Schimmel unter Küchenspüle
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Wohnen | Checkliste

Schimmel im Haus: Die 11 häufigsten Ursachen

Antonia Eigel

Schimmel zeigt sich oft hartnäckig und taucht nicht selten nach wenigen Wochen wieder an der selben Stelle auf. Das liegt daran, dass viele die Ursachen nicht kennen und den Schimmel deshalb nicht richtig bekämpfen. Die elf häufigsten Ursachen für Schimmel im Haus im Überblick.

Wenn der Schimmel im Haus bereits zu sehen ist, dann ist es in der Regel schon zu spät, um präventive Maßnahmen zu ergreifen. Häufig bleibt die Ursache für den Schimmelbefall aber unentdeckt. Die Folge: Selbst nach mehrmaligem Entfernen tauchen die Schimmelflecken wieder auf und das Prozedere geht von vorne los. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, stellen wir euch die elf häufigsten Ursachen für Schimmel im Haus vor und geben Tipps, wie ihr das Problem wieder in den Griff bekommt.

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1. Schlecht installierte Innendämmung

Wer seine Außenwände nicht gedämmt hat, kommt um eine Innendämmung meist nicht herum, um sein Haus vor Schimmel zu schützen. Unterlaufen beim Anbringen jedoch Fehler, bringt selbst die Innendämmung nicht den gewünschten Schutz:

  • Ist der Dämmstoff zu dünn, entstehen Wärme- oder Kältebrücken. Dabei entsteht Kondenswasser, das zur Schimmelbildung führen kann.
  • Auf der Raumseite der Dämmung muss eine Dampfsperre (in Feuchträumen) oder eine Dampfbremse angebracht werden, um die Feuchtigkeit komplett aussperren zu können. Ist die Dampfbremse an einigen Stellen defekt oder unsauber angebracht, kann sich Feuchtigkeit in der Dämmung ausbreiten und nicht mehr richtig entweichen.
  • Der Dämmstoff wurde auf der Lattung angebracht. Dadurch entstehen Hohlräume, in denen sich Kondenswasser sammelt. Dieses führt zur Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung und letztendlich zu Schimmel.

Tipp: Wer seine Wände von innen dämmen will, sollte sich vorher genau darüber informieren, wie die Dämmung fachgerecht angebracht werden muss oder die Aufgabe gleich dem Fachmann überlassen. Wie ihr Wände richtig von innen dämmt, erfahrt ihr hier:

2. Wasserschäden verursachen Schimmel

Wenn ihr bei einem Wasserschaden nicht umgehend handelt, erhöht ihr schnell das Schimmelrisiko. Denn je länger Wände, Decken und Böden feucht sind, desto schneller entsteht Schimmel.

Tipp: Ist zum Beispiel das Badezimmer wegen eines Wasserrohrbruchs überflutet, solltet ihr versuchen, die Wassermenge schnellstmöglich zu verringern. Entdeckt ihr Wasserflecken an Wänden und Decken, überstreicht sie nicht einfach, sondern holt euch Hilfe vom Fachmann, denn das musst renoviert werden.

Wie ihr einem Wasserschaden vorbeugen könnt, um letztendlich Schimmel im Haus zu vermeiden, erfahrt ihr in unserem Artikel:

3. Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch

Schimmelpilze lieben es feucht. Wo zu hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, ist ein Befall durch Schimmelpilze oft nicht mehr weit entfernt. Grundsätzlich gibt es zwei Gründe dafür, warum die Luftfeuchtigkeit bei euch im Haus oder in der Wohnung zu hoch sein könnte:

  • durch Bauschäden, die dazu führen, dass von außen Feuchtigkeit eindringt
  • durch hausgemachte Feuchtigkeit

Letztere wird nur sehr selten als Ursache für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit erkannt. In Schlafzimmer, Küche und Badezimmer kommt durch nächtliches Schwitzen, Kochen, Duschen und nasse Wäsche aber ganz schön was zusammen. Damit hier kein Schimmel entsteht, gilt es die Luftfeuchtigkeit zu senken und das funktioniert, indem ihr richtig lüftet.

