Stilisiertes Smart Home aus Pixeln
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Modernisieren | Ratgeber

Smart Home: Alles über das intelligente Zuhause

Dirc Kalweit

Level: Für Alle

Wie funktioniert ein Smart Home? Was gilt es zu beachten, welche Vor- und Nachteile hat ein intelligentes Zuhause? Die wichtigsten Begriffe, Funktionen und Anwendungen.

Ab einer bestimmten Windstärke fährt die Markise ein. Die Heizung regelt bei offenem Fenster die Temperatur nach unten. Und in der Dämmerung passt sich im Wohnzimmer automatisch die Lichtstärke an.

Das sind nur drei von zahlreichen Anwendungsbeispielen im "Smart Home". Mit Hilfe von Smart Home-Geräten lassen sich schon heute in vielen Wohnbereichen alltägliche Abläufe automatisieren. Die Technik verspricht dabei ein Mehr an Komfort und Sicherheit und hilft ganz konkret, Energie zu sparen.

Doch welche Anwendungsmöglichkeiten sind eigentlich sinnvoll, welche eher Spielerei? Was für Smart Home-Systeme gibt es und wie funktionieren sie? Und: Worauf sollten künftige Smart Home-Anwender achten, wenn sie sich schon heute einzelne Komponenten oder gleich ein ganzes System zulegen wollen? Von der intelligenten Steckdose über die Steuerung der Heizung bis hin zur App: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Smart Home.

Was ist ein Smart Home?

Einfach gesagt, geht es hier um die Hausautomation. In Smart Homes vernetzen sich einzelne Geräte untereinander und geben ihre Informationen weiter an eine zentrale Steuereinheit. Die verarbeitet diese Daten und setzt sie – wenn nötig – in eine Aktion um. Ein Beispiel: Der Sensor am Fenster merkt, dass das Fenster offen ist. Er gibt diese Information an die Steuereinheit. Die wiederum sendet dann einen Befehl an das Thermostat, auf eine vorher bestimmte Temperatur runterzufahren.

Vernetzen, überwachen, steuern – das sind die drei Grundfunktionen in einem Smart Home. Eine Technik, die gar nicht so neu ist. Bis vor wenigen Jahren aber war das nur über verlegte Kabel möglich. Erst mit der Möglichkeit, einzelne Geräte untereinander auch über Funk kommunizieren zu lassen, haben sich Smart Home-Anwendungen auch im Massenmarkt durchgesetzt.

Schematische Darstellung eines Smart Home
Vernetzen, überwachen, steuern – das sind die Grundfunktionen in einem Smart Home. © zapp2photo - stock.adobe.com

Was können Smart Homes eigentlich?

Der Kühlschrank, der meldet, wenn die Milch abgelaufen ist und dann neue bestellt – das gehört eher zu den exotischen Anwendungen bei Smart Homes. In vielen Bereichen sind die Einsatzmöglichkeiten doch deutlich praktischer:

Heizung regeln

Fenster auf, Heiztemperatur runter – das ist eine der Möglichkeiten, mit der Smart Homes nicht nur den Komfort erhöhen, sondern Energie (und damit Geld) sparen. Die wenigsten von uns drehen das Thermostat runter, wenn sie das Fenster öffnen. Bequemlichkeit, die die Heizkosten erhöht.

In den meisten Heizkörper-Thermostaten steckt ein Fühler, der die Temperatur der umgebenden Raumluft misst. Das ist die Basis, die den Heizwasserdurchfluss des Heizkörpers so regelt, dass die gewünschte Zimmertemperatur konstant bleibt. Bei geöffnetem Fenster misst das Thermostat die kalte Luft und erhöht den Durchfluss des heißen Wassers. Die Heizung heizt also gegen die Frischluft an.

Verhindern lässt sich das durch einen am Fenster angebrachten Sensor und ein smartes Thermostat. Der Sensor meldet das geöffnete Fenster, das Thermostat reagiert entsprechend und regelt die Temperatur herunter – so lange, bis das Fenster wieder geschlossen ist.

Die smarte Verbindung zur Heizung bleibt heutzutage aber nicht allein auf das Thermostat und damit den Heizkörper beschränkt. Viele Anbieter von Heizungsanlagen bauen in ihren Heizkesseln bereits werkseitig eine Schnittstelle für die Kommunikation mit ein. Über diese vernetzten Heizsysteme können die Besitzer bequem über eine App vom Sofa aus die zentralen Einstellungen für ihre Heizung vornehmen, zum Beispiel bei einem Urlaub die Temperatur für diese Zeit dauerhaft verringern. Gleichzeitig haben die Hersteller die Möglichkeit, auf die Daten der Heizung zuzugreifen, um bei einer Störung schneller und effizienter zu reagieren.

Smarte Thermostate und Handy
Intelligente Thermostate lassen sich über das Smarthpone regeln. © Netatmo

Raumklima verbessern

Doch nicht allein die Temperatur (und deren intelligente Regelung) macht ein gutes Raumklima aus. Auch der Sauerstoff- und CO2-Gehalt in der Raumluft und die Luftfeuchtigkeit wirken sich unmittelbar auf unsere Wohngesundheit aus. "Mach doch mal einer bitte das Fenster auf!" ist die natürliche Reaktion, wenn die Raumluft so schlecht ist, dass sie uns müde und unkonzentriert macht. Damit es erst gar nicht so weit kommt, messen smarte Geräte die wichtigsten Werte und geben diese entweder über ein Display und/oder eine App an den Nutzer weiter.

