Baustelle eines Einfamilienhauses
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Baustelleneinrichtung: Alle Kosten und Vorschriften im Überblick

Anita Stall

Anita Stall

Die Baustelleneinrichtung zu planen ist ein wichtiger Schritt vor dem Hausbau. Nicht zu vernachlässigen sind hierbei die gesetzlichen Vorgaben, denn nicht alles lässt sich an die Baufirma abgeben. Ein Überblick über die Kosten und Vorschriften bei der Erstellung eines Baustelleneinrichtungsplans.

Beim Bau eines Hauses gibt es einiges zu beachten. Damit alles reibungslos ablaufen kann, solltet ihr vorab einen genauen Plan erstellen. Die Baustelleneinrichtung ist ein zentraler Bestandteil davon.

Was zählt zur Baustelleneinrichtung?

Vereinfacht gesagt fallen unter die Baustelleneinrichtung Gegenstände, die man auf einer Baustelle benötigt. Das können sowohl ein WC für die Arbeiter, ein Büro für den Bauleiter als auch ein Erste-Hilfe-Set sein. Was genau benötigt wird, hängt von dem individuellen Bauvorhaben ab und wird auf einem Baustelleneinrichtungsplan festgehalten.

Was beinhaltet ein Baustelleneinrichtungsplan?

Auf einem Baustelleneinrichtungsplan wird nicht der Ablauf eines Hausbaus festgehalten. Es handelt sich hierbei um eine maßstabsgetreue Zeichnung des Baugeländes. Darauf wird genau festgehalten, welche Baustelleneinrichtung an welchen Platz kommt. Auf einem Blick ist so unter anderem erkennbar:

  • welche Wege für den Transport von Baumaterialen genutzt werden
  • an welchem Platz Abfälle entsorgt werden
  • wo die Wasser- und Stromleitung laufen
  • welcher Ort für Maschinen (zum Beispiel einen Kran oder Betonmischer) vorgesehen ist
  • wo Absperrungen platziert werden

Das ist wichtig, um Bauverzögerungen zu vermeiden. Ein solcher Plan dient aber auch der Absicherung aller Beteiligten auf der Baustelle. Fehlende Sicherheitsvorkehrungen können schnell gefährlich werden. Zusammengefasst lässt sich also sagen: Bauherren sparen mit einem Baustelleneinrichtungsplan Zeit, Geld und Nerven.

Wie erstellt man einen Baustelleneinrichtungsplan?

Die Baustelleneinrichtung zu planen, gehört bei einem Hausbau zur Arbeitsvorbereitung. Den Plan solltet ihr demnach vor dem Baubeginn erstellen. Dafür müsst ihr als Bauherren mit eurer Baufirma auf das Grundstück gehen, auf dem euer Haus errichtet werden soll. Alternativ kann auch ein Vertreter oder eurer Baukoordinator an dem Termin teilnehmen.

Zusätzlich zu der Bauleitung muss ein Experte von jedem Gewerk dabei sein. Der Grund: Jedes Gewerk hat seine eigenen Anforderungen an eine Baustelle. Während ein Dachdecker zum Beispiel Platz für seine Balken braucht, benötigt ein Mauer einen geeigneten Ort für seinen Betonmischer.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat eine Checkliste für den Baustelleneinrichtungsplan herausgegeben. Am besten geht ihr diese Punkt für Punkt durch. So könnt ihr sichergehen, dass ihr nichts vergesst.

Gemeinsam begutachten die Teilnehmer der Baustellenbegehung die Beschaffenheit des Bodens und überlegen, wo ihre Geräte und Materialen hinkommen. Dabei wird nicht nur das Grundstück selbst in Augenschein genommen. Auch die umliegende Umgebung, wie die Straße oder Nachbarshäuser, spielen eine Rolle.

Im nächsten Schritt wird die Zeichnung erstellt. Wichtig ist hierbei, dass der Baustelleneinrichtungsplan maßstabsgetreu eingezeichnet wird. Das Ziel ist es, dass man sich alleine mit diesem Plan auf der Baustelle zurechtfinden kann. Zuletzt müssen nur noch die Punkte auf dem Grundstück abgesteckt werden.

Wer ist für die Baustelleneinrichtung zuständig?

In der Regel ist der Bauherr für die Baustelleneinrichtung verantwortlich. Da diese Aufgabe aber sehr komplex ist und viel Verantwortung mit sich bringt, empfiehlt es sich, sie an erfahrene Profis zu übertragen. Das kann zum Beispiel ein Baubegleiter vom Wohnglück-Service sein oder vom Bauherren-Schutzbund oder Verband privater Bauherren (VPB). Ihr könnt auch die Baufirma mit der Baustelleneinrichtung beauftragen. Die Absprachen hierzu haltet ihr im Bauvertrag fest.

Ihr könnt die Baustelleneinrichtung also in andere Hände abgeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihr damit von eurer Verantwortung entbunden seid (siehe § 3 der Baustellenverordnung). Diese solltet ihr ernst nehmen, denn werden die geltenden Vorschriften missachtet, kann euch eine Strafte drohen.

