Querschnitt durch eine wärmegedämmte Außenwand
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Modernisieren | Ratgeber

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus: So kommt ihr an Fördermittel

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Ihr wollt euer Haus umfangreich sanieren und zu einem KfW-Effizienzhaus machen? Dann könnt ihr dafür eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Wir zeigen euch, welche Voraussetzungen ihr dafür erfüllen müsst und wie ihr an die Fördergelder kommt.

Mit der Förderung der Gebäudesanierung im Rahmen der seit Anfang 2021 geltenden Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) will der Staat die Energiewende voranbringen. Bei der Sanierung eures Hauses zu einem so genannten KfW-Effizienzhaus könnt ihr einen Kredit mit Zinsvergünstigung und Tilgungszuschuss bekommen. Der Effizienzhausstandard bestimmt die Höhe des Tilgungszuschusses. Er verringert am Ende den zurückzuzahlenden Kreditbetrag.

Wir sagen euch, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst, um an die Fördermittel zu kommen, wie hoch diese im Einzelfall sind und wie ihr den Förderkredit beantragt.

Älteres Gebäude mit Baugerüst
Die Sanierung älterer Gebäude zu Effizienzhäusern fördert die KfW mit Krediten oder Investitionszuschüssen. © AdobeStock

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus: Die Grundvoraussetzungen

Euer Haus ist in die Jahre gekommen und ihr wollt es sanieren? Dafür bekommt ihr unter bestimmten Umständen Fördermittel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ab dem

  1. Juli 2022 gelten dafür neue Bestimmungen. Grundlage, um bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus an die Fördermittel zu kommen, ist aber nach wie vor der KfW-Effizienzhausstandard. Der muss erreicht sein, damit euch der Staat bei der Sanierung unterstützt.

Zwei energetische Messgrößen sind bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus entscheidend:

Die KfW-Effizienzhäuser haben die Werte 40 bis 100. Je geringer der Wert, desto besser die Energieeffizienz. Als Referenzgröße dient das KfW-Effizienz­haus 100. Es entspricht in punkto Energieeffizienz exakt den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Deshalb wird die Sanierung zu einem Effizienzhaus 100 auch nicht gefördert.

Dazu ein Beispiel: Das KfW-Effizienzhaus 100 hat einen bestimmten Bedarf an Primärenergie. Im Vergleich dazu benötigt das KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent dieser Primärenergie. Und: Der Transmissionswärmeverlust liegt nur bei 70 Prozent, beim KfW-Effizienzhaus 100 sind es
115 Prozent.

Förder-Voraussetzung bei der Sanierung zum Effizienzhaus ist immer: Eure Immobilie muss mindestens fünf Jahre alt sein. Genauer gesagt: Der Bau­antrag oder die Bau­anzeige für das Wohn­gebäude muss zum Zeit­punkt des Förderantrags mindestens fünf Jahre zurückliegen.

Lest mehr über den Primärenergiebedarf in unserem Artikel "Primärenergiebedarf: Energieverbrauch eines Haushalts richtig berechnen".

Muss ich ganz bestimmte Sanierungsmaßnahmen durchführen?

Konkrete Sanierungsmaßnahmen sind zur Erlangung der Fördermittel nicht vorgeschrieben. Hauptsache, einer der KfW-Effizienzhausstandards wird erreicht. Wie ihr das macht, ist prinzipiell euch überlassen.

In der Regel ist eine Kombination aus diversen baulichen Maßnahmen (Heizung/Lüftung/Dämmung) nötig, um einen der Standards zu erreichen. Die Fördermittel gibt es aber nicht nur für eine komplette Sanierung, sondern auch für Einzelmaßnahmen. In diesem Fall gelten aber andere Förderbestimmungen, und auch die Fördersummen sind andere. Zuständig für die Förderung von Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Ob Einzelmaßnahme oder – wie hier besprochen – die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus: Welche Maßnahmen und Kombinationen in eurem Fall sinnvoll sind, was sie konkret bringen – das sagt euch ein Energieberater.

