PV-Anlage Anmeldung: Mann installiert PV-Solarmodule auf einem Hausdach.
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Inbetriebnahme der PV-Anlage: So läuft die Anmeldung

Claudia Lindenberg

Claudia Lindenberg

Vor der Inbetriebnahme einer PV-Anlage gibt es einige Formalitäten zu beachten. Wir sagen euch, worauf ihr achten müsst und was ihr nicht vergessen dürft.

Eure Photovoltaikanlage ist fast fertig installiert? Habt ihr vor der Inbetriebnahme auch an die korrekte Anmeldung der PV-Anlage gedacht? Wir zeigen euch, was ihr in Sachen Anmeldung beim Stromanbieter und Inbetriebnahme tun müsst und welche Formalitäten zu erledigen sind.

1. Anmeldung der PV-Anlage beim Netzbetreiber vor der Installation

Der Fachbetrieb, der eure PV-Anlage installiert hat, meldet die Anlage beim Stromnetzbetreiber an – und zwar noch vor der Montage beziehungsweise Inbetriebnahme. Denn: Der Netzbetreiber darf eine sogenannte "Netzverträglichkeitsprüfung" der Anlage durchführen. Und die kann bis zu acht Wochen dauern.

2. Inbetriebnahme: Das müsst ihr dem Netzbetreiber melden

Hat der Netzbetreiber die Nachverträglichkeitsprüfung abgeschlossen, könnt ihr mit der Installation beginnen. Bei der Installation der PV-Anlage wird wiederum ein sogenanntes Inbetriebnahmeprotokoll erstellt. Das müsst ihr (zusammen mit der Bescheinigung der Bundesnetzagentur, siehe nächster Punkt), dem Netzbetreiber schicken.

Diese Anmeldung beim Stromanbieter ist wichtig, da ihr sonst keine Auszahlung aus der Einspeisevergütung erhaltet. Die Anmeldung und weitere Kommunikation mit dem Netzbetreiber übernimmt in der Regel die Firma, die eure Anlage installiert.

Der Netzbetreiber ist dann euer Ansprechpartner, wenn es um die Einspeisung des von eurer Anlage erzeugten Stroms ins öffentliche Stromnetz geht. Ihr müsst die Zählerdaten melden und Rechnungen an den Netzbetreiber über den eingespeisten Strom schreiben. Diese Aufgabe könnt ihr aber auch dem Netzbetreiber übertragen, der hierfür ein kleines Entgelt nimmt.

Haus mit einer Photovoltaik-Anlage in einem Feld mit Sonnenblumen.
Anmeldung der PV-Anlage: Schon vor Inbetriebnahme gilt es, wichtige Punkte zu beachten. © iStock/Getty Images/ofc pictures

3. Anmeldung der PV-Anlage bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister

Als Betreiber einer Photovoltaikanlage seid ihr auch Stromanbieter. Daher müsst ihr eure PV-Anlage bei der Bundesnetzagentur anmelden. Dazu seid ihr gesetzlich verpflichtet – und nur dann erhaltet ihr wie gesagt auch die Einspeisevergütung für den Strom, den ihr selbst nicht verbraucht.

Ob Photovoltaikanlage oder Batteriespeicher – der Eintrag bei der Bundesnetzagentur erfolgt in das sogenannte Marktstammdatenregister, das bis Ende Januar 2019 als Anlagenregister hieß. Auch die Stilllegung der Anlage oder einen Betreiberwechsel oder technische Änderungen an der Anlage müsst ihr dort melden.

4. Steuerliche Behandlung der PV-Anlage klären

Nach der Inbetriebnahme geht ihr als Privathaushalt, der Strom in das Netz einspeist, einer gewerblichen Tätigkeit nach. Ein Gewerbe müsst ihr üblicherweise nicht anmelden, aber ihr seid verpflichtet, das Finanzamt zu informieren – und das möglichst innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme.

Hierfür müsst ihr den “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausfüllen. Durch die Einstufung als Stromanbieter werdet ihr in der Regel umsatzsteuerpflichtig. Darüber hinaus müsst ihr neben den Einnahmen durch die Einspeisevergütung auch den Anteil an selbst genutztem Solarstrom als zu versteuerndes Einkommen angeben. Allerdings gibt es folgende Ausnahmen:

  • Erzielt die PV-Anlage weniger als 22.000 Euro Umsatz im ersten und weniger als 50.000 Euro Umsatz in den folgenden Jahren, gilt die Kleinunternehmerregelung. Heißt konkret: In diesen Fällen müsst ihr keine Umsatzsteuer auf die Einspeisevergütung und den selbst verbrauchten Strom zahlen. Aber Achtung: Damit erspart ihr euch zwar den Verwaltungsaufwand für das Ausweisen und Abführen der Umsatzsteuer, aber ihr könnt euch dann auch nicht die Mehrwertsteuer für die Anlagekosten über eine Steuererstattung zurückholen.
  • Noch einfacher ist die Regelung, die mit dem so genannten "Osterpaket 2022" beschlossen wurde. Hat eure PV-Anlage nur eine Leistung von bis zu 30 kWp, könnt ihr euch von der Einkommensteuer befreien lassen.

Welche Variante für euch besser passt, solltet ihr im Zweifelsfall mit einem Steuerberater besprechen.

5. Nach Inbetriebnahme: PV-Anlagenprotokoll ausstellen lassen

Bis 2020 gab es den sogenannten PV-Speicherpass. Der bescheinigte den Besitzern eine ordnungsgemäße Installation der Anlage mit zertifizierten Komponenten und zählte auch die Garantie-Leistungen auf.

Der PV-Speicherpass wurde durch das PV-Anlagenprotokoll abgelöst. Zusätzlich gibt es noch das das PV-Speicherprotokoll (für Stromspeicher) sowie das PV-Kombiprotokoll (für Anlagen plus Speicher).

Je nach Bedarf solltet ihr euch eines der Protokolle nach der Anmeldung und Inbetriebnahme der neuen Photovoltaik-Anlage vom Installationsbetrieb unbedingt ausstellen lassen. Denn das PV-Anlagenprotokoll benötigt ihr zum Beispiel, wenn ihr Förderkredite beantragen oder günstigere Versicherungsprämien für die PV-Anlage in Anspruch nehmen wollt.

Ihr spielt noch mit dem Gedanken, euch eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen? Dann empfehlen wir euch noch folgenden Info-Artikel:

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