Keller als Wohnraum mit eigenem Bad und Zugang zum Außenbereich
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Wohnen | Ratgeber

Keller lüften: Die besten Tipps für gute Luft in Kellerräumen

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Euer Keller ist feucht, an den Wänden bildet sich Schimmel? Dann solltet ihr versuchen, die Luftfeuchtigkeit zu senken. Wir nennen euch Ursachen für feuchte Keller und geben Tipps, worauf ihr im Sommer und Winter beim Keller lüften achten solltet.

Feuchte Kellerräume sind anfälliger für Schimmel und Salzausblühungen. Die Feuchtigkeit greift im schlimmsten Fall die Bausubstanz an. Deshalb immer den Keller lüften! Oder etwa nicht? Je nach Jahreszeit und Außentemperatur solltet ihr einige Dinge beachten, bevor ihr den Zustand in euren Kellerräumen mit falschem Lüften verschlimmert.

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Wir nennen euch außerdem die häufigsten Ursachen und Folgen von zu viel Feuchtigkeit im Keller und geben euch Tipps zum richtigen Lüften im Sommer und Winter. Euer Keller hat keine Fenster? Einen Tipp zum Lüften in fensterlosen Räumen haben wir ebenfalls.

Häufige Ursachen und Folgen von zu viel Feuchtigkeit im Keller

Schematische Zeichnung der Feuchtigkeitsgefahr bei undichten Kellerwänden
So kann eine undichte Kellerwand durchfeuchten: durch Regen- und Spritzwasser, Feuchtigkeit im Erdreich, die Kondensation der Luftfeuchtigkeit sowie aufsteigende Feuchtigkeit. © Remmers

Eine häufige Ursache für zu hohe Feuchtigkeit im Keller sind meist schlecht isolierte Kellerräume und undichte -wände in alten Häusern. Die Luftfeuchtigkeit in jeglichen Wohnräumen inklusive Keller sollte jedoch nicht dauerhaft über 60 bis 65 Prozent liegen.

Sind die Kellerwände einmal durchfeuchtet, kann das schnell die Bausubstanz angreifen und zum Schimmelpilzbefall führen. In diesem Fall solltet ihr den Keller unbedingt trockenlegen und nachträglich den Keller von außen dämmen, um Feuchtigkeit auszusperren.

Um den Keller trocken zu bekommen, denken viele zunächst an ordentliches Auslüften. Dabei kann falsches Lüften im Sommer und Winter eine weitere Ursache für eine ansteigende Luftfeuchtigkeit und folglich feuchte Kellerwände und Schimmel sein.

Häufige Fehler beim Keller lüften

Draußen ist es brütend heiß, im Keller hingegen ist es angenehm kühl. An heißen Sommertagen würde man sich dann am liebsten den ganzen Tag in den Kellerräumen verschanzen und vor der Hitze fliehen. Eine wunderbare Vorstellung, wäre da nicht oftmals der modrige Geruch der feuchten Kellerwände, der einem in die Nase steigt. Kurz das Fenster auf, damit der Geruch verfliegt. Doch wer so handelt, holt sich noch mehr Feuchtigkeit in den Keller.

Öffnet ihr an heißen Sommertagen tagsüber das Kellerfenster, strömt warme feuchte Luft von draußen in den kühlen Kellerraum. Die kalte Kellerluft hingegen kann Feuchtigkeit nur schwer bis gar nicht aufnehmen. Sind Türen oder Fenster im Keller tagsüber geöffnet, setzt sich die eindringende Feuchtigkeit aus der warmen Luft dann in Form von Kondenswasser an den kalten Kellerwänden ab. Die Wand wird noch feuchter, der muffige Geruch wird verstärkt und im schlimmsten Fall befeuert ihr so die Schimmelproduktion.

Zu viel heizen und zu wenig lüften im Winter

Der Keller wird häufig als Waschküche, Arbeitszimmer, Hobbykeller oder auch als Fitnessraum genutzt. Da möchte man es im Winter im Kellerraum natürlich schön warm haben und dreht deshalb die Heizung auf. Die Luft im Raum wird warm und trocken. Bloß nicht das Fenster aufmachen, damit keine Kälte und Feuchtigkeit reinkommt? Falsch gedacht!

Wer die klirrende Kälte von draußen dauerhaft aussperrt und zwischendurch nicht richtig lüftet, der hat auch bald einen feuchten Keller. Warme Heizungsluft nimmt zwar Feuchtigkeit auf, irgendwann ist diese jedoch gesättigt. Die restliche Feuchtigkeit setzt sich an den Wänden ab, wieder kann sich Schimmel bilden oder es kommt zu sogenannten Salzausblühungen.

So lüftet ihr den Keller im Sommer richtig

Den kühlen Keller solltet ihr an heißen Sommertagen möglichst gar nicht lüften, damit keine warme feuchte Luft in den Raum eindringen kann. Achtet deshalb darauf, dass sämtliche Kellerfenster und Türen geschlossen bleiben.

Wenn ihr trotzdem im Sommer den Keller lüften wollt, rät das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz dazu, am besten nur nachts zu lüften. Dann ist die Außenluft abgekühlt und enthält weniger Feuchtigkeit, die sich im kühleren Kellerraum an den Wänden niederschlagen kann. Wenn möglich, solltet ihr sogar nur dann lüften, wenn die Außentemperatur fünf Grad Celsius unter der Raumtemperatur im Keller liegt.

So lüftet ihr den Keller im Winter richtig

Da es im Winter draußen kälter ist als im Keller, könnt ihr zu jeder Tageszeit während der Heizperiode stoßlüften. Öffnet dazu zehn bis maximal fünfzehn Minuten das Fenster. So dringt kalte Außenluft ein, wärmt sich auf und nimmt anschließend die Feuchtigkeit im Kellerraum auf. Ihr solltet jedoch nicht länger als die empfohlenen fünfzehn Minuten lüften, da sonst der Kellerraum zu stark auskühlt.

Diesen Prozess könnt ihr täglich wiederholen, wenn ihr euren feuchten Kellerraum trockenlüften möchtet. Lüftet jedoch nur an kalten und trockenen Wintertagen. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei einem Wert zwischen 40 und 60 Prozent, wenn ihr den Keller als Wohnraum oder Hobbykeller benutzt. Wie feucht eure Luft ist, könnt ihr mit einem sogenannten Hygrometer am besten und schnellsten feststellen.

Keller lüften ohne Fenster: So funktioniert's

Viele Kellerräume besitzen oftmals nur eine kleine Luke oder gar kein Fenster. Dennoch sollte die Kellerluft regelmäßig ausgetauscht werden, um Schimmel oder Salzausblühungen vorzubeugen. Ist der Luftaustausch nicht über ein Fenster möglich, könnt ihr auf eine dezentrale Lüftungsanlage zurückgreifen. Mehr Infos zum fensterlosen Lüften findet ihr abschließend in folgendem Artikel:

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis: Das regelmäßige Lüften des Kellers ist nicht nur wichtig, um Schimmel vorzubeugen, es verringert auch die Radonbelastung - sowohl im Keller als auch im Haus. Das ist vor allem bei Altbauten in Radonvorsorgegebieten wichtig. Mehr dazu hier:

Radonbelastung: Die unterschätzte Gefahr im Haus

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