Bodenplatte: Fertig gegossenen Fundament eines Einfamilienhauses.
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Bodenplatte: Kosten, Arten, Aufbau der Fundamentplatte

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Die Bodenplatte bildet die Basis eines Hauses ohne Keller. Lest hier alles über den Aufbau und die Verlegung einer Bodenplatte, ihre Vorteile und Nachteile sowie die Kosten.

Ohne Bodenplatte kein Hausbau. In diesem Artikel klären wir euch über verschiedene Arten von Bodenplatten auf, zeigen den Aufbau der Fundamentplatte und geben einen Überblick zu den Kosten.

Was ist eine Bodenplatte?

Eine Bodenplatte bildet beim Hausbau den Übergang vom Gebäude zum Unter- beziehungsweise Baugrund. Es gibt sie als nicht tragende Kellerbodenplatte und (bei nicht unterkellerten Häusern) als tragende Fundamentplatte. Eine Bodenplatte erfüllt dabei folgende Aufgaben:

  • bildet den waagerechten Untergrund für das Haus und somit den konstruktiven Übergang zu den anderen Hausteilen
  • fängt Lasten und Gewichte ab
  • ist die Basis für die Standsicherheit des Hauses

Eine Bodenplatte fängt vor allem das Eigengewicht des Hauses ab und verteilt dieses gleichmäßig. Dazu gleicht die Bodenplatte gleichzeitig Verformungen im Erdreich aus und verhindert so die Rissbildung am Haus. Übrigens: Die Bodenplatte wird oft auch als Gründungsplatte, Plattengründung oder Plattenfundament bezeichnet.

Fundamentarten: Streifen-, Einzel- und Plattenfundament

Ein Fundament zu errichten, dieser Vorgang wird auch als Gründung bezeichnet. Grundsätzlich werden zwei Arten der Gründung unterschieden:

  • Flachgründung: Hier werden die Bauwerkslasten direkt über den tragfähigen Baugrund abgetragen
  • Tiefgründung: Sie ist dann nötig, wenn erst in größerer Tiefe eine tragfähige Schicht vorhanden ist. Eine Tiefgründung erfolgt zum Beispiel durch Pfähle oder Brunnenfundamente.

Beim Hausbau kommt üblicherweise die Flachgründung zum Einsatz. Und hier stehen wiederum drei verschiedene Fundamentarten zur Auswahl:

  • Streifenfundament: Ein Streifenfundament bildet den (äußeren) Grundriss eines Hauses ab und besteht aus einem massiven, gegossenen Betonstreifen. Auf diesem Streifen steht dann direkt das Haus oder die (nicht tragende) Kellerbodenplatte.
  • Einzel- oder Punktfundament: Ein Einzel- oder Punktfundament kommt dann zum Einsatz, wenn Stützen ein Gebäude tragen. Das ist vor allem im Gewerbebau (zum Beispiel bei Industriehallen) der Fall.
  • Plattenfundament: Plattengründung, Bodenplatte, Plattenfundament – alle drei Begriffe beschreiben eine komplett über den gesamten Grundriss des Gebäudes verlegte Platte, die die Last gleichmäßig auf den Boden verteilt.

Wie ist der Untergrund mit Bodenplatte aufgebaut?

Eine Bodenplatte hat einiges auszuhalten. Neben der Last des Gebäudes muss sie auch Veränderungen im Erdreich auffangen, dabei auch gegen von unten eindringende Feuchtigkeit schützen. Deshalb besteht der Aufbau des kompletten Untergrundes mit Bodenplatte üblicherweise aus mehreren Schichten (von oben nach unten):

  1. Bodenbelag: Die Wahl des Bodenbelages bleibt euch überlassen. Allerdings solltet ihr beim Einsatz einer Fußbodenheizung darauf achten, dass der Bodenbelag auch dafür ausgelegt ist.
  2. Estrich: Der Estrich gleicht Unebenheiten aus und bildet eine gleichmäßige Schicht für alle Bodenbeläge.
  3. Dämmung: Wahlweise lässt sich unterhalb des Estrichs noch eine zusätzliche Dämmschicht einziehen, die auch als Trittschalldämmung dienen kann.
  4. Abdichtung: meist eine zusätzliche Dampfsperre
  5. Bodenplatte: in der Regel aus gegossenem (Stahlfaser-)Beton
  6. Trennlage/Wärmedämmung: Gerade dann, wenn ihr keinen Keller baut, sollte die Bodenplatte unbedingt gedämmt sein. Die Dämmung kann dabei wahlweise unterhalb (zum Beispiel mit Schaumglas, PU-Schaum oder einer Perimeterdämmung) oder oberhalb (zum Beispiel mit Polystyrolschaum oder Mineralfasern) erfolgen. Es gibt auch die Möglichkeit, eine gedämmte Bodenplatte zu verbauen. Dazu unten mehr.
  7. Isolierung: Als zusätzlicher Feuchtigkeitsschutz werden hier häufig auch diffusionsdichte Folien (zum Beispiel aus Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC)) eingesetzt.
  8. Sauberkeitsschicht: Die Sauberkeitsschicht liegt direkt auf dem Boden des Baugrundes und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit. Sie ist mindestens fünf Zentimeter dick und besteht üblicherweise aus Kies oder Magerbeton.
  9. Boden/Erdreich: der verdichtete, eingeebnete Baugrund
Schematischer-Aufbau-einer-Bodenplatte

