Kelleraum mit Waschmaschine und kleinem Fenster
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Wohnen | Expertentipp

Keller lüften im Sommer: Eine gute Idee?

Uske Berndt

Uske Berndt

Frische Luft ist schön, vor allem im muffigen Keller. Wenn es draußen sommerlich warm ist, kann im Untergeschoss doch das Fenster offen stehen, oder? Aber ist es ratsam, den Keller im Sommer zu lüften?

Die Versuchung, die Kellerfenster dann zu öffnen, wenn sich der Sommer mit warmen Temperaturen von seiner besten Seite zeigt, kennen viele Hausbesitzer. Dass das Keller lüften im Sommer allerdings mehr schadet als hilft, wissen wenige. Wir erklären, wieso das so ist und wie ihr schlechte Luft im Kellergeschoss vermeidet.

Kellerfenster im Sommer auf oder zu?

Je wärmer die Außenluft, desto mehr Feuchtigkeit enthält sie. Wer nun im Sommer die Kellerfenster zum Lüften aufreißt, lässt viel feuchte Luft hinein – in einen Raum, der zu dieser Jahreszeit meist deutlich kälter ist als draußen. Was passiert nun? Die warme Luft kühlt sich ab und kondensiert an den kalten Außenwänden. So entstehen eine hohe Luftfeuchtigkeit und feuchte Stellen, im schlimmsten Fall Schimmel. Die Fenster solltet ihr also tagsüber im besten Fall geschlossen lassen. Wann der beste Zeitpunkt zum Keller lüften im Sommer ist, erfahrt ihr weiter unten.

Schimmel in Haus und Keller können gesundheitsschädigende Auswirkungen haben. Er sollte also schnellstmöglich von einem Fachmann beseitigt werden. Unterstützung im Schimmelfall bietet euch auch die Schimmelhilfe-Service von Wohnglück.

Problem mit feuchten Wänden? Dann interessiert euch vielleicht unser Beitrag zum Thema: Keller abdichten: So legt ihr das Untergeschoss bei feuchten Wänden trocken

Im Sommer den Keller nur nachts lüften

Die Fenster solltet ihr möglichst nur dann öffnen, wenn die Außentemperatur deutlich unter (gerne 5 Grad Celsius weniger) der Kellertemperatur liegt. Im Hochsommer geht das natürlich nicht immer. So rät das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: "Am besten nur nachts lüften, dann ist die Außenluftfeuchte am geringsten." Noch mehr Tipps rund um das Thema liefert die kostenlose Broschüre "Lüftung im Wohngebäude" und unser Ratgeber: Optimale Luftfeuchtigkeit im Keller: So lüftet ihr ihn richtig

Wei viel Luftfeuchtigkeit im Keller ist okay?

Als Faustregel gilt: Wie in Wohnräumen auch, sollte die Luftfeuchte im Keller nicht dauerhaft über 60 bis 65 Prozent bei 20 Grad Celsius Raumtemperatur liegen. Wer es genau wissen möchte, besorgt sich ein Hygrometer (Anzeige*). Im Baumarkt oder Versandhandel gibt es zuverlässige (analoge oder digitale) Messgeräte schon für rund 15 Euro. Die meisten zeigen neben der Luftfeuchte auch die Temperatur an und wann es Zeit ist, zu lüften.

Wäsche waschen im Keller: Im Sommer nur stoßlüften

Vor allem im Sommer wird es schwierig, wenn im Keller Waschmaschine oder Trockner stehen. Ein Waschgang pustet pro Ladung bis zu 350 Gramm Wasser in die Umgebung. 20 Grad Celsius warme Luft kann aber nur maximal 17 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter aufnehmen. Da wird es in kleinen Räumen schnell viel zu feucht. Jetzt ist in jedem Fall Stoßlüften angesagt, idealerweise indem ihr zwei gegenüber liegende Fenster öffnet. Das sorgt für den optimalen Durchzug.

Mythos oder Wahrheit: Stimmt es, dass man bei Nebel und Regen nicht lüften sollte?

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