Handwerker verlegt Holzdielen auf einer Terrasse
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Modernisieren | Expertentipp

Welches Holz eignet sich als Bodenbelag für Balkon oder Terrasse?

Redaktion

Level: Für Anfänger

Ein Wohnglück-Nutzer möchte seine Terrasse und seinen Balkon dauerhaft mit Holz belegen. Unsere Experten erklären, welches Holz besonders gut geeignet ist, wie man dieses pflegen sollte und welche Tipps beim Verlegen hilfreich sind.

Ein Nutzer hat sich mit folgender Frage an uns gewandt: "Wie lassen sich Balkon- und Terrassenböden dauerhaft mit Holz belegen?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, einen dauerhaften Holzbelag für Balkon oder Terrasse herzustellen, wenn man dafür die geeigneten Hölzer verwendet und richtig verarbeitet. Hier ein Überblick, welche Holzarten sich für draußen eignen.

Einheimische Hölzer für draußen

Kiefernholz ist geeignet, aber nur, wenn es "kesseldruck-imprägniert" ist, das heißt wenn es in einem speziellen Verfahren mit einem Holzschutzsalz getränkt wurde. Erkennbar ist das an der leicht grünlichen Farbe der Holzoberfläche, die sich im Laufe der Zeit verliert.

Lärchenholz weist einen starken Gehalt an Harz auf. Es ist von sich aus wetterfest und pilzresistent und benötigt daher keine Imprägnierung. Allerdings treten an seiner Oberfläche oft sogenannte Harzausflüsse ("Harzgallen") auf. Ein weiteres Kennzeichen von Lärchenholz: Es ist sehr astreich und verwindet sich sehr stark. Bauteile mit großen Abmessungen sind daher aus Lärchenholz nur schwer herzustellen.

Widerstandsfähiger als Kiefern- und Lärchenholz ist das Holz der Douglasie (= Oregon Pine). Aufgrund seines großen Harzgehalts müsst ihr bei dieser aus Nordamerika stammenden Holzart allerdings ebenfalls mit Harzausflüssen rechnen.

Thermoholz

Seit einiger Zeit wird für den Außenbereich sogenanntes Thermoholz angeboten. Das ist ein Holz, das durch Wärmebehandlung ohne chemische Zusätze witterungsbeständig gemacht wurde. Es gibt verschiedene Verfahren: Erhitzen im Wasserbad, im Ölbad oder in heißem Wasserdampf. In allen Fällen wird das Holz je nach Verfahren auf Temperaturen zwischen 180 bis 240 Grad Celsius erhitzt und danach abgekühlt und getrocknet.

Bei diesem Prozess tritt eine gleichmäßig dunkle Verfärbung ein. Die Wechselwirkung mit Wasser (Quellen und Schwinden) und die Aufnahmefähigkeit von Feuchtigkeit wird dadurch vermindert. Außerdem wird Thermoholz seltener von holzzerstörenden Pilzen befallen. Thermoholz ist besonders hart und formstabil, kann aber bei großer Belastung brechen, da es durch die Wärmebehandlung seine Elastizität weitgehend verloren hat. Allerdings sind seine Eigenschaften sehr stark von der behandelten Holzart und vom eingesetzten Verfahren abhängig.

Inwieweit dieses Verfahren anderen überlegen ist, muss sich erst noch zeigen. Fachleute vertreten nach wie vor die Auffassung, dass man auch bei Thermoholz die Grundsätze des "konstruktiven Holzschutzes" beachten muss, damit eine ausreichende Haltbarkeit gewährleistet ist.

