Stromspeicher Haus der Zukunft.
© Udo Geisler

Modernisieren | Pro/Contra-Liste

Photovoltaik-Speicher: Vorteile & Nachteile der Batteriespeicher

Redaktion

Redaktion

Ein Batteriespeicher nimmt Strom aus der Photovoltaikanlage auf und speichert ihn, bis er im Haus gebraucht wird. Damit wird die Stromnutzung flexibler, die Anschaffung aber ist teuer. Wir erklären euch, wann sie sich lohnt und nennen Vorteile sowie Nachteile von Batteriespeicher-Lösungen.

Jede zweite neue Photovoltaikanlage wird bereits mit Batteriespeicher installiert. Dieser Akku speichert Strom, der bei Sonnenschein produziert, aber nicht sofort gebraucht wird. Sobald der Energieverbrauch im Haus steigt, das ist in der Regel am Abend, stellt der Photovoltaik-Speicher sie wieder zur Verfügung.

Ohne Stromspeicher dagegen wird ein großer Teil der selbst erzeugten Energie ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dafür gibt es eine gesetzlich festgelegte Vergütung, die von Jahr zu Jahr sinkt.

Sind Batteriespeicher also die Lösung, um die geförderte Photovoltaik wirtschaftlicher zu machen? Und: Sind sie auch gut für Klima und Umwelt?

Wir nennen euch die wichtigsten Vorteile und Nachteile der Photovoltaik-Speicher und wagen uns an ein Fazit.

Anzeige: Solaranlage für 0 € Anschaffungskosten – kommt dein Haus in Frage?* (Anzeige)

Vorteil 1: Höherer Eigenverbrauchsanteil

Grundsätzlich gilt: Wenn ihr den selbst produzierte Strom im Haus speichert, nützt das nicht nur euch, sondern auch der Energiewende.

Weil Stromproduktion und -bedarf zeitlich auseinanderklaffen, können ohne Speicher nur etwa 25 Prozent des PV-Stroms im eigenen Haus verbraucht werden. Mit Batteriespeicher sind bis zu 80 Prozent möglich.

Vorteil 2: Mehr Unabhängigkeit von Stromversorger und Strompreisen

Mit einem Batteriespeicher ist ein höherer Grad an Unabhängigkeit möglich. Das heißt, dass ihr einen größeren Teil eures Strombedarfs selbst abdeckt und der künftigen Strompreisentwicklung gelassener entgegensehen.

Das kann sich lohnen, weil selbsterzeugter Solarstrom euch nur etwa 11 bis 13 Cent je Kilowattstunde kostet, während ihr beim Energieversorger mittlerweile über 30 Cent dafür zahlt.

Und auch wenn Deutschland sehr sichere Stromnetze hat: Mit einem Photovoltaik-Speicher surren bei euch die Elektrogeräte, wenn in der Nachbarschaft bei einem Stromausfall die Lichter ausgehen.

Vorteil 3: Stromspeicher kann CO2-Emissionen einsparen

Auch mit Batteriespeicher bleibt am Ende meist noch ein Reststrom übrig, der ins Stromnetz fließt. Geschieht das erst am Abend, nachdem das Haus mit dem Strom aus dem Speicher versorgt ist, bringt das Vorteile für die Energiewende.

Der Grund: Abends sind mehr konventionelle Kraftwerke aktiv als zur Mittagszeit, deshalb ersetzt der CO2-freie Photovoltaik-Strom jetzt mehr "schmutzigen Strom" als mittags.

Vorteil 4: Fortschritte in der Speichertechnologie

Die ersten Stromspeicher für Privathäuser waren riesige Bleisäure-Akkus mit mehreren Hundert Kilo Gewicht und einem Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent. Heute werden überwiegend die kleineren und leichteren Lithium-Ionen-Akkus verwendet, die Wirkungsgrade von über 95 Prozent erreichen.

Die neueste Entwicklung sind modulare Speicher, die ihr entsprechend eurem Leistungsbedarf im Baukastenprinzip zusammenstellen könnt. Technik, die begeistert.

Es gibt jedoch auch Faktoren, die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit der Batteriespeicher in Frage stellen.

Nachteil 1: Stromspeicher sind immer noch teuer

Obwohl sich die Preise für Lithium-Ionen-Akkus seit 2013 halbiert haben, stehen sie mit Kosten von rund 1.100 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität immer noch an der Grenze zur Rentabilität.

Beachtet bitte auch, dass zusätzlich Kosten für Installation und Wartung auf euch zukommen können.

Nachteil 2: Hoher Aufwand an "grauer Energie"

Die Ökobilanz von Batteriespeichern ist nicht so positiv wie die von Photovoltaik-Modulen, die nach zwei bis drei Jahren Betrieb die zur Herstellung aufgewendete Energie eingespart haben. Speicher brauchen dafür in etwa zehn Jahre.

Zudem halten Photovoltaik-Speicher natürlich nicht ewig, sondern überstehen nur rund 7.000 Ladezyklen.

Nachteil 3: Höherer Platzbedarf

Bleispeicher benötigen generell mehr Platz, da ihre Speicherkapazität geringer ist. Außerdem ist eine Entlüftung erforderlich. Geringer fallen die Nachteile bei Lithium-Ionen-Stromspeichern aus: Sie benötigen weniger Platz, für ein Einfamilienhaus entsprechen die Maße etwa denen eines Kühlschranks.

Allerdings müsst ihr Lithium-Ionen-Speicher an einem kühlen Ort installieren, da sie hitzeempfindlicher sind als Bleispeicher. Für beide gilt, dass der Keller sich besser eignet als der Dachboden.

Stromspeicher im Wohnzimmer
Der SonnenBatterie eco Stromspeicher fügt sich sogar gut ins Wohnzimmer ein. © Sonnen

Nachteil 4: Große Unterschiede in der Effizienz

Leider erreichen nicht alle Photovoltaik-Speicher den optimalen Wirkungsgrad. Forscher von der Hochschule für Wirtschaft und Technik in Berlin haben verschiedene Speicher untersucht (siehe Artikel-Quellen) und sind auf teilweise enorm hohe Standby-Verluste gestoßen.

Ihr Urteil: Ein sehr effizienter Speicher kann jährlich bis zu 35 Kilogramm CO2 einsparen, ein ineffizienter aber mehr als 90 Kilogramm zusätzliche Emissionen verursachen.

Fazit zu: Lohnen sich Photovoltaik-Speicher?

Die Bilanz der Batteriespeicher fällt sowohl wirtschaftlich wie energetisch gemischt aus. Wenn ihr eure Photovoltaikanlage mit einem Speicher ergänzen wollt, solltet ihr ein hocheffizientes Modell mit einem Wirkungsgrad von über 95 Prozent wählen.

Die immer noch hohen Investitionskosten können durch Fördermittel gemildert werden. Ein bundesweites Förderprogramm der KfW-Bank für Batteriespeicher gibt es zwar nicht mehr, dafür gewähren einige Bundesländer Zuschüsse.

*Dieser Beitrag wurde um sogenannte Affiliate-Links ergänzt. Dadurch bekommen wir bei Kaufabschluss einen kleinen Anteil der Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

Das wird dich auch interessieren