Heizung und Dämmung inklusive: die Thermobodenplatte

Bei Thermobodenplatten ist die Wärmedämmung automatisch vorhanden und garantiert sehr gute U-Werte. Oft ist gleich auch eine Flächenheizung mit verbaut. Weitere Vorteile der Thermobodenplatte (auch als Energiesparplatte oder Schwedenplatte bekannt) sind:

  • es muss kein Heizestrich aufgebracht werden
  • Heizung sowie Kalt- und Warmwasserleitungen sind integriert
  • aufwändige Schalungsarbeiten entfallen
  • der Betonkörper strahlt Wärme in die Räume ab

Eine Thermobodenplatte bietet also einiges an Komfort, stellt aber auch höhere Anforderungen (und damit Kosten) an den Einbau. Feuchtigkeit oder Kälte wären Gift für das System, sodass hier oft auch eine zusätzliche Isolierschicht nötig ist. Und auch gegen Bodenbewegungen und Frost muss die Thermobodenplatte gesichert sein, das erfolgt in der Regel über eine Schotterschicht.

Diese Maßnahmen sind auch nötig, denn wird die Thermobodenplatte undicht oder anderweitig beschädigt, dann sind damit automatisch auch die Flächenheizung und die Wasserleitungen betroffen – eine Reparatur wäre also sehr, sehr aufwändig.

Schritt für Schritt: So erfolgt die Verlegung der Bodenplatte

Zu den Erschließungskosten eines Grundstücks gehört (indirekt) auch die Erstellung der Bodenplatte. Denn die könnt ihr nicht einfach so in Eigenregie gießen. Die Errichtung einer Fumdamentplatte unterliegt diversen Normen, sodass ihr dafür einen Statiker benötigt.

Der erstellt einen Fundamentplan (oder auch Bewehrungsplan). Darin wird – unter anderem abhängig vom Bauplan und den örtlichen Gegebenheiten – genau festgelegt, wie das Fundament gegossen werden muss. Im Fundamentplan stehen unter anderem:

  • die Fundamentart
  • Lage und Anzahl der Anschlüsse
  • wie und wo der Bewehrungsstahl verbaut wird
  • die Beschaffenheit der Betonmischung

Die eigentliche Verlegung der Bodenplatte erfolgt dabei in folgenden Schritten:

  1. Gründung: Zuerst wird eine Grube für das Fundament ausgehoben. Die Tiefe der Grube hängt von den klimatischen Verhältnissen ab. 80 Zentimeter werden als Minimum empfohlen. In Regionen mit sehr kalten Wintern sind es 150 Zentimeter. Das Erdreich in der Baugrube wird begradigt und verdichtet.
  2. Entwässerung: Dann wird das komplette Rohrsystem für Zu- und Abwasser verlegt. Tipp: In dieser Phase erfolgt auch die Installation von Hebeanlagen oder Rückstauklappen! Angesichts der zunehmenden Starkregenereignisse solltet ihr unbedingt auf eine korrekte Ausführung achten. Dann wird mit Kies oder Schotter aufgefüllt, dieser dann wieder begradigt und verdichtet. Darauf kommt dann die Sauberkeitsschicht.
  3. Einschalung: Nachdem Isolierung und Trennlage aufgebracht wurden, erfolgt die Einschalung. Hier wird in der Regel Holz als Rahmen verwendet. Abstandhalter sorgen dafür, dass die Bewehrung vollständig mit Beton bedeckt ist.
  4. Bewehrung: Anschließend erfolgt die Verlegung von Stahlmatten, die sogenannte Bewehrung. Sie sorgt für eine verbesserte Stabilität und Tragfähigkeit der Fundamentplatte. Ganz wichtig ist bei diesem Schritt auch der Einbau eines sogenannten Fundamenterders. Er ist ist Teil des elektrischen Schutzsystems und leitet bei Blitzeinschläge ins Erdreich ab.
  5. Betonage: Am Endes des Prozesses wird mit Beton aufgefüllt, also das Fundament gegossen. Eine Pumpe pumpt flüssigen Beton auf die Fläche. Der wird dann noch verdichtet und geglättet und muss anschließend (je nach Witterungslage) einige Wochen aushärten.

