Streichen eines Holzzaunes
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Modernisieren | Expertentipp

Kesseldruckim­prägnierter Zaun: Muss er noch gestrichen werden?

Redaktion

Muss ein kesseldruckimprägnierter Zaun noch gestrichen werden? Und eignet sich Leinölfirnis dafür? Unser Experte nennt euch geeignete Mittel für den passenden Holzschutz.

Folgende Frage wurde an die Wohnglück-Redaktion herangetragen: "Unser neuer kesseldruckimprägnierter Holzzaun (Kiefer/Fichte) soll naturbelassen bleiben. Uns wurde empfohlen, diesen mit Leinöl und dem Zusatz Terpentin zu behandeln. Ist dies richtig? Welches Mischungsverhältnis ist da wichtig? Gibt es Alternativen?"

Die Wohnglück-Experten antworten:

Hochdruck- (oder auch Kesseldruck-)imprägniertes Holz, auch KDI-Holz genannt, ist mit Kupfer- und Borverbindungen wirkungsvoll gegen Pilzbefall, Fäulnis und Insekten geschützt. Die Holzoberfläche hat eine leichte grüne oder braune Färbung, die im Laufe der Zeit verblasst oder vom Regen ausgewaschen wird. Daher ist es sinnvoll, die Oberfläche mit einer Schutzschicht zu behandeln.

Wir schlagen euch zwei Möglichkeiten vor. Beiden gemein ist die geringe Schichtdicke, die eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit ("Atmung") zulässt und Abplatzungen vermeidet. Das bedeutet allerdings, dass die Haltbarkeit begrenzt ist, so dass alle zwei Jahre ein erneuter Anstrich erforderlich ist.

Leinölfirnis als Holzschutz für den KDI-Zaun

Ihr könnt den Gartenzaun mit Leinölfirnis, der mit 10 Prozent Terpentin-Ersatz verdünnt ist, behandeln. Diese Beschichtung ist farblos und hat den Vorteil, von oben nach unten abzuwittern. Das heißt, der Verwitterungsprozess beginnt auf der Oberfläche, während die darunter liegenden Farbschichten intakt bleiben. Es bilden sich keine "Schwarten" aus Farbresten. Das hat zwei große Vorteile:

  1. Die Farbschicht schützt länger.
  2. Reparaturanstriche sind einfacher auszuführen. Die vorhandenen Farbschichten müssen bei Renovierungen nicht bis auf den Untergrund abgetragen, sondern können mit dem gleichen Farbentyp neu übergestrichen werden.

Imprägnier-Lasur als Holzschutz für kesseldruckim­prägnierte Zäune

Die Alternative ist, dass ihr den Zaun mit einer lösemittelhaltigen, nicht wasserverdünnbaren Dünnschicht-Lasur streicht. Eine solche Lasur könnt ihr verwenden, wenn ihr das Holz färben wollt. Die Wirkung einer Lasur, um den Holzuntergrund durchscheinen zu lassen, wird dadurch erreicht, dass im Anstrichfilm feinste Mikro-Pigmente dünn wie ein feiner Schleier verteilt sind. Dazu kommt noch, dass das Bindemittel dünnflüssig ist. Man merkt das schon beim Streichen. Die Konsistenz ist fast wie die von Wasser.

Oftmals wird der erste Anstrich ganz vom Holz aufgesaugt, so dass sich keine Schutzschicht bilden kann, oder es bleibt nach dem Trocknen nur ein dünner Anstrichfilm zurück, der "wasserdampf-durchlässig" bleibt. Er schützt einerseits in gewissem Maße vor Feuchtigkeit von außen, lässt aber gleichzeitig eingedrungenes Wasser wieder verdunsten.

Lasuren mit diesen Eigenschaften werden Imprägnier- oder Dünnschichtlasuren genannt. Lösemittelhaltige Holzlasuren dringen tiefer in den Untergrund ein als wasserverdünnbare Lasuren. Sie zeichnen sich gegenüber wasserverdünnbaren oder wasserbasierten Lasuren durch eine größere Witterungsbeständigkeit aus.

Lösemittelhaltige Lasuren erhaltet ihr vermutlich nicht in Baumärkten sondern nur im Farbenfach- oder Großhandel.

Bei beiden Anstrichmethoden sind mindestens zwei Anstriche erforderlich. Diese solltet ihr bei trockenem Wetter, also möglichst im Sommer, machen.

Unser abschließender Hinweis: Ihr habt auch eine Frage und benötigt den Rat unserer Wohnglück-Experten? Kein Problem: Schreibt uns über den Facebook-Messenger oder nutzt unser Kontaktformular und wir stehen euch nach Möglichkeit mit Rat und Tat zur Seite.

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