Montage/Aufbau eines modularen Hauses
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Bauen | Ratgeber

Modulhaus: Vorteile, Nachteile & Kosten eines Hauses in Modulbauweise

Modulhäuser werden immer beliebter. Was es mit dieser Bauweise auf sich hat, was ein Modulhaus kostet sowie seine Vorteile und Nachteile im Überblick.

Im Wesentlichen gibt es drei Arten, ein Haus zu bauen: In Massivbauweise Stein auf Stein vor Ort errichtet, industriell gefertigt als Fertighaus oder als Modulhaus. Der Modulbau wurde bisher vor allem bei Büro- und Verwaltungsgebäuden, Infrastruktur-Einrichtungen oder für Gewerbeimmobilien genutzt. Zunehmend wird er aber auch für den Wohnungsbau eingesetzt.

Wir stellen euch seine Vorteile und Nachteile vor, sagen, wie teuer ein Modulhaus ist und für wen es sich eignet. Außerdem nennen wir euch Anbieter von Modulhäusern.

Was ist ein Modulhaus?

Ein Modulhaus ist eine seriell gefertigte und montierte Wohneinheit beziehungsweise Wohnbox mit Boden, die komplett per Tieflader angeliefert und aufgestellt wird.

Beim Modulbau wird das Haus nach dem Baukastenprinzip aus vorgefertigten Modulen zusammengesetzt. Ein Modul stellt eine vorgefertigte Raumzelle dar, die im Idealfall neben Decke und Wänden bereits sämtliche Türen, Fenster, Bodenbeläge und Installationen enthält.

Die Module werden aufbaubereit zur Baustelle geliefert und dort nur noch verankert oder miteinander verbunden und angeschlossen. Dabei können mehrere Module individuell aneinander platziert werden – hintereinander, seitlich oder übereinander.

Der Modulbau weist eine Nähe zum Containerbau auf – denn ein Container ist letztlich auch eine vorgefertigte, dreidimensionale Raumzelle. Der Unterschied liegt vor allem in den Materialien. Während Containerhäuser in der Regel aus Metall oder Stahl bestehen oder aus ausrangierten Schiffscontainern, werden Modulhäuser meist aus Holz gefertigt.

Bei Bedarf können Modulhäuser um weitere Module erweitert werden und damit mitwachsen. Die meisten Modulhäuser besitzen bereits vorgefertigte Wandöffnungen, welche einen Durchbruch ermöglichen. Geplante Kanäle und Versorgungsschächte werden "per Klick" an den vorbereiteten Schnittstellen zusammengefügt.

Außerdem sind Modulhäuser transportabel, sofern die einzelnen Module nicht breiter als sechs Meter, höher als vier Meter und länger als 20 Meter sind.

Unterschied zwischen Fertighaus und Modulhaus

Im Vergleich zu herkömmlichen Fertighäusern ist der Vorfertigungsgrad bei einem Modulhaus größer: Während bei Fertighäusern in Tafelbauweise meist nur einzelne Wände vorgefertigt und dann auf der Baustelle zusammengefügt werden, können die einzelnen Module bei einem Modulhaus bereits zu 90 Prozent in der Halle fertiggestellt werden. Außerdem erfolgt die bauliche Umsetzung parallel. Das heißt, die Fundamente oder das Untergeschoss werden konventionell vor Ort erstellt, während die Module noch in den Werkhallen produziert werden.

Die einzelnen quaderförmigen Module eines Modulhauses haben in der Regel eine Wohnfläche von weniger als 50 Quadratmetern. Herkömmliche Fertighäuser sind in der Regel auch in der kleinstmöglichen Variante deutlich größer.

Wer also minimalistisch leben möchte, aber nicht in einem Tiny House auf Rädern, der wird eher bei Modulbau-Herstellern als bei Fertighausherstellern fündig.

Schaut euch über 1.000 Fertighäuser in unserer Fertighaus-Datenbank an.

Tiny-House-Modell Woodee von Woodee Modulhaus.
Hier wurden zwei Module des Herstellers Woodee aneinandergestellt. © Ute Schuckmann/Woodee Modulhaus

Vorteile eines Modulhauses

Modulhäuser werden immer beliebter, denn ein Haus in Modulbauweise hat zahlreiche Vorteile.

