Bauarbeiter dämmt die Außenwand eines Hauses.
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Bauen | Ratgeber

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Födersummen, Konditionen, Anträge

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Raus aus dem Förderdschungel: Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bündelt eine Vielzahl von Fördermaßnahmen für den Bau und die Sanierung von Wohngebäuden – und regelt sie dabei auch neu. Eine Liste der wichtigsten Fragen und Antworten.

Bundesförderung für effiziente Gebäude – kurz BEG – lautet der etwas sperrige Titel für das Projekt der Bundesregierung, das mehr Licht in den Förderdschungel für energieeffizientes Bauen und Modernisieren bringen soll.

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Statt der bisher vier Förderprogramme mit zehn Teilprogrammen gibt es bei der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude jetzt nur noch drei Teilprogramme, die schrittweise bis Ende 2022 umgesetzt werden sollen. Konkret geht es um:

  • Förderung von Einzelmaßnahmen der energetischen Modernisierung an Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden
  • Förderung von Vollmodernisierungen und Neubau von Wohngebäuden auf Effizienzhaus-Niveau
  • Förderung von Vollmodernisierungen und Neubau von Nichtwohngebäuden auf Effizienzhaus-Niveau

Wir konzentrieren uns auf die Wohngebäude und klären hier die wichtigsten Fragen zu den Förderungen bei Einzelmaßnahmen, der Vollmodernisierung und dem Neubau. Und wir sagen euch, wie ihr von der Bundesförderung für effiziente Gebäude profitieren könnt.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG): Allgemeine Infos

Das neue BEG ersetzt eine Vielzahl von bisher bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich – zum Beispiel das Programm zur Heizungsoptimierung oder das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP).

So sinnvoll die Bündelung ist, so stellen sich doch weiterhin eine Menge Fragen zu den einzelnen Fördermaßnahmen. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten davon, noch detailliertere Infos findet ihr auf der BEG-Übersichtsseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ab wann gibt es die BEG-Förderung?

Der erste Teil der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) ist am 01.01.2021 in Kraft getreten. Er betrifft aber erst einmal nur die „Förderung von Einzelmaßnahmen“ zur energetischen Modernisierung. Erst ab dem 01.07.2021 gelten dann auch die (bereits vorliegenden) Förderbestimmungen für die Vollmodernisierung und den Neubau beziehungsweise Kauf von Gebäuden.

Welche Fördermittel gibt es?

Die BEG-Fördermittel erhaltet ihr:

  • in Form eines zinsgünstigen Kredites mit Tilgungszuschüssen.
  • als reinen Zuschuss.
  • in Form eines zusätzlichen Zuschusses für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) oder den (Aus-)Bau zum Effizienzhaus mit Erneuerbare-Energien-Klasse oder Nachhaltigkeitsklasse.
  • als zusätzlichen Zuschuss für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten.

Wie hoch sind die maximalen Fördersummen?

Bei Wohngebäuden gelten folgende BEG-Fördersummen:

  • bei Einzelmaßnahmen: bis zu 12.000 Euro (pro Objekt)
  • für die Vollmodernisierung von Wohngebäuden: bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit (je nach erreichtem Effizienzhausstandard)
  • beim Neubau und Ersterwerb von Wohngebäuden: bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit (je nach erreichtem Effizienzhausstandard)

Diese Fördersummen können sich noch erhöhen, denn zusätzlich gibt es teilweise noch:

  • Zuschüsse für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) in Höhe von 5 Prozent der Investitionssumme (bei Einzelmaßnahmen und bei der Sanierung).
  • Zuschüsse für das Erreichen der Effizienzhaus EE-Klasse oder der Effizienzhaus NH-Klasse in Höhe von 2,5 Prozent (beim Neubau) beziehungsweise 5 Prozent (bei der Sanierung zum Effizienzhaus, hier dann nur EE-Klasse) der Investitionssumme. EE-Klasse bedeutet, dass erneuerbare Energien mindestens 50 Prozent zur Wärmeversorgung des Hauses beitragen. Bei der NH-Klasse wird für das Haus ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt.
  • Eine Förderung für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieberater (der heißt jetzt allerdings Energieeffizienz-Experte) in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal aber 5.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 2.000 Euro pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten (insgesamt maximal 20.000 Euro pro Zuwendungsbescheid).

