Wärmemessung an einem Wohnhaus
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Gebäudeenergiegesetz 2020: Was sich für Bauherren ab 1. November ändert

Andreas Förstel

Andreas Förstel

Am 1. November 2020 tritt das neue Gebäudegenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es löst unter anderem die Energieeinsparverordnung ab. Was gleich bleibt und was sich für Bauherren künftig ändert.

Am 1. November 2020 tritt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es bündelt das Energieeinsparrecht für Gebäude und ersetzt das bisherige Energieeinsparungsgesetz (EnEG), die bisherige Energieeinsparverordnung (EnEV) und das bisherige Erneuerbare-Energien- Wärmegesetz (EEWärmeG).

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Geregelt werden im GEG die energetischen Anforderungen an Neubauten und Bestandsgebäude, an die Erstellung und die Verwendung von Energieausweisen sowie an den Einsatz erneuerbarer Energien in Gebäuden.

Wir listen euch auf, was gleich bleibt und was sich mit dem Gebäudeenergiegesetz für Bauherren ändert.

Energetische Standards für Neubauten bleiben mit dem Gebäudeenergiegesetz unverändert

Der wichtigste Punkt vorweg: Die energetischen Standards für Neubauten wie für Modernisierungen bleiben gegenüber der EnEV 2016 unverändert. Für Neubauten sind darin Mindeststandards für Wärmeschutz und Primärenergiebedarf des gesamten Gebäudes vorgegeben, wobei den Bauherren überlassen bleibt, wie sie diese erfüllen.

Bei Sanierungen gelten die GEG-Regelungen, wenn mehr als zehn Prozent der Bauteilfläche (zum Beispiel Dach, Fassade, Fenster) erneuert werden. In diesem Fall dürfen Bauherren bestimmte Höchstwerte für den so genannten U-Wert nicht überschreiten. Der U-Wert gibt an, wie gut der Wärmeschutz ist.

Im Jahr 2023 will die Regierung die geltenden Standards für Neubau und Bestandsgebäude überprüfen, um die Klimaziele 2030 einzuhalten.

Diese Neuerungen sieht das Gebäudeenergiegesetz vor

Neuerungen im GEG gibt es unter anderem in folgenden Punkten:

Nutzung erneuerbarer Energie wird mit dem GEG verpflichtend

Das GEG verpflichtet den Bauherrn dazu, sich für die Nutzung mindestens einer Form erneuerbarer Energie zu entscheiden. Dazu zählen unter anderem:

  • erneuerbare Energien aus gebäudenahen Quellen wie Photovoltaik- und Solaranlagen.
  • Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wie die Brennstoffzellenheizung, in der Biomethan zu Strom und Wärme umgewandelt wird.
  • Die Nutzung von erneuerbarer Fern- sowie Abwärme.

Den Wärme- und Kältebedarf müssen Hausbesitzer zu mindestens 15 Prozent aus erneuerbaren Energien decken.

Verbot neuer Ölheizungen

Das GEG konkretisiert das Verbot von neuen Ölheizungen. Wer in einem bestehenden Gebäude seinen alten Öl- (0der Kohle-)Heizkessel gegen einen neuen austauschen will, darf das ab 2026 nur dann tun, wenn in dem Gebäude der Wärme- und Kältebedarf teilweise durch erneuerbare Energien gedeckt wird.

Ausnahmen sind möglich, wenn ein Haus weder mit Gas noch mit Fernwärme versorgt werden kann und die Heizung auch nicht aus erneuerbaren Energien betrieben werden kann. Und Hybridlösungen sollen sowohl im Neu- als auch Altbau noch nach 2026 möglich sein.

GEG macht Beratungsgespräch mit einem Energieberater bei Hauskauf oder Sanierungen zur Pflicht

Käufern von Ein- oder Zweifamilienhäusern soll in Zukunft vom Verkäufer oder Immobilienmakler ein Beratungsgespräch mit einem Energieberater angeboten werden. Ein Beratungsgespräch mit einem Energieberater ist ebenfalls verpflichtend, wenn umfassende Sanierungen geplant sind.

Energieausweis muss auch CO2-Emmissionen ausweisen

Im Energieausweis sind künftig zusätzlich die CO2-Emissionen eines Gebäudes anzugeben, die sich aus dem Primärenergiebedarf oder Primärenergieverbrauch ergeben. Damit enthält ein Energieausweis zusätzliche Informationen über die Klimawirkung. Und: Einen Energieausweis dürfen künftig auch Handwerker ausstellen.

Neues Verfahren für die Prüfung des energetischen Standards bei Neubauten

Bei Neubauten kann die Prüfung der energetischen Standards nun auch durch das neue Modellgebäudeverfahren erfolgen. Hausbesitzer können dabei die Einhaltung der GEG-Anforderungen anhand von Mindestqualitäten der Maßnahmen nachweisen, ohne dass energetische Berechnungen für den Nachweis erforderlich sind.

Für welche Bauvorhaben gilt das neue GEG?

Für alle Bauvorhaben, bei denen bis zum 31. Oktober 2020 der Bauantrag gestellt wurde, gilt noch das alte Energieeinsparrecht – also die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz.

Für Bauvorhaben mit Bauantragsstellung beziehungsweise Bauanzeige ab dem 1. November 2020 gilt dagegen bereits das Gebäudeenergiegesetz.

Bei nicht genehmigungsbedürftigen, insbesondere genehmigungs-, anzeige- und verfahrensfreien Vorhaben – also beispielsweise bei vielen Sanierungen – gilt der Zeitpunkt, zu dem die Bauarbeiten beginnen. Liegt dieser nach dem 31. Oktober 2020, dann ist das GEG anzuwenden.

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