Wintergarten mit Einrichtung
© Getty Images/iStockphoto

Bauen | Listicle

Wintergarten bauen: Welche Arten gibt es & was ist ein fairer Preis?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Wintergärten sind als zusätzliche Nutz- oder Wohnfläche Gold wert. Viele Hausbesitzer möchten deshalb nachträglich einen Wintergarten bauen. Erfahrt hier, was es dabei zu beachten gibt und welche Kosten auf euch zukommen.

Wer einen Wintergarten bauen will, muss sich nicht nur zwischen Kalt- und Warmwintergarten entscheiden. Auch Faktoren wie die Baugenehmigung und das geeignete Material für die Verglasung und den Bodenbelag sind zu beachten. Wir geben euch Orientierung für den erfolgreichen Wintergarten-Anbau.

Baugenehmigung für Wintergärten?

Bevor ihr euren Wintergarten-Anbau bis ins Detail plant, solltet ihr euch beim zuständigen Bauamt erkundigen, ob ihr eine Genehmigung braucht. Grundsätzlich sind für einen Bauantrag zwei Faktoren wichtig: die Größe eures Wintergartens und euer Wohnort. Denn jedes Bundesland hat nämlich eigene Richtlinien, die ihr in den Landesbauverordnungen nachlesen könnt.

In manchen Bundesländern wie Brandenburg, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen könnt ihr nach aktuellem Stand einen Wintergarten bis zu einer Größe von 25 bis 30 Quadratmetern ohne Genehmigung bauen. In anderen Regionen ist der Bauantrag von vornherein Pflicht.

Fazit: Um euer Bauvorhaben von Beginn an richtig anzugehen, erkundigt euch beim örtlichen Bauamt, ob euer Wintergarten-Projekt genehmigungspflichtig ist.

Wintergarten-Arten: Kaltwintergarten oder Warmwintergarten

Ein Wintergarten ist als ein geschlossener, lichtdurchlässiger Anbau an ein Haus definiert. Mindestens eine Wandfläche und das Dach sind in der Regel aus Glas. In seltenen Fällen gibt es auch freistehende Konstruktionen.

Man unterscheidet zwei Wintergarten-Typen:

1. Der Kaltwintergarten

Der Kaltwintergarten ist thermisch vom Wohnhaus getrennt und nicht beheizt. Er dient als Klimapuffer zwischen Außenbereich und Gebäude. An sonnigen Tagen kann man es sich auch im Winter darin gemütlich machen. Die Fläche dient üblicherweise aber eher als Gewächshaus. Hier herrscht das perfekte Klima, damit Pflanzen überwintern können.

Beachtet: Bei einem Kaltwintergarten sollte die Verbindungstür zum Wohngebäude dicht zu verschließen sein, wie jede andere Außentür im Haus. Auch ist es sinnvoll, dass die Hauswand zwischen Anbau und Wohngebäude gedämmt ist.

Ein Kaltwintergarten ist meist einfach verglast und schnell aufgebaut, erst recht, wenn ihr euch für einen Bausatz entscheidet. Die Kosten sind in der Regel überschaubar.

Kaltwintergarten mit Pflanzen
Ein Kaltwintergarten ist das optimale Zuhause für viele Pflanzen, auch über Winter. © Getty Images/iStockphoto

2. Der Warmwintergarten

Ein Warmwintergarten ist beheizt und kann als zusätzlicher Wohnraum dienen, auch im tiefsten Winter. In der Regel erweitert ein Warmwintergarten das vorhandene Wohnzimmer, so dass ein nachträglicher Anbau mit größerem Aufwand verbunden ist.

Auch solltet ihr beachten, dass Luftfeuchtigkeit und Wärme, die in den Wintergarten eindringen, ins Haus übergehen. Eine fachgerechte Dämmung und eine Zweifach- oder Dreifachverglasung sind Voraussetzung. Daher liegen die Kosten deutlich über dem Budget, das ihr für einen Kaltwintergarten einplanen müsst. Dafür schafft ihr zusätzliche Wohnfläche.

Wintergarten bauen: Die Materialien

Egal, ob Kaltwintergarten oder Warmwintergarten: Die verwendeten Materialien geben die Richtung vor, in punkto Optik und Preis. Ihr habt in der Regel die Wahl zwischen Holz, Aluminium und Kunststoff. Auch Kombinationen, besonders Holz-Alu-Konstruktionen, sind möglich und beliebt.

Wintergarten bauen aus Holz

Holz besticht durch seine rustikale Optik und hohe Stabilität. Der natürliche Baustoff ist bei Warmwintergärten besonders beliebt. Denn das Material speichert nicht nur zuverlässig Wärme, es verleiht dem Raum auch Gemütlichkeit. Nachteile sind, dass Holz nicht allzu witterungsbeständig und sehr pflegeintensiv ist. Deshalb sind Holzwintergärten außen häufig zusätzlich mit Aluminium verkleidet.