  • Bonusförderung für ...
  • Einzelmaßnahme
  • Sanierung zum Effizienzhaus
  • Effizienzhaus-Neubau
  • Erneuerbare-Energien (EE)-Klasse
  • -
  • 5 Prozent
  • 2,5 Prozent
  • Nachhaltigkeist-(NH)-Klasse
  • -
  • -
  • 2,5 Prozent
  • iSFP (Individueller Sanierungsfahrplan)
  • 5 Prozent
  • 5 Prozent
  • -

BEG-Förderung: Zusätzliche Förderboni

Achtung: Die Kosten für die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Experten der Energieeffizienz-Expertenliste sind keine eigenständige, losgelöste Fördermaßnahme, die ihr einzeln beantragen könnt. Diese Förderung gibt es nur in Verbindung mit mindestens einer Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle, der Anlagentechnik (außer Heizung), den Anlagen zur Wärmeerzeugung oder der Heizungsoptimierung.

Bis wann bekomme ich die BEG-Förderung?

Die BEG-Förderung beziehungsweise deren Teilprogramme gelten nur bis zum 31.12.2030. Die Förderanträge müsst ihr also zwingend vorher stellen! Und: Gefördert wird nur, solange es auch entsprechende Haushaltsmittel dafür gibt. Sind die Mittel im Bundeshaushalt schon vor Ende 2030 erschöpft und werden nicht aufgestockt, dann gibt es auch keine Fördermittel mehr. Je früher ihr also einen Antrag stellt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Förderzusage zu erhalten – natürlich immer abhängig davon, ob ihr auch die Förderbedingungen erfüllt.

Wer ist für welche Fördermaßnahme zuständig?

Zuständig für Antrag und Zuteilung der Fördermittel aus der Bundesförderung energieeffiziente Gebäude sind:

  • Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)
  • Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Dabei teilen sich die beiden Häuser die Aufgaben wie folgt:

Förderung von Einzelmaßnahmen

  • Kredit: KfW-Bank (ab dem 01.07.2021. Vorher gelten noch die KfW-Programme „Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152)“)
  • Investitionszuschuss: BAFA (seit dem 01.01.2021)

Förderung von Vollmodernisierungen und Neubau

  • Kredit und Investitionszuschuss: KfW-Bank (01.07.2021 bis 31.12.2022)
  • Investitionszuschuss: BAFA (ab dem 01.01.2023). Ab 2023 übernimmt die BAFA die Vergabe des Investitionszuschusses von der KfW
Die Logos der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind für die Förderung zuständig.

Bundesförderung für effiziente Gebäude: Förderung von Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Der erste Teil der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gilt seit dem 01.01.2021. Ziel war es, gerade für private Hausbesitzer eine wesentliche Vereinfachung zu schaffen und die Zuschüsse für alle energetischen Modernisierungsmaßnahmen nun in einem Programm zu bündeln.

Welche Einzelmaßnahmen werden gefördert?

Folgende Maßnahmen werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit Fördergeldern unterstützt:

  • Maßnahmen an der Gebäudehülle
  • sommerlicher Wärmeschutz (zum Beispiel Rollläden)
  • Anlagentechnik
  • klimafreundliche Heizungen mit Nutzung erneuerbarer Energien
  • Anschluss an ein erneuerbares Gebäude- oder Wärmenetz
  • Maßnahmen zur Heizungsoptimierung und Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung

Die größte Bedeutung für die energetische Sanierung der eigenen vier Wände haben dabei die Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes an der Gebäudehülle – also die effektive Dämmung.

Übrigens: Neben den eigentlichen Kosten der Modernisierungsmaßnahme sind auch erforderliche Maßnahmen im Umfeld der Modernisierung förderfähig. Das wären zum Beispiel die Kosten der Einrichtung einer Baustelle bei der Dämmung der Außenwände. Hier findet ihr ein Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (PDF).

Wie hoch ist die Förderung der Einzelmaßnahmen?

Die Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle zur Erhöhung der Energieeffizienz von Altbauten fördert der Bund mit 20 Prozent der entstandenen Gesamtkosten ( = Investitionssumme). Allerdings gilt das nicht unbegrenzt. Bei Wohngebäuden sind förderfähigen Gesamtkosten pro Wohneinheit auf 60.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Ihr könnt also bei Maßnahmen zur Wärmedämmung im Jahr pro Maßnahme einen initialen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro erhalten.

Zusätzlich gibt es noch einen fünfprozentigen Bonus. Und zwar immer dann, wenn ihr einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegt. Mit dem iSFP-Bonus erhöht sich die maximale Fördersumme dann auf 15.000 Euro (20 Prozent Grundförderung, 5 Prozent Bonus = 25 Prozent von 60.000 Euro).

Der iSFP muss zwingend von einem Energieeffizienz-Experten erstellt werden. Die Kosten für die Erstellung des Sanierungsfahrplans werden bis zu 80 Prozent, maximal aber mit 1.300 Euro (bei Ein- und Zweifamilienhäuser) beziehungsweise 1.700 Euro gefördert.

