Temperatur der Heizung wird per Tablet reguliert
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Modernisieren | Ratgeber

WLAN-Heizkörperthermostat: Für wen lohnt sich der Kauf?

Dirc Kalweit

Level: Für Fortgeschrittene

WLAN-Thermostate versprechen mehr Komfort und mehr Energieersparnis. Aber was bringen die funkgesteuerten Heizungsregler wirklich? Was kostet ein smartes Heizkörperthermostat und für wen lohnt sich die Anschaffung?

Die Heizkörper regeln, auch wenn man nicht zuhause ist – das geht mit WLAN-Heizkörperthermostaten. Wie die Steuerung über das heimische WLAN funktioniert, was solche funkgesteuerten Thermostate kosten und vor allem was sie bringen, das erfahrt ihr hier.

Smarte Thermostate und Handy
Intelligente Thermostate lassen sich dank Einbindung in das heimische WLAN über das Smarthpone regeln. © Netatmo

Wie funktioniert ein WLAN-Thermostat?

Der Begriff "WLAN-Thermostat" ist eigentlich so nicht ganz richtig. Ein funkgesteuertes Heizkörperthermostat verfügt nämlich über keine direkte WLAN-Verbindung. Das wäre technisch auch nicht sinnvoll. Viele Anbieter von Smart Home-Produkten, zu denen die intelligenten Thermostate auch zählen, wählen folgenden Weg:

Eine zentrale Steuereinheit, oft als Gateway, Bridge oder Hub bezeichnet, kommuniziert mit den einzelnen Thermostaten via Funk mittels eines bestimmten Funkstandards. Von diesen Funkstandards gibt es es diverse, deshalb sind die Thermostate verschiedener Firmen oft auch nicht kompatibel miteinander.

Das Gateway selbst ist dann mit dem heimischen WLAN verbunden. So könnt ihr euch über eine App oder auch browsergestützt in euer WLAN einwählen und zum Beispiel die Temperatur im Wohnzimmer erhöhen. Dieser Befehl geht dann über das WLAN an das Gateway. Das wiederum gibt die Signale per Funk an das angewählte Thermostat weiter.

Schematische Darstellung der Verbindungen in einem Smart Home
Schematische Darstellung der Verbindungen in einem Smart Home. © wohnglück.de

Ein WLAN-Heizungsthermostat allein ist also nutzlos. Viele Hersteller bieten deshalb sogenannte Starter-Sets an. Die enthalten dann neben dem Thermostat noch das Gateway und häufig noch einen Tür-/Fensterkontakt, über den zum Beispiel geöffnete Fenster erkannt werden.

Es gibt auch Anbieter, bei denen das Thermostat mittels Bluetooth bedient wird. Das ist aber eher die Ausnahme.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es für WLAN-Thermostate?

WLAN-Heizkörperthermostate (oder eben funkgesteuerte Thermostate) bieten diverse Nutzungsmöglichkeiten:

  • Heizprofile anlegen: 18 Grad Zimmertemperatur ab 21 Uhr im Schlafzimmer, ein morgens vorgeheiztes Bad, Urlaubsfunktion – über Smart-Home-Thermostate lassen sich für jeden Raum ganz individuelle Heizprofile einstellen und jederzeit anpassen.
  • Fernzugriff von unterwegs: Doch zwei Tage eher daheim? Von unterwegs aus lassen sich Haus und Wohnung über das Internet per Fernzugriff steuern. Das Heim wird kuschelig warm, auch wenn die ursprünglichen Pläne zeitlich ganz anders aussahen.
  • Fenster auf, Heizung runter: Viel lüften hilft am besten gegen Schimmelbildung. Dreht ihr allerdings nicht gleichzeitig auch das Thermostat nach unten, dann heizt ihr im wahrsten Sinne des Wortes für draußen. Denn im Thermostat befindet sich auch der Temperaturfühler, der prüft, ob die vorgewählte Gradzahl für den Raum erreicht ist. Bei offenem Fenster misst der Fühler ständig "Es ist noch zu kalt" und heizt entsprechend weiter. Das lässt sich mit einem einfachen Fensterkontakt verhindern. Der erkennt das geöffnete Fenster und das Thermostat wird automatisch nach unten gedreht. Schließt sich das Fenster, fährt das Thermostat wieder nach oben.
  • Einbindung von Wetterdaten: Viele Systeme lassen sich auch mit Wetterstationen oder den Wetterdaten aus dem Internet verbinden. Bei einem Temperatursturz müsst ihr dann keine Angst vor einem kalten Heim haben.
  • Erweiterung des Funktionsumfangs: Heizkörper an oder aus, je nachdem, wo ihr gerade seid. Diese standortabhängige Funktion nennt sich "Geofencing". Oder ein Alarm, wenn die Raumtemperatur über 40 Grad steigt (dann brennt es nämlich höchstwahrscheinlich bei euch). Oder auch die Verknüpfung mit anderen Smart-Home-Komponenten, zum Beispiel einer Wetterstation oder der Raumluftüberwachung. Die Einsatzmöglichkeiten lassen sich noch auf viele Arten erweitern.

Anbieter und Kosten von WLAN-Thermostaten

Auf dem Markt tummeln sich Dutzende von Anbietern. Vom speziell auf die Heizungssteuerung spezialisierten Firmen bis hin zu Generalisten, die intelligente Thermostate als Teil ihres Smart-Home-Portfolios im Programm haben.

Wir stellen euch fünf der gängigsten Marken und die jeweiligen Preise vor. Wir haben hier im Bild Starter-Kits inklusive Gateway/Bridge für den Einstieg ins smarte Heizen aufgeführt. Dazu kommt noch der Preis für einzelne Thermostate, schließlich gilt es ja, mehrere Räume mit den Funkthermostaten zu steuern.

1. Starter-Kit von Tado

Starter-Kit V3+ von Tado
Starter-Kit V3+ von Tado © Tado

Mit einem funkgesteuertem Heizkörper-Thermostat und Internet-Bridge für rund 109 Euro. Zusätzliche Einzelthermostate kosten circa 65 Euro pro Stück.

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2. Starter-Kit von Homematic

Homematic IP Starter Set Raumklima
Homematic IP Starter Set Raumklima. © Homematic

Inklusive Home-Control-Access Point (Steuerzentrale), Heizkörper-Thermostat und Tür-/Fensterkontakt für rund 105 Euro. Weitere Einzelthermostate kosten circa 50 Euro pro Stück.

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3. Starter-Kit von Bosch

Starter-Kit Heizung von Bosch mit WLAN-Thermostaten
Das Bosch Smart Home Raumklima Starter-Set. © Bosch

Bestehend aus Controller (Gateway), Tür-/Fensterkontakt, und zwei Heizkörper-Thermostaten für rund 190 Euro. Weitere Einzelthermostate kosten circa 45 Euro pro Stück

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4. Starter-Kit von Devolo

Starter-Set Smart heizen von Devolo
Starter-Set Smart heizen von Devolo. © Devolo

Enthält die Steuerzentrale, zwei Heizkörper-Thermostate und ein Raumthermostat für rund 150 Euro. Jedes weitere Einzelthermostat kostet circa 40 Euro pro Stück.

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5. Starter-Kit von Eve

Eve Smart Heizen Set
Eve Smart Heizen Set. © Eve

Im Paket: Ein Heizkörper-Thermostat und ein Tür-/Fensterkontakt für rund 109 Euro. Funktioniert nur mit Apple-Endgeräten, die dann als Steuerzentrale dienen. Weitere Einzelthermostate kosten circa 70 Euro pro Stück.

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Wie gesagt: Das sind nur fünf von zahlreichen Anbietern, die im Smart Home-Bereich auch Lösungen für smartes Heizen anbieten.

Was sollte ich beim Kauf eines WLAN-Thermostats beachten?

