Immobilien in Hamburg
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Wohnen | Ratgeber

Grundsteuererklärung Hamburg 2022: Das müsst ihr wissen

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Ab 2025 ist bundesweit eine neue Grundsteuer fällig. In Hamburg gilt das sogenannte Wohnlagenmodell. Was das für Immobilien- und Grundstückseigentümer bedeutet und was ihr beachten müsst, wenn ihr eure Grundsteuererklärung in Hamburg in 2022 einreicht.

Die Grundsteuer wurde reformiert. Im Zuge dessen müssen alle Immobilien- und Grundstückseigentümer bundesweit bis zum 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben. Die Berechnung der neuen Grundsteuer ist Ländersache. Jedes Bundesland kann sein eigenes Modell anwenden. Erfahrt in diesem Artikel alles zur Grundsteuererklärung in Hamburg.

Alle allgemeinen Infos zur Grundsteuererklärung findet ihr vorab hier: Grundsteuererklärung: Was Immobilienbesitzer jetzt tun müssen

Grundsteuerreform: Wie macht das Hamburg?

Ab 2025 gilt eine "neue" Grundsteuer. Die Festsetzung erfolgt mithilfe der Grundsteuererklärung, die Finanzämter in ganz Deutschland bis Ende Oktober 2022 einfordern. Viele Bundesländer folgen bei der Berechnung der Grundsteuer dem Bundesmodell. Einige haben sich hingegen für ihr eigenes Verfahren entschieden, so auch Hamburg: Die hiesige Landesregierung setzt das sogenannte Wohnlagenmodell um.

Es ähnelt dem bayerischen Flächenmodell. So bilden Grundstücks- und Gebäudeflächen sowie wertunabhängige Äquivalenzzahlen die Berechnungsgrundlage. Zusätzlich spielt in Hamburg die Lage eine Rolle. Für Immobilien in "normaler" Wohngegend gibt es eine Ermäßigung. Das heißt, ihr zahlt weniger Grundsteuer als für ein gleichwertiges Objekt in "guter" Lage. Basis für die Lageeinstufung ist das Hamburger Wohnlagenverzeichnis.

Wie wird die Grundsteuer in Hamburg künftig berechnet?

Das neue Wohnlagenmodell gilt für Grundstücke des Grundvermögens (Grundsteuer B). Dazu zählt Grundbesitz, der nicht zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen (Grundsteuer A) gehört. Also beispielsweise private oder gewerbliche Baugrundstücke sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Für die Berechnung der Grundsteuer B werden in Hamburg künftig vier Faktoren herangezogen:

  • Fläche des Grundstücks
  • Fläche des Gebäudes
  • Nutzung der Immobilie
  • Lage des Objekts

Anders als beim Bundesmodell werden in Hamburg wertunabhängige Äquivalenzzahlen in die Berechnung einbezogen. Sie betragen für Grundstücke 0,04 Euro pro Quadratmeter und für Gebäude 0,50 Euro pro Quadratmeter. Diese Werte werden mit der Grundsteuermesszahl multipliziert. Sie beträgt grundsätzlich 100 Prozent. In bestimmten Fällen gibt es allerdings Ermäßigungen, so dass sich je nach Flächennutzung, Wohnlage und Immobilienart folgende Faktoren ergeben:

  • Wohnen grundsätzlich: 70%
  • Wohnen in normaler Wohnlage: 52,5%
  • Wohnen im Denkmal: 52,5%
  • Wohnen in Sozialwohnungen: 52,5%
  • Wohnen in normaler Wohnlage und Denkmal: ca. 39,4%
  • Wohnen in normaler Wohnlage und Sozialwohnung: ca. 39,4%
  • Wohnen in Sozialwohnung und Denkmal: ca. 39,4%
  • Wohnen normale Wohnlage und Sozialwohnung und Denkmal: ca. 29,5%

Zuletzt entscheidet der Grundsteuer-Hebesatz mit über die Höhe der Grundsteuer. Die Hebesätze legt jede Kommune in Hamburg selbst fest. Bundesweit liegt der Durchschnittswert bei
380 Prozent.

