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Modernisieren | Ratgeber

Keller abdichten: So legt ihr das Untergeschoss bei feuchten Wänden trocken

Uske Berndt

Level: Für Profis

Feuchte Kellerwände gefährden die Bausubstanz und führen zu Schimmel. Wenn ihr im Keller feuchte Wände habt, dann solltet ihr sie trockenlegen. Wir erklären, wie man einen Keller abdichten kann – von außen oder mit einer Horizontalsperre von innen.

Wenn es im Keller muffig riecht, ist das ein Alarmzeichen. Verdächtig sind auch nasse Flecken, abplatzender Putz, Verfärbungen und natürlich Schimmel: Im Keller hat sich Feuchtigkeit breitgemacht. Ihr müsst den Keller abdichten, um das Problem zu lösen.

Ursachen für feuchte Wände im Keller

Je nach Baujahr des Hauses können die Ursachen für Feuchtigkeit im Keller sehr unterschiedlich sein. Bis in die 50er Jahre hinein wurden die erdberührenden Teile von Häusern in der Regel nicht abgedichtet, feuchte Kellerwände sind hier also normal und bauartbedingt. Bis etwa 1970 dichtete man die Kellermauern ab, allerdings nicht die Bodenplatte. Das wurde erst später zum Standard. Naturgemäß werden Abdichtungen über die Jahrzehnte aber mürbe und rissig. Dann tritt Feuchtigkeit ein.

Die Ursache für Feuchtigkeit im Keller kann aber auch ein Rohrbruch sein. Oft kommt das Problem jedoch von außen, etwa von einem (zu) hohen Grundwasserspiegel, Baumwurzeln oder eine schadhafte Drainage. Immer häufiger verursacht auch Starkregen im Sommer schwere Schäden: Das Grundwasser steigt dann so schnell an, dass das Kanalsystem nicht mehr mitkommt und die Nässe durch die Kellerwände sickert.

Jetzt muss das Mauerwerk trockengelegt und abgedichtet werden. Sonst breiten sich die Stellen aus, und es droht noch mehr Schimmelbefall, der die Gesundheit der Hausbewohner gefährdet. Wir erklären euch, was ihr jetzt tun müsst, um den Keller wieder trocken zu kriegen. Mit einer Schadensanalyse geht es los.

Das Mauerwerk "lesen"

Erster Schritt beim Keller abdichten, ist eine genaue Untersuchung der Mauer. Außerdem ist wichtig: Wo kommt die Nässe her? "Es gibt unterschiedliche Arten von Feuchteschäden", sagt Thomas Bahne von der Firma Isotec, die auf die Sanierung von Feuchte- und Schimmelschäden spezialisiert ist und auch Fortbildungen für Architekten anbietet . "Ein Wasserschaden im Haus benötigt andere Maßnahmen als kapillar aufsteigende Feuchtigkeit." Ist schließlich die Ursache klar, wird ein Maßnahmenpaket geschnürt.

Keller von außen abdichten

Wenn die Feuchtigkeit seitlich von außen in den Keller eindringt, ist die wirkungsvollste Maßnahme eine Abdichtung der Kellerwände von außen. Die ist allerdings aufwändig.

Zuerst kommen Schaufel beziehungsweise ein kleiner Bagger zum Einsatz, um das Mauerwerk freizulegen. Nach der Reinigung und Reparatur des Mauerwerks wird eine Art Grundierung aufgetragen. Jetzt folgen zwei Lagen einer so genannten Bitumendickbeschichtung mit einer Gewebeeinlage dazwischen. Am Ende ist die pechschwarze Schicht rund vier Millimeter dick – und absolut wasserdicht.

Wenn alles schön getrocknet ist, bringt das Fachunternehmen von außen Wärmedämmplatten an. Diese schützen die Bitumenschicht, wenn die Erde wieder aufgeschüttet wird, und verbessern zudem den Wärmedämmwert und damit die Energiebilanz des Gebäudes.

Schematische Zeichnung einer Kellerabdichtung von außen
Die sicherste Lösung für einen trockenen Keller ist die Sanierung der Außenhaut. © Remmers

Feuchte Wände von innen abdichten

Hausbesitzer, die gerade ihren Garten neu angelegt haben, entscheiden sich häufig gegen einen solchen "Aufriss" ihres Grundstücks. Bei Doppel- oder Reihenhäusern funktioniert das Prinzip der Außenabdichtung auch selten. Da fällt die Wahl gerne auf eine Innenabdichtung.

Hier gibt es verschiedene Varianten:

Kellerwand mit Dichtungsschlämmen abdichten

Das Mauerwerk wird zunächst mit einem Sandstrahler gesäubert und von Schimmel befreit. Dann wird die Wand mit Dichtputz grundiert. Darauf kommen dann mindestens zwei Schichten mit wasserundurchlässigem Spezialputz. Dieser besteht aus einer flüssigen Zement-Kunststoff-Mischung und wird aufgetragen, gespachtelt oder gespritzt.

Geübte Heimwerker können diese Arbeit auch selbst erledigen. Das Ergebnis sollte sich der begleitende Fachmann aber noch einmal ansehen. Je nach Kundenwunsch schließt eine Lage Dämmplatten die Arbeiten ab. Nachteil der Methode: Das Mauerwerk bleibt feucht, da die Nässe natürlich weiter von außen eindringen kann.

Injektion als Horizontalsperre zur Kellerabdichtung

Über Bohrlöcher wird Paraffin in die Wand injiziert, um so Kapillaren, Poren, Risse und Hohlräume zu verfüllen. Der Handwerker setzt im Abstand von zehn bis zwölf Zentimetern tiefe Kanäle in die Wand. In diese Löcher werden Heizstäbe gesteckt, so dass die Wand auch von innen komplett austrocknen kann. So sind die Mauerporen aufnahmefähig für das heiße Paraffin, das nun über die Bohrkanäle eingespritzt wird, sich verteilt und schließlich abkühlt und aushärtet. So bildet das Spezialwachs eine Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit, die Mauer ist wieder dicht. Man nennt das auch Horizontalsperre.

Bohrarbeiten Paraffin Isotec.de
In die Bohrlöcher läuft flüssiges Paraffin. © isotec.de

Was kostet eine Kellerabdichtung?

Für eine Horizontalsperre mit Paraffin müsst ihr mit ungefähr 250 bis 300 Euro je Quadratmeter Fläche rechnen. Eine Außenabdichtung liegt preislich bei ungefähr 350 bis 450 Euro je laufendem Meter Erdaushub.

Die Kosten hängen immer vom Einzelfall und den konkreten Gegebenheiten des Gebäudes ab. "Erst nach der Schadensanalyse ist eine Aussage über die genauen Kosten möglich", sagt Thomas Bahne von Isotec. "Denn vom Ergebnis der Analyse hängt ab, wie groß der Schadensumfang ist und ob ein oder mehrere Verfahren notwendig sind, um den Schaden dauerhaft zu beseitigen."

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