Hier findet ihr alle Infos zur iSFP-Energieberatung bei der BAFA.

Die Fördermittel bei Einzelmaßnahmen zur Wärmedämmung in der Übersicht:

  • bis zu 20 Prozent, aber maximal 12.000 Euro der Gesamtkosten pro Wohneinheit
  • zusätzlich 5 Prozent bei Erstellung eines individuelle Sanierungsfahrplans (iSFP)
  • bis zu 80 Prozent, aber maximal 1.300 Euro der Beratungskosten für die iSFP-Energieberatung

Beim Erwerb und Errichtung von Anlagentechnik (außer Heizung) beträgt der Fördersatz 20 Prozent.

Die Förderung für klimafreundliche Heizungen mit Nutzung erneuerbarer Energien liegt zwischen 20 und 40 Prozent. Hier kommt es unter anderem darauf an, welchen Heizungstyp ihr wählt und ob ihr zum Beispiel auch eine alte Ölheizung austauscht. In diesem Artikel findet ihr alles Wissenwerte zur Förderung beim Heizungstausch.

Ist die Förderzusage befristet? Bis wann muss ich eine Einzelmaßnahme umgesetzt haben?

Der Zuschuss für die Förderung der Einzelmaßnahmen beziehungsweise die Zusage dafür ist befristet. Normalerweise beträgt die Bewilligungsfrist 24 Monate ab Zugang der Zusage. Diese Frist könnt ihr mit einem begründeten Antrag um weitere 24 Monate verlängern. Somit beträgt die maximale Bewilligungsfrist für Einzelmaßnahmen 48 Monate.

Dabei gilt: Sechs Monate nach Ablauf dieser Bewilligungsfrist (und damit spätestens nach 54 Monaten) müsst ihr nachweisen, dass die Maßnahme, für die ihr den Zuschuss bekommen habt, auch umgesetzt wurde.

Muss ich einen Energieberater einschalten?

Einen Energieeffizienz-Experten müsst ihr zwingend bei den Anträgen für folgende Einzelmaßnahmen hinzuziehen:

  • Energieeffizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Maßnahmen zur Anlagentechnik (außer Heizung)

Bei den anderen förderfähigen Maßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten optional, wird aber auch in diesen Fällen dringend angeraten.

Hier findet ihr eine Expertenliste des Bundes von Energieeffizienz-Experten in eurer Nähe. Wenn ihr mögt, dann lest auch gern diesen weiterführenden Artikel zum Thema "Lohnt sich ein Energieberater?"

Wo und wie beantrage ich die Förderung von Einzelmaßnahmen?

Wie beschrieben vergibt die BAFA seit Anfang 2021 den Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen (die Kreditvergabe verbleibt bei der KfW). Dabei gilt: Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurde.

Je nachdem, ob ihr einen Energieeffizienz-Experten einbinden müsst oder nicht, unterscheidet sich euer Antragsweg.

Antragstellung MIT Einbindung eines Energieeffizienz-Experten

Bei folgenden Vorhaben müsst ihr einen Energieberater mit einbinden:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Einzelmaßnahmen an der Anlagentechnik (außer Heizung)

In diesen Fällen erfolgt der Antrag in den folgenden drei Schritten:

  1. der Energieeffizienz-Experte erstellt eine so genannte technische Projektbeschreibung (TBP)
  2. der Energieeffizienz-Experten erhält dann eine so genannte TPB-ID
  3. mit dieser ID füllt ihr dann den elektronischen Antrag auf Förderung von Einzelmaßnahmen beim BAFA aus

Nach dem Absenden des Formulars erhaltet ihr als Antragsteller eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail.

Antragstellung OHNE Einbindung eines Energieeffizienz-Experten

Bei folgenden Vorhaben müsst ihr einen Energieberater nicht zwingend mit einbinden:

  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
  • Heizungsoptimierung

In diesen Fällen könnt ihr direkt den elektronischen Antrag auf Förderung von Einzelmaßnahmen beim BAFA stellen.

Achtung: Wenn ihr einen Antrag für diese Heizungstechnik oder Heizungsoptimierung mit einer Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und/oder einen Antrag für Anlagentechnik kombinieren wollt, dann ist allerdings wieder für den gesamten Antrag die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten notwendig. Wollt ihr also dämmen und gleichzeitig die Heizungsanlage tauschen, dann müsst ihr einen Energieberater hinzuziehen – sonst bekommt ihr für keine der Maßnahmen eine Förderung.