Blick auf Tür zum Wintergarten mit Pflanzen
Holzrahmen sorgen im Wintergarten für extra wohnlichen Charme. © Getty Images

Bausatz aus Aluminium

Als Alternative zu Holz bietet sich Aluminium an, das filigraner aussieht. Das Metall ist teurer, hat aber den Vorteil, dass es leicht und stabil zugleich ist. Selbst größere Bauprojekte sind realisierbar. Auch die Verarbeitung ist in der Regel ein Kinderspiel, da die meisten Hersteller vorgefertigte Bausätze anbieten. Bei Warmwintergärten ist zu beachten, dass es aufgrund der hohen Leitfähigkeit von Aluminium zu Wärmeverlusten kommen kann. Eine isolierende Kunststoffschicht zwischen Innen- und Außenprofil ist daher zu empfehlen.

Wintergarten mit Sofaecke
Eine Alu-Konstruktion ist leicht und stabil und daher bei großen Wintergärten besonders beliebt. © Getty Images/iStockphoto

Kunststoffkonstruktion

Als dritte und günstigste Variante kommen Kunststoffprofile mit Stahlkern in Frage. Dabei ist der stabile Stahl mit PVC als Korrosionsschutz ummantelt. Größter Nachteil ist, dass diese Konstruktionen ein hohes Eigengewicht haben. Außerdem kann die Oberfläche bereits nach wenigen Jahren eine gräuliche Optik bekommen. Wintergärten aus Kunststoff sehen deshalb meist nicht so hochwertig aus.

Bodenbeläge für den Wintergarten

Besonders beim Warmwintergarten ist der Bodenbelag ein wichtiges Thema. Damit der Raum bewohnt werden kann, ist eine ausreichende Dämmung Pflicht. Das bedeutet, ihr braucht ein wärmegedämmtes Fundament oder einen entsprechenden Estrich. Als Bodenbelag kommen vor allem Holz und Fliesen in Frage.

Holzboden

Holzböden, zum Beispiel Parkett aus Buche oder Eiche, wirken wohnlich und sind fußwarm. Vorteil für die Sommermonate: Das Material heizt nicht so schnell auf wie etwa Steinbeläge. Holzböden sind dafür aber anfällig für Feuchtigkeit. Wer viele Pflanzen im Wintergarten halten möchte, sollte besser auf Fliesen umsteigen.

Fliesen

Fliesen, zum Beispiel aus Terrakotta, sind die beliebteste Variante für den Wintergarten. Das Verlegen ist zwar aufwändig, dafür bietet der Bodenbelag viele Vorteile: Er ist leicht zu reinigen, unempfindlich und erwärmt schnell. Da Fliesen jedoch von Natur aus kühler sind als Holz, solltet ihr über den Einbau einer Fußbodenheizung nachdenken.

Wintergarten mit Sofaecke und Steinboden
Alternativ zu Terrakotta-Fliesen bieten sich für Warmwintergärten auch graue Steinböden an. © Getty Images/iStockphoto

Gepflasterter Boden

Die Böden in Kaltwintergärten sind in der Regel gepflastert. Diese Variante ist ideal für nicht beheizte Flächen, zudem preisgünstig und flexibel.

Verglasung beim Wintergarten

Die Verglasung macht den Wintergarten erst zu dem, was er ist. Sie sorgt dafür, dass sich der Raum durch das eindringende Sonnenlicht schnell erwärmt. Für einen Kaltwintergarten genügt in der Regel eine Einfachverglasung. Wer aber seinen Anbau als Wohnraum nutzen will, der ist auf eine hochwertige Zweifach- oder gar Dreifachverglasung angewiesen.

Im Dachbereich ist zudem Sicherheitsglas vorgeschrieben. Als Alternative hat sich Acrylglas durchgesetzt. Es ist leichter, splitterfest und UV-beständig. Nachteilig ist jedoch, dass die Kunststoffverbindung nicht kratzfest ist.

Dachfenster vom Wintergarten
Fürs Dach beim Wintergarten sind Sicherheitsfenster Pflicht. © Getty Images/iStockphoto

Wintergarten-Dämmung: Das schreibt das Gebäudeenergiegesetz vor

Bisher mussten sich Hausbauer mit der Energiesparverordnung (EnEV) auseinandersetzen. Sie wurde zum 1. November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst. Für Besitzer beheizter Wintergärten ergeben sich daraus keine wesentlichen Änderungen, wie der Bundesverband Wintergarten e. V. berichtet.

