Neue Heizung: Moderne Garage mit aufgestelltem Gas-Brennwertkessel
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Modernisieren | Ratgeber

Kosten und Ersparnis von neuer Heizung: Welche lohnt sich?

Andreas Förstel

Andreas Förstel

Eine Heizung modernisieren oder neu einbauen – was kostet das eigentlich? Welche Heizungsarten gibt es, wie funktionieren sie? Wir geben euch einen Überblick zum Stand der Technik, den Kosten und potentiellen Einsparmöglichkeiten durch Fördergelder.

Wenn die Heizung in die Jahre gekommen ist, stellt sich die Frage: Das alte Modell modernisieren? Oder vielleicht eine ganz neue Heizung einbauen lassen? Mancher Hausbesitzer hat sogar keine Wahl, denn für viele Gas- und Ölheizkessel besteht ab einem Alter von 30 Jahren aufgrund des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eine Austausch- beziehungweise Nachrüstpflicht. Welche Alternativen ihr habt, was die einzelnen Heizungsarten kosten und welche Fördermittel es gibt, erfahrt ihr hier.

Wann muss die alte Heizung erneuert werden?

Bereits nach 15 Jahren beginnen die ersten Heizungen zu schwächeln, arbeiten nicht mehr zuverlässig und notwendige Reparaturen häufen sich. Spätestens dann solltet ihr bei eurer alten Heizung eine Generalinspektion durchführen lassen.

Doch auch bei regelmäßiger Wartung und Pflege kann es vorkommen, dass eure alte Heizung nicht mehr die erwünschte Leistung bringt und sich der Brennstoffverbrauch massiv erhöht. Dann hilft meist nur der Austausch der alten Heizung gegen ein moderneres und energieeffizienteres Modell.

Ein weiterer Indikator dafür, dass ein Heizungstausch notwendig ist: Wenn der Schornsteinfeger bei der Abgaswegeprüfung feststellt, dass die Grenzwerte für den Kohlendioxidausstoß überschritten werden.

Für viele Gas- und Ölheizkessel besteht ab einem Alter von 30 Jahren sogar eine Austauschpflicht, das regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Häufig zeichnet sich aber schon Jahre vorher ab, dass die Heizkessel nicht mehr die notwendigen Anforderungen erfüllen.

Unsere Empfehlung: Eine neue Heizung ist immer auch mit hohen Investitionen verbunden, ein geschulter Blick vom Profi ist bei dieser Entscheidung Gold wert. Über unsere Modernisierungsberatung vor Ort vermitteln wir euch einen Experten, der bei solchen Modernisierungsmaßnahmen umfassend beraten kann. Zusätzlich bietet die Verbraucherzentrale seit Anfang 2021 eine neue Beratung in puncto Heizungstausch an.

Warum Heizung sanieren oder erneuern?

Auch wenn mit der Sanierung der alten Heizung oder gar dem kompletten Austausch erst einmal Kosten verbunden sind, ist es durchaus sinnvoll diesen Schritt zu gehen. Manchmal ist er sogar zwingend notwendig. Warum es sich lohnt, in eine neue Heizung zu investieren:

  • Heizkosten senken: Neuere Heizungen haben einen geringeren Brennstoffverbrauch. Bei einer Umstellung von Heiz- auf Brennwerttechnik könnt ihr bis zu 30 Prozent eurer Heizkosten senken.
  • Abgasemissionen verringern: Modernere Heizsysteme punkten auch in Sachen Umweltschutz. Je höher deren Wirkungsgrad, desto mehr Energie können sie aus dem Brennstoff gewinnen und desto weniger klimaschädliche CO2-Abgase werden ausgestoßen.
  • Gesetzliche Pflichten: Hausbesitzer dürfen, so steht es im Gebäudeenergiegesetz, ihre 30 Jahre alte Öl- und Gasheizkessel nicht mehr betreiben, sofern diese noch nicht auf Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik basieren.
  • Betriebssicherheit erhöhen: Je älter die Heizung, desto fehleranfälliger. So können 20 Jahre alte Kessel auch mal anfangen zu rosten, die Betriebssicherheit ist dadurch gefährdet.
  • Teure Reparaturen vermeiden: Je älter die Heizung, desto häufiger sind Instandhaltungsreparaturen fällig, die ordentlich ins Geld gehen können. Rechnet ihr das auf lange Sicht mit den (Betriebs-)Kosten für eine neue Heizung gegen, lohnt sich die Investition in eine moderne Heizungsanalage schon nach kurzer Zeit.
  • Steigerung des Heiz- und Bedienkomforts: Auch die Heizungstechnik hat sich in den vergangenen 20 bis 30 Jahren massiv weiterentwickelt. Smarte Heizungsteuerung per App ist mittlerweile auch bei Pelletöfen möglich. Das ist nicht nur bequem, mit der Steuerung per Smartphone könnt ihr bedarfsgerechter heizen und so sogar Heizkosten sparen.
Infografik zu Heizungen in Deutschland 2020