Hier noch die komplette Übersicht im Allgemeinen Merkblatt zur Antragstellung der BAFA

Mann dämmt Außenwand mit Mineralwolldämmplatte
Die energetische Sanierung der Gebäudehülle zählt unter anderem zu den geförderten Einzelmaßnahmen. © Der Dämmstoff/Behrendt und Rausch Fotografie

Bundesförderung für effiziente Gebäude: Förderung von Neubau und Sanierung (BEG WG)

Teil 2 der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude gilt ab dem 01.07.2021. Ab diesem Zeitpunkt können Bauherren Förder­kredite und Zuschüsse aus der BEG-Förderung beantragen – für einen Neubau oder für die Sanierung zum Effizienz­haus.

Welche Neubauten werden gefördert, welche Effizienzhaus-Standards gelten dafür?

Gefördert wird der Neubau beziehungsweise der Ersterwerb neu errichteter energieeffizienter Wohngebäude, wenn sie ein bestimmtes energetische Niveau erreichen. Dafür wurden folgenden Effizienzhaus-Standards für Wohngebäude definiert:

  • Effizienzhausstandard
  • Bedingungen
  • Effizienzhaus 55
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 55 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 70 Prozent.
  • Effizienzhaus 40
  • Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 40 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 55 Prozent.
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • Diese Stufe wird bei einer Installation von gebäudenahen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht.
  • Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse wird erreicht, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 55 % des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen.
  • Nachhaltigkeist-Klasse (NH-Klasse)
  • Eine „Effizienzhaus NH“-Klasse wird erreicht, wenn für dieses Haus ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird.

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Effizienzhaus-Standards im Neubau

Wie hoch ist die Förderung im Neubau?

Die Höchstgrenzen der förderfähigen Investitionskosten liegen bei 120.000 Euro pro Wohneinheit. Wird ein Effizienzhaus EE, ein Effizienzhaus NH oder ein Effizienzhaus 40 Plus-Standard erreicht, dann steigen die förderfähigen Kosten auf bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Die BEG-Fördersätze bei Effizienzhäusern im Neubau

  • Effizienzhausstandard
  • Förderung in Prozent
  • maximal geförderte Kosten (Kreditbetrag)
  • Förderung in Euro
  • Effizienzhaus 55
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 18.000 Euro
  • Effizienzhaus 55 EE/NH
  • 17,5 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 26.250 Euro
  • Effizienzhaus 40
  • 20 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 24.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 EE/NH
  • 22,5 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 33.750 Euro
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • 25 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 37.500 Euro

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Förderung im Neubau

Achtung: Wenn ihr ein Effizienzhaus noch zu einem Effizienzhaus EE und einem Effizienzhaus NH erweitert, gibt es den Förderbonus von 2,5 Prozent nur einmal. Ihr könnt also nicht 2 x 2,5 Prozent an Boni kassieren.

Für die energetische Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung gibt es darüber hinaus noch einen Zuschuss von 50 % der entstandenen Kosten. Aber auch hier gelten Höchstgrenzen:

  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt die Förderung dann maximal bis zu 10.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr.
  • Bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten liegt die Höchstgrenze bei 4.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt bei maximal 40.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr.

Welche Energiestandards gelten bei der Sanierung zum Effizienzhaus? Wie hoch ist die jeweilige Förderung?

Auch bei der Sanierung zum Effizienzhaus gelten neuen Klassen. So ist die bisherige Förderstufe Effizienzhaus 115 komplett entfallen. Weiter Bestand haben die Stufen Effizienzhaus 100, 85, 70 und 55 sowie 40 und 40 Plus. Die Förderung in Form eines Tilgungszuschusses liegt hier zwischen 25 und 50 Prozent.

Die BEG-Fördersätze bei der Sanierung zum Effizienzhaus

  • Effizienzhausstandard
  • Förderung in Prozent
  • maximal geförderte Kosten (Kreditbetrag)
  • Förderung in Euro
  • Denkmal
  • 25 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 30.000 Euro
  • Denkmal EE
  • 30 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 45.000 Euro
  • Effizienzhaus 100
  • 27,5 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 33.000 Euro
  • Effizienzhaus 100 EE
  • 32,5 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 48.750 Euro
  • Effizienzhaus 85
  • 30 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 36.000 Euro
  • Effizienzhaus 85 EE
  • 35 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 52.500 Euro
  • Effizienzhaus 70
  • 35 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 42.000 Euro
  • Effizienzhaus 70 EE
  • 40 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 60.000 Euro
  • Effizienzhaus 55
  • 40 %
  • 120.000
  • bis zu 48.000 Euro
  • Effizienzhaus 55 EE
  • 45 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 67.500 Euro
  • Effizienzhaus 40
  • 45 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 54.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 EE
  • 50 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 75.000 Euro

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Förderung bei der Sanierung zum Effizienzhaus

Wie beim Neubau erhöhen sich auch hier die Zuschüsse, wenn zusätzlich noch die Klasse Effizienzhaus EE erreicht wird. Dann gibt es bei der Sanierung noch mal fünf Prozent obendrauf. Und: Der maximale Kreditbetrag erhöht sich auch in diesem Fall von 120.000 auf 150.000 Euro.

