Silikonfuge an Badewanne ziehen

Modernisieren | Ratgeber

Verfugen mit Silikon: Diese 7 Anfängerfehler solltet ihr vermeiden

Antonia Eigel

Für die schimmelige Silikonfuge in der Dusche habt ihr bereits einen Namen? Dann wird es höchste Zeit, sie zu erneuern! Wir stellen euch sieben Anfängerfehler beim Verfugen mit Silikon vor und geben Tipps, wie ihr es besser macht.

Eure Silikonfugen rund um die Dusche sind längst schwarz statt weiß? Dann ist es höchste Zeit, euch mit der Kunst des Verfugens mit Silikon zu befassen.

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Wenn es um Silikonarbeiten geht, machen wir gerne einen weiten Bogen darum. Wer sich doch an die schweißtreibende Arbeit wagt, ist selten mit dem Ergebnis zufrieden. Wir stellen euch deshalb sieben Anfängerfehler beim Verfugen mit Silikon vor und geben Tipps, damit auch ihr zukünftig perfekte Silikonfugen ziehen könnt.

1. Fehler: Vor dem Verfugen die Fläche nicht richtig säubern

Wir erzählen euch sicher nichts Neues, wenn wir euch sagen, dass die richtige Vorbereitung, wie bei allen Heimwerker-Arbeiten, das Wichtigste ist. Auch beim Verfugen mit Silikon muss die Fläche vorher richtig gereinigt werden. Wer nicht richtig sauber macht, ärgert sich später grün und blau, wenn sich nach kürzester Zeit bereits wieder Schimmel bildet.

Unser Tipp: Die Flächen müssen trocken, fettfrei und tragfähig sein. Das heißt, ihr müsst eure alten Silikonfugen rückstandslos entfernen. Dazu verwendet ihr am besten folgende Werkzeuge und Reinigungsmittel:

  • Cutter, Messer, Spachtel, Fugenschneider oder -kratzer (erhältlich in jedem Baumarkt)
  • Pinsel
  • Tuch

Diese Mittel eignen sich zum Entfernen von Silikonrückständen:

  • Ethanol: bei Glas und glasartigen Oberflächen sowie Kunststoffen
  • Methylethylketon (MEK): bei Aluminium, Eloxal, rostfreiem oder galvanisiertem Stahl
  • Kristallöl (Testbenzin): bei mit Rostschutz behandeltem Eisen, lackiertem Aluminium, lasiertem oder lackiertem Holz
  • Chemischer Silikonentferner aus dem Baumarkt
  • Alternative Hausmittel: Essig-Wasser-Gemisch (ein Teil Essig, zwei Teile Wasser), Spülmittel oder Babyöl

Und so geht's: Mit einem Fugenkratzer oder ähnlichem Werkzeug entfernt ihr die alte Silikonfuge. Auf die Rückstände tragt ihr mit dem Pinsel den Silikonentferner eurer Wahl auf und lasst ihn, je nach Herstellerangabe, einige Minuten einziehen. Alternativ könnt ihr auch eines der Haushaltsmittel ausprobieren.

Habt ihr alles entfernt, reinigt die Flächen nochmal mit Wasser und Spülmittel und wischt sie mit dem Tuch richtig trocken. Dann könnt ihr mit dem Verfugen loslegen.

2. Fehler: Das falsche Silikon verwenden

Eure Silikonfuge kann auf den ersten Blick noch so schön aussehen, wenn sie sich nach dem Aushärten gleich wieder ablöst, müsst ihr wieder von vorne anfangen. Silikon ist nicht gleich Silikon, auch hier gibt es Unterschiede.

Welchen Bereich möchte ich mit Silikon verfugen?

Es gibt sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich Silikone. Hauptsächlich wird Silikon aber im Sanitärbereich oder bei Küchenzeilen verwendet. Das Material ist besonders elastisch, witterungsbeständig und pilzhemmend. Dazu verhindern die Silikonfugen, dass Wasser in die Ritzen eindringen kann und somit Schimmel entsteht.