Die intelligente Verknüpfung in einem Smart Home gibt es dann, wenn bestimmte Werte über- oder unterschritten werden (zu heiß/zu kalt/zu wenig Sauerstoff/zu viel CO2/zu hohe Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel im Bad) und die Fenster sich dann dementsprechend automatisch öffnen oder schließen. Die Firma Velux bietet zum Beispiel in Zusammenarbeit mit dem französischen Unternehmen NetAtmo solche Produkte in seiner Dachfenster-Sparte an.

Automatischer Sonnenschutz

Es gibt also schon Fenster, die sich automatisch nach den Frischluft-Wünschen ihrer Nutzer richten. Gleiches gilt auch für den Bereich des Sonnenschutzes. Auch Markisen und Jalousien lassen sich smart bedienen. Bläst der Wind etwas zu stark, dann fährt die Markise von selbst ein. Und wenn die Sonne gar zu heftig scheint, dann schließt sich die Jalousie.

Das erfolgt entweder vollautomatisch (und in Verbindung mit einer smarten Wetterstation sogar vorausschauend) oder per Hand. Denn wie bei fast allen smarten Anwendungen hat der Nutzer auch hier immer die Möglichkeit, dem programmierten Standard zu widersprechen und über eine App sein individuelles Programm vorzuziehen.

Velux Bedienung Smart Home
Automatisch oder per Hand – auch Fenster und Jalousien (hier von Velux) lassen sich per App steuern. © Velux

Sicherheit an erster Stelle

Eines der größten Themen im Bereich Smart Home ist die Sicherheit. In einer Studie des deutschen Digitalverbandes Bitkom gaben mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) an, dass sie mit dem Kauf von Smart Home-Produkten in erster Linie die eigenen vier Wände schützen wollen. Und so groß die Nachfrage nach smarter Sicherheitstechnik ist, so riesig ist das Angebot.

Das fängt schon bei kleinen Anwendungen an. Smarte Türschlösser zum Nachrüsten versprechen mehr Komfort, ohne die Sicherheit zu vernachlässigen. Die Nachrüstsätze sind so ausgelegt, dass ein kleiner Motor über einen (von innen) im Schloss steckenden Schlüssel installiert wird. Per App, Annäherung oder Tastencode lässt sich dann dieser Motor bedienen und öffnet die Tür.

Die Systeme (zum Beispiel das von uns getestete elektronische Türschloss von Nuki) sind mittlerweile sehr ausgereift, leicht zu installieren und sehr nutzerfreundlich. Wer einen Teenager daheim hat, weiß das smarte Schloss zu schätzen, denn der Schlüssel wird gern mal vergessen – das Handy (inklusive App zum Öffnen) dagegen so gut wie nie. Auch Ferienhausbesitzer oder alle, die jemandem temporär Zugang zum Haus oder zur Wohnung verschaffen müssen (zum Beispiel der Putzfrau oder dem Handwerker) sind mit dieser Lösung gut bedient.

Kameras gegen Einbrecher

Reinkommen ins Smart Home ist die eine Sache. Viele Anwender wünschen sich aber, dass unerwünschte Besucher mit Hilfe von intelligenten Helfern vor allem draußen bleiben. Fast alle großen Smart Home-Anbieter bieten deshalb entsprechende Sicherheitspakete für den Einbruchschutz an. Das fängt an bei der simplen Anwesenheitssimulation, bei der Licht und Musik zufallsgesteuert an- und ausgeschaltet werden.

Der nächste Schritt ist die Installation von Außenkameras, die – oft in Kombination mit einer Außenleuchte und einer Sirene – bei einem unbefugten Betreten sofort eine Nachricht auf das Smartphone des Besitzers senden. Die Technik ist dabei schon so weit, dass sie zuverlässig zwischen Tieren, Autos und Menschen unterscheiden kann. Fehlalarme sind daher selten.

Viele Hersteller bieten auch die Möglichkeit, bei einem Alarm automatisch eine Aufnahme zu starten und diese zu speichern. Was außen funktioniert, klappt auch im Innenbereich. Hier aufgestellte Kameras nutzen die Verbindung zu Sensoren an Fenstern oder Terrassentüren und/oder Bewegungsmeldern. Unbefugtes Öffnen löst die Sensoren aus und startet einen Alarm. Oder – Beispiel Katzenklappe – der Nutzer bekommt nur eine Statusmeldung auf sein Handy, ob diese sich bewegt hat. Welche vom Sensor registrierte Aktion welche Reaktion auslöst, das lässt sich bei modernen Smart Home-Anwendungen individuell festlegen.

Smarte Kamera mit Bewegungmelder und Licht
Sinnvolle Verbindung: Diese smarte Aussenkamera ist gleichzeitig mit einem Bewegungsmelder und Licht ausgerüstet. © Netatmo/Olivier Hertel

Schutz vor Feuer und Wasser

Gewarnt wird im Smart Home auch vor anderen Gefahren. Intelligente Rauchmelder lösen nicht nur einen akustischen Alarm aus. Sie warnen den Haus- oder Wohnungsbesitzer auch bei Abwesenheit durch eine Nachricht auf das Smartphone. Ähnliches gilt bei potentiellen Wasserschäden. Hier übernehmen kleine Sensoren, die auf dem Boden in der Nähe von potentiellen Gefahrenquellen stehen (zum Beispiel der Waschmaschine), die Aufgabe des "Melders". Wenn ein bestimmter Feuchtigkeitswert zu hoch ist, gibt es ebenfalls einen Alarm plus eine Nachricht auf das Smartphone.