Welche zusätzlichen Zuschüsse gibt es bei der Sanierung zum Effizienzhaus?

Zu der eigentlichen Sanierungsförderung kommen noch einmal fünf Prozent iSFP-Bonus (individuelle Sanierungsfahrplan). Dabei gilt: Ihr habt maximal 15 Jahre Zeit, um Schritt für Schritt zu sanieren und die gewünschte Effizienz­haus-Stufe zu erreichen.

Beispielrechnung: Saniert ihr einen Altbau zu einem Effizienzhaus 40 EE, bekommt ihr satte 55 Prozent (45 Grundförderung + 5 Prozent EE (erneuerbare Energien) + 5 Prozent iSFP-Bonus) an Förderung. Bei einem Kreditbetrag von 150.000 Euro sind das 82.500 Euro!

Wann und wo kann ich die Förderung für Effizienzhäuser beantragen?

Die Förderung für den Neubau und die Sanierung von Effizienzhäusern läuft ab dem 01.07.2021 über die KfW. Ihr habt dabei die Wahl zwischen einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss. Bis zum 31.06.2021 gelten noch die alten Förderprodukte.

Hier findet ihr alle Infos zu den neuen Fördermöglichkeiten bei der KfW.

Die Übersicht: FAQs zum BEG

Allgemein: Was wird über das BEG gefördert?

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude sind folgende Maßnahmen förderfähig:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Anlagentechnik (außer Heizung), zum Beispiel raumlufttechnische Anlagen inklusive Wärme- / Kälterückgewinnung
  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
  • Heizungsoptimierung
  • Fachplanung und Baubegleitung
Allgemein: Ab wann gibt es die Förderung?

Der erste Teil der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) ist am 01.01.2021 in Kraft getreten. Er betrifft aber erst einmal nur die „Förderung von Einzelmaßnahmen“ zur energetischen Modernisierung. Erst ab dem 01.07.2021 gelten dann auch die (bereits vorliegenden) Föderbestimmungen für die Vollmodernisierung und den Neubau beziehungsweise Kauf von Gebäuden.

Allgemein: Welche Fördermittel gibt es?

Die Fördermittel erhaltet ihr ...

  • in Form eines zinsgünstigen Kredites mit Tilgungszuschüssen
  • als reinen Zuschuss
  • als zusätzlichen Zuschuss für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP)
  • als zusätzlichen Zuschuss für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten. Der ist nämlich sowohl bei den Maßnahmen für die Gebäudehülle als auch bei der Anlagentechnik zwingend mit einzuschalten.
Allgemein: Wie hoch sind die maximalen Fördersummen?

Bei Wohngebäuden gilt:

  • Fördersumme bei Einzelmaßnahmen: bis zu 12.000 Euro (pro Objekt)
  • Fördersumme für die Vollmodernisierung von Wohngebäuden: bis zu 75.000 Euro je Wohneinheit (je nach erreichtem Effizienzhausstandard)
  • Fördersumme bei Neubau und Ersterwerb von Wohngebäuden: bis zu 37.500 Euro je Wohneinheit (je nach erreichtem Effizienzhausstandard)

Diese Fördersummen können sich noch erhöhen, denn zusätzlich gibt es noch:

  • Zuschüsse für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) in Höhe von 5 Prozent der Investitionssumme.
  • Zuschüsse für das Erreichen der Effizienzhaus EE-Klasse oder der Effizienzhaus NH-Klasse in Höhe von 2,5 Prozent (bei Einzelmaßnahmen) beziehungsweise 5 Prozent (bei der Sanierung zum Effizienzhaus) der Investitionssumme.
  • Eine Förderung für die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieberater (der heißt jetzt allerdings Energieeffizienz-Experte) in Höhe von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal aber 5.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 2.000 Euro pro Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten (insgesamt maximal 20.000 Euro pro Zuwendungsbescheid).

Achtung: Die Kosten für die Fachplanung und Baubegleitung durch einen Experten der Energieeffizienz-Expertenliste sind keine eigenständige, losgelöste Fördermaßnahme, die ihr einzeln beantragen könnte. Diese Förderung gibt es nur in Verbindung mit mindestens einer Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle, der Anlagentechnik (außer Heizung), den Anlagen zur Wärmeerzeugung oder der Heizungsoptimierung.

Allgemein: Bis wann bekomme ich die BEG-Förderung?

