung findet ihr hier: Grundsteuererklärung: Was Immobilienbesitzer jetzt tun müssen

Grundsteuerreform: Wie macht das Hessen?

Bislang wurde die Grundsteuer anhand von Einheitswerten ermittelt. Dieses Vorgehen hat das Bundesverfassungsgericht 2018 als verfassungswidrig eingestuft und eine Reform gefordert. Mit Erfolg: Ab 2025 gilt die "neue" Grundsteuer.

Die hessische Landesregierung hat sich gegen das Bundesmodell und für ein Flächen-Faktor-Verfahren entschieden. Basis für die Berechnung sind die Grundstücks- und Gebäudeflächen sowie die Lage. Der Bodenrichtwert spielt also eine Rolle, hat aber weniger starken Einfluss als beim Bundesmodell.

In Hessen fließt in die Berechnung auch der durchschnittliche Bodenrichtwert der jeweiligen Gemeinde mit ein. Dadurch führt ein doppelter Bodenwert nicht zwangsläufig zu einer Verdopplung des Steuermessbetrags. In Hessen zahlt ihr also im Schnitt weniger Grundsteuer als in Schleswig-Holstein, Berlin oder Brandenburg.

Wie die übrigen Bundesländer vorgehen, lest ihr hier: Grundsteuer: Was tut sich in den Bundesländern?

Wie wird die Grundsteuer in Hessen künftig berechnet?

Das neue Flächen-Faktor-Modell gilt für Grundstücke des Grundvermögens (Grundsteuer B). Dazu zählen in erster Linie private oder gewerbliche Baugrundstücke sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Für die Berechnung der Grundsteuer B werden in Hessen künftig fünf Faktoren herangezogen:

  • Fläche des Grundstücks
  • Fläche des Gebäudes (Wohn- und Nutzfläche)
  • Bodenrichtwert des Grundstücks
  • Durchschnittlicher Bodenrichtwert der Gemeinde

Im Folgenden schlüsseln wir die Berechnung der Grundsteuer in Hessen einmal für euch auf:

Fläche

Die Gebäude- und Grundstücksflächen werden in Hessen mit einer wertunabhängigen Flächenzahl multipliziert. Für Grundstücke gelten 0,04 Euro pro Quadratmeter und für Gebäude 0,50 Euro pro Quadratmeter. Diese Flächenbeträge wiederum multipliziert man mit der Grundsteuermesszahl, die grundsätzlich 100 Prozent beträgt. Eine Ausnahme bilden Wohnflächen: Hierfür liegt die Steuermesszahl bei 70 Prozent. Das Ergebnis ist der Ausgangsbetrag.

Ausgangsbetrag = (Fläche x Flächenzahl) x Steuermesszahl

Faktor

Für die Ermittlung des "hessischen Faktors" wird der Bodenrichtwert des Grundstücks durch den durchschnittlichen Bodenrichtwert der Gemeinde geteilt und das Ergebnis hoch 0,3 gerechnet:

Faktor = (Bodenrichtwert des Grundstücks / durchschnittlicher Bodenwert der Gemeinde)0,3

Grundsteuer

Zuletzt entscheidet der Hebesatz der Gemeinde mit über die Höhe der Grundsteuer. Die Hebesätze legen die Kommunen in Hessen selbst fest. Sie können zwischen 0 und 1.050 Prozent betragen. Der bundesweite Durchschnittswert liegt bei 380 Prozent. Die Grundsteuer errechnet sich aus dem Grundsteuermessbetrag (Ausgangsbetrag x Faktor) und dem Hebesatz:

Grundsteuer = (Ausgangsbetrag x Faktor) x Hebesatz der Gemeinde

Beispielrechnung: Grundsteuer in Hessen

Für unser Rechenbeispiel gehen wir von einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von
120 Quadratmetern und einer Grundstücksfläche von 500 Quadratmetern aus. Wir unterstellen einen Bodenrichtwert von 730 Euro pro Quadratmeter und einen durchschnittlichen Bodenrichtwert der Gemeinde von 756 Euro pro Quadratmeter. Der Faktor beträgt in diesem Fall 0,98. Der Gemeinde-Hebesatz liegt beispielhaft bei 400 Prozent.

  • Rechenschritt
  • Grund und Boden
  • Wohngebäude
  • Fläche
  • 500 Quadratmeter
  • 120 Quadratmeter
  • x Flächenzahl
  • 0,04 Euro pro Quadratmeter
  • 0,50 Euro pro Quadratmeter
  • = Flächenbetrag
  • 20 Euro
  • 60 Euro
  • x Grundsteuermesszahl
  • 100 Prozent
  • 70 Prozent
  • = Ausgangsbetrag
  • 20 Euro
  • 42 Euro
  • x Faktor
  • 0,98
  • 0,98
  • = Grundsteuermessbetrag
  • 19 Euro
  • 41 Euro
  • x Hebesatz
  • 400 Prozent
  • 400 Prozent
  • = zu zahlende Grundsteuer
  • = 76 Euro
  • 164 Euro

Beispielrechnung Grundsteuer Hessen

Es ergibt sich in unserem Rechenbeispiel eine zu zahlende Grundsteuer von insgesamt 240 Euro pro Jahr.

Welche Fristen gelten für die Grundsteuererklärung Hessen 2022?

Die neue Grundsteuer gilt in Hessen ab 2025. Die Festsetzung erfolgt aber schon ab 2022. Deshalb sind alle Eigentümer von Grund und Boden sowie von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben verpflichtet, eine Grundsteuererklärung einzureichen. Die Dokumente müssen zwischen dem

  1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 beim zuständigen Finanzamt eingehen.

Wie kann ich die Grundsteuererklärung 2022 in Hessen abgeben?

Die Grundsteuererklärung müsst ihr grundsätzlich digital beim zuständigen Finanzamt einreichen. Dafür könnt ihr das Online-Portal ELSTER nutzen. Nur im Ausnahmefall ist eine Abgabe in Papierform möglich. Wenn ihr Unterstützung braucht oder das Ganze bequemer angehen wollt, dann bietet euch Wohnglück in Zusammenarbeit mit Vermieterwelt.de einen Service für die Erstellung der Grundsteuererklärung.

Mehr Wissenswertes erfahrt ihr in diesem Ratgeber: Grundsteuererklärung erstellen: Alles, was ihr wissen müsst

Welche Angaben muss ich in der Grundsteuererklärung Hessen 2022 machen?

Grundsätzlich müsst ihr in Hessen für die Grundsteuererklärung nur wenige Angaben machen. Die meisten dieser Daten findet ihr auf bisherigen Bescheiden vom Finanzamt, im Grundbuchauszug, im Kaufvertrag oder im Kataster Hessen.

  • Allgemeine Angaben zum Grundstück und zu den Eigentumsverhältnissen: Eigentümer, Steuernummer, Grundbuchblatt, Lage, Gemarkung, Flur- und Flurstücksnummer
  • Grundstücksfläche
  • Wohnfläche beziehungsweise Nutzfläche
  • Nutzungsart (bewohnt, betrieblich oder gewerblich genutzt)

Den Bodenrichtwert müsst ihr nicht angeben. Dieser Wert liegt den hessischen Finanzämtern vor und wird automatisch berücksichtigt.

Tipp: Lest in diesem Ratgeber, wie ihr die Wohn- und Nutzfläche richtig berechnet, um nicht unnötig draufzuzahlen. Es gibt nämlich ein paar Tricks.

Ihr habt weitere Immobilien oder Grundstücke in anderen Bundesländern? Nutzt auch unsere übrigen Leitfäden:

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