Ölheizung modernisieren

Im Rahmen des Papiers zur Klimawende beschloss die Bundesregierung, ab 2026 die Neu-Installation von Ölheizungen zu verbieten. Und zwar "in Gebäuden, in denen eine klimafreundlichere Wärmeerzeugung möglich ist". So ist es nun auch im Gebäudeenergiegesetz verankert.

Nun nutzen laut Statistischem Bundesamt noch knapp ein Viertel aller privaten Haushalte Öl als Heizmittel. Und die Besitzer alter Ölheizungen müssen sich entscheiden: Lohnt sich hier für mich noch eine Modernisierung? Viele beantworten das mit "Ja".

Dass viele Eigentümer einer Ölheizung auch bei einer Modernisierung weiter auf den fossilen Brennstoff setzen, hat gute Gründe: Der Tank für das Heizöl ist bereits vorhanden, und die Umrüstung auf ein anderes Heizsystem wäre deutlich teurer. Durch den Einsatz von schwefelarmem Heizöl in Brennwertkesseln ist die Verbrennung zudem wesentlich ­sauberer geworden.

Bis Ende 2025 könnt ihr einen alten Ölkessel noch ganz einfach gegen ein neues Öl-Brennwertgerät austauschen. Und die Modernisierung kann sich weiterhin lohnen, denn in puncto Effizienz brauchen sich moderne Öl-Brennwertkessel ähnlich wie ihre mit Erdgas betriebenen Pendants ohnehin nicht zu verstecken. Sie erreichen einen Jahres­nutzungsgrad von bis zu 95 Prozent und verbrauchen zwischen zehn und 30 Prozent weniger Heizöl als alte Geräte.

Neue Heizung: Öl-Brennwertkessel in einem Wirtschaftsraum
Öl-Brennwertkessel gibt es auch in Kombination mit einem passenden Warmwasserspeicher (hier: icoVIT/actoStor von Vaillant). © Vaillant

Ölheizung modernisieren: Einsparpotential, Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: Moderne Ölheizungen sparen 10 bis 30 Prozent an Energie, je nach Alter und Technik des alten Kessels.
  • Investition: Bei einem Einfamilienhaus müsst ihr rund 8.000 bis 10.000 Euro für eine neue Ölheizung investieren.
  • Förderung: Für den Kauf einer reinen Öl-Brennwertheizung gibt es keine Fördermittel. Zuschüsse erhaltet ihr nur noch, wenn ein Teil der Wärme über erneuerbare Energien gewonnen wird. In diesem Fall gibt es die Förderung für die Integration des regenerativen Wärmeerzeugers, nicht aber für die neue Öl-Brennwertheizung. Entscheidet ihr euch doch dazu, die Ölheizung durch eine förderfähige Hybridheizung, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage zu ersetzen, könnt ihr ordentliche Fördersummen erhalten. Mehr Informationen dazu findet ihr auch in unserer Übersicht: Staatliche Förderung für die Heizung.

Tipp: Wenn der neue Brennwertkessel mit einer Solaranlage kombiniert wird, lässt sich eine erneuerbare Energiequelle zusätzlich ins Heizsystem einbinden. Das kann Heizkosten und CO2-Emissionen dann sogar um mehr als ein Drittel reduzieren. Ölkessel mit Brennwerttechnik gibt es mit integriertem Wasserspeicher, so dass ihr die komplette Heizzentrale auf kleinem Raum unterbringen könnt.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Neue Ölheizung: Alle Infos zu Kosten & Nutzen der Brennwerttechnik

Gasheizung: Kosten und Ersparnis

Der Austausch des alten Heizkessels gegen eine moderne Gasheizung mit Brennwerttechnik gehört zu den häufigsten energetischen Modernisierungsmaßnahmen. Neue Erdgas-Brennwertgeräte benötigen deut­lich weniger Energie als ihre konventionellen Vorgänger, weil sie auch die Wärme nutzen, die im Wasserdampf der Abgase enthalten ist.

