Keller abdichten von innen
© Isotec

Modernisieren | Ratgeber

Keller abdichten: So legt ihr das Untergeschoss bei feuchten Wänden trocken

Jan Krutzsch

Jan Krutzsch

Feuchte Kellerwände gefährden die Bausubstanz und führen zu Schimmel. Sie müssen unbedingt trockengelegt werden. Wir erklären, wie man einen Keller von außen oder innen abdichten kann.

Wenn es im Keller muffig riecht, ist das immer ein Alarmzeichen. Verdächtig sind nasse Flecken, abplatzender Putz, Salzausblühungen, Verfärbungen und natürlich Schimmel. Im Keller hat sich Feuchtigkeit breitgemacht. Um das Problem zu lösen hilft nur eines: Ihr müsst den Keller abdichten, um das Untergeschoss trocken zu legen.

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Ursachen für feuchte Wände im Keller

Je nach Baujahr des Hauses können die Ursachen für Feuchtigkeit im Keller sehr unterschiedlich sein. Bis in die 1950er-Jahre hinein wurden die erdberührenden Teile von Häusern in der Regel nicht abgedichtet, feuchte Kellerwände sind hier also normal und bauartbedingt.

Bis etwa 1970 dichtete man die Kellermauern ab, allerdings nicht die Bodenplatte. Das wurde erst später zum Standard. Naturgemäß werden Abdichtungen über die Jahrzehnte aber mürbe und rissig. Dann tritt Feuchtigkeit ein.

Die Ursache für Feuchtigkeit im Keller kann aber auch ein Rohrbruch sein. Oft kommt das Problem jedoch von außen, etwa von einem (zu) hohen Grundwasserspiegel, Baumwurzeln oder durch eine schadhafte Drainage.

Immer häufiger verursacht auch Starkregen im Sommer schwere Schäden: Das Grundwasser steigt dann so schnell an, dass das Kanalsystem nicht mehr mitkommt und die Nässe durch die Kellerwände sickert.

Jetzt muss das Mauerwerk trockengelegt und der Keller abgedichtet werden. Sonst breiten sich die feuchten Stellen aus, und es droht noch mehr Schimmelbefall, der die Gesundheit der Hausbewohner gefährdet. Zudem kann über einen undichten Keller auch das gesundheitsgefährdende radioaktive Gas Radon in euer Haus kommen.

Wir erklären euch, was ihr jetzt tun müsst, um den Keller wieder trocken zu kriegen. Mit einer Schadensanalyse geht es los.

Das Mauerwerk "lesen": Wo kommt die Feuchtigkeit her?

Erster Schritt beim Keller abdichten ist eine genaue Untersuchung der Mauer. Außerdem ist wichtig: Wo kommt die Nässe her? "Es gibt unterschiedliche Arten von Feuchteschäden", sagt Thomas Bahne von der Firma Isotec, die auf die Sanierung von Feuchte- und Schimmelschäden spezialisiert ist und auch Fortbildungen für Architekten anbietet. "Ein Wasserschaden im Haus benötigt andere Maßnahmen als kapillar aufsteigende Feuchtigkeit."

Ist schließlich die Ursache klar, wird ein Maßnahmenpaket geschnürt.

Keller von außen abdichten

Wenn die Feuchtigkeit seitlich von außen in den Keller eindringt, ist die wirkungsvollste Maßnahme eine Abdichtung der Kellerwände von außen. Diese Kellerabdichtung ist allerdings aufwändig.

Zuerst kommen Schaufel beziehungsweise ein kleiner Bagger zum Einsatz, um das Mauerwerk freizulegen. Nach der Reinigung und Reparatur des Mauerwerks wird eine Art Grundierung aufgetragen. Dann folgen zwei Lagen einer so genannten Bitumendickbeschichtung mit einer Gewebeeinlage dazwischen. Am Ende ist die pechschwarze Schicht rund vier Millimeter dick – und absolut wasserdicht.

Wenn alles schön getrocknet ist, bringt das Fachunternehmen von außen Wärmedämmplatten an. Diese schützen die Bitumenschicht, wenn die Erde wieder aufgeschüttet wird, und verbessern zudem den Wärmedämmwert und damit die Energiebilanz des Gebäudes.