Die BEG-Förderung beziehungsweise deren Teilprogramme gelten nur bis zum 31.12.2030. Die Förderanträge müsst ihr also zwingend vorher stellen! Und: Gefördert wird nur, solange es auch entsprechende Haushaltsmittel dafür gibt. Sind die Mittel im Bundeshaushalt schon vor Ende 2030 erschöpft und werden nicht aufgestockt, dann gibt es auch keine Fördermittel mehr. Je früher ihr also einen Antrag stellt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine Förderzusage zu erhalten – natürlich immer abhängig davon, ob ihr auch die Förderbedingungen erfüllt.

Allgemein: Wer ist für welche Fördermaßnahme zuständig?

Zuständig für Antrag und Zuteilung der Fördermittel aus der Bundesförderung energieeffiziente Gebäude sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Dabei teilen sich die beiden Häuser die Aufgaben wie folgt:

Förderung von Einzelmaßnahmen

  • Kredit: KfW-Bank (ab dem 01.07.2021. Vorher gelten noch die KfW-Programme „Energieeffizient Sanieren – Kredit (151, 152)“)
  • Investitionszuschuss: BAFA (seit dem 01.01.2021)

Förderung von Vollmodernisierungen und Neubau

  • Kredit und Investitionszuschuss: KfW-Bank (01.07.2021 bis 31.12.2022)
  • Investitionszuschuss: BAFA (ab dem 01.01.2023), d. h. ab 2023 übernimmt die BAFA die Vergabe des Investitionszuschusses von der KfW
Einzelmaßnahmen: Welche Einzelmaßnahmen werden gefördert?

Folgende Maßnahmen werden im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude mit Fördergeldern unterstützt:

  • Maßnahmen an der Gebäudehülle
  • sommerlicher Wärmeschutz (zum Beispiel Rollläden)
  • Anlagentechnik
  • klimafreundliche Heizungen mit Nutzung erneuerbarer Energien
  • Anschluss an ein erneuerbares Gebäude- oder Wärmenetz
  • Maßnahmen zur Heizungsoptimierung und Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung

Die größte Bedeutung für die energetische Sanierung der eigenen vier Wände haben dabei die Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes an der Gebäudehülle – also die effektive Dämmung. Übrigens: Neben den eigentlichen Kosten der Modernisierungsmaßnahme sind auch erforderliche Maßnahmen im Umfeld der Modernisierung förderfähig. Das wären zum Beispiel die Kosten der Einrichtung einer Baustelle bei der Dämmung der Außenwände. Hier findet ihr ein Infoblatt zu den förderfähigen Kosten (PDF).

Einzelmaßnahmen: Wie hoch ist die Förderung der Einzelmaßnahmen?

Die Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle zur Erhöhung der Energieeffizienz von Altbauten fördert der Bund mit 20 Prozent der entstandenen Gesamtkosten ( = Investitionssumme). Allerdings gilt das nicht unbegrenzt. Bei Wohngebäuden sind förderfähigen Gesamtkosten pro Wohneinheit auf 60.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Ihr könnt also bei Maßnahmen zur Wärmedämmung im Jahr pro Maßnahme einen maximalen Zuschuss von bis zu 12.000 Euro erhalten.

Zusätzlich gibt es noch einen fünfprozentigen Bonus. Und zwar immer dann, wenn ihr einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) vorlegt. Der iSFP muss zwingend von einem Energieeffizienz-Experten erstellt werden. Die Kosten für die Erstellung des Sanierungsfahrplans werden bis zu 80 Prozent, maximal aber mit 1.300 Euro (bei Ein- und Zweifamilienhäuser) beziehungsweise 1.700 Euro gefördert. Hier findet Ihr alle Infos zur iSFP-Energieberatung bei der BAFA.

Hier noch mal die Fördermittel bei Einzelmaßnahmen zur Wärmedämmung in der Übersicht:

  • bis zu 20 Prozent, aber maximal 12.000 Euro der Gesamtkosten pro Wohneinheit
  • zusätzlich 5 Prozent bei Erstellung eines individuelle Sanierungsfahrplans (iSFP)
  • bis zu 80 Prozent, aber maximal 1.300 Euro der Beratungskosten für den iSFP

Mit dem iSFP-Bonus erhöht sich die maximale Fördersumme auf 60.000 Euro (20 Prozent Grundförderung, 5 Prozent Bonus = 25 Prozent von 60.000 Euro).

Beim Erwerb und Errichtung von Anlagentechnik (außer Heizung) beträgt der Fördersatz 20 Prozent.

Die Förderung für klimafreundliche Heizungen mit Nutzung erneuerbarer Energien liegt zwischen 20 und 40 Prozent. Hier kommt es unter anderem darauf an, welchen Heizungstyp ihr wählt und ob ihr zum Beispiel auch eine alte Ölheizung austauscht. In diesem Artikel findet ihr alles Wissenwerte zur Förderung beim Heizungstausch.

