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Modernisieren | Ratgeber

Haus zum KfW-Effizienzhaus sanieren: So kommt ihr an Fördermittel

Dirc Kalweit

Ihr wollt euer Haus umfangreich sanieren und zu einem KfW-Effizienzhaus machen? Dann könnt ihr dafür eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. Wir zeigen euch, welche Voraussetzungen ihr dafür erfüllen müsst und wie ihr an die Fördergelder kommt.

Mit der Förderung der Gebäudesanierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) will der Staat die Energiewende voranbringen. Wenn ihr euer Haus zu einem so genannten KfW-Effizienzhaus saniert, dann gibt es dafür verschieden hohe Fördermittel in Form von direkten Zuschüssen oder verbilligten Krediten.

Wir sagen euch, welche Bedingungen ihr erfüllen müsst, um an die Fördermittel zu gelangen, wie hoch diese im Einzelfall sind und wie ihr das Fördergeld beantragt.

Älteres Gebäude mit Baugerüst
Die Sanierung älterer Gebäude zu Effizienhäusern fördert die KfW mit Krediten oder Investitionszuschüssen. © AdobeStock

KfW-Förderung: Die Grundvoraussetzungen

Euer Haus ist in die Jahre gekommen und ihr wollt es sanieren? Dafür bekommt ihr unter bestimmten Umständen Fördermittel von der KfW. Welche das sind und wie hoch diese ausfallen, das bemisst sich vor allem an dem so genannten KfW-Effizienzhausstandard.

Zwei energetische Messgrößen sind dabei entscheidend:

  • Der Primärenergiebedarf: Er gibt den durchschnittlichen Energieverbrauch für Heizen, Warmwasser und Lüften an. Neben den reinen Verbrauchswerten werden beim Primärenergiebedarf auch vorgelagerte Prozesse (Gewinnung, Transport, Umwandlungsverluste) mit einbezogen.
  • Der Transmissionswärmeverlust: Hierbei handelt es sich um den Wärmeverlust bei einem beheizten Gebäude, der durch die Energieabgabe an die Umgebung durch die Gebäudehülle sowie Dämmung und Fenster entsteht.

Die KfW-Effizienzhäuser haben die Werte 55 bis 115. Je geringer der Wert, desto besser die Energieeffizienz. Als Referenzgröße dient das KfW-Effizienz­haus 100. Es entspricht in punkto Energieeffizienz exakt den Vorgaben der Energie­einspar­verordnung (EnEV).

Dazu ein Beispiel: Das KfW-Effizienzhaus 100 hat einen bestimmten Bedarf an Primärenergie. Im Vergleich dazu benötigt das KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent dieser Primärenergie. Und: Der Transmissionswärmeverlust liegt nur bei 70 Prozent, beim KfW-Effizienzhaus 100 sind es 115 Prozent.

Diese energetischen Vorgaben gelten bei KfW-Effizienzhäusern

  • Standard
  • Primärenergiebedarf in %
  • Transmissionswärmeverlust in %
  • KfW-Effizienzhaus 40
  • 40
  • 55
  • KfW-Effizienzhaus 55
  • 55
  • 70
  • KfW-Effizienzhaus 70
  • 70
  • 85
  • KfW-Effizienzhaus 85
  • 85
  • 100
  • KfW-Effizienzhaus 100
  • 100
  • 115
  • KfW-Effizienzhaus 115
  • 115
  • 130
  • KfW-Effizienzhaus Denkmal*
  • 160
  • 175

KfW-Effizienzhaus: Höchstwerte beim EnEV-Referenzhaus / *Richtwert, Abweichungen u. U. zulässig

Interessant ist dabei, dass mit dem KfW-Effizienzhausstandard 115 auch Gebäudesanierungen gefördert werden, die über dem eigentlichen Referenzstandard 100 liegen. Das ist gerade für ältere Gebäude interessant, bei denen sich ein 70er- oder gar 55er-Standard nur unter größten Aufwendungen erreichen lässt und sich eine Sanierung daher auch trotz Fördermitteln kaum lohnt.

Muss ich ganz bestimmte Sanierungsmaßnahmen durchführen?

