Man sieht eine Alu-Terrassenüberdachung mit Glaswänden an einem alten Backsteinhaus
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Terrassenüberdachung: Die spannendsten Trends 2021

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Eine Terrasse schafft zusätzlichen Wohnraum. Mit einer Terrassenüberdachung könnt ihr diesen aber auch das ganze Jahr über nutzen. Wir haben die aktuellen Trends in Sachen Terrassendach recherchiert und für euch zusammengestellt.

Windgeschützt ein Buch lesen, den Grillabend im Sommer nicht von einem plötzlichen Gewitterschauer beenden lassen und die Gartenmöbel im Winter einfach stehen lassen. Mit einer geeigneten Terrassenüberdachung kein Problem. Im Netz findet ihr unzählige Varianten und Hersteller. Aber was sind die aktuellen Trends und – noch wichtiger – welche Bauweise passt zu euch und eurem Haus?

Terrassendach aus Aluminium

Eine Terrassenüberdachung ist ständig Wind und Wetter ausgesetzt. Besonders wichtig ist also ihre Langlebigkeit. Der Werkstoff Aluminium ist da besonders robust. Trotz seiner geringen Dichte ist das Leichtmetall extrem stabil. Pfosten und Träger werden auch nach Jahren kaum Alterserscheinungen zeigen. Und das ist auch der Grund, warum Terrassenüberdachungen aus Alu ein Dauertrend sind.

Ein weiterer Vorteil: Konstruktionen aus Aluminium passen fast zu jedem Haustyp. Sie sind nicht nur in unterschiedlichen Farben erhältlich, Hersteller wie Heroal bieten auch Aluoberflächen an, denen man das eigentliche Material nicht ansieht. Dank einer speziellen Beschichtungstechnologie lassen sich so Alu-Terrassendächer in einer Holz-, Beton- oder Rostoptik realisieren.

Man sieht eine Alu-Terrassenüberdachung mit Glaswänden an einem alten Backsteinhaus
Terrassendächer aus Aluminium sehen auch zu historischen Altbauten klasse aus. © Solarlux GmbH

Terrassendach aus Glas

Terrassendächer bestehen natürlich nicht komplett aus Glas. Aber ganz gleich aus welchem Material die Konstruktion aus Pfosten und Trägern ist, braucht euer Wetterschutz natürlich ein Dach. Das kann aus echtem Glas bestehen oder aus unterschiedlichen Kunststoffen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Durch Platten aus Klarglas habt ihr die beste Durchsicht. Außerdem lassen sie den maximalen Anteil Sonnenlicht herein. Gut, wenn die Terrasse auf der Nordseite ist. Schaut sie aber nach Süden, kann es unter einem Glasdach im Hochsommer schon mal einen Hitzestau geben. Ohne einen zusätzlichen Sonnenschutz ist das eher nicht zu empfehlen. Etwas diffuser ist das Licht, wenn Milchglas- oder Kunststoffplatten (z.B. Polycarbonat oder Acrylglas) verwendet werden. Milchglas hat auch den Vorteil, dass man Schmutzablagerungen nicht auf den ersten Blick sieht.

Echtglas für Terrassendächer muss immer Sicherheitsglas sein. Das verhindert im schlimmsten Fall, dass die Splitter einer beschädigten Platte die Menschen auf der Terrasse verletzen. Dadurch steigt auch der Preis. Dächer aus Echtglas sind damit zwar optisch im Trend, aus Kostengründen greifen viele Kunden heute aber häufig auf hochwertige Kunststoffe zurück.

Wusstet ihr, dass es Fensterscheiben gibt, die einen integrierten Sonnenschutz direkt im Glas haben? Mehr dazu lest ihr in "Fenster, die sich selbst verdunkeln: Lohnt sich intelligentes Glas?".

Terrassendach aus Aluminium und Milchglas
Eine Terrassenüberdachung mit Milchglasplatten sorgt für ein angenehm gedämpftes Licht auf der Terrasse. © Getty Images/iStockphoto

Holz-Terrassenüberdachung

Terrassendächer aus Holz sind der beliebteste Wind- und Wetterschutz für eine Terrasse. Das liegt vor allem daran, dass er auch selbstgebaut werden kann. Während Terrassendächer aus Aluminium höchstens als Bausatz selbst aufgestellt werden können, trauen sich erfahrene Handwerker auch zu, ein Terrassendach aus Holz selbst zu zimmern.

