Energieberater
© Getty Images/iStockphoto

Modernisieren | Expertentipp

Lohnt sich ein Energieberater?

Redaktion

Level: Für Alle

Wie ihr einen unabhängigen, guten Energieberater findet und warum sich der lohnt, erklärt unser Experte. Außerdem gibt er Tipps, wo ihr Fördermittel für eine Energieberatung beantragen könnt.

Ein Nutzer hat sich mit folgender Frage an uns gewandt: "Lohnt es sich, einen Energieberater zu beauftragen und wie finde ich einen guten?"

Vier kleine Überraschungspakete beim Advent-Gewinnspiel

Adventsgewinnspiel: Preise im Gesamtwert von 4.000 € zu gewinnen!

Hier mitmachen

Die Wohnglück-Experten antworten:

Wir empfehlen euch in jedem Fall, einen unabhängigen Energieberater zu konsultieren. Immer wieder werden Verbraucher mit Werbeaussagen konfrontiert, wonach sich energetische Sanierungen und energiesparende Technik trotz der erheblichen Investition lohnen, weil sich die Heizkosten erheblich reduzieren und sie steigenden Energiepreisen gelassen entgegen sehen können.

Tatsache ist jedoch, dass Gebäudesanierungen zur Verbesserung des Energieverbrauchs nach einer Umfrage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes weniger effektiv ausfallen als das möglich wäre: Ganz gleich, ob neue Fenster eingebaut wurden, die Wärmedämmung verbessert, neue Heizungsanlagen eingebaut, eine Solaranlage installiert wurde - die erwünschte Energieeinsparung wird in vielen Fällen nicht erreicht. Bei einem Viertel der Befragten stellten sich die gewünschten Ersparnisse gar nicht ein. Bei einem weiteren Viertel fallen sie so klein aus, dass sich die Investitionen frühestens in 25 Jahren rechnen werden.

Eine gute Energieberatung ist entscheidend für die Energieeinsparung

Der Grund liegt darin, dass sich nur wenige Hausbesitzer vor der Sanierung von einem unabhängigen Energieberater beraten lassen. Dass eine gute Beratung der Schlüssel zum Erfolg energetischer Sanierungsmaßnahmen ist, zeigt unter anderem folgendes Ergebnis der Umfrage: Bei Hausbesitzern, die auf eine Beratung verzichtet hatten, lag die Energieeinsparung im Durchschnitt bei 16 Prozent.

Wer dagegen die Beratung eines unabhängigen Energieberaters in Anspruch genommen hatte, erreichte eine Einsparung von durchschnittlich 27 Prozent. Allerdings kamen nur drei Prozent aller Sanierer auf eine Energieeinsparung von 50 Prozent.

Viele Eigentümer verlassen sich auf den Rat ihrer Heizungsfirma, ihres Maurers, Malers, Fensterbauers oder vertrauen guten Freunden und Kollegen. Allerdings haben die wenigsten davon ein umfassendes Konzept. Sie sehen nur ihr eigenes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes. Zudem sind viele ortsansässige Handwerker auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Hersteller eingeschworen.

So findet ihr einen unabhängigen Energieberater

Deshalb ist es ganz wichtig, eine neutrale, umfassende Beratung über sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte und innovative Lösungen zu bekommen. Längst nicht alle "Energieberater im Handwerk" sind vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der KfW-Bank zertifiziert oder sind in der "Dena-Liste" der Deutschen Energiespar-Agentur aufgeführt.

Leider ist die Bezeichnung "Energieberater" nicht geschützt und auch nicht an spezielle Qualifikationen gebunden. Jeder kann sich "Energieberater" nennen. Das hat zur Folge, dass eine große Zahl von Scharlatanen Hausbesitzern Qualifikationen vorgaukelt, die nicht vorhanden sind. Sie erstellen Sanierungsprogramme, die wertlos sind und kassieren dafür große Honorare, die durch nichts gerechtfertigt sind. Neutrale und unabhängige Energieberater haben in der Regel ein technisches Studium absolviert, oftmals sind es aber auch Handwerksmeister, Techniker oder Schornsteinfeger mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Genauso wichtig wie die Ausbildung ist die in der Praxis erworbene Erfahrung, wie das komplexe System "Haus" funktioniert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater zum Beispiel Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet. Oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund solltet ihr mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragt ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten, bevor ihr ihn mit der Untersuchung eures Hauses beauftragt.

Was macht ein Energieberater genau?

Nachdem der zertifizierte Energieberater euer Haus genau untersucht hat, bekommen ihr einen Bericht. Darin wird der "Ist-Zustand" des kompletten Hauses ausführlich analysiert. Der Energieberater schlägt mehrere Varianten für eine Modernisierung und Verbesserung vor und rechnet Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten durch. Zusätzlich gibt er euch Auskunft darüber, welche Fördermittel ihr erhalten könnt. Diese Beratung ist absolut unverbindlich. Sie verpflichtet euch zu nichts und lässt euch jeden Spielraum. Ihr könnt freiwillig entscheiden, ob und welche Maßnahmen ihr durchführen möchtet.

Was viele Bauherren nicht wissen: Der Energieberater kann nicht nur Maßnahmen empfehlen, er kann – die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt – zusätzlich die fachgerechte Ausführung der Modernisierungsmaßnahmen überwachen. Auf diese Weise können Fehler, die immer wieder auftreten, noch während der Bauphase behoben werden.

Fördermittel für Energieberatung

Die gute Nachricht: Für eine Energieberatung gibt es Fördermittel. Ihr müsst die Kosten nicht alleine tragen. Die Fördermittel könnt ihr über zwei unterschiedliche Quellen erhalten:

  1. BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle)
  2. KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

Fördermittel für Energieberatung über das BAFA

Wenn euer Gebäude in Deutschland steht, der Bauantrag dafür bis zum 31. Januar 2002 gestellt wurde und das Gebäude überwiegend dem Wohnen dient, dann erhaltet ihr auf Antrag vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) Fördermittel für die Energieberatung.

Ihr bekommt als Fördermittel vom BAFA einen Zuschuss in Höhe von 60% des zuwendungsfähigen Beratungshonorars, maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.

Alle Zuschüsse beantragt der zertifizierte Berater. Sie werden an ihn gezahlt. Er gibt die Zuschüsse an euch weiter. Auf der Abrechnung der Beratungskosten muss er den Zuschuss für den Auftraggeber sichtbar und nachprüfbar aufführen.

Fördermittel für Energieberatung über die KfW

Auch die KfW fördert die Energieberatung, allerdings in einem etwas größeren Umfang. Gefördert wird nämlich nicht nur die Beratung, sondern "die Fachplanung und qualifizierte Baubegleitung durch einen externen, unabhängigen Experten für Energieeffizienz", wie es auf der Webseite der KfW heißt. Deshalb nennt sich dieses Förderprogramm auch "Zuschuss Baubegleitung" (Programm 431).

Diesen Zuschuss gibt es nur in Kombination mit anderen Förderprogrammen der KfW. Er ist ist an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Die Fördermittel gibt es für alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder neu bauen.
  • Die Fördermittel könnt ihr nur in Kombination mit den Programmen 151/152, 430 oder 153 (Kombinationsprodukte) nutzen.

Wenn ihr diese Bedingungen erfüllte, übernimmt die KfW 50 % der Kosten, maximal 4.000 Euro Zuschuss pro Vorhaben.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK