Man verfugt Fugen mit Silikon
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Modernisieren | Expertentipp

Wie kann ich Silikonfugen im Bad selbst erneuern?

Redaktion

Level: Für Fortgeschrittene

In die Jahre gekommene Silikonfugen im Bad sehen oft unansehnlich aus. Wie kann man sie selbst erneuern? Unser Experte hat ein paar Tipps parat.

Folgende Frage wurde an die Redaktion herangetragen: "Ich möchte eine Silikonfuge im Bad erneuern und habe gehört, dass es gar nicht so einfach ist. Gibt es ein paar Tricks? Was ist das Besondere an Sanitär-Silikon?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Wenn ihr eine Silikonfuge im Sanitärbereich erneuern wollt, müsst ihr zunächst die alte Fugenmasse komplett entfernen. Dafür könnt ihr einen speziellen Fugenkratzer verwenden. Oder ihr benutzt ein scharfes Messer, mit dem die Silikon-Dichtmasse von den Fliesenfugen abgeschnitten wird. Die verbleibenden Reste könnt ihr mit einem Werkzeug, zum Beispiel einem Schraubendreher, abkratzen. Aber Vorsicht: Passt auf, dass ihr dabei nicht die Fliesen zerkratzt.

Wenn sich auf mechanischem Weg nicht alle Silikonreste entfernen lassen, könnt ihr auch einen chemischen Silikon-Entferner aus dem Baumarkt verwenden. Der löst die letzten Reste rückstandfrei auf. Aber: Nach Möglichkeit solltet ihr so einen chemischen Reiniger nur dann verwenden, wenn sich das alte Silikon partout nicht mit Kratzer, Messer oder Spachtel entfernen lässt.

Bevor ihr dann die neue Dichtmasse einbringt, müsst ihr den Fugenbereich noch einmal mit Reinigungsbenzin ausputzen. Benutzt dafür am besten eine alte Zahnbürste. Dann den Untergrund gut trocknen lassen.

So bringt ihr das neue Silikon ein

So einfach das beim Profi auch aussieht: Eine glatte, saubere Silikonfuge zu ziehen, ist gar nicht so einfach. Als Hilfsmittel (gerade für Anfänger) eignet sich Malerkrepp. Das Klebeband könnt ihr seitlich entlang der Fuge ankleben. Dadurch entgeht ihr der Gefahr, dass ihr beim Verfugen zu viel Material verwendet und dieses eventuell die Fliesen verschmiert.

Das Sanitärsilikon selbst gibt es in einer Kartusche. Die wird in eine Kartuschenpistole eingespannt (damit könnt ihr auch andere Kartuschen, zum Beispiel mit Acryl oder Montagekleber, verarbeiten). Die Tülle der Kartusche schneidet ihr seitlich an, so dass die Öffnung ein wenig breiter ist als die Fuge. Dann – und das ist entscheidend – füllt ihr mit gleichmäßigem Druck und ruhiger, gleichmäßiger Bewegung das Silikon in die Fuge.

Zum abschließenden Glätten der Oberfläche solltet ihr Spachtel, Messer oder Finger mit einer Mischung aus Wasser und Spülmittel benetzen. Diese Mischung verhindert, dass die Dichtmasse am Werkzeug oder an den Fingern klebt, wenn ihr die Oberfläche glättet.

Das Glätten funktioniert sehr gut mit einem speziellen Fugenglätter oder Fugenspachtel. Die gibt es für recht kleines Geld (rund 10 Euro) im Baumarkt. Die Investition lohnt sich, denn die Fuge mit dem Finger glatt und mit einer schönen Kante abzuziehen – das ist die ganz hohe Schule.

Silikon-Dichtmassen

Es gibt verschiedene Arten von Silikon. Die am stärksten verbreitete Gruppe ist die der "sauer vernetzten" Silikon-Dichtmassen. Man erkennt dieses Fliesensilikon oder Sanitärsilikon bei der Verarbeitung am Essig-Geruch. Diese Silikon-Typen haften sehr gut auf Glas, glasierten Flächen, auf Emaille und Fliesen. Sie werden daher im Sanitärbereich verwendet.

Allerdings fördern saure Untergründe die Schimmelbildung. Bisher hat man versucht, der Masse Pilzgift beizumischen, das verhindern sollte, dass sich Schimmel einnistet, oftmals ohne Erfolg. Deswegen müssten diese Fugen auch regelmäßig erneuert werden.

Seit Neuestem gibt es Silikon-Dichtmassen, in denen sich feinste Silberpartikel (sogenannte Nanopartikel) befinden. Diese verhindern zuverlässig die Bildung von Schimmel.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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