Beispielrechnung: Grundsteuer in Hamburg

Für unser Beispiel gehen wir von einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von
120 Quadratmetern und einer Grundstücksfläche von 500 Quadratmetern aus. Zum Vergleich einmal in normaler und einmal in guter Wohnlage. Als Hebesatz der Gemeinde werden 400 Prozent unterstellt.

  • Rechenschritt
  • Grund und Boden
  • Wohngebäude in guter Wohnlage
  • Wohngebäude in normaler Wohnlage
  • Fläche
  • 500 Quadratmeter
  • 120 Quadratmeter
  • 120 Quadratmeter
  • x Äquivalenzzahl
  • 0,04 Euro pro Quadratmeter
  • 0,50 Euro pro Quadratmeter
  • 0,50 Euro pro Quadratmeter
  • = Äquivalenzbetrag
  • 20 Euro
  • 60 Euro
  • 60 Euro
  • x Grundsteuermesszahl
  • 100 Prozent
  • 70 Prozent
  • 52,5 Prozent
  • = Grundsteuermessbetrag
  • 20 Euro
  • 42 Euro
  • 31 Euro
  • x Hebesatz
  • 400 Prozent
  • 400 Prozent
  • 400 Prozent
  • = zu zahlende Grundsteuer
  • 80 Euro
  • 168 Euro
  • 126 Euro

Beispielrechnung Grundsteuer Hamburg

Der Grundsteuermessbetrag liegt in diesem Beispiel bei insgesamt 62 Euro für das Objekt in guter Wohnlage. Steht das Haus in normaler Lage, gilt eine Ermäßigung und es sind nur 51 Euro. Bei einem gemeindlichen Hebesatz von 400 Prozent ergibt sich eine zu zahlende Grundsteuer von insgesamt 248 Euro pro Jahr (gute Wohnlage) beziehungsweise 206 Euro (normale Wohnlage).

Welche Fristen gelten für die Grundsteuererklärung Hamburg 2022?

Die neue Grundsteuer gilt in Hamburg ab 2025. Die Festsetzung erfolgt aber schon in diesem Jahr. Deshalb sind alle Eigentümer von Grund und Boden dazu verpflichtet, eine Grundsteuererklärung einzureichen. Die Unterlagen müssen zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 beim zuständigen Finanzamt eingehen.

Wie kann man die Grundsteuererklärung 2022 in Hamburg abgeben?

Bundesweit ist es vorgesehen, dass ihr die Grundsteuererklärung digital über das Online-Portal ELSTER ans Finanzamt übermittelt. Nur in Ausnahmefällen ist eine Abgabe in Papierform möglich. Erfahrt mehr dazu in diesem Ratgeber: Grundsteuererkärung erstellen: Alles, was ihr wissen müsst

Und wenn ihr Hilfe benötigt oder das Ganze bequemer angehen wollt, dann bietet euch Wohnglück in Zusammenarbeit mit Vermieterwelt.de einen Service für die Erstellung der Grundsteuererklärung.

Welche Angaben muss man in der Grundsteuererklärung Hamburg 2022 machen?

In Hamburg müsst ihr für die Grundsteuererklärung nur wenige Angaben machen. Die meisten davon findet ihr auf bisherigen Bescheiden vom Finanzamt, im Grundbuchauszug, im Kaufvertrag, in den Bauunterlagen und im Kataster Hamburg.

  • Name und Anschrift des Eigentümers
  • Steuernummer
  • Anschrift des Objekts oder Gemarkung und Flurstück
  • Grundstücksfläche
  • Wohnfläche beziehungsweise Nutzfläche
  • Art der Immobilie und Nutzung (zum Beispiel gewerblich, privat, sozialer Wohnungsbau, Denkmalschutz)

Zur Wohnlage müsst ihr keine Angaben machen. Das Finanzamt ordnet eure Immobilie automatisch zu.

Ihr habt ein weiteres Objekt oder Grundstück in einem anderen Bundesland? Hier findet ihr alle Leitfäden:

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