Kurze Bauzeit

Bereits nach 24 Stunden kann bei einem kleinen Modulhaus der Rohbau fertig sein. Das erspart euch nicht nur unnötige Baukosten, die zum Beispiel durch eine witterungsbedingte Verzögerung entstehen können. Auch das Geld für eine Zwischenfinanzierung, Bereitstellungszinsen sowie eine Doppelzahlung für Hypothek und Miete fallen in der Regel bei einem Modulhaus weg.

Planungssicherheit

Da ihr auf ein Modulhaus nach Auftragserteilung nur wenige Woche lang warten müsst und alles aus einer Hand zu einem vorher vereinbarten Festpreis bekommt, entfallen die Unwägbarkeiten während der Bauphase. Vorteilhaft ist das vor allem in Zeiten, in denen Baumaterial immer teurer wird und Handwerker schwer verfügbar sind.

Günstiger Preis

Ein Modulhaus ist oft günstiger als vergleichbare Immobilien in Fertig- oder gar Massivbauweise, da diese mit höheren Produktions- und Transportkosten verbunden sind.

Da für ein Modulhaus in der Regel ein einfaches Punktfundament oder ein Streifenfundament ausreichend ist, fallen auch weniger Kosten für Erdarbeiten an.

Flexibilität

Ein Modulhaus ist eine Immobilie, die mitwächst. Ein An- oder Umbau zur Vergrößerung des Hauses ist kein großes Problem. Ändert sich eure Lebenssituation, dann könnt ihr das Modulhaus relativ einfach erweitern – sei es auf der gleichen Ebene oder indem ihr die Module einfach stapelt. Oder ihr baut es zurück und verkauft die Module, die ihr nicht mehr benötigt.

Zudem könnt ihr das Modulhaus zu einem neuen Grundstück transportieren und dort wieder aufstellen lassen, wenn ihr umziehen wollt oder müsst.

Modulhäuser sind auch ideal für Pachtgrundstücke geeignet. Nach der Pachtdauer kann ein solches Haus nämlich problemlos komplett entfernt werden.

Nachteile eines Modulhauses

Die Modulbauweise hat zwar viele Vorteile, aber wer sich ein Modulhaus baut, nimmt auch ein paar Nachteile in Kauf.

Hohe Transportkosten

Je nach zurückzulegender Strecke und den Maßen des Modulhauses kann der Transport zu eurem Grundstück ziemlich teuer sein. Nicht nur der LKW und Schwerlastkran kosten, eventuell ist auch eine Polizeibegleitung notwendig. Wohnmodule mit einer Breite von über 2,55 Metern benötigen zudem eine Sondergenehmigung.

Ein Wohnmodul über 150 Kilometer zu transportieren kostet zwischen 3.500 und 4.500 Euro. Das solltet ihr wie andere Baunebenkosten in jedem Fall bei den Baukosten mit einkalkulieren.

Fehlender Stauraum

Ein Modulhaus hat keinen Keller und auch meist keinen Dachboden. Das heißt, es gibt nicht so viel Stauraum wie in einem herkömmlichen Haus. Aber auch dafür gibt es Lösungen, wie wir in unserem Artikel "Stauraum schaffen: 10 geniale Ideen für mehr Platz" zeigen.

Optische Einschränkungen

Es gibt inzwischen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für Modulhäuser, so dass diese nicht zwangsläufig wie langweilige Kisten wirken müssen. Neben den vorherrschenden Flachdächern sind auch Varianten mit Satteldach oder Pultdach möglich. Diese sind aber meist mit einem Aufpreis verbunden.

Dennoch sind Modulbauten weitgehend an eckige Formen gebunden. Wie auch immer man die einzelnen Module zusammensetzt, etwas Rundes kommt dabei nicht heraus. Ausgefallenere – organische – Formen sind zwar möglich, bedeuten aber Mehraufwand mit zusätzlichen Kosten.

Da die Module unter Brücken und durch Tunnel passen sollten, müssen zudem bestimmte Abmessungen eingehalten werden. Diese betragen derzeit sechs Meter in der Breite, vier Meter in der Höhe und 20 Meter in der Länge.

Statische Einschränkungen

Mit der Modulbauweise lässt sich nicht beliebig in die Höhe bauen, da die Module nur begrenzt tragfähig sind. Mehr als sechs bis sieben Geschosse sind nicht möglich. Beim Modulbau fürs Eigenheim spielt das allerdings keine Rolle.