Nasse Wäsche auf Wäscheständer
Auch nasse Wäsche (4,5 Kilogramm) gibt eine ganze Menge Wasser an die Raumluft ab: 1,0 bis 1,5 Liter im geschleuderten, 2,0 bis 3,0 Liter im tropfnassem Zustand. © Getty Images/iStockphoto

4. Falsches Lüften führt zu Schimmel im Haus

Auch Lüften will gelernt sein. Wer nur ab und zu mal bei schlechter Luft das Fenster kippt, beugt noch keinem Schimmel vor. Wer also Schimmel im Haus entdeckt, sollte auch einmal sein Lüftungsverhalten hinterfragen. Ein paar wichtige Grundregeln:

  • In Sommermonaten 20 bis 30 Minuten abends stoßlüften.
  • In Wintermonaten maximal fünf bis zehn Minuten tagsüber stoßlüften.
  • Grundsätzlich drei bis vier mal pro Tag stoßlüften.
  • Besser noch: Querlüften und für ordentlichen Durchzug sorgen.
  • Wie ihr richtig lüftet, hängt auch vom Raum ab. Die optimale Luftfeuchtigkeit ist mal höher, mal niedriger: In Wohn- und Arbeitsräumen zum Beispiel soll sie zwischen 40 und 60 Prozent liegen, im Badezimmer zwischen 50 und 70 Prozent.

Tipp: Wie ihr in den einzelnen Räumen richtig lüftet und wie ihr damit Schimmel im Haus vorbeugt, könnt ihr in unserem Artikel Richtig lüften: So sorgt ihr für saubere, frische Luft in eurer Wohnung nachlesen.

Auch der Keller ist ein Hotspot für Schimmelpilze, denn häufig sind Kellerräume schlecht isoliert. Auch hier solltet ihr tatsächlich ab und zu lüften. Lest dazu unseren Artikel:

5. Im Winter falsch, zu wenig oder gar nicht heizen

Im Winter versucht man oft Heizkosten zu sparen, in dem man selten genutzte Räume im Haus einfach gar nicht oder nur wenig beheizt. Wer glaubt, damit etwas Gutes zu tun, das den Geldbeutel schont, den müssen wir enttäuschen: Denn sind einzelne Räume langfristig zu kühl, also unter 14 Grad Celsius, kondensiert Feuchtigkeit an den kalten Wänden und das führt zu Schimmel. Den zu beseitigen kann am Ende mehr Kosten verursachen als regelmäßiges Heizen.

Ein Raum, in dem häufig zu wenig geheizt wird, ist das Schlafzimmer. Durch nächtliches Schwitzen ist hier aber die Luftfeuchtigkeit besonders hoch. Sind die Wände durch zu wenig oder gar kein Heizen ausgekühlt, setzt sich Feuchtigkeit nicht nur dort, sondern auch in der Matratze fest. Im schlimmsten Fall bildet sich gesundheitsschädlicher Schimmel, den ihr noch nicht mal sehen könnt.

Tipp: Ihr müsst eure wenig genutzten Räume jetzt nicht dauerhaft heizen, um Schimmel vorzubeugen. Mit einem Thermostat an der Heizung könnt ihr einfach regulieren, wann eure Räume beheizt werden sollen. So könnt ihr auch im Winter richtig heizen und Schimmel im Haus vorbeugen.

6. Schlechte Wärmedämmung der Außenwände

Auch bei der Gebäudekonstruktion eures Hauses können sich schon bauliche Fehler eingeschlichen haben, die später zur Schimmelbildung führen können. Zum Beispiel durch eine schlechte Wärmedämmung der Außenwände. Die führt dazu, dass sich Wärmebrücken bilden. Als Wärmebrücke bezeichnet man den Bereich an Bauteilen eines Hauses, durch den die Wärme schneller nach außen transportiert wird als durch die anderen Bauteile. Als Folge sinkt die Oberflächentemperatur des betreffenden Bauteils bei niedrigen Außentemperaturen, sodass die Raumluftfeuchte an der Bauteiloberfläche kondensiert.