Der Wasserdampf kondensiert in einem internen Wärmetauscher aus korrosionsbeständigem Aluminiumguss oder Edelstahl und gibt seine Wärme dabei an das Heizsystem ab. Zudem arbeiten moderne Gasheizungen anders als alte Geräte modulierend, das heißt sie können ihre Leistung dem jeweiligen Wärmebedarf anpassen.

Moderne Gasheizungen sind platzsparend, da weder ein Lagerraum noch ein Tank erforderlich ist. Platz finden sie nicht nur im Heizungskeller, sondern zum Beispiel auch im Dachgeschoss, im Bad oder in der Küche. Immer häufiger kommen kompakte, wandhängende Kessel zum Einsatz.

Neue Heizung: Wandhängendes Gas-Brennwertgerät
Wandhängendes Gas-Brennwertgerät CGW-2 von Wolf. © Wolf

Gasheizung modernisieren: Einsparpotential, Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: Eine neue Gasheizung kann 10 bis 30 Prozent Energie sparen, je nach Alter und Zustand des alten Heizkessels.
  • Investition: Für ein Einfamilienhaus müsst ihr mit rund 7.000 bis 10.000 Euro für eine neue Gaszentralheizung rechnen.
  • Förderung: Im Rahmen der Neuregelung der Fördermittel durch das von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaket gibt es auch für Gasheizungen neue Bestimmungen. Gefördert werden nur noch Gas-Hybridheizungen, die Gas mit erneuerbaren Energien als Wärmeträger kombinieren oder so ausgelegt sind, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit mit eingebaut werden können (siehe dazu unsere Übersicht Staatliche Förderung für die Heizung).

Tipp: Viele Geräte sind bereits für die Kombination mit einer Solarthermieanlage ausgelegt und zum Beispiel mit einem integrierten Speicher und der erforderlichen Regelungstechnik ausgestattet.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Neue Gasheizung: Vorteile und Kosten eines Brennwertkessels

Holzheizung: Kosten und Ersparnis

Stärkstes Argument für den Brennstoff aus dem Wald ist dessen positive Ökobilanz. Der nahezu klimaneutrale Energieträger Holz ermöglicht in Pelletheizungen und Hackschnitzelheizungen eine sehr hohe CO2-Einsparung gegenüber anderen Heizsystemen. Der Grund dafür: Bei der Holzheizung fällt – zumindest in der Bilanz – kein fossiles Kohlendioxid an, weil bei der Verbrennung nur so viel freigesetzt wird, wie der Baum im Wachstum gebunden hat.

Der niedrige Primärfaktor von Holzpellets ist ein wichtiger Vorteil, wenn es um die Einhaltung der Anforderungen des neuen Gebäudeenergiegesetzes oder die Förderkriterien der KfW geht.

Dank Brennwert-Technik haben Pelletheizungen auch in Sachen Effizienz aufgeholt. Moderne Geräte erreichen Wirkungsgrade von fast 100 Prozent. Wichtige Voraussetzung für den Betrieb: Es sollte ausreichend Platz für einen Lagerraum vorhanden sein.

Neue Heizung: Schematische Darstellung eines Pellet-Brenners mit Lagerbehälter
Die Pellets werden in diesem Beispiel vollautomatisch aus dem Lagerbehälter zum Brenner transportiert. Dafür braucht es aber Platz. © ÖkoFen

Holzheizung mit Pellets oder Hackschnitzeln: Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: 20 bis 40 Prozent gegenüber alten Gas- oder Ölkesseln.
  • Investitionskosten: Für den Einbau einer Pelletheizanlage müsst ihr mit Kosten zwischen 8.000 bis 18.000 Euro rechnen.
  • Förderung: Zu den ab dem 1. Januar 2020 geförderten Biomasseanlagen zählen Holzheizungen, die ihre Wärme aus Pellets, Hackschnitzeln oder Holzscheiten gewinnen. Sie werden mit 35 Prozent beziehungsweise 45 beim Austausch einer alten Ölheizung gefördert. Zu weiteren Fördermöglichkeiten für Holzheizungen lest auch unsere Übersicht zur Förderung von Holzheizungen.

