Wohnzimmer mit Parkett ausgelegt, Sofa steht am Fenster
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Eichenparkett: Das müsst ihr über den Parkettboden wissen

Uske Berndt

Level: Für Alle

Eichenparkett als Bodenbelag ist zu Recht beliebt: Es ist nachhaltig, sieht edel aus und hält lange. Wir zeigen euch, woran ihr gute Qualität erkennt, auf welche Siegel ihr achten solltet und was der Bodenbelag kostet.

Ob Schloss oder alte Villa: Das schicke Parkett als Bodenbelag bedeutete früher harte Arbeit: Kleine Vollholzstäbchen oder -plättchen wurden mühevoll im Mosaik-, Stäbchen- oder Fischgrätmuster direkt auf den Untergrund gelegt und schließlich mehrfach glatt geschliffen und lackiert. In Landhäusern entschieden sich viele Bauherren hingegen für Dielen: meterlange und 15 bis 30 Zentimeter breite Holzlatten, die gerne samt Rissen und Astlöchern verlegt wurden.

Heute geht Eichenparkett meist anders. Was bleibt, ist die Verwendung von heimischem Holz, und das hat in der Regel eine sehr gute Ökobilanz. Wir erklären euch woraus Eichenparkett besteht, wo die Qualitätsunterschiede liegen und was der Bodenbelag kostet.

Eichenparkett – massiv oder in mehreren Schichten

Massivholzstäbe zum Mosaik auf den Boden kleben? Diese Mühe machen sich einige Parkettanbieter immer noch. Wobei das Ganze heute einfacher ist, denn die einzelnen Holzlamellen sind schon fertig zu einem Würfel angeordnet. Mehrere Würfel auf einem Netz bilden dann ein handliches Parkettelement, dass sich dann zusammen mit anderen Elementen verbinden lässt..

Im Baumarkt oder Großfachhandel findet ihr meistens Mehrschichtparkett im handlichen Dielenformat, auch Fertigparkett genannt. Es ist bereits perfekt versiegelt und kommt mit Trittschalldämmung ins Haus. Die Dielen klickt ihr einfach ineinander. Fertig ist der schwimmend verlegte Bodenbelag, zum Beispiel im grob strukturierten Schiffsbodendesign.

Detailansicht eines Parkettbelages
Sichtbare Astlöcher oder Unregelmäßigkeiten im Holz sind Geschmacksache aber auch ein Qualitätsmerkmal. © vdp/Kährs

Schicht auf Schicht

Mehrschichtparkett sieht so aus als wäre es Eiche durch und durch. In Wirklichkeit liegt das wertvolle Holz häufig nur oben auf. Das Trägermaterial besteht aus Birke oder Buche beziehungsweise preiswerten Nadelhölzern wie Fichte. Darüber kommt eine Nutzschicht aus massiven Eichenstäben in verschiedenen Breiten. Einige Hersteller favorisieren drei Lagen: Oben Eiche, in der Mitte massive Fichte oder eine H(och)D(ichte)F(aser)-Trägerplatte und unten dann wieder Nadelholz.

So erkennt ihr gute Qualität

Bei der Qualität gibt es verschiedene Merkmale. Zum einen die Nutzschicht – je dicker desto langlebiger. Massivholzparkett ist zwischen 8 und 20 Millimeter dick, bei Mehrschichtparkett gilt eine 5 Millimeter starke Nutzschicht schon als top. So ein Parkett könnt ihr mehrfach abschleifen und mit Wachs oder Lack wieder auffrischen.

Ein Mehrschichtparkett mit drei Lagen gilt keinesfalls als minderwertig. Oft ist es besonders formstabil und lässt sich gut verlegen. Auch ein Pluspunkt. Eine HDF-Trägerplatte muss nicht generell schlechter sein als massives Nadelholz, allerdings sollte das Pressholz unbelastet sein.

Woher kommt das Parkett?

Wenn ihr auf Nachhaltigkeit Wert legt, dann ist Eichenparkett genau das richtige. Denn europäisches Holz, das zu Parkett verarbeitet wird, stammt zu großen Teilen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Das garantieren die beiden wichtigen Zertifizierungssysteme FSC und PEFC.