Konkrete Sanierungsmaßnahmen sind zur Erlangung der Fördermittel nicht vorgeschrieben. Hauptsache, einer der KfW-Effizienzhausstandards wird erreicht. Wie ihr das macht, ist prinzipiell euch überlassen.

In der Regel ist eine Kombination aus diversen baulichen Maßnahmen (Heizung/Lüftung/Dämmung) nötig, um einen der Standards zu erreichen. Die Fördermittel gibt es aber nicht nur für eine komplette Sanierung, sondern auch für Einzelmaßnahmen. Welche Maßnahmen und Kombinationen in eurem Fall sinnvoll sind, was sie konkret bringen – das sagt euch ein Energieberater.

Muss ich einen Energieberater mit hinzuziehen?

Die KfW hat neben dem Erreichen eines Standards noch zwingend zwei weitere Grundbedingungen, damit ihr die Fördermittel erhaltet. Erstens müssen alle Arbeiten von Fachfirmen ausgeführt werden. Und zweitens muss der gesamte Prozess von einem Experten für Energieeffizienz begleitet werden.

Bei der Komplexität einer Sanierung ist das aber absolut sinnvoll. Der Energieberater entwickelt mit euch gemeinsam ein komplettes Sanierungskonzept und ist kompetenter Ansprechpartner auch bei der Auftragsvergabe und Durchführung der Sanierungsmaßnahmen. Und: Auch hier gibt es eine separate KfW-Förderung für die Arbeit des Energieberaters. Nähere Infos dazu findet ihr hier:

Welche Fördermittel gibt es von der KfW?

Für die Gebäudesanierung zum KfW-Effizienzhaus vergibt die KfW entweder einen Investitionszuschuss (Programm 430) oder einen Kredit mit Tilgungszuschuss (Programm 151). Tilgungszuschuss bedeutet konkret, dass ihr nicht den gesamten Kredit zurückzahlen müsst.

Die Höhe der Förderung hängt in beiden Fällen vom durch die Sanierung erreichten KfW-Effizienzhausstandard ab.

Übersicht der KfW-Fördermittel bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

  • Sanierung zum ...
  • Investitionszuschuss
  • Kreditrahmen
  • Tilgungszuschuss
  • KfW-Effizienzhaus 55
  • 40 %, maximal 48.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 40 %
  • KfW-Effizienzhaus 70
  • 35 %, maximal 42.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 35 %
  • KfW-Effizienzhaus 85
  • 30 %, maximal 36.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 30 %
  • KfW-Effizienzhaus 100
  • 27,5 %, maximal 33.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 27,5 %
  • KfW-Effizienzhaus 115
  • 25 %, maximal 30.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 25 %
  • Effizienzhaus Denkmal
  • 25 %, maximal 30.000 Euro
  • Maximal 120.000 Euro mit 0,75 % Sollzinssatz
  • 25 %

KfW-Förderung bei der Gebäudesanierung: Maßnahmen, Zuschüsse und Kreditvolumen / Stand: 21. Februar 2020

Die tagesaktuell genauen Konditionen, technischen Bestimmungen und vor allem Merkblätter zum Download findet ihr auf der KfW-Webseite:

Bei der KfW-Förderung gibt es noch einen Spezialfall. Über das Programm "Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit" werden alle unterstützt, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen. Hier erhaltet ihr ausschließlich einen Kredit bis maximal 50.000 Euro mit einem Sollzinssatz von 0,78 Prozent (Stand: 21.02.2020).

Das Programm heißt deshalb Ergänzungskredit, weil die hauptsächliche Förderung von Heizungen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erfolgt. Mehr zu den dort gültigen Fördermitteln und -bedingungen erfahrt ihr in diesem Artikel:

Wann muss ich die Fördermittel beantragen?

Egal ob Investitionszuschuss oder Kredit: Die jeweiligen Fördermittel müsst ihr in jedem Fall VOR Beginn der Arbeiten beantragen. Erst wenn ihr eine Zusage von der KfW erhaltet, solltet ihr mit den Bauarbeiten beginnen. Wenn ihr schon mit der Sanierung begonnen habt, dann bleibt euch nur noch der Weg über die steuerliche Förderung.