Dazu kommt: Je schlechter die Außenwände durch zirkulierende Raumluft erwärmt werden, zum Beispiel durch davor stehende Möbel oder hinter Wandverkleidungen, umso niedriger ist im Winter deren Oberflächentemperatur. Und an kalten Wänden kann sich folglich wieder Luftfeuchtigkeit aus der Raumluft absetzen, die Schimmelbildung im Haus begünstigt.

Tipp: Falls ihr vermutet, dass sich der Schimmel im Haus aufgrund einer schlechten Außendämmung gebildet hat, solltet ihr einen Bauchsachverständigen zu Rate ziehen. Diese können einen Pfusch am Bau erkennen und Baumängel aufdecken.

7. Möbel stehen zu nah an Außenwänden

Tatsächlich können, wie bereits erwähnt, auch eure Möbel zur Ursache für Schimmel im Haus werden. Nämlich dann, wenn sie zu nah an der Außenwand platziert sind. Auch das sorgt dafür, dass die warme Raumluft nicht richtig zirkulieren kann. Die Wand bleibt hinter Schränken und sogar auch hinter Bildern oder Gardinen kälter.

Tipp: Möbel zu verrücken hilft. Überprüft also einmal, ob eure Möbel nicht zu nah an eurer Außenwand stehen und falls doch, ob sich dahinter vielleicht sogar schon erste Anzeichen von Schimmel zeigen. Das Umweltbundesamt rät, einen Mindestabstand von zehn Zentimetern zur Wand einzuhalten, damit die Luft weiterhin gut im Raum zirkulieren kann und die Wände nicht auskühlen.

Schimmel hinter Schrank
Wandbereiche hinter Möbeln sind besonders anfällig für Schimmel und bleiben oft unentdeckt. Besonders kühlere und feuchtere Außenwände sind vom Problem betroffen. © Getty Images

8. Ungenügende Austrocknung nach Neubezug

Schimmel im Neubau? – Tatsächlich ist auch das möglich. Seid ihr also gerade erst in ein neues Haus gezogen und habt schon jetzt ein Problem mit Schimmel, kann die Ursache in einer zu kurzen Bautrocknungsphase liegen.

Ziegel und Mauerwerk benötigen zwischen 100 und 360 Tage, Beton sogar 450 bis 800 Tage, um vollständig auszutrocknen. Witterungseinflüsse wie Regen oder Schnee können diese Phase sogar noch etwas verlängern. Mit Bautrocknern kann die Trockenzeit zwar enorm verkürzt werden, doch nicht immer werden die notwendigen Betriebszeiten auch wirklich eingehalten.

Tipp: Lasst den Feuchtigkeitsgehalt eurer Wände deshalb unbedingt von einem Fachmann nachmessen. Stellt dieser fest, dass die Wände zu feucht sind, müsst ihr eventuell Sanierungsmaßnahmen ergreifen. Habt ihr euer Haus gerade frisch bezogen, solltet ihr erst einmal darauf verzichten, Bilder aufzuhängen und eure Möbel mit zehn Zentimetern Abstand zur Wand aufstellen.

Plant ihr gerade in Eigenregie einen Hausbau, solltet ihr unbedingt genügend Zeit für eine ausreichende Bautrocknung einkalkulieren. Auf Nummer sicher geht ihr, wenn ihr für die Bautrockung einen Experten zu Rate zieht oder gleich eine Fachfirma damit beauftragt.

9. Undichte Stellen im Haus fördern Schimmelwachstum

Die meisten Ursachen für Schimmel im Haus liegen im Verborgenen, heißt sie sind nicht immer sofort ersichtlich. Dazu gehören auch fehlende oder ungenügende Abdichtungen, die schon in der Bauphase mangelhaft oder gar nicht installiert wurden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • fehlende Horizontalsperre (zum Beispiel bei Kellerwänden)
  • aufsteigende Bodenfeuchte
  • Durchfeuchtung bei Schlagregen

Einige Materialien sind laut Umweltbundesamt in puncto Durchfeuchtung besonders problematisch, da sie aufgrund ihrer Materialeigenschaften Feuchtigkeit besonders lange speichern:

  • Sandstein
  • Spanplatten
  • Holz im allgemeinen
  • Isoliermaterial

Sind sie ungenügend abgedichtet, kann eine erhöhte Feuchtigkeit das Schimmelpilzwachstum fördern. In diesem Fall liegt eindeutig ein Baufehler vor, den ihr überprüfen und beheben lassen solltet.