Das "Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes" (PEFC) basiert auf strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Die unabhängige Institution hat in Deutschland bisher rund 7,3 Millionen Hektar Wald mit dem PEFC-Zertifikat versehen. Das sind rund zwei Drittel der deutschen Wälder.

Der "Forest Stewardship Council" (FSC) definiert in nationalen Arbeitsgruppen Kriterien und Prinzipien für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Als Mitglied des FSC arbeitet unter anderem Greenpeace aktiv daran mit, das FSC-Zertifizierungssystem ständig zu verbessern.

Original oder Fälschung?

Grundsätzlich darf sich nur ein Holzfußboden mit einer Nutzschicht von mindestens 2,5 Millimeter „Parkett“ nennen. Aber ist das Holz auch echtes oder nur ein Imitat? Das können Laien manchmal nur schwer unterscheiden. Um ein Verwechslung auszuschließen, vergibt die Förderation der europäischen Parkettindustrie (FEP) das "Real Wood"-Zeichen. Es besagt, dass die Nutzschicht des Fußbodens aus echtem Holz besteht.

Drei Gütesiegel für Holzparkett
Mit diesen Gütesiegeln wird nachhaltiges beziehungsweise echtes Parkettholz ausgezeichnet.

Saubere Verarbeitung

Die Holzkanten verraten die Qualität: Sind sie sauber gefräst? Ist die Oberfläche glatt? Manchmal haben die einzelnen Holzstäbe nicht die gleiche Höhe, dann spricht man von „Überzahn“. Gutes Parkett hat einen so genannten Kantenversatz von maximal 0,1 Millimeter. Was darüber hinausgeht, sieht unschön aus.

Härtegrad

Wie widerstandsfähig ein Parkettboden ist, wird in „Brinell“ gemessen. Bei der Messmethode wird – vereinfacht gesagt – eine Metallkugel mehrmals aus einer bestimmten Höhe auf das Parkett fallengelassen. Der so entstandene Schaden wird dann in einem Durchschnittswert berechnet. Aufgrund seiner hohen Dichte hat Eiche einen hohen Brinellwert. Das Laubholz ist damit besonders gut für eine hohe Beanspruchung geeignet.

Lebhaft oder harmonisch?

Sichtbare Astlöcher oder Unregelmäßigkeiten im Holz sind Geschmacksache aber auch ein Qualitätsmerkmal. Die Hersteller bieten ihre Bodenbeläge in diversen Sortierungen an: Bei „rustikal“ seht ihr Astlöcher und hin und wieder ausgebesserte Risse. „Harmonisch“ steht für Edelhölzer mit einem sehr ruhigen Gesamtbild. Der Verband der deutschen Parkettindustrie bietet dazu im Internet eine detaillierte Übersicht.

Dunkler Parkettboden in einem Badezimmer.
Immer angesagter: Parkettboden im Bad. Hier ist der Kontrast besonders reizvoll. © vdp/HARO

Was kostet Eichenparkett?

Die Preise variieren stark, je nach Qualität und Verarbeitung. Wobei Vollholz nicht unbedingt teuer bedeutet. Massivholzparkett kann sehr preiswert sein, dafür kommt es „roh“ auf die Baustelle und wird dort aufwendig verklebt und dann versiegelt. Mehrschichtparkett kann ins Geld gehen, auch weil alles schon mit drin ist wie die Versiegelung und Dämmung.

Unbehandeltets, 8 Millimeter starkes Mosaikparkett aus Massivholz gibt es schon für 15 Euro je Quadratmeter. 10 Millimeter starkes Industrieparkett zur vollflächigen Verklebung kostet um die 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter, in Räuchereiche allerdings um die 50 Euro.

Ein Mehrschicht-Fertigparkett mit rund 4 Millimeter Nutzschicht in Eiche bekommt ihr für 30 bis 75 Euro pro Quadratmeter. Je breiter die einzelnen Holzstäbe, desto teurer. 15 Zentimeter breite Mehrschicht-Landhausdielen liegen also eher im oberen Preissegment.

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