Tropische Hölzer

Tropische Holzarten sind für den Außenbereich ebenfalls gut geeignet. Zum Beispiel:

  • Azobe = Bongossi
  • Bangkirai = Balan
  • Bilinga
  • Afzelia = Merbau
  • Teak

Diese tropischen Hölzer sind wetterbeständig und benötigen wegen ihrer Holzinhaltsstoffe keinerlei Imprägnierung. Allerdings kann es bei diesen Hölzern gelegentlich dazu kommen, dass die Holzinhaltsstoffe (Gerbsäure) durch Regenwasser ausgewaschen werden, was zu Verfärbungen führen kann. Das hat jedoch keinen Einfluss auf die Haltbarkeit.

Tropenholz aus Farmen hat nicht die gleiche Haltbarkeit und Festigkeit wie "wildgewachsene" Hölzer. Das liegt daran, dass in Plantagen nur schnellwachsende Baumsorten angepflanzt werden, damit das Holz bereits nach kurzer Zeit geschlagen werden kann.

Wir möchten euch als Alternative Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft empfehlen, das ihr am "FSC"-Gütesiegel erkennt. Dieses Siegel ist nach Auskunft der Naturschutzverbände international am glaubwürdigsten.

Holz-Kunststoff-Dielen als Bodenbelag für draußen

Seit etwa vier Jahren werden als Bodenbeläge für Balkone und Terrassen Holz-Kunststoff-Dielen unter den Bezeichnungen Wetterholz, Megawood, Terraza, oder KOVALEX angeboten. Es handelt sich dabei in der Regel um stranggepresste Dielen, die aus 70 bis 80 Prozent Holzspänen und 20 bis 30 Prozent Kunststoff bestehen.

Die Dielen sind braun eingefärbt und haben eine geriffelte Oberfläche. Sie haben je nach Fabrikat verschiedene Nut- und Feder-Kanten, damit sie zu einer zusammenhängenden Fläche zusammengesteckt werden können. Sie werden zum Teil mit den Lagerhölzern verschraubt oder mit speziellen Klammern befestigt.

Vorteile von Holz-Kunststoff-Dielen

  • feuchtigkeitsbeständig
  • Geringer Pflegeaufwand,
  • witterungsbeständig ohne Anstrich oder Imprägnierung,
  • riss- und splitterfrei

Nachteile von Holz-Kunststoff-Dielen

  • das Aussehen weicht vom Naturholz ab
  • großes Ausdehnungs- und Schwundverhalten
  • hoher Preis (ca. 80 bis 90 Euro pro Quadratmeter)

Haltbarkeit von Holz-Kunststoff-Dielen

Auch Holz-Kunststoff-Dielen verwittern langfristig. Alle Erzeugnisse der organischen Chemie – und das sind die Kunststoffe – werden im Laufe der Zeit durch die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichtes zerstört. Es findet eine schleichende Verwitterung statt, die sich darin zeigt, dass die ursprünglich glatte Oberfläche matt wird.

Ein weiterer unangenehmer Effekt besteht darin, dass sich viele Kunststoffe – besonders bei starker Erwärmung – elektrostatisch aufladen und Staub und Schmutz anziehen, der dann in die Oberfläche förmlich eingebrannt wird.

Stabverleimte Terrassendielen

Es steht außer Frage, dass stabverleimte Holzelemente witterungsbeständig sind. Bei der Verwendung als Terrassendielen ist jedoch folgendes zu bedenken. Da Holz ein natürlicher Werkstoff ist, gleicht kein Stück dem anderen, selbst wenn es aus dem selben Stamm geschnitten wurde.

Holz hat ein ausgeprägtes Schwind- und Ausdehnungsverhalten je nach Einwirkung von Wärme/Kälte, Feuchtigkeit/Trockenheit. Das bedeutet, dass sich jedes kleine Einzelstück Holz in einem stabverleimten Element ein wenig anders verhält als seine benachbarten Holzteile und als die Leimfuge dazwischen. Das kann zur Folge haben, dass stabverleimte Holzoberflächen, die ständig der Witterung ausgesetzt sind, im Laufe der Zeit die einheitlich glatte Oberfläche verlieren.