Unterhaltung: Musik, Filme, Fotos

Jede Musik hören, wann und wo man will. Streaming-Dienste wie Spotify haben unsere Gewohnheiten beim Musikgenuss komplett verändert. Im Smart Home ist das nicht anders. Über Multiroom-Systeme lassen sich Lautsprecher einzeln oder im Verbund ansteuern. Musikauswahl, Lautstärke, Playlists, Radiostationen, das alles läuft über das Smartphone, die Musik selbst wird dann per WLAN oder Bluetooth auf die Boxen übertragen.

Auch Filme und/oder Fotos lassen sich auf smartem Wege wiedergeben. Gespeichert auf einen zentralen Server (also nichts weiter als ein Rechner mit viel Speicherplatz), lassen sich alle Inhalte auf dem Server über smarte Fernseher ansteuern, auswählen und abspielen. So ziemliche jeder neuere Fernseher ermöglicht eine Verbindung per WLAN und macht so die drahtlose Kommunikation mit dem Medienserver möglich.

Lautsprecher von Sonos in der farbigen Limited Edition
Smartes Wohndesign: Die kabellosen Lautsprecher von Sonos gibt es als Limited Edition auch in fünf leuchtenden Farben. © Sonos

Licht

Mit dem Siegeszug der LED haben sich auch die Anwendungsmöglichkeiten von Lampen und Leuchten im Smart Home ganz enorm gesteigert. Früher wurde eine Zeitschaltuhr zwischen Lampenstecker und Steckdose zwischengeschaltet, um auch im Urlaub die Anwesenheit der Hausbewohner vorzutäuschen. Heute lassen sich sämtliche Leuchtmittel bei Bedarf zufallsgesteuert an- und ausschalten. Oder es gibt eine ganz bestimmte Lichtstimmung, inklusive Farbwechsel und/oder gedimmtem Licht. Das Licht geht nur – gekoppelt mit einem Bewegungsmelder – in einer ganz bestimmten Intensität an. Oder es dient in Gefahrensituationen auch als Alarmmelder.

Möglich macht das die integrierte Technik. In den smarten Leuchtmitteln (von der Birne mit E27-Gewinde über Deckenlampen bis hin zu Außenstrahlern) ist ein Funkmodul verbaut. Das lässt sich per App über ein Smartphone steuern. Oder der dazugehörige Schalter wird einfach da angebracht, wo es gerade passt. Und natürlich lassen sich Lichtfarbe, -intensität und -temperatur auch per Sprache regeln.

Diese Vielfalt hat aber auch einen Nachteil. Für die Kommunikation zwischen der Steuerzentrale und dem im Leuchtmittel verbauten Funkmodul nutzen die verschiedenen Hersteller unterschiedliche Funkstandards. Die Folge: smarte Leuchten können nicht untereinander oder mit der Steuerzentrale kommunizieren, wenn sie nicht denselben Funkstandard benutzen – ein Fakt, der beim Kauf von smartem Licht ganz wichtig ist. Hier mehr zum Thema "Smarte Beleuchtung".

Smartphone-Display mit voreingestellten Lichtszenarien für einzelne Räume
Mit voreingestellten Szenarien lässt sich das Licht in jedem Raum individuell regeln. © Philips

Haushalt: Kochen, backen, waschen, saugen

"Habe ich eigentlich die Waschmaschine ausgestellt?" Solche Fragen lassen sich im automatisierten Heim leicht beantworten. Besser noch: Smarte Haushaltsgeräte (wie zum Beispiel Wasch- und Geschirrspülmaschinen, aber auch Ofen, Herde und Kühlschränke) geben nicht nur ihren jeweiligen Status an. Weiter Anwendungsmöglichkeiten sind das Versenden von im Rezept hinterlegten Einstellungen vom Handy direkt zum Backofen. Oder im Kühlschrank verbaute Kameras, die Infos über die Frische des Gemüses liefern. Oder intelligente Waschmaschinen, die erst dann in Aktion treten, wenn der Strom am billigsten ist.

Wie sinnvoll diese Features sind, das mag jeder für sich selbst entscheiden. Ob die Nachricht, dass der Wassertank des Kaffeeautomaten leer ist, wirklich als Push-Nachricht auf das Handy muss? Egal, es funktioniert jedenfalls. Unstrittig ist jedenfalls die Arbeitsersparnis durch einen Saugroboter. Einmal angelernt, sorgen die automatisierten Helfer durch ihren Einsatz für saubere Böden – vor allem dann, wenn der Bewohner nicht zu Hause ist.

Moderne Geräte scannen ihre Umgebung und erstellen so eine "Putzkarte". Die kann der Besitzer dann beliebig editieren und so zum Beispiel Bereiche definieren, in denen der Roboter nicht auftauchen soll. Wann gesaugt wird, in welchem Rhythmus und wie lang – das alles lässt sich bequem per App einstellen. Einige Modelle verfügen sogar über eine eingebaute Kamera, über die der Nutzer zusätzlich in seine eigenen vier Wände schauen kann.