Im Prinzip müsst ihr euch vor dem Kauf eines WLAN-Thermostats eine wichtige Frage stellen: Reichen mir allein funkgesteuerte Thermostate? Oder möchte ich mein Haus oder meine Wohnung in Sachen Smart Home auch in anderen Bereichen ausrüsten, zum Beispiel mit intelligenten Alarmanlagen oder umfassenden Lichtsteuerungen?

Wenn euch die schlaue Heizungsteuerung allein reicht, dann vergleicht die Anbieter ganz klassisch nach Preis, Leistungsumfang, Steuerungsmöglichkeiten und natürlich auch Design.

Wenn ihr die große Lösung wollt, in der die smarte Heizung nur eine von vielen Komponenten ist, dann müsst ihr euch in das Thema tiefer einarbeiten. Funkstandards, unterschiedliche Kompatibilitäten, Sprachsteuerung, Zukunftssicherheit – das alles sind Aspekte, die ihr für euer zukünftiges Smart Home-System berücksichtigen solltet.

Wann rechnet sich ein WLAN-Thermostat?

Wann sich ein WLAN-Thermostat amortisiert hat, ist schwer zu sagen. Einige Hersteller sprechen von einer Energieersparnis von 30 Prozent, können das aber nicht näher belegen. Realistisch sind wohl – je nach Heizverhalten – zehn bis 15 Prozent.

Eure Heizkosten sind von vielen Faktoren wie Energieträger, Art der Heizung, dem Gebäudezustand und eben eurem Heizverhalten abhängig. Nehmt eure letzte Heizkostenabrechnung und zieht davon einfach die besagten zehn bis 15 Prozent ab. Die Summe, die dabei herauskommt, wäre eure wahrscheinliche jährliche Ersparnis durch ein smartes Thermostat.

Haltet die Investitionskosten dagegen. Da ihr für jeden Raum ein Thermostat braucht und (in den meisten Fällen) auch die Steuereinheit kaufen müsst, rechnet sich die Anschaffung realistisch gesehen in den meisten Fällen erst nach ein paar Jahren. Dafür kauft ihr gleichzeitig aber auch ein Mehr an Komfort.

WLAN-Heizungsthermostat: Die Vorteile und die Nachteile

Die Anschaffung eines Smart Home-Thermostats hat einige Vorteile gegenüber den herkömmlichen Heizkörperthermostaten. Es gibt aber auch Nachteile:

  • Vorteile WLAN-Thermostat
  • Nachteile WLAN-Thermostat
  • Erhöht den Komfort
  • Relativ hohe Anschaffungskosten, dadurch lange Amortisation
  • Langfristig deutliche Energieersparnis
  • Unübersichtliche Marktsituation: Viele Anbieter, viele Standards
  • Sinnvolle Features wie "Fenster offen"-Erkennung, Abwesenheitsregelung etc.
  • Batterien müssen regelmäßig gewechselt werden
  • vielfältige Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Smart Home-Anwendungen
  • Manche Funktionen gibt es nur kostenpflichtig (In-App-Kauf)

WLAN-Thermostate: Die Vorteile und die Nachteile

Fazit: Lohnt sich der Kauf eines WLAN-Thermostats?

Sind funkgesteuerte Thermostate eine technische Bereicherung oder eher eine Spielerei? Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Sicher erhöhen sie den Komfort, und im Rahmen einer Einbindung in ein umfassendes Smart Home-Konzept gehören intelligente Thermostate definitiv zu den sinnvollsten Anwendungen. Sie können auch ein erster Einstieg sein, um erst einmal auszuprobieren, wie sich so eine Smart Home-Anwendung anfühlt.

Nachteilig sind die noch recht hohen Kosten. Und wenn ihr euch für einen Anbieter entschieden habt, dann seid ihr auch an seine technischen Standards gebunden. Mittelfristig wird sich der Gebrauch der schlauen Heizkörperregler aber sicher durchsetzen und die heutigen, per Hand bedienbaren Thermostate nach und nach ablösen.

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