autarkes Tiny House auf einer Wiese
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Tiny House: Alles über Tiny Houses & Minihäuser

Das Phänomen Tiny House hat Europa längst erreicht. In unserer großen Übersicht beantworten wir euch alle Fragen zu Kosten, Anbietern, Baugenehmigung, Bauplätzen und viele mehr. Außerdem berichten Tiny House-Bewohner auf wohnglueck.de von ihren Erfahrungen und geben wertvolle Tipps.

Der Trend hin zum Tiny House, oder eingedeutscht "Tiny Haus", ist mehr als nur ein kurzzeitiger Hype. Es ist eine Lebenseinstellung, der sich immer mehr Menschen widmen. Viele von ihnen sehnen sich danach, ihr Leben umzukrempeln, sich von überflüssigem Luxus zu trennen und in ein winziges Haus zu ziehen.

Weniger Eigentum auf kleinem Raum bedeutet weniger Sorgen, so die grundsätzliche Überlegung. Und das nicht mehr nur in den USA, dem Geburtsland des Tiny House Movements: Auch in Europa finden die winzigen Häuser zunehmend Anhängerinnen und Anhänger, die künftig lieber auf kleinem Fuß wohnen möchten.

Wohnglück.de hat bereits mehr als 200 Artikel zum Thema verfasst – Ratgeber, News, Erfahrungsberichte, Buchempfehlungen und noch mehr. Auf dieser Seite wollen wir euch eine Übersicht geben und eure wichtigsten Fragen beantworten. Ihr findet ganz viele Links, die euch zu unseren Fachartikeln führen, wenn ihr mehr wissen wollt.

Ach ja, und ganz unten seht ihr unsere neuesten Artikel zum Thema. Für Updates abonniert am besten unseren Wohnglück-Newsletter oder folgt uns auf Facebook.

Was kostet ein Tiny House?

Die kleinen, meist mobilen Eigenheime sind im Vergleich sehr günstig in der Anschaffung. Die Gesamtkosten liegen meistens zwischen 60.000 und 70.000 Euro. Besonders stylische Small Houses oder autarke Minihäuser können aber deutlich mehr kosten.

Noch mehr Infos rund um Finanzierung und sonstige Kosten bekommt ihr in unserem Ratgeber.

Dazu kommt, dass ihr euren Wohnort relativ flexibel wählen könnt und auch aus ökologischer Sicht ist ein Tiny House vergleichsweise nachhaltig.

Wer mit dem Gedanken spielt, dass ein Umzug in ein Minihaus eine Option für ihn oder sie sein könnte, sollte im Vorfeld allerdings komplett ehrlich mit sich selbst sein. Natürlich kann solch ein Leben auch vermeintliche Nachteile haben. Wer sich darüber im Klaren ist, dem sollte diese Übersicht zu einzelnen Modellen, praktischen Beispielen und den jeweiligen Kosten helfen.

Wo kann ich ein Tiny House kaufen?

Vor der Anschaffung solltet ihr euch zahlreiche Fragen beantworten: Soll es ein festes Modulhaus oder Minihaus werden oder doch ein mobiles Haus auf Rädern? Wie groß ist das Grundstück, das zur Verfügung steht? Soll sich das Haus autark versorgen? Dazu kommen weitere Fragen nach Ausstattung, Schnitt und Preis.

Wir helfen euch selbstverständlich bei der Beantwortung dieser Fragen. Wenn ihr all diese Punkte für euch geklärt habt, seid ihr schon einen entscheiden Schritt weiter. Wenn ihr euch nun konkret für den Kauf eines Tiny Houses entscheidet, habt ihr die Qual der Wahl. Zur Orientierung haben wir euch alle relevanten Informationen rund um den Kauf zusammengestellt.

Kann ich ein Tiny House auch selber bauen?

Natürlich könnt ihr das! Nur zu, lebt euren Traum! – Das ist zumindest das, was euch manche (schlechte) Ratgeber weismachen wollen.