Verlegung der Holzdielen – darauf solltet ihr achten

Unter "konstruktivem Holzschutz" versteht man die Tatsache, dass Holz so verlegt werden muss, dass es nicht dauerhaft feucht ist.

Ganz wichtig ist bei Holzbelägen, dass sie nicht in einer zusammenhängenden Fläche verarbeitet werden. Es sollten immer ausreichend breite Fugen zwischen den einzelnen Hölzern, Dielen oder Latten vorhanden sein, durch die das Wasser nach unten ablaufen kann. Das heißt, Lattenroste oder fertige Holzfliesen (Holzhandel, Baumarkt) sind ideal. Das Gefälle des Balkon- oder Terrassen-Bodens sollte mindestens zwei Prozent betragen.

Beim Verlegen müsst ihr darauf achten, dass diese Holzelemente keinen direkten Kontakt mit dem Untergrund oder dem Erdboden haben. Die Unterseiten dürfen nicht ständig auf dem feuchten Untergrund liegen. Der Abstand muss mindestens fünf Zentimeter betragen. Das Holz muss auch auf der Unterseite abtrocknen können. Das erhöht die Lebensdauer beträchtlich.

Um Holzböden von Terrassen vor direktem Erdkontakt zu schützen, gibt es neuerdings sogenannte "Fundament-Steine" aus Beton. In den Steinen befinden sich Aussparungen, in welche die Traglatten der Unterkonstruktion fest eingepasst werden können (Hersteller: Brinkmann System-Beton, Bezugsquellen: Baumarkt oder Baustoff-Großhandel).Ihr könnt aber auch einfach hartgebrannte Klinker, Fliesen oder ähnliches verwenden.

Die richtigen Schrauben

Zur Montage außen verbauter Hölzern sollte man immer rostbeständige Schrauben und Nägel aus V2A-Stahl verwenden. V2A-Stahl ist allerdings nicht säurebeständig. Bei der Montage von tropischen Hölzern, die viel Gerbsäure enthalten, sind deshalb Schrauben aus säurebeständigem V4A-Stahl besser.

Wer diese Punkte beachtet und die Oberfläche jährlich reinigt, der kann mit bei hölzernen Balkon- oder Terrassenbelägen mit einer Lebensdauer von bis zu 15 Jahren rechnen.

Pflege von Holz im Außenbereich

Grundsätzlich müssen alle Holzbeläge gepflegt werden. Da sich auf ihnen zwangsläufig ein grüner Algenbelag bildet und oftmals zwischen den Fugen Moos entsteht, solltet ihr jährlich einmal im Frühjahr den hölzernen Boden mit einer Sodalösung oder mit einem Algen- und Moosentferner (es gibt unbedenkliche, ungiftige Produkte) reinigen.

Holzhändler und die Fachabteilungen der Baumärkte bieten auch spezielle Reinigungsmittel für Holz an. Trotzdem wird es oftmals erforderlich sein, zusätzlich einen Hochdruck-Reiniger einzusetzen, damit die Fugen richtig sauber werden. Schrubber und Bürste tun es bei kleinen Flächen auch.

Pflege von Terrassendielen
Um die Haltbarkeit zu erhöhen, sollten Beläge aus Kiefernholz und Douglasie mit einem farblosen Holzschutzmittel eingestrichen werden. © Getty Images

Um die Haltbarkeit zu erhöhen, sollten Beläge aus Kiefernholz und Douglasie zusätzlich – zumindest auf der Oberfläche – mit einem farblosen Holzschutzmittel (keine Lasur!) eingestrichen werden. Um zu verhindern, dass sich das Holz durch Bläuepilze schwarz färbt, empfiehlt sich als erster Anstrich eine Imprägnierung mit Bläueschutzgrund.

Kleiner Tipp: Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, eine Terrasse aus Paletten selbst zu bauen? Das ist gar nicht so schwer – guckt mal in unsere DIY-Anleitung.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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