Einzelmaßnahmen: Ist die Förderzusage befristet? Bis wann muss ich eine Einzelmaßnahme umgesetzt haben?

Der Zuschuss für die Förderung der Einzelmaßnahmen beziehungsweise die Zusage dafür ist befristet. Normalerweise beträgt die Bewilligungsfrist 24 Monate ab Zugang der Zusage. Diese Frist könnt ihr mit einem begründeten Antrag um weitere 24 Monate verlängern. Somit beträgt die maximale Bewilligungsfrist für Einzelmaßnahmen 48 Monate.

Dabei gilt: Sechs Monate nach Ablauf dieser Bewilligungsfrist (und damit spätestens nach 54 Monaten) müsst ihr nachweisen, dass die Maßnahme, für die ihr den Zuschuss bekommen habt, auch umgesetzt wurde.

Einzelmaßnahmen: Muss ich einen Energieberater einschalten?

Einen Energieeffizienz-Experten müsst ihr zwingend bei den Anträgen für folgende Einzelmaßnahmen hinzuziehen:

  • bei Energieeffizenzmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • bei Maßnahmen zur Anlagentechnik (außer Heizung) eingebunden

Bei den anderen förderfähigen Maßnahmen ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten optional, wird aber auch in diesen Fällen dringend angeraten.

Hier findet ihr eine Expertenliste des Bundes von Energieeffizienz-Experten in eurer Nähe. Wenn ihr mögt, dann lest auch gern diesen weiterführenden Artikel zum Thema: Lohnt sich ein Energieberater?

Einzelmaßnahmen: Wo und wie beantrage ich die Förderung von Einzelmaßnahmen?

Wie beschrieben vergibt die BAFA seit Anfang 2021 den Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen (die Kreditvergabe verbleibt bei der KfW). Dabei gilt: Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht begonnen wurde.

Je nachdem, ob ihr einen Energieeffizienz-Experten einbinden müsst oder nicht, unterscheidet sich euer Antragsweg.

Antragstellung MIT Einbindung eines Energieeffizienz-Experten

Bei folgenden Vorhaben müsst ihr einen Energieberater mit einbinden:

  • Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle
  • Einzelmaßnahmen an der Anlagentechnik (außer Heizung)

In diesen Fällen erfolgt der Antrag in den folgenden drei Schritten:

  1. der Energieeffizienz-Experte erstellt eine so genannte technische Projektbeschreibung (TBP)
  2. der Energieeffizienz-Experten erhält dann eine so genannte TPB-ID
  3. mit dieser ID füllt ihr dann den elektronischen Antrag auf Förderung von Einzelmaßnahmen beim BAFA aus

Nach dem Absenden des Formulars erhaltet ihr als Antragsteller eine automatische Eingangsbestätigung per E-Mail.

Antragstellung OHNE Einbindung eines Energieeffizienz-Experten

Bei folgenden Vorhaben müsst ihr einen Energieberater nicht zwingend mit einbinden:

  • Anlagen zur Wärmeerzeugung (Heizungstechnik)
  • Heizungsoptimierung

In diesen Fällen könnt ihr direkt den elektronischen Antrag auf Förderung von Einzelmaßnahmen beim BAFA stellen.

Achtung: Wenn ihr einen Antrag für diese Heizungstechnik oder Heizungsoptimierung mit einer Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle und/oder einen Antrag für Anlagentechnik kombinieren wollt, dann ist allerdings wieder für den gesamten Antrag die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten notwendig. Wollt ihr also dämmen und gleichzeitig die Heizungsanlage tauschen, dann müsst ihr einen Energieberater hinzuziehen – sonst bekommt ihr für keine der Maßnahmen eine Förderung.

Hier noch die komplette Übersicht im Allgemeinen Merkblatt zur Antragstelleung der BAFA

Neubau: Welche Neubauten werden gefördert, welche Effizienzhaus-Standards gelten dafür?

Gefördert wird der Neubau beziehungsweise der Ersterwerb neu errichteter energieeffizienter Wohngebäude, wenn sie ein bestimmtes energetische Niveau erreichen. Dafür wurden folgenden Effizienzhaus-Standards für Wohngebäude definiert:

  • Effizienzhaus 55: Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 55 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 70 Prozent.
  • Effizienzhaus 40: Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt höchstens 40 Prozent eines Referenzgebäudes, der Transmissionswärmeverlust maximal 50 Prozent.
  • Effizienzhaus 40 Plus: Diese Stufe wird bei einer Installation von gebäudenahen Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht.
  • Effizienzgebäude EE: Dieser Standard wird erreicht, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 55 % des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen.
  • Effizienzgebäude NH: Gilt dann, wenn für ein Effizienzgebäude ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird.
Neubau: Wie hoch ist die Förderung im Neubau?

