Hauswirtschaftsraum mit Waschmaschinen und separatem Bad im Keller
© Getty Images

Bauen | Pro/Contra-Liste

Keller bauen: Vorteile und Nachteile eines Untergeschosses

Uske Berndt

Level: Für Einsteiger

Für die einen bedeutet das Untergeschoss ein großes Plus an Wohnqualität, für die anderen ist ein Keller nur teure, nutzlose Fläche. Welche Vorteile ein Keller hat und was dagegen spricht.

Ein Keller ist für die meisten Bauherren ein Muss. Im Untergeschoss wartet das Laufband auf seinen Einsatz, nebenan können sich Gäste oder größere Kinder zurückziehen. Und erst der Stauraum. "Ja", sagen die Gegner, "aber am Ende nutzen wir den privaten Untergrund eh viel zu selten. Und dann die vielen Treppen – und natürlich die Mehrkosten."

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Sicher, ein Keller kostet viel Geld. Er macht das Haus am Ende aber nicht viel teurer als gedacht. Die vielen Vorteile sprechen für sich, dabei solltet ihr aber auch die Nachteile des Kellers im Blick behalten.

Vorteile eines Kellers

Reichlich Platz, das ist wohl der größte Vorteil eines unterkellerten Einfamilienhauses. Was noch alles für den Keller spricht.

Raum für Hobbys: das Plus an Lebensqualität

Ein Spielzimmer, in dem die Eisenbahn ewig stehen bleibt. Ein Raum für laute Musik oder ein Heimkino. Ein Büro für Mama. Ein Schlafplatz für den Besuch. Eine Sauna oder die Ecke für das ersehnte Rudergerät. Ein gut gedämmter und belüfteter Keller bietet viele Möglichkeiten: für alles, was oben kein Platz hat oder zu viel Lärm macht.

Im Keller ist die Haustechnik gut aufgehoben

Moderne Gasheizungen nehmen zwar weniger Bodenfläche weg als früher, doch andere Techniken benötigen einfach Platz. Etwa das Mini-Blockheizkraftwerk, die Lagerstätte für Holzpellets oder die Lüftungsanlage. Auch Regenwasserspeicher oder die Hausbatterie für eine Photovoltaikanlage versteckt man am besten im Keller.

Holzheizung von Viessmann im Keller
Eine Holzheizung benötigt viel Platz und ist prima im Keller aufgehoben. © Viessmann Werke

Gut temperierter und sicherer Stauraum

Die teuren Mountainbikes oder die Skiausrüstung lagern unter der Erde sicherer als in einer Garage. Und auch Lebensmittel mögen es gerne kühl, nicht zu vergessen der gute Riesling oder das Bier für den Fernsehabend.

Mehr Garten dank Keller

Wenn Sportgeräte, Vorrats- oder Hauswirtschaftsbereiche eine Etage tiefer wandern, kann die Grundfläche des Hauses schrumpfen. "Mit einem Keller verlagert sich Nutzraum unter die Erde und die Oberfläche bleibt frei für Garten und Terrasse", bestätigt Michael Strauch von der Initiative ProKeller. "Gerade in der Diskussion um die Versiegelung von Flächen und Flächenfraß ist der Keller ein echtes Argument."

Ein Keller steigert den Wert des Hauses

Ein Haus mit Keller bietet auf dem gleichen Grundstück mehr Wohn- und Nutzfläche als ein Haus ohne Keller. "Vor allem in Ballungsräumen wird das interessant, da hier die Preise für Baugrund teils rasant steigen", sagt Michael Strauch und betont: "Ein voll unterkellertes Einfamilienhaus lässt sich gut wieder verkaufen, besser und schneller als ein Haus ohne Keller."

Keller als Klimaanlage

Die Tendenz geht zu immer heißeren Sommern. Ein gut gedämmter Keller bleibt schön kühl und schafft angenehm temperierte Rückzugsräume. Zudem leitet der kühle Keller die Wärme des Hauses ab und verhindert so ein allzu schnelles Aufheizen. Im Winter speichert seine große Masse die Wärme besser als oberirdische Räume, denn das Erdreich drumherum ist deutlich wärmer als die kalte Außenluft.

Leiser, bitte!

Bei Reihen- und Doppelhäusern sorgt ein Keller für mehr Ruhe: Die so genannte "Laufstrecke des Schalls" wird verlängert, der Lärm "wandert" nach unten statt zu den Nachbarn. Laut Initiative Pro Keller ist selbst mit doppelten Haustrennwänden und getrennten Fundamenten der Schallschutz bei Eigenheimen ohne Keller bis zu 5 Dezibel schlechter als mit Kellergeschoss.

Nachteile eines Kellers

"Aus dem Auge, aus dem Sinn" – das mag auch für die Dinge gelten, die im Keller gerne mal vergessen werden. Was das Untergeschoss noch für Nachteile hat.

Im Keller ist alles weiter weg

Schön, dass die Waschmaschine unten ihren Platz findet, aber dann ist sie auch weit weg. Bequemer ist es, wenn die Haushaltshelferin neben dem Bad oder Schlafzimmer steht. Auch mögen manche Menschen ihre Vorräte lieber gleich neben der Küche lagern oder die Fahrräder in eine Garage stellen. Dann sind sie schneller einsatzbereit.

Oh je, die vielen Stufen

Ein Keller bedeutet Treppen steigen, und das zum Wäschewaschen oder Einsammeln der Vorräte mehrmals täglich. Barrierefrei lässt sich das wirklich nicht nennen. Wer nachträglich noch einen Treppenlift einbauen will, muss mit 5.000 bis 10.000 Euro rechnen.

Tageslicht ist oft Mangelware

Ein professionelles Maleratelier lässt sich unter der Erde schwer einrichten, denn dafür ist Tageslicht zu wichtig. Die typischen kleinen Kellerfenster sorgen zwar für ausreichend Frischluft, aber kaum für ein langfristig angenehmes Arbeitsambiente. Eine ausgeklügelte Beleuchtung kann hier allerdings einiges wettmachen.

Ein Keller ist teuer

Für ein freistehendes Einfamilienhaus kann ein Fertigkeller inklusive aller Erd- und Betonarbeiten sowie Fenster rund 65.000 Euro kosten. Ohne Keller fallen nur rund 40.000 Euro an. Darin sind ebenfalls die Erdarbeiten enthalten, die Bodenplatte sowie ein Ersatzraum, also zum Beispiel eine Garage für rund 12.000 Euro.

Längere Bauzeit

Einen Keller zu bauen, kostet Zeit. Allein schon wegen der Baggerarbeiten. Wählt ihr allerdings einen Fertigkeller, dann steht dieser in nur drei Tagen. Das fällt bei der gesamten Bauzeit für das Haus kaum ins Gewicht.

Unser Fazit zu einem Keller: Lohnt sich das?

Mehr Nutzfläche, mehr Ruhe und ein besseres Klima, kurz: mehr Lebensqualität. Ein Keller lohnt sich also fast immer, wenn die zusätzlichen Kosten nicht so sehr ins Gewicht fallen. Die liegen laut einer Studie des Instituts für Bauforschung in einem freistehenden Einfamilienhaus bei rund 20.000 Euro. Aber dafür bekommt ihr etwa 100 Quadratmeter mehr Nutzfläche gegenüber einem Haus, das lediglich eine Bodenplatte hat.

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