Kellerdämmung von außen
© Antonia Eigel / wohnglück.de

Kellerabdichtung von innen

Hausbesitzer, die gerade ihren Garten neu angelegt haben, entscheiden sich häufig gegen einen solchen "Aufriss" ihres Grundstücks. Bei Doppel- oder Reihenhäusern funktioniert das Prinzip der Außenabdichtung auch selten. Da fällt die Wahl gerne auf eine Innenabdichtung des Kellers.

Dabei gibt es verschiedene Varianten:

  • Kellerwand mit Dichtungsschlämmen abdichten
  • Kellerwand mit Hilfe des Injektionsverfahren abdichten
Schematische Zeichnung der Feuchtigkeitsgefahr bei undichten Kellerwänden
So kann eine undichte Kellerwand durchfeuchten: durch Regen- und Spritzwasser, Feuchtigkeit im Erdreich, die Kondensation der Luftfeuchtigkeit sowie aufsteigende Feuchtigkeit. © Remmers

Die Kellerwand mit Dichtungsschlämmen abdichten

Bei dieser Methode der Innenabdichtung wird das Mauerwerk des Kellers zunächst innen mit einem Sandstrahler gesäubert und von Schimmel befreit. Dann wird die Wand mit Dichtputz grundiert. Darauf kommen dann mindestens zwei Schichten mit wasserundurchlässigem Spezialputz. Dieser besteht aus einer flüssigen Zement-Kunststoff-Mischung und wird aufgetragen, gespachtelt oder gespritzt.

Geübte Heimwerker können diese Arbeit auch selbst erledigen. Das Ergebnis sollte sich der begleitende Fachmann aber noch einmal ansehen. Je nach Kundenwunsch schließt eine Lage Dämmplatten die Arbeiten ab.

Nachteile der Methode: Das Mauerwerk bleibt feucht, da die Nässe natürlich weiter von außen eindringen kann. Und ein feuchtes Mauerwerk hat einen deutlich schlechteren Wärmedämmwert als ein trockenes Mauerwerk.

Zudem müsst ihr auf nachträgliche Bohrungen und Nägel im abgedichteten Wandbereich verzichten, denn diese würden die Kellerabdichtung beschädigen.

Dazu kommt, dass diese Art der Innenabdichtung nicht bei allen Baustoffen technisch machbar ist. Bei Gasbeton, dazu zählen auch die Ytong- oder Hebel-Steine, funktioniert die Abdichtung mit Dichtungsschlämmen beispielsweise nicht.

Injektionsverfahren zur Kellerabdichtung

Die Injektions­abdich­tung ist das häufigste Ver­fahren zur nach­träg­lichen Trocken­legung eines Kellers. In den meisten Fällen arbeitet man dabei von innen. Meist spricht man beim Injektionsverfahren umgangssprachlich von der Erneuerung der Horizontalsperre. Das ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Denn der Begriff Horizontalsperre beschreibt lediglich eine mechanische Sperre im Mauerwerk gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Und diese kann auch aus Folie oder Blech bestehen.

Doch zunächst einmal zum Verfahren selbst.

Beim Injektions­verfahren setzt man spezielle Bohr­kanäle ins Mauer­werk. Aus diesem Grund spricht der Fachmann auch vom "Bohrloch­verfahren" oder der "Bohrloch­sperre".

In die Bohrlöcher bringt man ein flüssiges Injektions­mittel ein. Dabei können verschiedene Materialien zum Einsatz kommen:

  • wasserlösliche Silikonpräparate
  • lösungsmittelhaltige Stoffe
  • Spezialharze
  • Produkte auf der Basis von Bitumen
  • Paraffin

Das Injektionsmittel zieht im Idealfall bis in die feinsten Kapil­laren und Zwischen­räume im Mauer­werk ein und härtet dann zu einer wasser­undurch­lässigen Schicht aus. So werden feuchte Wände nach­träg­lich gegen aufstei­gendes Wasser abge­dichtet.

Vorteile und Nachteile der Injektionsabdichtung

Die Vorteile der Injektionsabdichtung sind die nachträgliche Anwendbarkeit und die zügige Verarbeitung. Und gegenüber einer Keller­abdich­tung von außen (mit dm Aufgraben der Keller­wände) ist das Injektions­ver­fahren meist kostengünstiger, da weniger Material benötigt wird und der zeitliche Aufwand geringer ist. Bei korrekter Bohrung wird zudem die Außenhaut des Gebäudes nicht beschädigt und die Statik nicht verändert.