Darstellung der Miele-App auf einem Smartphone
Die großen Haushaltsgeräte-Hersteller arbeiten ebenfalls daran, ihre Modelle smart zu machen. © Miele

Garten: Rasen mähen, bewässern

Ähnlich wie die Saugroboter sorgen auch Mähroboter dafür, dass eine eigentlich lästige Aufgabe das smarte Gerät erledigt. Im Unterschied zu den Geschwistern im Haus orientieren sich Rasen-Mähroboter in den meisten Fällen aber an einem Begrenzungskabel. Die Verlegung des Kabels erfolgt in der Regel knapp unterhalb der Rasensode. Es definiert als unsichtbarer Zaun die Grenze, innerhalb derer die automatische Mähmaschine arbeitet.

Aber Achtung: Ob ein Mähroboter für den eigenen Rasen überhaupt in Frage kommt, lässt sich unter anderem über die so genannte Flächenleistung herausfinden – eine theoretische Größe, die sich aber praktisch berechnen lässt. Ansonsten ähneln die Steuerungs- und Einstellungsmöglichkeiten denen eines Staubsauger-Roboters. Mehr dazu findet ihr in unserem Artikel über Mäh-Roboter.

Ganz smart und fast von selbst erledigt sich auch die Bewässerungsarbeit. Auch hier bewährt sich wieder die Verbindung aus Steuereinheit, App und Endgeräten. Aufgrund aktueller Wetterdaten entscheiden smarte Systeme automatisch, ob sie das (am besten solarbetriebene) Ventil für den Wasserzulauf aufdrehen und damit den Garten oder das Beet bewässern. Auch hier lassen sich die hinterlegten Parameter (Bewässere ab X Tagen Trockenheit, ab X Grad Celsius etc.) immer den individuellen Bedürfnissen anpassen.

Photovoltaik: eigener Strom

Eigener Sonnenstrom vom Dach ist oft günstiger als die Energie aus dem Netz. Sonnenstrom selbst produzieren ist gar nicht so schwer. Die smarte Anwendung ist hier das Energiemanagement. Heißt konkret: Ablesen, wie viel die Photovoltaikanlage gerade produziert. Vergleichen, wie viel verbraucht wird und wo die größten Stromfresser lauern. Und prüfen, ob sich der Eigenverbrauch lohnt oder sich doch vielleicht eine Einspeisung in das öffentliche Netz lohnt. Mehr dazu in unserem Artikel "So wird die Photovoltaikanlage wirtschaftlich".

Und natürlich können smarte Energie-Management-Systeme auch beim Sonnenstrom speichern helfen, die optimale Balance zwischen Produktion, Eigenverbrauch und Speicherung des Solarstroms zu finden. Wie das im optimalen Fall aussehen kann, zeigt unsere Reportage über das Haus der Zukunft.

Informationen Haus der Zukunft.
Herausfordernd: Ein intelligentes Energie-Management im Smart Home © Udo Geisler

Wie funktioniert ein Smart Home?

Grundsätzlich unterscheidet sich die intelligente Haussteuerung in einem zentralen Punkt: läuft die Vernetzung über Kabel oder über Funk?

Smart Home per Kabelsteuerung

Bei der kabelgebundenen Hausautomation läuft der Austausch der Informationen über (meist gleichzeitig mit der Elektroinstallation) verlegte Kabel. Der Vorteil eines verkabelten Smart Homes: eine geringere Störanfälligkeit und die Möglichkeit, externe Geräte (zum Beispiel den Rollladen-Motor) gleich mit Strom zu versorgen.

Der gängige Standard für die kabelgebundene Gebäudeautomation heißt KNX und ist ein so genanntes Bus-System, über das Daten zwischen Sensoren (die steuern) und Aktoren (die schalten) ausgetauscht werden. Laut dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) stehen für KNX-Installationen rund 7.000 zertifizierte Produkte von über 370 internationalen Herstellern zur Verfügung.

Lohnt sich eine solche Installation? Realistisch gesehen nur bei Neubauten oder sehr umfangreichen Sanierungen. Für Nachrüstungen in bestehenden Gebäuden, bei denen die Verlegung von Kabeln ein zu hoher Aufwand wäre, sind funkgestützte Smart Home-Geräte die bessere Wahl.

Das hat auch das KNX-Konsortium erkannt und KNX-RF entwickelt. Die Funkversion von KNX lässt sich sowohl mit einem bestehenden Bussystem koppeln als auch allein betreiben.

Smart Home per Funksteuerung

Die Haussteuerung per Funk funktioniert fast immer nach demselben Prinzip: Eine zentrale Steuereinheit (oft auch als Bridge, Gateway oder Hub bezeichnet) übernimmt die Kommunikation mit den einzelnen Geräten, zum Beispiel dem Heizungsthermostat oder dem smarten Licht. Für die Einrichtung und die (Fern-)Steuerung der Geräte beziehungsweise dem Einstellen und Ändern verschiedener Parameter ist eine Verbindung von der Steuerzentrale zum heimischen Router nötig. Das funktioniert üblicherweise über WLAN. Für ein smartes Heim ist in den allermeisten Fällen eine (bestehende) Verbindung ins Internet nötig.