Wir von Wohnglück bevorzugen einen realistischeren Blick auf das Thema: Ein kleines Haus, das ihr dauerhaft bewohnen wollt, ist nicht so einfach aufzubauen. Auch nicht mit etwas Geschick und einer guten Anleitung.

Denn wer sich nicht professionell mit Elektroinstallation, Heizung, Dämmung und Sanitärinstallation auskennt, der hat spätestens nach dem ersten Winter ein Problem. Wahrscheinlich ein Schimmelproblem.

Allen Profis, die auf der Suche nach Workshops, Bauplänen und Skizzen sind, empfehlen wir hingegen unseren ausführlichen Ratgeber "Tiny House selber bauen".

Bin ich fähig, im Tiny House zu (über)leben?

Den Schritt in ein Leben auf kleinstem Raum solltet ihr euch vorher gründlich überlegen und nicht leichtfertig gehen. Wie euer Minihaus aussehen wird, hängt von euren individuellen Wünschen an das reduzierte Leben in einem kleinen Häuschen ab. Möchtet ihr es lediglich als Büro oder als Ferienhaus nutzen oder wollt ihr in dem Haus dauerhaft wohnen?

Für Familien mit Kind gestaltet sich das Leben in einem Tiny Haus naturgemäß schwieriger und ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Eines ist klar: Es wird kein vollwertiges Einfamilienhaus ersetzen.

Doch wie klassische Bauwagen bereits bewiesen haben, gibt es auch dafür kreative Lösungen. Paare oder Singles hingegen meistern ihren Alltag häufig ohnehin schon jetzt auf wenig Wohnraum. In dieser Hinsicht ist ein Umzug in ein Minihaus keine große Umstellung. Und auch für Senioren – Stichwort: Kinder (oder Partner) aus dem Haus – bieten Minihäuser ihren Reiz.

Unsere Tipps:

Brauche ich eine Baugenehmigung fürs Tiny House?

Wer seinen Erstwohnsitz in ein Minihaus verlegen möchte, steht vor vielen Herausforderungen. Die Baugenehmigung (siehe unten) ist wahrscheinlich die härteste. Deshalb haben wir zum Thema Baurecht und Baugenehmigung bei Tiny Houses einen ausführlichen Artikel für euch.

Welche Tiny House-Arten gibt es?

Kommen wir also zu den konkreten Fragen, die euch vor eine Wahl stellen. Tiny Houses begegnen einem in unterschiedlichen Formen. Je nachdem, welche Anforderungen das Haus erfüllen soll, habt ihr die Wahl zwischen verschiedenen Ausstattungsoptionen und Größen. Grob betrachtet, unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Arten von Tiny Houses, die unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten:

  1. Tiny House on Wheels (Tiny House auf Rädern),
  2. Modulhaus und
  3. Minihaus.
Infografik zu drei unterschiedlichen Tiny House Arten

Eine besondere Variante aus der Modulhaus-Rubrik ist das Containerhaus. Diese immer beliebter werdende Form kombiniert gleich mehrere Vorteile für ein Leben auf kleinstem Raum. Seinen Namen verdankt es primär der Umgestaltung und Neunutzung alter Schiffscontainer: Somit ist diese Wohnform nicht nur äußerst ökologisch, sondern auch verhältnismäßig günstig und schnell umsetzbar.

Wir haben alle Infos für euch zusammengestellt, wenn ihr euch für ein Containerhaus interessiert.

Wie lebt es sich im Tiny House?

Der Umzug in ein Minihaus verändert euer Leben grundlegend. Viele fragen sich vorab deshalb völlig zurecht, wie es sich wohl anfühlt, auf weniger als 40 Quadratmetern zu wohnen. Und warum entscheiden sich eigentlich immer mehr Menschen dafür, auf diese Art und Weise zu leben? Welchen Herausforderungen begegnen sie im Alltag?