Wer das aber lieber den Profis überlässt, findet im Netz eine lange Liste an Stilen, Holzsorten und Herstellern. Und auch da habt ihr oft die Wahl, ob ihr das gute Stück selbst aufbauen oder von einem Handwerker installieren lasst.

Bei der Wahl der Holzsorte solltet ihr euch vor allem fragen, wie lang das gute Stück halten soll. Stellt ihr das Dach nur als Zwischenlösung auf, weil ihr zur Miete wohnt oder schon wisst, dass es euch beruflich in einigen Jahren in eine andere Stadt zieht, reicht auch eine Konstruktion aus günstigeren Hölzern, wie etwa Leimholz oder geeignete Nadelhölzer. Soll die Terrassenüberdachung euer Traumhaus zieren, das ihr nie wieder verlassen wollt, ist es sinnvoll, nach langlebigen Hölzern Ausschau zu halten. Douglasie ist zum Beispiel resistent gegen Pilzbefall und macht mit ihrem warmen, rötlichen Farbton auch optisch was her.

Eines haben alle Terrassendächer aus Holz gemeinsam. Anders als die Alu-Konstruktionen, brauchen sie regelmäßige Pflege, um nicht zu verwittern.

Man sieht eine weiße Holz-Terrassenüberdachung mit Veranda
Zu Häusern im skandinavischen Stil passen Terrassendächer aus Holz besonders gut. © Skanholz

Lamellendach als Terrassenüberdachung

Der aktuelle Trend zum Lamellendach hat nicht mehr viel mit einer Pergola zu tun. Während die Querstreben bei der traditionellen Variante feststehen und nur einen sehr diffusen Sonnenschutz gewähren, sind moderne Lamellendächer flexibel. Mit einer Fernbedienung könnt ihr die Lamellen je nach Sonneneinstrahlung und Wetter stufenlos verstellen. Im geschlossenen Zustand sind Modelle mit Spritzwasserschutz auch regendicht.

Einige Hersteller bieten auch Konstruktionen an, bei denen sich die senkrecht gestellten Lamellen zur Seite wegfahren lassen. Das Ergebnis ist dann ein offenes Dach mit freiem Blick in den Himmel. Hört sich klasse an? Ja, aber leider auch teuer.

Damit das Dach auch im Winter geschlossen bleiben kann, muss es außerdem bestimmte Schneelasten tragen können (200 kg/m2). Zusätzlich muss es Windstärken bis zu 88 km/h aushalten. Die Kostenspanne für elektrische Lamellendächer ist riesig. Sie liegt zwischen rund 8.000 Euro und 25.000 Euro.

Dafür lassen sich Lamellendächer einfacher reinigen als festmontierte Glasdächer. Im besten Fall lasst ihr die Lamellen bei Regen regelmäßig schräg stehen. So reinigen sie sich quasi von selbst. Hartnäckigere Verschmutzungen könnt ihr von unten beseitigen. Dafür reicht eine Leiter, milde Seifenlauge und ein Schwamm.

Terrassenüberdachung mit Sonnenschutz

Je nach Wetter und verwendetem Material, kann es unter einem Terrassendach ziemlich warm werden. Wie oft das auf eurer Terrasse der Fall ist, könnt ihr am besten selbst einschätzen. Wenn ihr eure Terrasse auch bei großer Hitze nutzen, oder einfach ein Buch lesen wollt, ohne geblendet zu werden, ist es sinnvoll, über eine zusätzlichen Beschattung nachzudenken.

Im Trend liegen Sonnenrollos, die unterhalb des Dachs befestigt sind. Dadurch erhöht sich die Lebensdauer und sinkt der Reinigungsaufwand. Besonders komfortabel sind Markisen, die sich per Fernbedienung steuern lassen. Je nach Ausrichtung eurer Terrasse ist zusätzlich auch ein seitlicher Sonnenschutz sinnvoll. Der ist dann gleichzeitig ein Plus für eure Privatsphäre.

Man sieht eine Terrassenüberdachung mit Sonnenschutz
Im Sommer schützt ein zusätzlicher Sonnenschutz vor zu großer Hitze. © Skanholz

Sonnensegel als günstige Alternative zum Terrassendach

Eine festinstallierte Terrassenüberdachung muss zum Haus passen. Optisch wird sie Teil des Gebäudes. Wenn euch das zu riskant ist oder ihr es ohnehin etwas maritimer mögt, ist ein Sonnensegel eine tolle Alternative. Die drei- oder viereckigen Schattenspender aus Segeltuch sind allerdings kein effektiver Regenschutz. Einige sind zwar für leichten Regen geeignet, werden aber wasserdurchlässig, wenn der Niederschlag stärker wird.