Tipp: Vor dem Einbau empfiehlt sich ein ausführliches Gespräch mit dem Schornsteinfeger. Der muss die gesamte Anlage abnehmen und kann vorher schon einschätzen, ob sich der vorhandene Schornstein eignet und wie es um die Versorgung mit Verbrennungsluft bestellt ist.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Holzheizung: Das müsst ihr über Pelletöfen, Kaminöfen und Hackschnitzelheizungen wissen

Heizen mit Solarthermie: Kosten und Ersparnis

Thermische Solaranlagen fangen die Sonnenwärme ein und sorgen dafür, dass sie im Haus genutzt werden kann. Die Sonnenwärme kann entweder nur zur Warmwasserbereitung oder in so genannten Kombianlagen auch zur Heizungsunterstützung verwendet werden.

Anlagen zur Brauchwassererwärmung sind ein idealer Einstieg, weil ihr sie kostengünstig und ohne großen Aufwand installieren könnt.

Bei Kombianlagen für Heizungsunterstützung und Trinkwassererwärmung hängt das Sparpotential vom Wärmebedarf des Hauses ab. In gut gedämmten Häusern ist der Anteil, den die Sonne beisteuern kann, höher; wegen des insgesamt geringeren Wärmebedarfs spart die Anlage absolut aber weniger.

Solaranlage auf einem Dach
Bei der Solarthermie kommen Vakuumröhren statt flacher Kollektoren zum Einsatz. © Getty Images/iStockphoto

Heizen mit Solarthermie: Einsparpotential, Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: In Kombination mit einem Gas-Brennwertkessel spart die Solarthermie-Anlage rund 150 Euro an Warmwasser-Kosten im Jahr. Bei Kombianlagen könnt ihr je nach Gebäude mit 10 bis 30 Prozent weniger Heizkosten rechnen.
  • Investitionskosten: Eine Solaranlage zur Warmwassererzeugung kostet 4.000 bis 6.000 Euro. Mit 8.000 bis 10.000 Euro müsst ihr bei einer Kombianlage für Heizung und Warmwasser rechnen.
  • Förderung: Zuschüsse gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Höhe von bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Tipp: Für eine besonders effektive Unterstützung der Heizleistung durch Solarthermie empfehlen sich Niedertemperatur-Heizsysteme. Dazu zählen die Flächenheizungen wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung oder Wandheizung.

Seit es 2020 die neuen Förderkonditionen für Solarwärme-Anlagen gibt, sind 200 Prozent mehr Förderanträge für Solarheizungen bei der BAFA eingegangen als im Vorjahr. Mehr dazu lest ihr in Solarheizungen boomen: Zahl der Förderanträge gewaltig gestiegen.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Solaranlage kaufen: Lohnt sich Solarthermie?

Heizen mit Wärmepumpe: Kosten und Ersparnis

Wärmepumpen nutzen die in der Erde, der Luft oder dem Grundwasser gespeicherte Umweltwärme und "pumpen" sie mithilfe von Strom als Antriebsenergie auf ein zum Heizen nutzbares Temperaturniveau. Effiziente Anlagen können mithilfe von einer Kilowattstunde Strom mehr als vier Kilowattstunden Heizwärme erzeugen.

Im Neubaubereich wird heute bereits in jedem Gebäude eine elektrische Wärmepumpe installiert. Wärmepumpen eignen sich dafür besonders gut, weil neue Häuser mit gutem Wärmeschutz mit geringen Vorlauftemperaturen beheizt werden können.

Unsere Empfehlung: Ihr plant gerade, ein Haus zu bauen? Und benötigt mehr als nur Tipps für die Wahl der richtigen Heizung? Über die Wohnglück-Services findet ihr professionelle Hilfe angefangen bei der Bauplanung, über die Baubegleitung bis hin zur Bauabnahme.

Neue Heizung: Luft/Wasser-Wärmepumpe auf der Terrasse eines Einfamilienhauses
Wärmepumpen (im Bild: die Luft/Wasser-Wärmepumpe CHA-Monoblock von Wolf) helfen, die anspruchsvollen Primärenergie-Anforderungen an Neubauen einzuhalten. © Wolf

Heizen mit Wärmepumpe: Einsparpotential, Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: Je nach Alter und Brennstoff der alten Heizung sind bis zu 30 Prozent weniger Verbrauchskosten möglich.
  • Investitionskosten: Für den Einbau einer Wärmepumpe könnt ihr mit Kosten zwischen 12.000 und 24.000 Euro rechnen. Luft-Wärmepumpen sind dabei günstiger als Erd-Wärmepumpen. Inklusive Bohrung/Erdarbeiten könnt ihr mit Kosten ab 20.000 Euro rechnen.
  • Förderung: Sowohl für Neubauten als auch für Bestandsbauten gibt es seit Anfang 2020 Neuregelungen seitens des BAFA. Wenn die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind, fördert der Staat die Installation mit bis zu 35 Prozent. Nähere Infos dazu findet ihr auch unter der Übersicht: Staatliche Förderung für die Heizung.