Deshalb solltet ihr im Rahmen eurer Aufsichtspflicht regelmäßig die Baustelle besuchen und überprüfen, ob der Arbeitsschutz und die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Wenn offensichtliche, also für den Laien erkennbare Sicherheitsmängel bestehen, müsst ihr als Bauherr die die Baufirma zu weiteren Schutzmaßnahmen auffordern.

Tipp: Lest hier, was die wichtigsten Versicherungen für Bauherren sind.

Baustelleneinrichtung: Diese Vorschriften gelten

Die gesetzlichen Pflichten zur Baustelleneinrichtung sind in der Baustellenverordnung geregelt. Ihr müsst auch die Verkehrssicherungspflicht, das Arbeitsschutzgesetz und die Arbeitsstättenverordnung beachten.

Verkehrssicherung

Die Verkehrssicherung gewährleistet, dass alle Personen, die die Baustelle betreten, auch unbeschadet bleiben. Das gilt sowohl für Handwerker als auch für Zulieferer. Darunter fällt auch, dass Gelände so abzusichern, dass Unbefugte es nicht betreten können.

Es handelt sich hierbei um eine allgemeine Rechtspflicht, die sich aus § 823 Absatz 1 BGB ergibt. Ansonsten kann bei einem Unfall Schadensersatz verlangt werden.

Ist eine Baufirma involviert, gebt ihr die Verkehrssicherungspflicht an sie ab. Eure Aufsichtspflicht als Bauherr bleibt jedoch weiterhin bestehen. Das heißt, ihr könnt für Schäden haftbar gemacht werden. Das gilt auch, wenn ihr sie nicht selbst verursacht habt.

Baustelle mit Bauzaun
Eure Baustelle solltet ihr mit einem Bauzaun absichern, damit sich dort niemand verletzt. © Getty Images/iStockphoto

Arbeitsschutzgesetz

Habt ihr eine Baufirma beauftragt, seid ihr nicht mehr für den Arbeitsschutz verantwortlich. Der Arbeitgeber muss sich nun um die Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes kümmern. Er muss demnach zum Beispiel Hygienevorkehrungen für seine Mitarbeiter treffen.

Arbeitsstättenverordnung

Für die Arbeitsstättenverordnung ist ebenfalls die Baufirma zuständig. Gibt es diese nicht, seid ihr als Bauherren verantwortlich. Das bedeutet, ihr müsst euch (nach § 4 ArbStättV) unter anderem um Fluchtwege und einen Erste-Hilfe-Kasten kümmern.

Die Vorschriften solltet ihr unbedingt beachten. Bei Nichteinhaltung des Arbeitsschutzgesetzes (kurz: ArbSchG) kann nämlich ein Bußgeld fällig werden. Die Höhe der Geldbuße richtet sich nach § 25 ArbSchG. Gibt es, zum Beispiel wegen fehlender Sicherheitsmaßnahmen, einen Unfall auf der Baustelle, kann der Verletzte Schadensersatz fordern. Verunglückt jemand tödlich, kann es sogar zu Haftstrafen kommen.

Was kostet die Baustelleneinrichtung?

Die Kosten für eure Baustelleneinrichtung werden individuell berechnet. Braucht ihr zum Beispiel für lange Zeit einen Kran oder kommt es zu Verzögerungen, steigt der Preis schnell. Wie viel ihr bezahlen müsst, hängt demnach von vielen Faktoren ab:

  • Welche Maschinen werden benötigt?
  • Wie viele Personen arbeiten auf der Baustelle?
  • Wie groß ist das Grundstück?
  • Art der Abrechnung (pauschal, nach Einzelkosten oder prozentuell)

Den genauen Preis für die Baustelleneinrichtung könnt ihr dem Angebot eurer Baufirma entnehmen. Manchmal sind die Kosten unter verschiedenen Posten aufgelistet oder stecken in einer Pauschale. In den meisten Fällen zahlt ihr für die Baustelleneinrichtung jedoch zwischen zwei und zehn Prozent der Baukosten.

Wenn ihr euer Haus in Eigenregie baut, müsst ihr euch um die Baustelleneinrichtung selbst kümmern. Um euch ein besseres Gefühl für die Kosten der einzelnen Posten zu geben, hier einige Beispiele im Überblick.

  • Baustelleneinrichtung
  • Kosten
  • Bagger
  • ca. 70 Euro/Stunde
  • Bauzaun
  • ca. 30 Euro/Meter
  • Kran
  • ca. 250 - 1000 Euro/Tag
  • Dixi-Klo
  • ca. 100 Euro/Monat
  • Bauschuttcontainer
  • ca. 120 - 900 Euro
  • Bauwasserleitung
  • ca. 10 - 20 Euro/Meter

Bei den Preisen für die Baustelleneinrichtung handelt es sich um Durchschnittswerte.

Am besten kalkuliert ihr von vornherein einen finanziellen Puffer ein. Denn im Laufe eines Hausbaus kann es immer mal vorkommen, dass ihr ungeplante Anschaffungen machen müsst.

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