Tipp: Falls ihr vor einem Hausbau steht, solltet ihr euch auch über den Bau einer weißen Wanne als Keller informieren. Dabei handelt es sich um wasserundurchlässigen Beton, der verhindert, dass Grund- oder Sickerwasser oder Bodenfeuchte in eure Kellerräume eintritt und so Schimmelbildung begünstigt wird. Sie kosten zwar 15.000 bis 20.000 Euro mehr als konventionell gemauerte Keller. Im Vergleich zu schwarzen Wannen, die nach 30 Jahren erneuert werden müssen, erfüllt der WU-Beton seinen Zweck aber bis zu 80 Jahre.

10. Erhöhtes Schimmelrisiko in Neubauten oder sanierten Häusern

Klingt erst mal komisch, doch gerade bei Neubauten oder nachträglich sanierten Häusern gibt es oft ein erhöhtes Schimmelrisiko.

Zwar wird beim Bau ein besonderes Augenmerk auf das Thema Wärmebrücken gelegt. Das gibt die aktuelle Wärmeschutzvorschrift vor (DIN 4108-2:2001-03). Neue dichtere Fenster führen jedoch auch dazu, dass der natürliche Luftaustausch reduziert wird und sich, gerade in Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit, vermehrt Tauwasser an den Wandoberflächen absetzen kann.

Tipp: Wohnt ihr im Neubau oder wurde dieser gerade frisch saniert, solltet ihr in Zukunft regelmäßiger lüften und so manuell für den Luftaustausch sorgen. Eine teurere Alternative ist der Einbau einer Lüftungsanlage, die automatisch für einen geregelten Luftaustausch sorgt und so Schimmel im Haus vorbeugt.

11. Undichte Fenster im Haus führen zu Schimmel

An eurem Fensterrahmen habt ihr Schimmel entdeckt? Eine Ursache dafür können alte poröse Dichtungen oder Silikonfugen sein. Durch die dadurch entstandenen Ritzen strömt dann vor allem in den Wintermonaten kalte Luft nach innen und kühlt die Bereiche rund um euer Fenster stark aus. Die Folge: Ihr müsst nicht nur mehr heizen, an den ausgekühlten Bereichen setzt sich Luftfeuchte aus euren Räumen ab, kondensiert und dringt womöglich in die Wände ein.

Tipp: Es lohnt sich einmal alle Fenster im Haus auf undichte Stellen zu überprüfen. Das könnt ihr tun, in dem ihr entweder eine Kerze anzündet und vor das Fenster stellt oder ein Stück Papier einklemmt und versucht es herauszuziehen. Flackert die Kerze oder lässt sich das Papier leicht durchziehen, solltet ihr unbedingt die Dichtungen erneuern (lassen).

Sanierungsmaßnahmen bei Schimmelpilzbefall

Schimmelpilze stellen ein gesundheitsgefährdendes Risiko für alle Hausbewohner dar und sollten natürlich entfernt werden. Das macht jedoch nur dann Sinn, wenn ihr vorher die Ursache klären konntet, denn sonst taucht der Schimmelpilz immer wieder im Haus auf.

Bei kleineren schimmeligen Stellen könnt ihr schon selbst etwas dagegen unternehmen und ihn entfernen. Bei starkem Befall solltet ihr lieber fachgerechte Sanierungsmaßnahmen von einem Experten durchführen lassen, um langfristig schimmelfrei zu bleiben.

Wie ihr Schimmel selbst entfernen könnt und welche Mittel am besten dagegen helfen, erfahrt ihr in unserem Artikel "Schimmel entfernen: Die besten Tipps zur wirksamen Schimmelbekämpfung". Dort könnt ihr auch nachlesen, wie ihr am besten Schimmel vorbeugen könnt und wie wirkungsvoll der beliebte Essigreiniger im Einsatz gegen Schimmel im Haus wirklich ist.

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