Preislich ist ein Sonnensegel allerdings unschlagbar. Einfache Ausführungen bekommt ihr schon für rund 50 Euro. Segel aus festeren Stoffen, mit einer größeren Fläche oder mit einer stabileren Befestigung, bekommt ihr ab 150 Euro aufwärts.

Freistehende Terrassenüberdachung

Die meisten Hausbesitzer suchen Terrassenüberdachungen, die an einer Hausseite befestigt werden. Es gibt aber auch die freistehende Variante. Sie wirkt dann besonders schön, wenn sie mit genügend Abstand zum Haus aufgestellt werden kann. Etwa, um einen Sitzplatz auf einem weitläufigen Rasen zu beschatten oder als Rückzugsort neben einem Pool oder Schwimmteich. Freistehende Gartendächer gibt es in denselben Varianten wie feststehende. Ob ein elektrisches Lamellendach eine Alternative für den Standort ist, liegt allerdings an der Stromzufuhr.

Man sieht eine freistehende Terrassenüberdachung auf einer großzügigen Holzüberdachung
Mit schützenden Glaswänden werden freistehende Gartendächer zum Traumplatz - ob bei Regen oder Sonnenschein © Solarlux GmbH

Dächer mit Solarmodulen

Wenn ihr in Sachen Terrassendach das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden wollt, könntet ihr über ein Dach mit integrierten Solarmodulen nachdenken. So nutzt ihr das Sonnenlicht, das auf euer Dach fällt, effektiv zur Produktion eures privaten Solarstroms. Dazu werden in der Regel halbtransparente Photovoltaik-Module aus Sicherheitsglas verwendet. Diese sind speziell über die Überkopfmontage entwickelt. Dabei sitzt die Solarzelle zwischen zwei Glasscheiben.

Nachteil ist, dass insgesamt nicht mehr viel Licht auf die Terrasse fällt. Aber vielleicht wollt ihr euren Sitzplatz ja ohnehin lieber im Schatten genießen. Eine Solarterrasse liegt besonders bei Hausbesitzern im Trend, deren Hausdächer zu wenig Fläche für eine Photovoltaikanlage bieten. Eine etwa 25 Quadratmeter große Solarterrasse produziert mit rund 3.500 Kilowattstunden (pro Jahr) den Hausstromverbrauch einer dreiköpfigen Familie.

Man sieht eine Terrassenüberdachung mit Solarmodulen
Terrassendächer mit Solarmodulen spenden nicht nur Schatten, sondern auch Strom. © enerix

Fazit

Ganz gleich für welchen Trend ihr euch entscheidet, eine überdachte Terrasse ist ein Plus an Lebensqualität. Dabei sind bei fest installierten Terrassendächern noch eine Reihe von Extras denkbar. Zusätzliche Seitenelemente oder Glasschiebewände, eine LED-Beleuchtung und Heizstrahler machen euer Terrassendach auch in kühleren Jahreszeiten zu einem gemütlichen Platz für lange Abende mit Freunden oder der Familie.

Bevor ihr euch eure Wunsch-Überdachung zusammenstellt, solltet ihr euch aber bei eurem zuständigen Bauamt erkundigen. Während Markisen und Sonnensegel genehmigungsfrei sind, müsst ihr für Terrassendächer prüfen, ob ein Bauantrag notwendig ist, da es sich dabei um sogenannte "Umbau- bzw. Ausbaumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude" handelt. In den meisten Bundesländern beginnt die Genehmigungspflicht ab einer Fläche von 30 Quadratmetern. Das gilt auch für freistehende Terrassendächer. Welchen Baustoff ihr verwendet, ist dem Bauamt dabei übrigens egal.

Damit ihr auch in der kalten Jahreszeit unter eurem Terrassendach sitzen könnt, ohne zu frieren, könnt ihr mit einer Terrassenheizungen für eine gemütliche Atmosphäre sorgen. Welche Modelle es gibt und welche Heizung für die Terrasse am besten geeignet ist, lest ihr in folgendem Ratgeber:

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