WLAN, also die kabellose Verbindung ins Internet, ist den meisten noch ein Begriff. Aber wie steht es um Zigbee, Z-Wave oder EnOcean? Das sind keine US-amerikanischen Rap-Stars, sondern Funkstandards, also die Methode, mit der kabellose, funkgesteuerte Smart-Home-Geräte sowohl untereinander als auch mit der zentralen Steuerungseinheit kommunizieren.

"Home Base", die zentrale Steuereinheit des Smart-Home-Anbieters Qivicon
Zentraler Bestandteil der meisten kabellosen Systeme ist eine zentrale Steuereinheit. © Qivicon

Herausforderung: Unterschiedliche Funkstandards

Hier kommt einer der (noch) großen Nachteile von Smart Homes ans Licht. Die Vielzahl von Herstellern nutzt auch eine Vielzahl von Funkstandards zur Steuerung der Geräte. Manche Standards sind offen und können untereinander kommunizieren. Andere sind proprietär, das heißt herstellergebunden. Ein ganz wichtiger Tipp vor der Anschaffung von Smart Home-Geräten ist also die Frage: ist der benutzte Funkstandard auch mit den Geräten anderer Hersteller kompatibel?

Einfacher wird die Entscheidung für ein System, dessen zentrale Steuereinheit gleich mehrere Funkstandards unterstützt – und damit auch die Geräte verschiedenster Hersteller ein- und verbindet. Noch einen Schritt weiter geht die Plattform IFTTT. Das Kürzel steht für „If this, then that“, also etwa: Wenn dieses (passiert), dann (mache) jenes“.

Dahinter steht der Versuch, über standardisierte Befehle und Befehlskombinationen Geräte, Steuerzentralen und Apps miteinander zu verbinden, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Im Smart Home-Bereich könnte so eventuell das Problem mit den verschiedenen Funkstandards gelöst werden. Dafür ist aber eine umfassende Kooperation mit den entsprechenden Herstellern nötig.

Wie lassen sich Smart Homes zentral steuern?

Die Einrichtung, Verbindung und Steuerung von Smart Home-Geräten erfolgt in aller Regel über Apps, manchmal noch unterstützt durch ein Webportal. Die Hersteller stellen dafür im App-Store oder bei Google Play die entsprechenden Apps zum Download zur Verfügung. Nach dem Herunterladen der App wird der Benutzer Schritt für Schritt durch den Installationsprozess geführt, bis die Geräte, die Steuerzentrale und der Router miteinander verbunden sind.

Steuerung per Smartphone

Dann lässt sich von (fast) überall und jederzeit mit den Smart Home-Geräten kommunizieren. Die Verbindung erfolgt dabei über ein Netzwerk (WLAN im Büro, Funknetz von unterwegs) über das Internet hin zum heimischen Router. Der kommuniziert wiederum mit der Steuerzentrale, die schlussendlich die Befehle an die Geräte weitergibt. Die Verbindung über Apps beziehungweise das dazugehörige Smartphone hat auch ganz praktisch Vorteile. In vielen Fällen merkt das System, wenn der Nutzer den Smart Home-Bereich verlässt und kann so eine vorher definierte Aktion ausführen (Heizung herunterfahren/Tür abschließen/Jalousien schließen). Bei diesen ortsabhängigen Aktionen spricht man vom "Geofencing".

Steuerung per Sprache

Noch einfacher geht es mit einer Sprachsteuerung. Alexa, Google Home, Cortana und Siri heißen unter anderem die Anwendungen, die immer beliebter werden und den Smart Home-Markt umkrempeln. Der Vorteil ist klar: Warum per Handy oder Tasten Befehle geben oder Einstellungen vornehmen, wenn das auch ganz leicht per Sprachbefehl geht? "Alexa, dimme das Licht im Wohnzimmer auf 60 Prozent" geht nicht nur schnell, es ist auch bestechend einfach.

Die Nase vorn in diesem Bereich hat die Sprachsteuerung von Amazon. Alexa heißt die Software, mit der sich jetzt schon von Musik über Licht bis hin zum Einkauf sehr viel regeln lässt. Den Sprachbefehl selbst nimmt dabei Amazons intelligenter Lautsprecher namens Echo auf, von dem es unterschiedliche Modellvarianten gibt. Der bekanntestes ist der Echo Dot.

In direkter Konkurrenz dazu stehen Google mit dem Google Home (Lautsprecher) und Google Assistant (Sprachsteuerung) und Apple mit Sprachassistent*in Siri. Während Google die Smart Home-Geräte verschiedenster Hersteller steuern kann (zum Beispiel die Tradfri-Leuchtmittel von Ikea oder die Thermostate von tado), beschränkt sich Siri auf die Steuerung der hauseigenen Smart Home-Marke Apple HomeKit und deren zertifizierten Ableger mit der Bezeichnung "works with HomeKit".

"Cortana" von Microsoft, "Bixby" von Samsung, "Hallo Magenta" von der Deutschen Telekom – Sprachsteuerung ist DIE Zukunftstechnologie im Smart Home-Bereich. Auch hier gilt in Sachen Kompatibilität das gleich wie bei den Funkstandards: je mehr unterschiedliche Sprachsteuerungen ein Gerät bedienen kann, desto besser.

Echo Dot von Amazon
Der Echo Dot ist einer der bekanntesten smarten Lautsprecher. © Amazon

Ist ein Smart Home sicher gegen Hackerangriffe?

