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Bauen | Pro/Contra-Liste

Fertighaus oder Massivhaus? Das solltet ihr beachten

Redaktion

Level: Für Anfänger

Massivhaus oder Fertighaus? Jede der Bauweisen bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Wir vergleichen, was für Massivhäuser und was für Fertighäuser spricht.

Stein auf Stein ist hierzulande für viele noch immer die favorisierte Art zu bauen, der Anteil von Fertighäusern liegt hingegen bei rund 20 Prozent. Doch warum werden in Deutschland eigentlich so viele Massivhäuser gebaut, wenn doch kürzere Bauzeit und fester Preis fürs Fertighaus sprechen?

Wir vergleichen die Bauweisen Massivhaus und Fertighaus miteinander und nennen die jeweils drei größten Vorteile.

Kleine Villa mit Veranda und Glas-Überdachung auf Grundstück mit Rasen
Stein auf Stein: Diese Bauweise bürgt noch immer für große Werthaltigkeit. © Favorit Massivhaus

Massivhaus: Deutschlands beliebteste Bauweise

Der Großteil der Einfamilienhäuser (rund 80 Prozent) wird in Deutschland massiv errichtet – eben aus Ziegeln, Porenbeton oder Kalksandstein. Es gibt drei große Vorteile, die fürs Massivhaus sprechen.

1. Massivhäuser haben eine lange Lebensdauer

Das Image des Massivbaus ist in Deutschland unumstößlich gut. Ein massives Haus ist einfach ein Wert, der über mehrere Generationen hinweg beständig ist, auch weil mit dem Material winddichter gebaut werden kann als mit Holz.

Massivhaus-Anbieter fügen bei den Vorteilen ihrer Objekte gerne auch den Punkt der Unempfindlichkeit an. So werde ein kapitaler Wasserschaden in Bad oder Küche bei einer massiven Wand in absehbarer Zeit behoben, während eine Fertighaus-Wand inklusive der Dämmung so etwas nur sehr schwer verzeihe. Hinsichtlich der Individualität des Hauses sowie des Facettenreichtums der Architektur nehmen sich beide Bauweisen wenig.

Der massiven Bauweise wird insgesamt eine längere Nutzungsdauer attestiert. Ein Punkt, der beim Wiederverkauf eine entscheidende Rolle spielen kann.

2. Werthaltigkeit und Wiederverkaufswert

Ein großer Vorteil von Massivhäusern liegt unter anderem im hohen Wiederverkaufswert, denn noch immer gibt es klare Preis- und Image-Unterschiede zwischen einem Massivhaus und einem Fertighaus. Ob zu Recht oder nicht: In die Jahre gekommene Fertighäuser sind später zumeist schlechter zu vermitteln.

Wegen der stetigen Verbesserungen der Fertighäuser in Bezug auf Qualität und Werthaltigkeit wird sich dies künftig womöglich ändern. Trotz dieser Werthaltigkeit ist der Massivbau nicht unbedingt teurer. Es gibt nur geringe Preisunterschiede, die durch die Bauweise bedingt sind. Der Preis hängt letztlich von Ausstattung und Qualität ab.

3. Wärmeschutz, Schallschutz und Brandschutz

Der Punkt des sommerlichen Wärmeschutzes geht aufgrund des anspruchsvolleren Wandaufbaus wohl an die Massivbauten. Die Innenräume heizen sich nicht so schnell auf, sagen Experten. Auch in Sachen Schallschutz und Brandschutz liegen die "Stein auf Stein"-gefertigten Eigenheime vorn.

Daran sind nicht zuletzt auch die stetig steigenden Vorgaben der Energieeinsparverordnung schuld. Sie forcieren die Baukosten seit Jahren. Doch hier hat der Massivbau in jüngster Vergangenheit dazugelernt. Bei verschiedenen Anbietern werden "Hausbau-Kurse" angeboten, nach denen man aus Kostenspargründen sein Haus nahezu selbst errichten kann.

Living Fertighaus Kundehaus Sunshine 165
Die Außenansicht vom Fertighaus mit Blick auf die Terrasse. © Living Fertighaus

Fertighaus: Schnell und termingerecht

Der Vormarsch ist zwar nur marginal, doch der Fertigbau gewinnt vor allem in Süddeutschland vermehrt Marktanteile. Im Jahr 2018 wurden deutschlandweit 19,3 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in vorgefertigter Bauweise errichtet. Laut dem Bundesverband Deutscher Fertigbau lag der Anteil in Baden-Württemberg sogar bei über 34 Prozent, dafür in Niedersachsen gerade einmal bei 8,9 Prozent.

Es besteht also aus Sicht der Fertighaus-Anbieter durchaus noch Nachholbedarf. Doch die Fertighaus-Branche hätte nicht diesen guten Ruf für Innovationen, wenn sie nicht auch hier in Zukunft den Anschluss schaffen würde.

Zudem bietet ein Holzfertighaus drei große Vorteile, die vielen Bauherren eine Entscheidung für diese Immobilie einfach machen.

1. Fertighaus mit sehr kurzer Bauzeit

Die sehr kurze Bauzeit von einigen Tagen, eine kontrollierbare Bauqualität, ein Festpreis und nicht zuletzt auch ein zuverlässiger Einzugstermin sind wichtige Vorteile, die für Fertighäuser sprechen. Gerade für diejenigen, die aus einem Mietobjekt kommen, ist der letzte Punkt wichtig, weil in der Regel unnötige Doppelbelastungen entfallen.

2. Top-Energieeffizienz und Festpreis

Darüber hinaus sind moderne Fertighäuser hocheffiziente Energiesparobjekte mit einer Top-CO2-Bilanz. Dazu gibt es andere Aspekte, die bei der Entscheidung für die eine oder die andere Bauweise eine Rolle spielen: größere bauliche Spielräume, Kostenersparnis durch Eigenleistung (Muskelhypothek) oder der Hauspreis selbst.

Dass Fertighäuser praktisch für jeden Geldbeutel und jede Zielgruppe infrage kommen, zeigt vor allem die in den letzten Jahren verbreiterte Modellpalette. Wer möchte, kann sich vom günstigen Ausbauhaus bis zur Millionenvilla wirklich alles errichten lassen.

3. Viele Musterhaus-Parks in Deutschland

Vor allem aber hat die Fertighaus-Branche in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass sich potentielle Interessenten bundesweit in Musterhäusern und Hausausstellungen umfangreich vorab informieren können. Ein Pflichtprogramm für künftige Bauherren.

Insgesamt 18 solcher Musterhaus-Parks gibt es zwischen Hamburg (Stelle) und München (Poing). Dort könnt ihr euch, je nach Ausstellung, Häuser verschiedenster Anbieter ansehen und ihnen "auf den Zahn fühlen".

Über Öffnungszeiten, Hersteller und vieles mehr könnt ihr euch im Internet unter www.fertighauswelt.de informieren. Ihr solltet jedoch wissen, dass die dort gezeigten Häuser nur Beispiele sind. Die Baufirmen können fast alle Wünsche umsetzen.

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