Muss ich bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus einen Energieberater mit hinzuziehen?

Die KfW hat neben dem Erreichen eines Standards noch zwingend zwei weitere Grundbedingungen, damit ihr die Fördermittel erhaltet.

  1. Alle Arbeiten müssen von Fachfirmen ausgeführt werden.
  2. Der gesamte Prozess muss von einem Energieeffizienz-Experten begleitet werden.

Bei der Komplexität einer Sanierung ist das auch absolut sinnvoll. Der Energieberater entwickelt mit euch gemeinsam ein komplettes Sanierungskonzept und ist kompetenter Ansprechpartner auch bei der Auftragsvergabe und Durchführung der Sanierungsmaßnahmen. Und: Auch hier gibt es eine separate KfW-Förderung für die Arbeit des Energieberaters. Konkret: Für die energetische Fachplanung und Baubegleitung gewährt die KfW einen Tilgungszuschuss von 50 Prozent der dafür entstandenen Kosten.

Welche Fördermittel gibt es von der KfW?

Mit der Umgestaltung der Richtlinien für die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) zum 28.07.2022 wurde die Form der Kreditförderung geändert. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es einen Kredit mit einem Tilgungszuschuss (ihr zahlt also nicht den vollen Kredit zurück). Jetzt besteht die Förderung aus zwei Komponenten – einem Tilgungszuschuss, der deutlich geringer ist als früher, und einer Zinsvergünstigung.

Der Tilgungszuschuss ist umso höher, je besser die Energieeffizienz eures Hauses ist, also je niedriger die Effizienzhaus-Stufe. Alle Stufen gibt es jeweils in einer Basis-Klasse und in einer
EE-Klasse. EE steht dabei für "Erneuerbare-Energien-Klasse". Die ist dann erfüllt, wenn ihr im Rahmen der Sanierung eine neue Heizungs­anlage auf Basis erneuer­barer Energien einbaut, die mindestens 55 Prozent des Energie­bedarfs deckt. Bei einer Sanierung zum Effizienz­haus muss die neue Heizungs­anlage Bestand­teil der Sanierung sein, um die Förderung zu erhalten.

Erreicht ihr mit eurer Sanierung eine EE-Klasse, dann gibt es einen Bonus von fünf Prozentpunkten auf den Basis-Tilgungszuschuss der jeweiligen Effizienzhaus-Stufe obendrauf. Und: Der maximale Kreditbetrag erhöht sich von 120.000 auf 150.000 Euro.

Die Zinsvergünstigung wird für den ersten Zinsbindungszeitraum gewährt. Sie beträgt für alle Effizienzhausstufen maximal 15 Prozent, kann sich jedoch beispielsweise in Abhängigkeit von Zinsentwicklungen auf dem Markt verringern.

Folgende Fördersummen könnt ihr – abhängig vom erreichten KfW-Effizienzhausstandard – bekommen:

  • Effizienzhausstandard
  • Tilgungszuschuss
  • Zuschuss Worst Performing Building (ab 22.09.2022)
  • maximale Zinsvergünstigung
  • maximal geförderte Kosten (Kreditbetrag)
  • maximale Förderung in Euro
  • Denkmal
  • 5 %
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 24.000 Euro
  • Denkmal EE
  • 10 %
  • 15 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 37.500 Euro
  • Effizienzhaus 85
  • 5 %
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 24.000 Euro
  • Effizienzhaus 85 EE
  • 10 %
  • 15 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 37.500 Euro
  • Effizienzhaus 70
  • 10 %
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 30.000 Euro
  • Effizienzhaus 70 EE
  • 15 %
  • 15 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 45.000 Euro
  • Effizienzhaus 55
  • 15 %
  • 5 %
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 42.000 Euro
  • Effizienzhaus 55 EE
  • 20 %
  • 5 %
  • 15 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 60.000 Euro
  • Effizienzhaus 40
  • 20 %
  • 5 %
  • 15 %
  • 120.000 Euro
  • bis zu 48.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 EE
  • 25 %
  • 5 %
  • 15 %
  • 150.000 Euro
  • bis zu 67.500 Euro

Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): die Förderung bei der Sanierung zum Effizienzhaus

Welche zusätzlichen Zuschüsse gibt es bei der Sanierung zum Effizienzhaus?