Tipp: Eine Wärmepumpe lässt sich auch als Klimagerät nutzen.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Wärmepumpe: Für wen lohnt sich das Heizen mit Wärme aus der Umwelt?

Heizen über Kraft-Wärme-Kopplung: Kosten und Ersparnis

Nutzt ein System bei der Stromerzeugung anfallende Wärme auch zu Heizzwecken, dann spricht man von einer Kraft-Wärme-Kopplung. In Privathaushalten funktioniert das über die so genannte stromerzeugende Heizung in Form von Blockheizkraftwerken (BHKW) oder Brennstoffzellen.

Damit eine stromerzeugende Heizung wirtschaftlich sinnvoll ist, muss eine bestimmte Wärmemenge benötigt werden. Nur so kommen die notwendigen Laufzeiten zustande. Blockheizkraftwerke in Form von Mikro-BHKW kommen daher eher in Altbauten zum Einsatz, weil dort mehr geheizt werden muss.

Brennstoffzellen-Heizgeräte haben dagegen eine deutlich kleinere thermische Leistung und eignen sich besser für den Neubau. Sie kommen so vor allem in moder­nen Effizienzhäusern auf die für den wirtschaftlichen Betrieb notwendigen Lauf­zeiten.

Neue Heizung: Brennstoffzelle im Nebenraum einer Garage, Mann tankt E-Auto
Brennstoffzellenheizungen (hier das Modell Vitovalor 300-P von Viessmann) erzeugen gleichzeitig Wärme und Strom – zum Beispiel fürs Aufladen des Elektroautos. © Viessmann

Heizen über Kraft-Wärme-Kopplung: Einsparpotential, Kosten und Förderung

  • Energie-Einsparung: Bis zu ein Drittel der Strom- und Heizkosten im Vergleich zum Gas-Brennwertgerät und dem Strombezug aus dem Netz.
  • Investitionskosten: Brennstoffzellen-Heizgeräte kosten 20.000 bis 25.000 Euro. Ein Mikro-BHKW gibt es ab 15.000 Euro, jeweils zuzüglich Installation.
  • Förderung: KfW-Programm für Brennstoffzellen-Heizgeräte: 5.700 Euro Zuschuss plus 450 Euro je 100 Watt elektrischer Leistung. BAFA-Zuschüsse für Mikro-BHKW nach elektrischer Leistung. Mindestzuschuss: 1.900 Euro, maximaler Zuschuss 3.500 (bei einer Leistung von 20 Kilowatt). Mehr zur Förderung von Brennstoffzellenheizungen hier.

Tipp: Die Wirtschaftlichkeit einer stromerzeugenden Heizung hängt unter anderem von der sogenannten Stromkennzahl ab. Diese Zahl gibt das Verhältnis vom erzeugten Strom zur erzeugten Wärme an. Dabei gilt: Je mehr Strom ein Heizgerät produziert, desto höher sind auch seine Einsparungen.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Brennstoffzellenheizung: Wie sie funktioniert, was sie kostet, was sie bringt

Infrarotheizung: Kosten und Ersparnis

Manche kennen noch die Elektro-Nachtspeicheröfen aus den 1960er und 1970er Jahren. Damals wurde günstiger Nachtstrom gespeichert und tagsüber in Wärme umgewandelt. Strom in Wärme umzuwandeln, diese Idee erlebt gerade ein Comeback, und das vor allem in Form von Infrarot-Strahlungsheizungen. Ihr Vorteil: Sie erwärmen nicht die Umgebungsluft, sondern die Gegenstände im Raum. Dadurch sorgt die Infrarotheizung schneller für spürbare Wärme als herkömmliche Heizkörper. Es gibt diese Infrarotheizungen auch verspiegelt, zum Beispiel fürs Badezimmer.

Ein Argument für den Kauf einer Infrarotheizung sind die geringen Anschaffungskosten. Dagegen stehen allerdings hohe Betriebskosten. Zum Vergleich: Eine Kilowattstunde Strom kostet rund 30 Cent, eine Kilowattstunde Gas rund sechs Cent. Im Dauerbetrieb geht die Infrarotheizung also sehr schnell ins Geld.