Und sind die Außen­wände beispielsweise durch angren­zende Gebäude, Garagen oder Anbauten nicht von außen erreichbar, ist das Injektionsverfahren von innen meist die einzig praktikable Lösung zur Abdichtung eines Kellers.

Aber es gibt auch Nachteile der Injektion:

  • Die Abdichtungsfähigkeit liegt auch bei guten Bedingungen nur bei 60 bis 80Prozent, da sehr nasses Mauerwerk die Wirksamkeit dieser Kellerabdichtung mindert.
  • Je nach verwendetem Injektionsstoff können in Kombination mit gipshaltigen Elementen im Mauerwerk Salze entstehen, welche die Mauer schädigen können.
  • Die Haltbarkeit einer solchen Kellerabdichtung ist mit 20 bis 25 Jahren in der Regel nur etwa halb so lang wie bei mechanischen Maßnahmen.

Verschiedene Varianten der Injektionsabdichtung

Injektion ist nicht gleich Injektion. Auch hier unterscheidet man zwischen verschiedenen Varianten. Im Wesentlichen sind es vier:

  • Horizontalsperre
  • Vertikalsperre
  • Wand-Boden-Abdichtung
  • Rissverpressung

Injektionsverfahren zur Herstellung einer Horizontalsperre

Dieses Injektions­ver­fahren eignet sich ideal zur Erneue­rung defek­ter oder fehlender Hori­zontals­perren gegen aufstei­gende Feuchtig­keit. Dabei bohrt der Fachmann doppel­zeilig gegen­ein­ander versetzte Bohr­reihen in einem bestimmten Winkel und ange­passter Tiefe. Nur mit dieser speziel­len Doppel­zeile und Bereichen, welche sich überlappen, lässt sich die hori­zontale Sperr­schicht wirksam setzen oder erneuern.

Injektionsverfahren als Vertikal­sperre

Wenn beispielsweise die Kellerwand an einem Blumenbeet liegt, welches durch Regen und Gießwasser viel Feuchtigkeit in den Boden lässt und immer Wasser von außen an die Hauswand drückt, spricht man von "nichtdrückendem Wasser als Lastfall". Dann kann auch eine Flächen­abdich­tung, eine sogenannte Vertikalsperre, in Frage kommen. Hier wird dann die gesamte Wand flächig und regelmäßig angebohrt, damit das Injektionsmittel sich gleichmäßig im gesamten Mauerwerk – von oben bis unten – verteilen kann.

Bei stark drücken­dem Wasser, wie Schich­ten- oder Grund­wasser, sollte dagegen nicht die Vertikalsperre mit dem Injek­tionsverfahren ausge­führt werden. Hier bietet sich dann eine Außenabdichtung des Kellers wie oben beschrieben an.

Wand-Boden-Abdich­tung

Auch zur Trocken­legung defekter Wand-Boden-Abdich­tungen gegen drückendes Wasser ist das Injektions­ver­fahren geeignet. Da lediglich das recht schmale Fugen­band zwischen der Boden­platte und der Wand abge­dichtet wird, bohrt man nur mit einem einzei­ligen Bohrloch­schema und geringen Abstän­den. Das geht schnell und ist dadurch natürlich auch günstiger. In diesem Fall werden häufig Harze zur Abdichtung, wie etwa Poly­urethan­harz, verwendet.

Riss­ver­pres­sung

Auch zum nach­träg­lichen Abdich­ten von Rissen ist das Injektions­ver­fahren sehr gut geeignet. Ähnlich wie bei der Wand-Boden-Abdich­tung wird hier meist auf Poly­urethan­harz als Injektions­material zurück­gegrif­fen. Durch dessen Zäh­flüssig­keit wird ein zu schnelles Aus­laufen aus den Rissen ver­mieden.