Die Höchstgrenzen der förderfähigen Investitionskosten liegen bei 120.000 Euro pro Wohneinheit. Wird ein Effizienzhaus EE, ein Effizienzhaus NH oder ein Effizienzhaus 40 Plus-Standard erreicht, dann steigen die förderfähigen Kosten auf bis zu 150.000 Euro pro Wohneinheit.

Die BEG-Fördersätze bei Effizienzhäusern im Neubau

  • Effizienzhaus 55: 15 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag = bis zu 18.000 Euro
  • Effizienzhaus 55 EE/NH: 17,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag = bis zu 26.250 Euro
  • Effizienhaus 40: 20 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag = bis zu 24.000 Euro
  • Effizienhaus 40 EE/NH: 22,5 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag = bis zu 33.750 Euro
  • Effizienzhaus 40 Plus: 25 % von maximal 150.000 Euro Kreditbetrag = bis zu 37.500 Euro

Ihr seht: Wenn ihr ein Effizienzhaus noch zu einem Effizienzhaus EE (erneuerbare Energien tragen zu mindesten 55 Prozent zur Wärmeversorgung des Gebäudes bei) oder einem Effizienzhaus NHW erweitert, enn ein Wohngebäude gleichzeitig ein Effizienzhaus EE und eine Effizienzhaus NH ist, erhöht sich die prozentuale Förderung nur einmalig um weitere 2,5 Prozent.

Für die energetische Fachplanung, Baubegleitung und Nachhaltigkeitszertifizierung gibt es darüber hinaus noch einen Zuschuss von 50 % der entstandenen Kosten. Aber auch hier gelten Höchstgrenzen. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern beträgt die Förderung dann maximal bis zu 10.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr. Bei Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten liegt die Höchstgrenze bei 4.000 Euro pro Wohneinheit, insgesamt bei maximal 40.000 Euro pro Zusage/Zuwendungsbescheid und Kalenderjahr.

Sanierung: Welche Energiestandards gelten bei der Sanierung zum Effizienzhaus, wie hoch ist hier die Förderung?

Auch bei der Sanierung zum Effizienihaus gelten neuen Klassen. So ist die bisherige Förderstufe Effizienzhaus 115 komplett entfallen. Weiter Bestand haben die Stufen Effizienzhaus 100, 85, 70 und 55 sowie 40 und 40 Plus. Die Förderung in Form eines Tilgungszuschusses liegt hier zwischen 27,5 und 45 Prozent.

Die BEG-Fördersätze bei der Sanierung zum Effizienzhaus

  • Denkmal: 25 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag
  • Effizienzhaus 100: 27,5 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag
  • Effizienzhaus 85: 30 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag
  • Effizienzhaus 70: 35 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag
  • Effizienzhaus 55: 40 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag
  • Effizienzhaus 40: 45 % von maximal 120.000 Euro Kreditbetrag

Wie beim Neubau erhöhen sich auch hier die Zuschüsse, wenn zusätzlich noch die Klasse Effizienzhaus EE erreicht wird. Dann gibt es bei der Sanierung noch mal fünf Prozent obendrauf. Und: Der maximale Kreditbetrag erhöht sich auch in diesem Fall von 120.000 auf 150.000 Euro.

Dazu kommen noch einmal fünf Prozent iSFP-Bonus (individuelle Sanierungsfahrplan). Dabei gilt: Ihr habt maximal 15 Jahre Zeit, um Schritt für Schritt zu sanieren und die gewünschte Effizienz­haus-Stufe zu erreichen.

Beispielrechnung: Saniert ihr also einen Altbau zu einem Effizienzhaus 40 EE,, bekommt ihr satte 55 Prozent (45 Grundförderung + 5 Prozent EE (erneuerbare Energien) + 5 Prozent iSFP-Bonus) an Förderung. Bei einem Kreditbetrag von 150.000 Euro sind das 82.500 Euro!

Neubau und Sanierung: Wann und wo kann ich die Förderung für Effizienzhäuser beantragen?

Die Förderung für den Neubau und die Sanierung von Effizienzhäusern läuft ab dem 01.07.2021 über die KfW. Ihr habt dabei die Wahl zwischen einem Kredit mit Tilgungszuschuss oder einem direkt ausgezahlten Zuschuss. Bis zum 31.06.2021 gelten noch die alten Förderprodukte.

Hier findet ihr alle Infos zu den neuen Fördermöglichkeiten bei der KfW.

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