Viele Silikone eignen sich jedoch nur für glatte Untergründe wie Keramik, Glas, Kunststoff oder den Sanitärbereich, nicht aber für poröse Materialien wie Naturstein, Beton oder Kalksandstein. Hierfür gibt es extra Silikone. Lest euch in jedem Fall die Hinweise auf dem Silikon-Gebinde durch, um die richtige Auswahl zu treffen.

Silikon mit Acryl vertauschen

Die Kartuschen sehen sich im Baumarkt zum Verwechseln ähnlich, doch Acrylate sind im Gegensatz zu Silikonen zum Verfugen in Feuchträumen völlig ungeeignet, da das Material viel grobporiger und wasserdurchlässiger ist.

Acryl eignet sich hingegen besonders gut, um Risse in der Innenwand zu schließen, da sich die grobporige Oberfläche sehr gut überstreichen lässt. Maler verwenden häufig Acryl, um zum Beispiel Klebestreifenkanten sauber zu versiegeln. Für Malerarbeiten ist Silikon jedoch tabu, da es sich aufgrund seiner Struktur kaum überstreichen lässt.

Damit es in Zukunft zu keiner Verwechslung mehr kommt, müsst ihr euch nur eine Faustregel merken:

  • Silikone: zum Verfugen im Sanitärbereich
  • Acryl: für sämtliche Malerarbeiten

Wie ihr Risse in einer Außenfassade reparieren könnt, erfahrt ihr in unserem Expertentipp:

3. Fehler: Die Kartuschenspitze vor dem Verfugen nicht anschrägen

Dieser Schritt ist besonders wichtig, wenn eure Fugen etwas breiter sind. Ist die Kartuschenspitze nicht angeschrägt, wird das Silikon zu schmal aufgetragen und dichtet den Spalt eventuell nicht vollständig ab. Feuchtigkeit dringt ein und Schimmel kann sich bilden.

Unser Tipp: Durch das Anschrägen der Spitze vergrößert sich automatisch die Öffnung. Schneidet die Kartuschenspitze schräg mit einem Cuttermesser ab. Alternativ könnt ihr auch ein Kartuschenmesser* verwenden, das ist aber nicht zwingend notwendig. Die Öffnung der Kartuschenspitze sollte der gewünschten Fugenbreite entsprechen.

Es empfiehlt sich, lieber erst etwas weniger abzuschneiden, dann die Breite der Silkonnaht zu testen und gegebenenfalls nochmal etwas nachschneiden. Dann könnt ihr eine optimale Silikonfuge ziehen.

4. Fehler: Silikonfugen glätten ohne Glättemittel

Silikon haftet besonders gut, da kann beim Glätten schnell mal was am Fugenglätter oder den Fingern kleben bleiben. Im schlimmsten Fall müsst ihr die Arbeit noch einmal von vorne beginnen.

Unser Tipp: Einfacher geht es mit extra Glättemittel für Silikonfugen. Ein beliebtes Hausmittel ist ein Gemisch aus Spülmittel und Wasser aus der Sprühflasche. Experten raten jedoch davon ab, da Spülmittel die Oberfläche der Silikonfugen angreifen kann und die Fuge somit nicht richtig abgedichtet wird. Verwendet ihr Glättemittel, geht ihr auf Nummer sicher. Mit einem Fugenglätter* könnt ihr dann die Fuge glatt ziehen. Kleiner Lifehack: Mit einem abgerundeten Eisstiel oder einem Mundspatel aus der Apotheke funktioniert es genauso gut.

Falls eure Finger klebrig werden sollten, könnt ihr sie kinderleicht mit einem Feuchttuch für Babys rückstandslos sauber bekommen.

Einen kleinen Tipp haben wir noch: Damit beim Glätten der Fuge kein überschüssiges Material ober- und unterhalb der Fuge landet, klebt sie vorher mit einem Klebebandstreifen ab.

5. Fehler: Silikonfugen nicht richtig aushärten lassen

Wann ist es denn nun endlich trocken? Auch wenn ihr die angegebene Trockenzeit des Silikons beachtet habt, heißt das nicht immer, dass die Silikonfuge dann auch richtig ausgehärtet ist. Gerade im Winter solltet ihr euch beim Verfugen mit Silikon nicht einfach auf die Herstellerangabe verlassen.