Glas-Infrarotheizung in einem Badezimmer
Infrarotheizungen gibt es als Panels in den unterschiedlichsten Größen und Ausführungen, unter anderem auch bedruckt oder aus Glas. © Ohle Infrarotheizungen

Heizen mit einer Infrarotheizung: Kosten

  • Energie-Einsparung: Zu Einsparungen bei den Heizkosten führen Infrarotheizungen nur in sehr gut gedämmten Neubauten. In Altbauten ist eine Infrarotheizung niemals ein adäquater Ersatz für eine Zentralheizung mit Öl, Gas oder Pellets. Selbst der wartungsfreie Betrieb macht die höheren Heizkosten nicht wett.
  • Investitionskosten: Die mittleren Kosten einer Infrarot-Platte für einen 20 Quadratmeter großen Wohnraum liegen zwischen 550 und 700 Euro. Für ein 100 Quadratmeter großes Einfamilienhaus müsst ihr mit mindestens 4.000 Euro rechnen.
  • Förderung: Für den Einbau einer Infrarotheizung gibt es keine staatliche Förderung.

Tipp: In einigen Fällen kann die Infrarotheizung auch mit einer Photovoltaik-Anlage kombiniert werden, die den Strom für den Betrieb liefert. Hier muss aber im Einzelfall genau kalkuliert werden, ob eine solche Lösung wirklich wirtschaftlich ist.

Weiterführende Informationen findet ihr in diesem Ratgeber: Infrarotheizung - wann rechnet sich das Heizen mit Strom?

Alle Heizungsarten im Kostenvergleich

Alle Kosten für die unterschiedlichen Heizungsarten inklusive Preis pro Kilowattstunde, Heizkosten pro Jahr und sonstige Betriebskosten wie Instandhaltungskosten, in der Übersicht:

  • Kosten inklusive Einbau in Euro
  • Preis pro kWh
  • Heizkosten/Jahr in Euro
  • Sonstige Betriebskosten in Euro
  • Wärmepumpe
  • 12.000 bis 24.000 €
  • 22,1 Cent
  • 1.265 €
  • 150 €
  • Holzpellets
  • 8.000 bis 18.000 €
  • 5,1 Cent
  • 1.000 €
  • 400 €
  • Solarthermie
  • 8.000 bis 10.000 €
  • 0 Cent
  • 0 €
  • 90 €
  • Gasbrennwert
  • 7.000 bis 10.000 €
  • 6,17 Cent
  • 1.320 €
  • 220 €
  • BHKW
  • 20.000 bis 25.000 €
  • 2,22 Cent (Holz) 6,17 Cent (Gas) 6,45 (Öl)
  • N.N.
  • 400 €
  • Brennstoffzelle
  • 31.000 €
  • 6,17 Cent
  • N. N.
  • 400 €
  • Fernwärme
  • 3.000 bis 8.000 €
  • 6 - 10 Cent
  • 1.575 €
  • 0 €
  • Heizöl
  • 6.000 bis 18.000 €
  • 6,43 Cent
  • 1.450 €
  • 175 €
  • Infrarot
  • 4.000 bis 8.000 €
  • 31,89 Cent
  • ca. 3.000 € (Neubau), bis zu 11.000 € (Altbau)
  • 0 €

Heizungsarten im Kostenvergleich, Quellen: Heizspiegel.de, Heizung.de, Energie-experten.org

Kosten für neue Heizung: Mit BAFA-Förderung und KfW-Zuschüssen Geld sparen

Modernisierer und Bauherren, die sich für eine neue sparsamere Heizung entscheiden, können staatliche Fördergelder vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) sowie Darlehen und Zuschüsse der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) bekommen. Je nach Heizungsart sind das bis zu 35 Prozent Förderbonus. 10 Prozent Zusatzbonus gibt es beim Austausch einer alten Ölheizung obendrauf:

  • Heizungsart
  • Förderbonus
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizung
  • 35 Prozent
  • Gas-Hybridheizung
  • 30 Prozent
  • Gas-Brennwertheizungen "Renewable Ready"
  • 20 Prozent
  • Biomasseanlagen
  • 30 Prozent
  • Wärmepumpen
  • 35 Prozent
  • Solarthermie
  • 30 Prozent
  • Zusatzbonus von 10 Prozent beim Austausch einer alten Ölheizung
  • 10 Prozent

Übersicht: Die Heizungs-Fördermittel der BAFA

Mehr Informationen findet ihr dazu in unserem Ratgeber: Staatliche Förderung für neue Heizung: So kommt ihr an den Zuschuss von BAFA und KfW

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