Formular für die Grundsteuererklärung
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Grundsteuererklärung Berlin 2022: Das müsst ihr beachten

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Die Grundsteuerreform tritt 2025 in Kraft. Für Berlin gilt das Bundesmodell. Was das für Grundstücksbesitzer schon in diesem Jahr bedeutet und was ihr beachten müsst, wenn ihr eure Grundsteuererklärung in Berlin einreicht.

Die Grundsteuer wurde reformiert. Im Zuge dessen müssen alle Grundstückseigentümer bundesweit bis zum 31. Oktober 2022 eine Grundsteuererklärung abgeben. Jedes Bundesland kann die neue Grundsteuer nach seinem eigenen Modell berechnen. Ansonsten gilt das Bundesmodell. Erfahrt in diesem Artikel alles zur Grundsteuererklärung in Berlin in 2022.

Lest auch: Grundsteuer: Was tut sich in den Bundesländern?

Grundsteuerreform: Wie macht das Berlin?

Bislang wurden für die Berechnung der Grundsteuer Einheitswerte herangezogen. Weil dieses Verfahren inzwischen als veraltet gilt, hat das Bundesverfassungsgericht 2018 eine Reform gefordert. Ab 2025 gilt deshalb die "neue" Grundsteuer. Die Landesregierung von Berlin hat sich dafür entschieden, dem wertbasierten Bundesmodell zu folgen. Das Finanzamt ermittelt anhand der aktuellen Miet- und Bodenpreise einen typisierten Verkehrswert.

Die Höhe der Grundsteuer orientiert sich in Berlin somit am Wert der Immobilie oder des Grundstücks. Für ein Haus in einer begehrten Lage muss der Grundsteuerzahler entsprechend mehr zahlen als für ein gleichwertiges Objekt in einer weniger gefragten Gegend. Begünstigt werden unter bestimmten Voraussetzungen Immobilien des sozialen Wohnungsbaus und gemeinnützige Gebäude von Wohnungsbaugesellschaften oder -genossenschaften.

Wie wird die Grundsteuer in Berlin künftig berechnet?

Die Ermittlung der Grundsteuer B (Grundstücke des Grundvermögens) nach dem Bundesmodell erfolgt in drei Schritten. Relevant dafür sind folgende Werte:

  • Grundsteuerwert
  • Steuermesszahl
  • Hebesatz

Entscheidend für den Grundsteuerwert sind der Bodenrichtwert und die statistische Nettokaltmiete. Weitere Faktoren sind die Grundstücksfläche, die Grundstücksart und das Alter des Gebäudes.

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Die Steuermesszahl oder Grundsteuermesszahl richtet sich nach der Grundstücksart. Dieser Wert wird vom Bund vorgegeben und beträgt derzeit zwischen 2,5 und zehn Promille. Sie wird mit der Reform ab 2025 aber kräftig abgesenkt auf 0,31 Promille für Wohngrundstücke und 0,34 Promille für Nichtwohngrundstücke.

Zuletzt entscheidet der Hebesatz der Gemeinde mit über die Höhe der Grundsteuer. Dieser liegt zwischen 0 und 1.050 Prozent.

Beispielrechnung: Grundsteuer in Berlin

Für unser Rechenbeispiel gehen wir von einem Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche von 120 Quadratmetern und einem Bodenrichtwert von 400 Euro aus. Wir unterstellen der Gemeinde einen Hebesatz von 421 Prozent.

  • Faktor
  • Beispielwert
  • Bodenrichtwert
  • 310.100 Euro
  • x Steuermesszahl
  • 0,31 Promille
  • x Hebesatz
  • 421 Prozent
  • = zu zahlende Grundsteuer
  • 404,71 Euro pro Jahr

Beispielrechnung Grundsteuer Bundesmodell

Für den Eigentümer des Einfamilienhauses ergibt sich somit eine jährliche Grundsteuer von gut 400 Euro. Mehr zum Thema: Grundsteuer berechnen – so geht's

Welche Fristen gelten für die Grundsteuererklärung in Berlin in 2022?

Die neue Grundsteuer gilt in Berlin ab 2025. Die Festsetzung erfolgt aber schon ab diesem Jahr. Deshalb müssen alle Eigentümer von Grund und Boden, aber auch von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben eine Grundsteuererklärung einreichen. Die Feststellungserklärung muss zwischen dem 1. Juli 2022 und dem 31. Oktober 2022 beim zuständigen Finanzamt eingehen.

Wie kann man die Grundsteuererklärung in Berlin abgeben?

Die Grundsteuererklärung ist in Berlin grundsätzlich digital beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Nutzt dafür das Online-Portal ELSTER.

Alles Wissenswerte zum Thema findet ihr hier: Grundsteuererklärung erstellen: Alles, was ihr wissen müsst. Und wenn ihr Hilfe benötigt oder das Ganze bequemer angehen wollt, dann bietet Wohnglück in Zusammenarbeit mit Vermieterwelt.de euch einen Service für die Erstellung der Grundsteuererklärung.

Welche Angaben muss man in der Grundsteuererklärung Berlin 2022 machen?

Grundstückseigentümer müssen für ihre Grundsteuererklärung zunächst eine Reihe von allgemeinen Angaben machen. Dazu gehören unter anderem:

  • Eigentumsverhältnisse beziehungsweise Grundbuchblatt
  • Steuernummer des Grundstücks
  • Lage des Grundstücks mit Flur und Flurstücksnummer
  • Art des Grundstücks (bebaut, nicht bebaut)

Diese Daten findet ihr auf bisherigen Bescheiden vom Finanzamt, im Grundbuchauszug, im Kaufvertrag oder im Kataster Berlin.

Weitere grundstücksbezogene Angaben, die mit der Grundsteuererklärung abgefragt werden, sind:

  • Grundstücksfläche
  • Wohn- und Nutzflächen
  • Alter des Gebäudes
  • Wohnlage
  • Art der Nutzung
  • Anzahl und Flächen der Garagen und Tiefgaragen
  • Bodenrichtwert

Erfahrt hier im Detail, welche Daten ihr braucht und wo ihr sie herbekommt: Grundsteuererklärung: Was Immobilienbesitzer jetzt tun müssen

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