Bis zum 28.07.2022 wurden Bauherren mit einem zusätzlichen iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) in Höhe von 5 Prozentpunkten belohnt, wenn sie mit der Sanierung Maßnahmen umgesetzt haben, die im Sanierungsfahrplan empfohlen waren. Der iSFP-Bonus wurde für Komplettsanierungen abgeschafft.

Ab 22.09.2022 gibt es einen Bonus für sogenannte Worst Performing Buildungs. So werden die ineffizientesten 25 Prozent aller deutschen Gebäude genannt. Wenn ihr ein solches Gebäude auf das Effizienzhaus-Niveau EH 40 oder EH 55 saniert, bekommt ihr einen zusätzlichen Bonus in Höhe von 5 Prozentpunkten. Dieser Bonus ist mit dem EE-Bonus kumulierbar.

Wann muss ich die Fördermittel beantragen?

Den Förderkredit müsst ihr in jedem Fall VOR Beginn der Arbeiten beantragen. Erst wenn ihr eine Zusage von der KfW erhaltet, solltet ihr Fachfirmen beauftragen und mit den Bauarbeiten beginnen. Wenn ihr schon mit der Sanierung begonnen habt, dann bleibt euch nur noch der Weg über die steuerliche Förderung.

Mann bedient einen Taschenrechner.
Lohnt sich die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus? Wie bei jeder großen Investition solltet ihr das vorher mit einem Profi durchrechnen. © Getty Images/iStockphoto/Andrey Popov

Wie beantrage ich die KfW-Förderung für die Sanierung zum Effizienzhaus?

Wenn ihr euch für eine Komplettsanierung und einen Förderkredit entscheidet, läuft es von der Antragstellung bis zur Auszahlung des Geldes folgendermaßen ab:

In 4 Schritten zum KfW-Kredit

  1. Energieberater suchen und beauftragen. Zugelassen sind alle Sach­verständigen, die in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes geführt sind.
  2. Finanzierungspartner finden und Kredit beantragen. Die KfW selbst vergibt keine Kredite. Die formale Abwicklung erfolgt durch Partnerinstitute. Das können Bausparkassen sein, Finanzierungsvermittler, Banken oder Sparkassen. Hier beantragt ihr den eigentlichen Kredit. Bei der Antragstellung müsst ihr die "Bestätigung zum Antrag" mitbringen, die euch der Experte für Energieeffizienz ausstellt.
  3. Kreditvertrag abschließen, Sanierung beginnen. Mit eurem Finanzierungspartner schließt ihr den Kreditvertrag ab. Wenn ihr dann die Zusage der KfW für die beantragten Fördermittel habt, könnt ihr mit den geplanten Arbeiten beginnen.
  4. Tilgungszuschuss erhalten. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, müsst ihr bei dem Finanzierungspartner eine "Bestätigung nach Durch­führung" einreichen. Im Anschluss schreibt euch dann die KfW den Tilgungs­zuschuss gut­.

Lohnt sich eine KfW-Förderung für mich?

Obwohl ihr bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus eine Menge an Fördermitteln erhaltet, ist die gesamte Investition doch ziemlich hoch. Ob sich das trotz der KfW-Förderung lohnt, wann sich die Kosten amortisieren und was die Sanierung ganz konkret in der Zukunft an (Energie-)Einsparungen bringt, das hängt immer vom Einzelfall ab. Unabdingbar ist bei einer vernünftigen Planung die Unterstützung eines Energieberaters.

Wie ihr eine energetische Sanierung schlau plant, welche Fehler ihr dabei von vornherein vermeiden könnt, lest ihr in diesem Artikel:

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