Wie beschrieben, gibt es in einem Smart Home via Steuerzentrale und WLAN-Router verschiedene Kommunikationswege. Das sind potentielle Einfallstore für Hacker. Die Gefahr geht dabei gar nicht mal so sehr von der fremden Übernahme der Geräte aus. Ein Hacker ist selten daran interessiert, das smarte Thermostat zu verstellen oder das Licht zu manipulieren.

Das viel größere Risiko besteht in der Einsicht der Daten. Hat sich ein Hacker Zugang zur zentralen Steuerung eines Smart Homes verschafft, kann er daraus ganz bequem die Gewohnheiten der Bewohner ablesen – und so seinen wirklichen Einbruch zeitlich perfekt vorbereiten.

Simpel, aber wichtig: Gute Passwörter

Grundsätzlich gelten bei der Einrichtung eines Smart Home dieselben Vorsichtsmaßnahmen wie beim Aufbau eines WLAN. Heißt konkret: Das Smart Home-System muss die Möglichkeit bieten, Nutzername und Passwort frei zu wählen. Da diese meist voreingestellt sind, müssen User zwingend neue und möglichst schwer zu knackende Passwörter vergeben. Unterschiedliche Groß- und Kleinschreibung, Sonderzeichen und Ziffern gehören bei einem guten Passwort zum Standard. Das gilt natürlich auch für das heimische WLAN. Hier ist neben dem Passwortschutz auch die Verschlüsselung per WPA2-Standard wichtig. Dieser lässt sich über die Grundeinstellungen des Routers anwählen.

Verschlüsselte Kommunkation der Smart Home-Geräte

Und natürlich sollte auch die Kommunikation der Geräte untereinander beziehungsweise mit der Steuerzentrale über eine sichere Verschlüsselung laufen. Bei großen Anbietern wie Telekom Smart Home, RWE SmartHome und Gigaset Element gehört das zum Standard, kleinere haben hier manchmal eklatante Schwachstellen. Übrigens: Auch die Kommunikation über das Internet sollte grundsätzlich nur verschlüsselt über das https-Protokoll erfolgen.

Auch die Industrie hat das Thema Netzwerk-Sicherheit im Smart Home erkannt. Der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.) vergibt ein Prüfzeichen für sichere Smart Home-Technik.

Und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hat ein Merkblatt mit Empfehlungen zur Sicherung digitaler Haustechnik zum Download herausgegeben.

Prüfsiegel Smart Home vom VDE
Das vom Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) vergebene Prüfsiegel für Smart Homes. © VDE

Wie mache ich mein Haus zum Smart Home?

Was soll es denn sein? Das große Rundum-Sorglos-Paket mit sämtlichen Smart Home-Möglichkeiten? Oder reicht auch erst einmal die kleine Einzellösung? Die kritische Prüfung des eigenen Bedarfs ist vor der Umrüstung von Haus oder Wohnung zum Smart Home ebenso wichtig wie der gegenwärtige Zustand. Denn viele wissen gar nicht, dass sie in den eigenen vier Wänden eventuell schon Geräte haben, die sich in ein Smart Home-System einbinden lassen. Oder gar – wie zum Beispiel eine FritzBox – die Basis dafür bilden.

Neben Bedarf und Ist-Zustand sollten Smart Home-Einsteiger bei der Erstinstallation noch den Funkstandard, die Sprachsteuerung und die Zukunftsfähigkeit beachten. In unseren 5 Tipps für Smart Home-Einsteiger behandeln wir das ausführlicher.

Auch in unserem Beitrag Smart Home: Was im Zuhause alles intelligent sein kann gibt es Tipps für alle, die sich mit dem Einstieg in die Materie befassen.

Was kostet ein Smart Home?

Das ist ein wenig so wie die Frage "Was kostet ein Auto?" Es hängt natürlich ganz von den Bedürfnissen und (technischen) Ansprüchen ab.

Smarte Steckdosen für unter 20 Euro

Beispiel: Eine smarte Steckdose ist schon für weniger als 20 Euro zu haben. Was sie macht? Smarte, intelligente Steckdosen sind nichts weiter als eine Art Adapter. Sie steuern bei allen Geräten die Stromzufuhr, so wie die normalen Steckdosen auch. Der Unterschied: Die "smart plugs" können über WLAN oder andere Funkstandards angesteuert werden. Wem bei der Arbeit also einfällt, dass das Bügeleisen noch an ist, der schaltet die smarte Steckdose, welche dem Bügeleisen Strom liefert, per App einfach aus. Das wäre die Basisversion. Smarte Steckdosen im etwas höherpreisigen Bereich (so um die 30 bis 50 Euro) bieten dazu noch eine Verbrauchsanzeige und lassen sich auch per Sprache (zum Beispiel mit Alexa) steuern.

Auch hier gilt wieder: Unterschiedliche Hersteller bieten Funksteckdosen mit unterschiedlichen Funkstandards an. Wer später also das System um andere Komponenten erweitern möchte, sollte unbedingt auf Kompatibilität achten.