Wann ist die Silikonfuge richtig ausgehärtet?

Silikone können physikalisch trocknen oder durch eine chemische Reaktion aushärten. Klassische Silikone für den Sanitärbereich härten mittels chemischer Reaktion aus. Reagiert das Silikon mit Luftfeuchtigkeit, trocknet es aus. Was erst einmal einmal widersprüchlich klingt, funktioniert, da durch die Reaktion freigesetzte Spaltprodukte verdunsten. Das Silikon härtet also trotz hoher Luftfeuchtigkeit, oder gerade deswegen, aus.

Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit niedriger, das kann die Trockenzeit verlängern. Mit einem einfachen Trick, könnt ihr sie aber erhöhen: Stellt eine Schüssel mit heißem Wasser auf, der Wasserdampf reichert die Luft mit Feuchtigkeit an, sodass eure Fugen schneller aushärten können.

Die Herstellerangaben zur Trockenzeit könnt ihr grundsätzlich als Richtwert nehmen. Die Angabe bezieht sich in der Regel aber immer auf eine ideale Raumtemperatur zwischen 20 und 23 Grad Celsius und eine relative mittlere Luftfeuchtigkeit.

Unser Tipp: Am einfachsten könnt ihr feststellen, ob die Fugenmasse ausgehärtet ist, wenn ihr parallel eine Silikonprobe auf einer Plastiktüte trocknen lasst. Statt in die neue Silikonfuge zu pieksen, schneidet ihr nach der empfohlenen Trockenzeit eure Silikonprobe an. Ist sie vollständig getrocknet, könnt ihr davon ausgehen, dass auch die Silikonfuge ausgehärtet ist.

6. Fehler: Silikonkartusche nach der Anwendung nicht richtig lagern

Nach getaner Arbeit solltet ihr die Silikonkartusche nicht einfach in der Pistole herumliegen lassen, sondern lieber direkt herausnehmen und mit einer Kappe luftdicht verschließen. Denn das Silikon härtet schneller aus als gedacht. Falls es schon zu spät ist, gibt es dennoch eine Möglichkeit die restliche Fugenmasse zu retten.

Unser Tipp: Wenn nichts mehr rauskommt, nicht gleich wegschmeißen! Oft ist in der Silikonkartusche nur der oberste Zentimeter angetrocknet, der die Kartusche verstopft. Es lohnt sich also, sie einmal aufzuschneiden und den vertrockneten Rand abzuschaben.

Mit einem wiederverwendbaren Adapter für Silikonkartuschen* (knapp 13 Euro) könnt ihr die Kartusche dann erneut verschließen und weiter verwenden:

7. Fehler: Das Werkzeug nicht beherrschen

Hier dicker, da etwas dünner – am Ende ist alles krumm und schief: Da nützt auch das beste Silikon nichts, wenn ihr letztendlich euer Werkzeug nicht richtig beherrscht. Auch wenn das Verfugen mit Silikon in Erklärvideos immer so schön einfach aussieht – jeder, der selbst schon mal eine Silikonfuge auf gut Glück gezogen hat, weiß, wie schwierig es doch sein kann.

Unser Tipp: Auch wenn ihr dafür etwas Material "verschwendet", es lohnt sich, das Verfugen mit Silikon vorher ein paar Mal zu üben. Nehmt euch dafür ein Stück Papier oder Abdeckfolie und zieht mit der Kartuschenpistole ein paar Übungslinien. Beachtet dabei folgende Punkte:

  1. Drückt die Silikonmasse bei gleichbleibendem Druck auf den Abzieher aus der Kartusche heraus. Versucht herauszufinden, welche Spannung ihr aufbauen müsst, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Variiert auch im Abstand zum Untergrund.
  2. Haltet die Silikonpistole am besten in einem 45-Grad-Winkel.
  3. Versucht eine durchgängige Linie zu ziehen, ohne dabei abzusetzen. Je ruhiger eure Hand dabei bleibt und je gleichmäßiger das Tempo, desto besser.

Seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden, könnt ihr euch dann an die richtige Silikonfuge wagen.

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