Auch wir waren neugierig und haben eine Serie mit dem Namen "Tiny Wohnglück" ins Leben gerufen. Darin stellen wir die unterschiedlichsten Tiny House-Bewohner und ihre Minihäuschen vor. Wir stellen ihnen Fragen, deren Antworten auch für alle hilfreich sein können, die selbst mit dem Gedanken spielen, diese Lebensform zu wählen.

Und falls ihr selbst jemanden, den wir mal porträtieren sollten, dann schreibt uns gerne übers Kontaktformular.

Gibt es Tiny Houses zum Probewohnen?

Ihr merkt schon, die große Welt der Tiny Houses ist sehr vielfältig und mitunter ganz schön unübersichtlich. Wenn ihr zunächst einmal ausprobieren möchtet, wie es sich anfühlt, in einem so kleinen Haus zu wohnen, findet ihr hier unterschiedlichste Möglichkeiten zum Probewohnen oder Urlaub machen – in dieser Liste sollte für jeden Geschmack das passende Häuschen dabei sein.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Tiny Houses

Kurz zusammengefasst und auf den Punkt gebracht: Gerne beantworten wir euch hier ganz gezielt einige grundsätzliche Fragen.

Was ist ein Tiny House?

Das Tiny House ist in den vergangenen Jahren zu einem feststehenden Begriff geworden. Ins Deutsche übersetzt heißt das "winziges Haus". Der Begriff steht aber für mehr als für die bloße Größe der Unterkunft.

Steigende Immobilienpreise, Wohnraummangel, eine sich sich zunehmend schneller drehende Welt und das Bedürfnis nach einer nachhaltigen Lebensweise sind nur die offensichtlichsten Ursachen dafür, warum sich immer mehr Menschen für das Wohnen auf kleinem Raum interessieren. Wer sich auf das Wesentliche konzentrieren und zu sich selbst finden möchte, findet in dieser minimalistischen Wohnform möglicherweise tatsächlich sein Glück.

Mittlerweile ist das in Nordamerika entstandene "Tiny House Movement" auch hierzulande angekommen. Tiny Houses versprechen Unabhängigkeit und Freiheit, stoßen damit aber auf einige rechtliche Hürden.

Sind Tiny Houses in Deutschland erlaubt?

Ja, das sind sie. Anders aber als im Geburtsland der Bewegung, den USA, unterliegen sie hier in vielen Fällen dem Baurecht, vor allem dann, wenn ihr dauerhaft darin wohnen möchtet. In dem Fall braucht ihr auch ein geeignetes Grundstück, das für das Wohnen zugelassen ist.

Wenn ihr das Tiny House lediglich als Wochenend- oder Ferienhaus nutzen wollt, sind die Genehmigungsverfahren häufig einfacher.

Mehr Infos über das Baurecht für Tiny Houses

Wie viel kostet ein Tiny House?

Klar, Tiny Houses sind deutlich günstiger als klassische Wohnhäuser. Umgerechnet auf den Quadratmeter sind sie aber meist teurer. Das liegt an bestimmten Grundkosten, die in den Bau einfließen – egal wie groß das Haus am Ende wird. Die Küche, ein Heizsystem und die Sanitäranlagen müssen in jedem Fall einkalkuliert werden. An diesen Grundbedürfnissen lässt sich nur minimal sparen.

Ein baugenehmigungsfähiges Tiny House kostet im Schnitt 67.000 Euro. Der Preis hängt von vielen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Größe der Wohnfläche, der technischen Ausstattung, ob ihr beim Bau selbst Hand anlegt und ob es sich um ein Serienmodell handelt oder ob es eine Maßanfertigung ist.

Wie so häufig bei Bauprojekten ist die Preisspanne nach oben hin allerdings offen.

Mehr über die Kosten eines Tiny Houses

Wie groß darf ein Tiny House in Deutschland sein?

Grundsätzlich gibt es keine rechtlichen Beschränkungen, ab welcher Größe ein Tiny House nicht mehr als solches bezeichnet werden darf. Von den Maßen hängt aber häufig ab, in welchem Umfang ihr das Minihaus nutzen dürft und wie schwierig sich die Genehmigungsverfahren gestalten.