Starterpakete zum Einsteigerpreis

Umgekehrt bieten viele Hersteller auch schon smarte Steckdosen in ihren Starterpaketen an. Das sind Kombinationen aus verschiedenen Smart Home-Komponenten plus der dazugehörigen Bridge, die dem Anwender den Einstieg in den Smart Home-Bereich auch preislich erleichtern sollen. So kostet das "Starter Set Alarm" von Homematic/EQ-3 (bestehend aus Bridge, Bewegungsmelder, Tür-/Fensterkontakt und Alarmsirene) um die 150 Euro. Ein ähnliches Paket der Telekom ist schon für knapp 100 Euro zu haben, hier kommt dann aber noch eine Monatsgebühr von 4,95 Euro dazu. Bei den Kosten also unbedingt darauf achten, ob es bei dem einmaligen Anschaffungspreis bleibt oder der Anbieter noch weitere Zusatzgebühren erhebt.

Smart Home-Starterkit von Homematic
Viele Hersteller bieten Starterkits an, die den Einstieg in die Smart Home-Welt erleichtern. © Homematic

Zusatzkosten für weitere Geräte

Doch egal, welche smarte Anwendung zu Beginn installiert wird: Für jede einzelne Erweiterung müsst ihr dann auch das entsprechende Gerät kaufen. Wer zum Beispiel nach der Anschaffung des Starterpakets Alarm noch sein Licht steuern möchte, der muss die entsprechenden smarten Leuchtmittel einzeln nachbestellen. Ob regelbares Thermostat (ab ca. 35 Euro), Wetterstation (ca. 50 bis 300 Euro), Wandschalter, Kamera oder zusätzliche Tür-/Fensterkontakte (ab ca. 15 Euro pro Stück) – für all das fallen zusätzliche Kosten beim Kauf an. So kommen bei einer umfassenderen Smart Home-Ausstattung schnell einige hundert Euro zusammen.

Welche Unternehmen bieten Smart-Home-Lösungen an?

Rund 2,6 Milliarden Euro wurden 2018 auf dem Smart Home-Markt umgesetzt. 2023 sollen es bereits knapp 7 Milliarden Euro sein (Quelle: Statista). Bei diesem Wachstumspotential ist der Markt entsprechend heiß umkämpft. Neben einem halben Dutzend großer Anbieter gibt es auch viele mittlere und kleinere Firmen mit Smart Home-Lösungen. Einige von ihnen kooperieren miteinander (so zum Beispiel die ALDI-Hausfirma Medion, die ein Bündnis mit der Smart Home-Sparte von innogy eingegangen ist). Andere beliefern sich sogar zum Teil untereinander mit Geräten (EQ-3 versorgt unter anderem innogy und Qivicon mit Hardware).

Hier ein Überblick der wichtigsten Anbieter von Smart Home-Lösungen:

Apple Home Kit

Obwohl der Technik-Gigant aus Cupertino mit "Siri" eine der ersten Sprachsteuerungen auf den Markt gebracht hat, ist Apple in Sachen Smart Home hierzulande ein wenig ins Hintertreffen geraten. Apple-Enthusiasten stört das weniger, erlaubt HomeKit doch die Einrichtung und Steuerung der Geräte einfach via iPhone oder iPad über das heimische WLAN. Wer möchte, benötigt dafür keine separate Steuerzentrale. Eine HomeKit-Nutzung ohne Hub hat aber den Nachteil, dass der Zugriff auf das Smart-Home-System von unterwegs nicht möglich ist.

AVM Fritz!Box

Viele haben bereits daheim eine Smart-Home-Steuerzentrale stehen, ohne es zu wissen. Die Fritz!Box wird in vielen Haushalten als Router verwendet, kann gleichzeitig aber auch für die Steuerung von kompatiblen Geräten verwendet werden. Der Vorteil: Es entfällt die Zwischenschaltung (und der Kauf) einer zusätzlichen Steuerzentrale. Der Nachteil: das Geräteangebot ist noch sehr begrenzt. Die Fritz!Box kommuniziert mit angeschlossenen Geräten über das ULE-Funkprotokoll, eine Technik, die auch bei drahtlosen Telefonen verwendet wird.

Bosch Smart Home

Das Traditionsunternehmen ist erst seit wenigen Jahre auf dem Smart Home-Markt aktiv. Ein Nachteil, der zum Vorteil werden könnte. Die Steuerzentrale unterstützt nämlich gleich mehrere Funkstandards und erlaubt so eine leichtere Einbindung von Produkten anderer Hersteller. Die Endgeräte von Bosch selbst konzentrieren sich bisher auf die Heizungssteuerung und den Einbruchschutz, das Angebot wird aber ständig erweitert.

Devolo

"Home Control" heißt das System des Herstellers, der mit dem Vertrieb von Netzwerktechnik groß geworden ist. Der recht umfangreiche Geräteumfang wird über den Funkstandard Z-Wave gesteuert. Darüber hinaus unterstützt das Devolo "Home Control"-System auch das Philips Hue Beleuchtungssystem und ermöglicht die Verwendung von IFTTT.

Elgato Eve

Vor allem für Apple-Fans eine interessante Smart Home-Lösung. Elgato Eve nutzt den HomeKit-Standard von Apple, um seine Endgeräte anzusteuern. Dazu benötigt der User dann zwingend ein iPhone oder iPad. Auch in Sachen Design passen sich die Smart Home-Geräte dem Handy-Hersteller aus Kalifornien an.

Finger steuert smartes Eve-Thermostat
Die Produkte der Eve-Serie werden in das HomeKit von Apple eingebunden. © Elgato

eNet Smart Home

Eine Allianz der Firmen Brumberg, Gira, Häfele, JUNG, Siedle, Steinel Professional und tado°. Der Vertrieb erfolgt über den Fachhandel, auch beim Einbau setzt eNet auf den Handwerker vor Ort. Das garantiert einen professionellen Aufbau und Ansprechpartner bei eventuell auftauchenden Problemen, macht das System aber auch teurer.