Darauf solltet ihr bei der Verlegung der Bodenplatte achten

Die Bodenplatte ist im wahrsten Sinne des Wortes die Basis eures Hauses. Pfusch am Bau führt hier zu verheerenden Folgeschäden. Ganz wichtig bei der Bauausführung ist:

  • Die Wärmedämmung unterhalb der Bodenplatte muss druckfest sein. Bedeutet: Auch nach mehreren Jahren der Belastung darf sie nichts von ihren (technischen) Eigenschaften in Sachen Stabilität verlieren.
  • Die Bodenplatte muss tief genug liegen. Heißt konkret: Außerhalb der Frostzone (die liegt bei 60 Zentimetern). Sonst könnte nämlich gefrierendes Wasser die Platte anheben und beschädigen. Umgekehrt könnte Schmelzwasser dafür sorgen, dass die Platte absinkt
  • Spart nicht bei den einzelnen Schichten, auch nicht bei der Sauberkeitsschicht. Jede vermeintlich günstigere (weil weniger aufwändige) Ausführung kann euch später teuer zu stehen kommen.

Vorteile und Nachteile einer Bodenplatte

Hier noch mal zusammengefasst: Was spricht für, was gegen eine Bodenplatte? Hier zuerst die Vorteile:

  • Durch den Verzicht auf die Unterkellerung spart ihr einiges an Kosten.
  • Das Gewicht des Gebäudes verteilt sich gleichmäßig, gleichzeitig werden so Eigenbewegungen des Bodens minimiert.
  • Durch den (fachgerechten) Aufbau mit Dämmung und Sperrschichten habt ihr kein Problem mit Grundwasser und damit auch kein Problem mit feuchten Wänden.

Aber ihr sollte auch die Nachteile bedenken:

  • Durch den fehlenden Keller geht euch eine Menge Nutzraum verloren.
  • Die Bodenplatte muss perfekt gedämmt und abgedichtet sein. Schäden an einer (Thermo-)Bodenplatte sind nur schwer zu beheben.
Verschaltes und bewehrtes Fundament eine Hauses, bevor der Beton gegossen wird.
Kurz bevor der Beton gegossen wird: Verschaltes und bewehrtes Fundament eines Hauses. © Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF)

Was kostet eine Bodenplatte?

Die Baukosten eines Hauses sind natürlich eine ziemlich individuelle Angelegenheit. Über den Daumen ergeben sich im Mittel aber folgende Kosten für die beiden verschiedenen Arten der Fundamentplatte:

Kosten für die Bodenplatte: Für ein Plattenfundament in einer Stärke von 20 bis 30 Zentimetern müsst ihr mit Kosten von mindestens 100 Euro pro Quadratmeter rechnen. Hat euer Haus also eine Grundfläche von 100 Quadratmetern, zahlt ihr für die Bodenplatte um die 10.000 Euro. Aber wie gesagt, dass ist die absolute Untergrenze, kalkuliert hier eher mehr ein.

Kosten für ein Thermofundament: Wie oben beschrieben ist eine Thermobodenplatte eine spezielle Form der Bodenplatte – und kostet entsprechend mehr. Hier müsst ihr mit einem Quadratmeterpreis von mindestens 150 Euro kalkulieren. Die Thermoplatte kostet euch bei 100 Quadratmetern also im Minimum 15.000 Euro, aber auch das ist ein echter "Tiefpreis".

Aber Achtung: Hier handelt es sich rein um die Kosten für die Bodenplatte. Die oben beschriebenen Schichten (Sauberkeitsschicht, Dämmung) und Arbeitsschritte (Schalung, Bewehrung) müsst ihr in eure Kalkulation noch extra mit einbeziehen.

Wie hoch hier die anfallenden Kosten sind, hängt ganz von der Beschaffenheit des Bodens ab. Grob geschätzt liegen die Gesamtkosten für die komplette Verlegung einer Bodenplatte bei rund 300 Euro pro Quadratmeter. Lasst euch im Vorfeld der Bauplanung hier einen genauen Kostenvoranschlag geben.

Bodenplatte oder Keller?

Schon bei der Bauplanung müsst ihr euch die Frage stellen: Reicht eine Bodenplatte? Oder wollt ihr lieber einen Keller? Rein kostentechnisch ist die Frage einfach zu beantworten, denn eine Bodenplatte ist bei den Baukosten rund 15 bis 20 Prozent günstiger als ein Keller – selbst dann, wenn ihr euch für einen Fertigkeller entscheidet.

Für die höheren Baukosten erkauft ihr euch aber auch einige Vorteile. Ein Keller bietet nicht nur zusätzlichen Stauraum, er lässt sich auch als Wohnraum nutzen. Das ist gerade bei kleinen Grundstücken nicht unwichtig. Und: Ein Keller steigert oft auch den Marktwert des Hauses. Es gibt also gute Argumente für und wider den Keller, lasst euch im Zweifelsfall von einem Baufachmann beraten.

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