Passivhaus mit Holzverkleidung in der Nahaufnahme
© Lex20 / Getty Images

Bauen | Ratgeber

Haus-Energiestandards: Was bedeuten KfW-Effizienzhaus, Passivhaus oder Nullenergiehaus?

Redaktion

Level: Für Alle

Wer ein Haus bauen oder sanieren will, ist sicher schon mal auf Begriffe wie Passivhaus oder Effizienzhaus gestoßen. Wir erklären die Haus-Energiestandards.

Das Niedrigenergiehaus – was vor 15 Jahren noch eine besondere Auszeichnung wert war, ist seit einigen Jahren der gesetzlich vorgeschriebene Standard. Jedes Haus, das heute in Deutschland eine Baugenehmigung erhält, muss den Vorgaben der Ener­gieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen. Und die ist so streng, dass praktisch jedes neu erbaute Haus in Deutschland damit automatisch zum Niedrigenergiehaus wird.

Das bedeutet in Zahlen: Der Heizwärme-Bedarf darf maximal bei 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. Zum Vergleich: 1995 lag dieser Höchstwert noch bei 100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Wir erklären im Folgenden, welche Haus-Energiestandards es gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden. Dabei gilt die Regel: je niedriger der Energiebedarf pro Quadratmeter, desto höher die Förderung.

Symbolbild für die Energieeffizienz bei Häusern
Energieeffizenz wird beim Hausbau immer wichtiger. © Getty Images/Westend61

Haus-Energiestandards

Bauherren, die sich staatliche Fördermittel sichern wollen, müssen ein KfW-Effizienzhaus bauen. Das erfüllt deut­lich höhere Anforderungen als andere Häuser.

KfW-Effizienzhaus 55

Beim KfW-Effizienzhaus 55 beträgt der Jahresprimär­energiebedarf nur 55 Prozent eines Referenzgebäudes nach EnEV. Der Heizwärme-Bedarf darf höchstens bei 35 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen.

KfW-Effizienzhaus 40

Beim KfW-Effizienzhaus 40 liegt der Grenzwert bei 25 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Dieser Wert ist mit Fensterlüftung nicht mehr zu erreichen, sodass eine Lüftungsanlage benötigt wird, am besten mit Wärmerückgewinnung.

KfW-Effizienzhaus 40 Plus

Beim KfW-Effizienzhaus 40 Plus ist der Grenzwert derselbe, allerdings muss das Haus zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher ergänzt werden.

Passivhaus

Ein Passivhaus hat mit 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr den niedrigsten Heizwärmebedarf aller Haustypen. Diese Wärme soll nach Möglichkeit aus "passiven" Quellen stammen, der Sonneneinstrahlung oder der Körperwärme der Bewohner. Für die Förderung wird es der KfW-Effizienzklasse 40 oder 40 Plus zugeordnet.

Nullenergiehaus

Beim Nullenergiehaus wird der Ener­gieverbrauch für die Heizung mithilfe von Photovoltaik durch eigene Stromerzeugung ausgeglichen. Da der selbst erzeugte Strom auch ins Netz eingespeist wird, dafür bei Bedarf Strom aus dem Netz gezogen wird, ist die "Null" in der Energiebilanz ein rein rechnerischer Wert.

Plusenergiehaus

Wenn die Photovoltaik-Anlage pro Jahr mehr Kilowattstunden erzeugt, als fürs Heizen und das warme Wasser gebraucht werden, ergibt sich rechnerisch ein Plus in der Energiebilanz, dem das Plusenergiehaus seinen Namen verdankt. Auch dieses Haus benötigt jedoch zumindest einen Stromanschluss.

Holzhaus im Passivhausstandard
Ein Holzhaus im Passivhausstandard. © Bohumil SALEK/www.bosa.sk

Förderung vom Staat: Programme von KfW und BAFA

Egal ob Neubau, Gebäudesanierung oder Heizungserneuerung: Wer in seinen eigenen vier Wänden Energie sparen will, wird in vielen Fällen gefördert.

Das sind die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beziehungsweise des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA):

Energieeffizienter Neubau

KfW-Programm "Energieeffizient Bauen"

  • Zinsgünstige Darlehen von bis zu 100.000 Euro je Wohnung für den Bau oder Erst­erwerb eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 Plus. Zusätzlich sind noch Tilgungszuschüsse bis maximal 15.000 Euro je Wohnung oder Zuschüsse bis 15.000 Euro möglich.

Energetische Sanierung

KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren"

  • Sanierung von Altbauten zum KfW-Effi­zienzhaus: zinsgünstige Darlehen von bis zu 100.000 Euro je Wohnung, ebenfalls mit Tilgungszuschuss je nach erreichtem Niveau von bis zu 27.500 Euro je Wohnung oder Zuschuss von maximal 30.000 Euro.
  • Einzelmaßnahmen wie Dämmung: zinsgünstige Darlehen von bis zu 50.000 Euro oder Zuschuss von maximal 7.500 Euro.
  • Zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für Photovoltaik und Solarstromspeicher.

Heizung optimieren

  • BAFA: Zuschuss für die Heizungsoptimierung.

Heizen mit erneuerbaren Energien

  • BAFA: Zuschüsse für Solarthermie für Warmwasser (nur Altbau) und Heizungsunterstützung, Wärmepumpen im Alt- und Neubau, Pellet- oder Scheitholzheizungen.

Kraft-Wärme-Kopplung

  • BAFA: Zuschüsse für Mini-Blockheizkraftwerke von bis zu 3.500 Euro, Zusatz-Boni für besonders effi­ziente Anlagen wie Brennstoffzellenheizungen.
  • KfW: Zuschuss von bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten.

Energieberatung

  • BAFA: Zuschuss bis maximal 800 Euro zur Vor-Ort-Beratung für ein Sanierungskonzept.
  • KfW: Zuschusshöhe bis 4.000 Euro je Bau- oder Sanierungsvorhaben.

Regionale Förderungen

Auch Bundesländer, Städte, Gemeinden oder Energieversorger vergeben Fördergelder für mehr Energieeffizienz. Infos und Fördermittelsuche unter www.baufoerderer.de

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