EQ-3

Vielleicht der größte Produzent von Smart Home-Geräten in Deutschland. Das System von EQ-3 wird unter dem Produktnamen "Homematic IP" vertrieben. Der Vorteil: eine sehr große Bandbreite an Geräten bei gleichzeitig hoher Stabilität. Das System ist schon seit Jahren auf dem Markt und entsprechend erprobt. Homematic verwendet einen hauseigenen, proprietären Funkstandard.

innogy SmartHome

Die innogy SE ist ein Tochterunternehmen des Energieversorgers RWE und vertreibt eine eigene Smart Home-Lösung. Die langjährige Zusammenarbeit mit EQ-3 führte Anfang 2019 dazu, dass beide Systeme jetzt miteinander kompatibel sind. Durch weitere Kooperationen lassen sich unter anderem auch die Netatmo Wetterstation und die Philips Hue Lichtsteuerung über die innogy-App anwählen.

Finger zeigt auf Tablet
Innogy ist Nachfolger von RWE Smart Home und kompatibel mit den Smart Home-Produkten des Aldi-Techniklieferanten Medion. © Innogy

Philipps Hue

Stimmt, die Lichtsteuerung von Philips mit dem Namen "Hue" ist eigentlich keine echte Smart Home-Anwendung – oder nur eine begrenzte. Denn eigentlich erzeugt Hue "nur" Lichtstimmungen. Das macht es aber so gut, dass fast alle großen Anbieter von Smart Home-Lösungen eine Schnittstelle anbieten, um "Hue" in ihr System zu integrieren.

Qivicon/Magenta Smart Home

Die Farbe Magenta, das haben wir gelernt, ist von der Deutschen Telekom besetzt. Die baut schon seit Jahren ihren Smart Home-Bereich kräftig aus. Unter dem Namen Qivicon haben sich unter ihrer Federführung verschiedenste Unternehmen (unter anderem Logitech, Miele und EQ-3) zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zu schaffen. Das Ergebnis: Die zentrale Steuereinheit, die "Qivicon Homebase", unterstützt nicht nur einen, sondern gleich fünf Funkstandards. Nachteil: Für die Magenta Smart Home-App werden monatlich Gebühren in Höhe von 4,95 Euro fällig.

Somfy

Der französische Hersteller für Gebäude- und Hausautomation hat sich – auch durch den Zukauf kleinerer Unternehmen - zu einem der größten Anbieter im Smart Home-Bereich entwickelt. Das hauseigenen Smart Home-System namens "TaHoma" unterstützt mehrere Funkstandards, kann um Amazons Alexa erweitert werden und erlaubt IFTTT-Regelungen.

Mehr zu Smart Home-Anbietern lest ihr in unserem Artikel "Diese Anbieter machen euer Zuhause intelligent".

Was sind die Vorteile und Nachteile eines Smart Homes?

Mehr Komfort, erhöhte Sicherheit, weniger Energieverbrauch. Smarte Häuser und Wohnungen können das Leben ihrer Bewohner definitiv verbessern. Was dabei mehr Spielerei ist, was sinnvolle Anwendung, das liegt im Auge des Betrachters.

Schon heute gibt es zahlreiche kluge Smart Home-Anwendungen. Die werden mit der fortschreitenden Entwicklung sprachgesteuerter Systeme und selbstlernender Anwendungen immer besser. Vom Teenager (Zugang per Smartphone) bis zum Senior (Sensoren, die Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf registrieren und melden) – die Zielgruppe ist riesig. Dabei muss es gar nicht immer gleich um die große Lösung gehen. Auch kleine Smart Home-Lösungen wie intelligente Türschlösser sind zum Beispiel für Ferienhausbesitzer oder Airbnb-Nutzer interessant.

Die große Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten ist Fluch und Segen zugleich. Viele Smart Home-Interessenten stehen vor einer nahezu unübersichtlichen Auswahl an Möglichkeiten. Dutzende von Anbietern, Allianzen neben Einzelkämpfern und dazu noch verschiedenste Funkstandards – selbst Profis fällt es schwer, hier den Überblick zu behalten.

Mehr dazu in unserem Artikel "Das sind die Vor- und Nachteile eines intelligenten Zuhauses".

Schlauer Würfel
Schlauer Würfel: Mit einem für das Wohnglück-SMARTHAUS entwickeltem Würfel lassen sich viele Anwendungen einfach und intuitiv steuern – von Kindern genauso wie von Senioren. © Tobias Gerber

Wer seine vier Wände smart machen möchte, steht also vor einigen Entscheidungen. Die wollen gut überlegt sein. Wer tiefer in die Materie eindringen und direkt vor Ort einmal sehen möchte, wie smarte Geräte aussehen, welche konkreten Anwendungsszenarien es gibt und vor allem wie sie funktionieren, dem empfehlen wir die Wohnglück-SMARTHAUS-Tour. Ein mobiles Tiny House, ausgestattet mit modernster Smart-­Home-Technik, ist in diesem Jahr auf Deutschland-Tournee und macht auf 27 Quadratmetern die Welt des vernetzten Wohnens erlebbar.

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