Wenn das Tiny House für dauerhaftes Wohnen bestimmt ist, müssen die Aufenthaltsräume mindestens 2,40 Meter hoch sein – mit einzelnen Ausnahmen in einigen Bundesländern. Auch unterliegen Treppen, Türen, Fenster und Fluchtwege den Bestimmungen der jeweiligen Landesbauordnung.

Einige Campingplätze erlauben das dauerhafte Wohnen im Tiny House – vorausgesetzt die Unterkunft ist maximal 50 Quadratmeter groß und nicht höher als 3,50 Meter. Manche Campingplatz-Betreiber lassen auch Behausungen bis zu einer Höhe von vier Metern zu.

Darüber hinaus dürfen in manchen Naherholungsgebieten unter bestimmten Bedingungen Wochenend- und Ferienhäuser genehmigungs- oder verfahrensfrei aufgestellt werden, wenn die Grundfläche nicht mehr als 50 Quadratmeter beträgt. Viele Tiny Houses stehen zudem auf Autoanhängern. Davon versprechen sich die Bewohner eine größere Flexibilität und Mobilität. In dem Fall muss die Konstruktion natürlich auf einen solchen Anhänger passen.

Mehr Infos über das Baurecht für Tiny Houses

Kann ich ein Tiny House mieten?

Wer dauerhaft in einem Tiny House wohnen möchte, muss in Deutschland derzeit in der Regel ein Minihaus kaufen oder selbst eines bauen. Es gibt nur wenige Vermieter, die Tiny Houses zur Miete anbieten. Eines der aktuell wenigen Beispiele ist das Wohnungsunternehmen hanova in Hannover.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter, die ihre Tiny Houses als Urlaubshäuser oder zum Probewohnen anbieten.

Sind Tiny Houses ganzjährig bewohnbar?

Ja, das sind sie. Entscheidend für den Winter ist dabei, wie gut das Haus gedämmt und welches Heizsystem verbaut ist.

In unserer Reihe Tiny Wohnglück erzählen Tiny-House-Bewohner, wie es sich in einem winzigen Haus lebt. Dank dieser Berichte könnt ihr herausfinden, ob das Leben auf kleinstem Raum auch etwas für euch ist.

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Inspirationen und Informationen bieten euch unsere Tiny House-Buchempfehlungen. Wir wollen euch aber auch gerne auf den Tiny House Verband aufmerksam machen. Dieser ist Mitveranstalter des New-Housing-Festivals in Karlsruhe, die hoffentlich 2022 wieder stattfinden kann.

Übrigens haben wir Beiträge für die unterschiedlichsten Regionen in Deutschland erstellt. Hier findet ihr Initiativen, Ansprechpartner und Anbieter in eurer Nähe:

Wo finde ich ein Grundstück fürs Minihaus?

"Wie finde ich einen Stellplatz?" – diese Frage hören wir wohl am häufigsten. Das deutsche Baurecht gilt eben auch für die kleinen Häuser, das haben wir in unserem vielgelesenen Artikel ausführlich dargelegt. Kommunen, die dem Trendthema eine Chance geben wollen, haben es nicht leicht.

Nichtsdestotrotz gibt es zahlreiche Initiativen in Deutschland, um diese alternative Wohnform (auch für den Erstwohnsitz) zu etablieren. Auf unserer interaktiven Karte unten (Google Maps) könnt ihr sehen, ob und wo sich in eurer Nähe eine Stellplatzmöglichkeit befindet oder geplant ist.

Und wenn wir etwas Neues dazu hören: In unserem News-Ticker über Tiny House-Siedlungen in Deutschland halten wir euch auf dem Laufenden. Abonniert am besten unseren Wohnglück-Newsletter oder folgt uns auf Facebook.

Ihr habt frische Infos für uns? Nutzt gerne unser Kontaktformular.

Tiny House

Hier findet ihr alle Artikel zum Thema Tiny House.

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