Schlechtere Trittschalldämmung

Die Trittschalldämmung bei übereinander gestapelten Modulhäusern ist schlechter als bei einem Massivhaus.

Für wen eignet sich ein Modulhaus?

Interessant sind Modulhäuser vor allem für Singles, Paare, kleine Familien und Senioren, die viel Wert auf Flexibilität legen.

Ein Modulhaus lässt sich (anders als andere Gebäude) eventuell von ein und derselben Person länger nutzen als ein anderer Haustyp: Aufgrund der seriellen Bauweise eignet sich ein Modulbau besonders gut, verschiedene Lebensphasen baulich nachzuvollziehen.

Ihr könnt Module hinzufügen, wenn sich eine Partnerschaft als dauerhaft erweist und Kinder unterwegs sind. Zerbricht die Ehe, dann kann man die Module trennen und aufteilen. Im Alter könnt ihr euch mit einem Modulhaus leicht verkleinern – oder alternative Formen des Zusammenlebens auf einem Grundstück gestalten.

Modulhäuser sind aber auch als separat auf dem Grundstück platziertes Home Office, Gästehaus oder als Unterkunft für das Aupair-Mädchen einsetzbar. Als Anbau an ein bestehendes Haus eignen sie sich allerdings nicht so gut.

Kosten für ein Modulhaus

Kleinere Modulhäuser mit 50 bis 60 Quadratmetern bekommt ihr bereits ab 50.000 Euro. Dann verfügen sie allerdings über keinerlei Extras.

Schlüsselfertige Varianten werden ab 1.500 Euro pro Quadratmeter angeboten. Der durchschnittliche Preis liegt bei 2.000 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Kommen hochwertige ökologische Materialien zum Einsatz, dann kann der Preis auch 3.000 Euro pro Quadratmeter und mehr betragen.

Lest hier mehr über Baukosten pro Quadratmeter.

Brauche ich eine Baugenehmigung für ein Modulhaus?

Auch wenn ein Modulhaus nur auf ein Fundament gestellt wird und dort wieder entfernt werden kann, ist dafür wie bei jedem anderen Haus, das zu Wohnzwecken dient, eine Baugenehmigung nötig. Denn nicht die Bauart des Hauses entscheidet über die Baugenehmigungspflicht, sondern seine Nutzung. Hier wird zwischen permanentem Wohnen und temporärem Wohnen, zum Beispiel als Ferienhaus, unterschieden.

Deshalb solltet ihr vor dem Kauf eines Modulhauses unbedingt einen Bauantrag stellen.

Anbieter von Modulhäusern

Es gibt inzwischen einige Anbieter, die ein Komplett-Haus in Modulbauweise möglich machen. Rein äußerlich lassen sich viele Modul-Eigenheime kaum von herkömmlichen Massivbauten unterscheiden. Eine kleine Auswahl:

  • Heise Haus: Der Hersteller aus dem bayrischen Möhrendorf bietet Luxus-Modulhäuser in Holzständerbauweise mit verstärkendem Stahlrahmen ab etwa 58.000 Euro an.
  • Max Haus: Modulhäuser, die nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard 55 geplant sind, bietet das Unternehmen mit Standorten in Brandenburg, Berlin und Sachsen.
  • Balazs Modulhaus: Die Zimmerei Balazs in Röttenbach, ein Familien-Unternehmen, fertigt mit B/Cube barrierefreie Modulhäuser aus ökologischem Massivholz.
  • McCube: Der Fertighaus-Hersteller aus Österreich fertigt seit 2014 Modulhäuser aus heimischem Holz und Hanf. Die Modelle sind transportabel und kosten ab 2.000 Euro pro Quadratmeter.
  • Smart Haus GmbH: Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Löhne fertigt Modulhäuser in Holzbauweise. Das kleinste Hausmodul mit 24 Quadratmeter Wohnfläche kostet ab 63.000 Euro.
  • Deltamodul: Das Unternehmen hat Fabriken in ganz Europa und baut seit mehr als sieben Jahren Modulhäuser aus Holz. Sie kosten ab 47.000 Euro.

Weitere Anbieter kleiner Häuser findet ihr in unserem Artikel über Minihaus-Anbieter oder über Containerhäuser.

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