PV-Anlage: Mann befestigt Solarpanel an Unterkonstruktion
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PV-Anlage: Die 7 häufigsten Fehler bei der Montage einer Solaranlage

Dirc Kalweit

Strom aus Sonnenkraft erzeugen, das ist der Sinn einer PV-Anlage. Damit die auch richtig funktioniert, muss vor allem die Montage fachgerecht ausgeführt werden. Wir verschaffen euch einen Überblick über die wichtigsten Punkte, auf die ihr dabei achten solltet.

Damit eine PV-Anlage auch wirklich wirtschaftlich arbeitet, ist eine exakte Planung vor dem Aufbau wichtig. Gerade bei der Montage kann einiges schief gehen. Damit das nicht passiert und ihr möglichst lange die solaren Erträge eurer Photovoltaik-Anlage genießen könnt, listen wir hier die sieben häufigsten Fehler auf, die ihr bei der Montage vermeiden solltet.

Fehler 1: Verfügbare Dachfläche für die PV-Anlage falsch berechnet

Klingt ein wenig lächerlich, kommt aber immer mal wieder vor: Durch falsche Maße ist die Anzahl der benötigten Photovoltaik-Module plötzlich über- oder unterdimensioniert. Weder die Methode "Pi mal Daumen" noch alte Baupläne sind da wirklich hilfreich.

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, hilft nur eines: Ihr solltet die Dachfläche noch mal neu vermessen. Das ist die absolute Basis für alle weiteren Schritte und nur so könnt ihr wirklich sicher sein, dass alle anschließenden Berechnungen auch stimmen.

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Hauses
Wie viel Fläche benötige ich für eine effiziente PV-Anlage? Das hängt von mehreren Kriterien ab. © Getty Images/iStockphoto

Fehler 2: Dachstatik nicht geprüft

Die Kollektoren, die Unterkonstruktion, das Befestigungsmaterial – einzeln gesehen sind die Komponenten einer PV-Anlage nicht schwer. Zusammen fallen sie aber im wahrsten Sinne des Worte ins Gewicht.

Daher hat ein Dach bei der Montage einer Photovoltaik-Anlage einiges zu tragen. Ob es das auch aushält, ist nicht immer gesichert. Kritisch wird es vor allem dann, wenn noch besondere Belastungen durch Wind oder Schnee hinzukommen. Lasst daher die Statik des Daches vor der Montage prüfen. Und schaut bei dieser Gelegenheit auch gleich, ob es sich lohnt, vor der Montage noch kleinere Reparaturen am Dach auszuführen.

Fehler 3: Ungenügende Bedarfsermittlung

Das hat zwar nicht unmittelbar mit der Montage etwas zu tun, ist aber trotzdem wichtig. Bevor das erste Modul auf das Dach kommt, solltet ihr genau wissen, wie viel solaren Strom eure PV-Anlage überhaupt produzieren soll. Oder anders gefragt: Wie viel Ertrag an Sonnenenergie ist bei euch überhaupt möglich?

Der maximale Ertrag einer Photovoltaik-Anlage ergibt sich aus folgenden Faktoren:

  • der individuellen Sonneneinstrahlung
  • der Dachgröße
  • der Dachausrichtung

Aus diesen individuellen Werten lässt sich die maximale Leistung euer Photovoltaik-Anlage berechnen. Demgegenüber steht euer Stromverbrauch (so ihr den produzierten Strom selbst verbrauchen wollt). Und gegebenenfalls benötigt ihr noch einen Speicher. Die PV-Anlage sollte also so dimensioniert sein, dass sie euren Strombedarf möglichst punktgenau deckt.

Fehler 4: Fehlerhafte Unterkonstruktion der PV-Anlage

Die Solarmodule sind üblicherweise auf einer Trägerkonstruktion befestigt. Die wiederum ist über Dachanker oder Dachhaken mit den Dachsparren verbunden.

In zahlreichen Fachportalen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man bei der Zahl der Dachhaken auf keinen Fall sparen soll. Die Hersteller der PV-Anlage geben in der Regel vor, wie viele Dachhaken zu verwenden sind, um eine optimale Entlastung des Daches zu gewährleisten. Zusätzlich sollten die Dachhaken die Unebenheiten des Daches ausgleichen. Sonst kommt es nämlich zu ungewollten Verschattungen – und damit zu Leistungseinbußen der PV-Anlage.

Darüber hinaus kommt es immer wieder zu Fehlern bei der Befestigung der Dachhaken. Sie dürfen nämlich nicht auf den Dachziegeln oder Dachsteinen direkt aufliegen – sonst würden sie diese beschädigen. Bei den Abständen der Dachhaken zu den Ziegeln gibt es genaue Vorgaben, gleiches gilt auch für den Anzugsmoment der Schrauben.

Fehler 5: Falsche Verlegung der Solarkabel einer PV-Anlage

Der Aufbau einer Photovoltaikanlage ist im Prinzip immer gleich. Sie besteht aus drei Komponenten:

  • Solarmodule wandeln das Sonnenlicht in Strom um
  • der erzeugten Strom wird mittels Solarkabeln weiter ins Haus transportiert
  • der erzeugte Gleichstrom wird durch einen Wechselrichter in (netztauglichen) Wechselstrom umgewandelt

Es gibt hier also einige elektrische Bauteile, die ziemlich empfindlich sind. Die Module und der Wechselrichter bekommen bei der Montage meist mehr Aufmerksamkeit als die Solarkabel. Schlecht verlegte Solarkabel können aber schnell kaputt gehen, wenn sie zum Beispiel zwischen den Dachziegeln klemmen oder gar durch die Regenrinne verlegt sind. Und sind die Leitungsbündel zu dick, dann reduziert das die Stromtragfähigkeit.

Fehler 6: Ungeeigneter Standort für den Wechselrichter

Der Wechselrichter wandelt den über die Solarmodule gewonnenen Sonnenstrom von Gleich- in Wechselstrom um. Ihr sollte bei der Installation der PV-Anlage für den Wechselrichter einen möglichst geschützten, staubarmen Platz finden.

Staub kann nämlich dafür sorgen, dass der Wechselrichter Wärme nur schlecht abführen kann und so schlimmstenfalls überhitzt. Auch vor anderen Witterungseinflüssen solltet ihr das Gerät schützen. Auch die IP-Schutzklasse müsst ihr bei der Montage beachten.

PV-Anlage: Wechselrichter der Firma Ective
Moderne Wechselrichter sind umfangreich gegen Überhitzung, Kurzschluss und andere (Spannungs-)Schäden abgesichert. © Ective

Fehler 7: Fehlende Dokumentation für die PV-Anlage

Bei Wartung und Inspektion, aber auch bei Fehlern der PV-Anlage macht sich eine gute Dokumentation bezahlt. In der findet der Fachmann nämlich alle relevanten Angabe, um die Anlage korrekt zu warten oder in Stand zu setzen.

Klingt nach Papierkram. Ist es auch. Aber einer, der wichtig ist – und vor allem genauestens geregelt. Die DIN 62446 schreibt nämlich genau vor, was alles zu einer Anlagendokumentation gehört. Das wären:

  • Messprotokolle
  • Adressen der Anlagenplaner und ausführenden Unternehmen
  • Seriennummern der verbauten Anlagenteile
  • Datenblätter und Garantiezertifikate der Komponenten
  • String- und Schaltpläne

Wie gesagt: Das bedeutet etwas bürokratischen Aufwand. Taucht das erste Problem bei euer PV-Anlage auf, werdet ihr aber sicher froh sein, wenn ihr eine solch gut geführte Dokumentation der Anlage habt.

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