Ein Faktor, den ihr weiterhin berücksichtigen solltet, wenn ihr einen Wohnwintergarten plant, ist die Wärmedurchlässigkeit der Verglasung. Sie wird durch den U-Wert angegeben. Einzelfenster und Fenstertüren dürfen einen U-Wert von 1,3 nicht überschreiten. Für Dachfenster gilt ein Maximalwert von 1,4.

Eine wichtige Neuerung, auf die der Bundesverband Wintergarten hinweist: Nunmehr besteht vor einem Bauvorhaben die Pflicht zur Führung eines Energie-Beratungsgesprächs. Wer also einen Warmwintergarten plant, sollte sich zeitnah an einen Energieberater oder qualifizierten Wintergartenanbieter wenden. Dieser muss die Berechtigung haben, Energieausweise auszustellen. In der Regel bieten auch Kommunen und Gemeinden kostenlose Informationsgespräche an.

Wintergarten selber bauen: Das müsst ihr beachten

Ein Wintergarten, besonders wenn er als Wohnraum dienen soll, ist ein größeres Bauvorhaben. Die richtige Vorbereitung ist dabei alles. Ein paar Dinge solltet ihr bei der Planung beachten:

  • Standort: Achtet darauf, dass der Wintergarten-Anbau günstig liegt. Ein Warmwintergarten sollte gut vom Wohnzimmer erreichbar sein. Ein Kaltwintergarten, in dem Pflanzen überwintern sollen, ist idealerweise direkt über den Garten oder die Terrasse begehbar.
  • Ausrichtung: Ein Wintergarten an der Südseite ist lichtdurchflutet, muss aber ausreichend beschattet und belüftet sein. Ein Nord-Wintergarten ist im Sommer angenehm temperiert, im Winter muss er extra beheizt werden. Ost- oder Westausrichtung sind ideal für Frühaufsteher oder Fans von Abendlicht. Macht die Lage auch davon abhängig, welche Pflanzen ihr im Wintergarten halten wollt.
  • Schatten: Damit die Sonneneinstrahlung euch mehr nützt als schadet, solltet ihr für ausreichend Schatten sorgen – zum Beispiel durch Beschattungssysteme an Dach und Außenwänden.
  • Belüftung: Die Belüftung verhindert Schimmelbildung. Beim Kaltwintergarten genügen in der Regel Lüftungsschlitze. Für einen Warmwintergarten solltet ihr eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einplanen.
Beleuchteter Wintergarten
Ein Wintergarten mit Nordausrichtung ist eher dunkel – hier ist eine gute Beleuchtung sinnvoll. © Getty Images/iStockphoto

Was kostet ein Wintergarten-Anbau?

Die Kosten für euren Wintergarten hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Material: Am günstigsten ist Kunststoff, gefolgt von Holz. Aluminium oder ein Holz-Alu-Verbund sind am kostenintensivsten. Hinzu kommen Kosten für Verglasung, Dämmung und Fundament.
  • Dachform: Flachdach und Pultdach sind günstiger als ein Walmdach oder Satteldach.
  • Heizung, Lüftung und Schattierung: Je aufwändiger die Systeme, desto mehr Budget müsst ihr einplanen. Bei einem Warmwintergarten ist dieser Punkt ein großer Kostentreiber.
  • Ausstattung: Zur Basisausstattung zählen Bodenbelag und Türen. Hier hängen die Kosten vom verwendeten Material ab.

Wintergarten bauen: Kosten im Überblick

  • Gesamtkosten Anbau
  • Betriebskosten pro Jahr
  • Kaltwintergarten
  • circa 10.000 - 25.000 Euro
  • circa 200 Euro
  • Warmwintergarten (mittelwarm)
  • circa 15.000 - 50.000 Euro
  • circa 350 Euro
  • Wohnwintergarten
  • circa 25.000 bis 100.000 Euro
  • circa 500 Euro

Ein Kaltwintergarten aus Kunststoff mit einfacher Verglasung beginnt bei rund 500 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt landet ihr bei etwa 10.000 bis 25.000 Euro. Wärmegedämmte Wintergärten fangen bei circa 1.500 Euro pro Quadratmeter an. Die Preise liegen je nach Ausstattung bei 15.000 bis 100.000 Euro.

In Baumärkten gibt es Wintergarten-Bausätze zu kaufen. Auch hier variieren die Preise, abhängig vom Material. Standardmodelle gibt es für 4.000 bis 25.000 Euro.

Lies noch mehr…

Der Schutz Deiner Daten ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmst Du grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten usw.). Sofern Du zustimmst, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Du kannst unter „Weitere Optionen“ selbst entscheiden, welche Cookie-Kategorie Du wählen möchtest:

Weitere Optionen