Wie beantrage ich die KfW-Förderung?

Je nachdem ob ihr euch für die Kreditvariante entscheidet oder lieber einen Investitionszuschuss wählt, läuft es von der Antragstellung bis zur Auszahlung des Geldes folgendermaßen ab:

In 5 Schritten zum KfW-Kredit

  1. Energieberater suchen und beauftragen. Zugelassen sind alle Sach­verständigen, die in der Experten­liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) für Förder­programme des Bundes geführt sind.
  2. Fördermittel checken. Gemeinsam mit dem Energieberater prüft ihr, welche Förderung für euch am besten in Frage kommt. Unter Umständen könnt ihr auch diverse Fördertöpfe anzapfen, das heißt zum Beispiel die Förderung zum KfW-Effizienzhaus mit Mitteln zur Förderung aus anderen Programmen (zum Beispiel der KfW-Förderung für Einbruchschutz) kombinieren.
  3. Finanzierungspartner finden und Kredit beantragen. Die KfW selbst vergibt keine Kredite. Die formale Abwicklung erfolgt durch Partnerinstitute. Das können Bausparkassen sein, Finanzierungsvermittler, Banken oder Sparkassen. Hier erfolgt der eigentliche Kreditantrag. Bei der Antragstellung müsst ihr die "Bestätigung zum Antrag" mitbringen, die euch der Experte für Energieeffizienz ausstellt.
  4. Kreditvertrag abschließen, Sanierung beginnen. Mit eurem Finanzierungspartner schließt ihr den Kreditvertrag ab. Wenn ihr dann die Zusage der KfW für die beantragten Fördermittel habt, könnt ihr mit den geplanten Arbeiten beginnen.
  5. Tilgungszuschuss erhalten. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, müsst ihr bei dem Finanzierungspartner eine "Bestätigung nach Durch­führung" einreichen. Im Anschluss schreibt euch dann die KfW den Tilgungs­zuschuss gut­.

In 5 Schritten zum KfW-Investitionszuschuss

  1. Energieberater suchen und beauftragen. Sucht in der Experten­liste der Deutschen Energie-Agentur (dena) für Förder­programme des Bundes einen Energieberater, der euch bei eurem Sanierungsvorhaben berät.
  2. Fördermittel checken. Neben dem Zuschuss gibt es eventuell noch weitere Fördermöglichkeiten, die ihr zusätzlich erhaltet. Prüft das gemeinsam mit dem Energieberater.
  3. Zuschuss beantragen. Vor dem Beginn der Arbeiten könnt ihr den Zuschuss direkt in KfW-Zuschussportal beantragen.
  4. Sanierung beginnen, Identität nachweisen. Sobald ihr die Zusage für die Förderung erhaltet, könnt ihr mit den Arbeiten beginnen. Gleichzeitig müsst ihr noch über einen SCHUFA-IdentitätsCheck eure Identität nachweisen.
  5. Investitonszuschuss erhalten. Sanierung abgeschlossen? Dann stellt euch der Energieexperte die "Bestätigung nach Durch­führung" (BnD) aus. Wenn ihr eure Identität erfolgreich nachgewiesen habt, könnt ihr die BnD-ID im KfW-Zuschussportal übermitteln. Danach erhaltet ihr dann den Investitonszuschuss.

Lohnt sich eine KfW-Förderung für mich?

Im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Klimapaketes wurden im Januar 2020 auch die Fördermittel der KfW deutlich erhöht. Trotzdem ist eine Gebäudesanierung immer noch eine kostspielige Maßnahme.

Ob sich eine solche Investition lohnt, wann sie sich amortisiert und was sie ganz konkret in der Zukunft an (Energie-)Einsparungen bringt, das hängt immer vom Einzelfall ab. Unabdingbar ist bei einer vernünftigen Planung die Unterstützung eines Energieberaters. Wie ihr eine energetische Sanierung schlau plant, welche Fehler ihr dabei von vornherein vermeiden könnt, lest ihr in diesem Artikel:

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