Bohrarbeiten Paraffin Isotec.de
In die Bohrlöcher läuft das Injektionsmittel. © isotec.de

Alternativen zur Injektionsabdichtung

Das Injektionsverfahren hat, neben anderen Nachteilen, vor allem eine recht begrenzte Haltbarkeit von 20 bis 25 Jahren. Aus diesem Grund kann es sich auch lohnen, dass ihr euch alternative Verfahren anseht, mit denen man den Keller abdichten kann. Hier kommen dann meist drei mechanische Verfahren zum Einsatz:

Das Mauersägeverfahren

Beim Mauersägeverfahren teilt man das Mauerwerk mit einer Schwert- oder Seilsäge mit einem waagerechten Schnitt an der betroffenen Stelle. Dieser Spalt bietet dann genug Platz für eine Horizontalsperre aus Blech oder Folie. Ein großer Vorteil im Vergleich zur Injektion ist, dass man bei diesem Verfahren die Qualität der Ausführung optisch ganz leicht kontrollieren kann.

Das Mauertauschverfahren

Wenn nichts mehr hilft, hilft nur noch austauschen. Hat die Feuchtigkeit bereits einen irreparablen oder wirtschaftlich nicht mehr sanierbaren Schaden angerichtet, solltet ihr das betroffene Mauerwerk durch frischen Beton austauschen. Allerdings ist diese Lösung auch teuer.

Das Ramm-Riffelblechverfahren

Das Ramm-Riffelblechverfahren kommt dann für euch in Frage, wenn euer Mauerwerk maximal 80 bis 100 Zentimeter dick ist und es eine durchgehende Lagerfuge gibt. Die Lagerfuge ist die Fuge zwischen den Mauersteinen. In diese werden dann Chromnickelstahl-Bleche direkt eingeschlagen. Vorteil: relativ günstige Kosten.

Was kostet eine Kellerabdichtung?

Bei feuchten Wänden im Keller entstehen zuerst einmal Kosten für die genaue Untersuchung des feuchten Mauerwerks und die Beratung durch einen Sachverständigen. Danach muss das Mauerwerk erst einmal trockengelegt werden.

So unterschiedlich aufwändig wie die Methoden sind auch die Preise, die der Fachmann für die Abdichtung des Kellers nimmt.

Kosten einer Injektionsabdichtung

  • Eine Außenabdichtung des Kellers mit Bitumen und Dämmplatten ist am teuersten. Dabei ist der Erdaushub der größte Kostenfaktor - hier könnt ihr aber sparen, indem ihr die Arbeiten selbst ausführt. Der Erdaushub liegt preislich bei ungefähr 350 bis 450 Euro je laufendem Meter Erdaushub. Er kann aber bei schwierigen Bodenverhältnissen auch deutlich teurer sein. Dazu kommen die Kosten für die eigentlichen Abdichtungsarbeiten. Insgesamt müsst ihr für eine Kellerabdichtung von Außen mit Kosten zwischen 500 und 1.000 Euro je Meter Hausumfang rechen.
  • Das Abdichten des Kellers von innen mit Dichtungsschlämmen kostet ab 100 Euro brutto je Quadratmeter Wandfläche – je nachdem, wie groß der Aufwand zur Vorbereitung der Wandflächen ist.
  • Für das Injektionsverfahren müsst ihr je nach Verfahren und Injektionsmittel mit 200 Euro bis etwa 450 Euro pro Quadratmeter Wandfläche rechnen.

Kosten der mechanischen Kellerabdichtung

Die alternativen Methoden zur Horizontalsperre sind meist etwas günstiger, da sie mechanisch ausgeführt werden können. Allerdings sind sie nicht in allen Fällen anwendbar und auch nicht immer sinnvoll.

  • Das Mauersägeverfahren kostet pro Quadratmeter Mauerquerschnittsfläche zwischen 100 und 150 Euro.
  • Für das Mauertauschverfahren solltet ihr auf jeden Fall zwischen 200 und 250 Euro pro Quadratmeter Kellerfläche einplanen.
  • Das Ramm-Riffelblech-Verfahren kostet etwa 70 Euro pro Meter.

Das sind allerdings nur grobe Richtwerte. Die Gesamtkosten hängen immer vom Einzelfall und den konkreten Gegebenheiten des Gebäudes ab. "Erst nach der Schadensanalyse ist eine Aussage über die genauen Kosten möglich", sagt Thomas Bahne von Isotec. "Denn vom Ergebnis der Analyse hängt ab, wie groß der Schadensumfang ist und ob ein oder mehrere Verfahren notwendig sind, um den Schaden dauerhaft zu beseitigen."

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