Photovoltaik-Anlage auf Dach
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Modernisieren | Ratgeber

Photovoltaik-Förderung: Diese Förderprogramme gibt es und so kommt ihr an die Fördergelder

Claudia Lindenberg

Level: Für Fortgeschrittene

Eine Photovoltaik-Anlage kostet erst mal Geld und es dauert Jahre, bevor sie sich rechnet. Doch es gibt Förderprogramme für die Investition: Wir stellen euch verschiedene Fördermöglichkeiten vor.

Eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher kann je nach Leistung bis zu 20.000 Euro kosten. Und auch wenn ihr die Kosten der PV-Anlage über die Jahre wieder hereinholen werdet – zunächst einmal muss die Anlage finanziert werden. Dabei erhaltet ihr auf zwei Wegen Unterstützung: Zum einen über steuerliche Abzugsmöglichkeiten und die Einspeisevergütung und zum anderen über diverse Förderprogramme. Sie helfen euch, die Finanzierungskosten zu stemmen. Alle Förderwege im Überblick:

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung wird durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) geregelt. Sie gibt an, wie viel ihr für das Einspeisen des Stroms, den ihr nicht verbraucht, ins öffentliche Netz erhaltet. Wie hoch sie ist, hängt davon ab, wann die Photovoltaikanlage in Betrieb genommen wurde. War dies beispielsweise im Juni 2019 der Fall, beträgt sie 10,79 Cent je Kilowattstunde bei Dachanlagen mit einer Nennleistung von bis zu zehn Kilowatt Peak (kWp).

Die Einspeisevergütung galt zunächst als wichtiges Fördermittel, da sie noch vor einigen Jahren deutlich höher ausfiel. Mittlerweile ist sie aber niedriger als der Strompreis, der aktuell bei rund 30 Cent je Kilowattstunde liegt (Stand Juni 2019). Gleichzeitig sind aber auch die Kosten für Photovoltaikanlagen in den letzten Jahren deutlich gesunken, so dass die niedrigere Vergütung weniger ins Gewicht fällt.

Da die Einspeisevergütung nicht mehr so hoch ist wie noch vor einigen Jahren, lohnt es sich nicht mehr, eine Photovoltaikanlage so zu planen, dass sie möglichst viel Strom erzeugt. Stattdessen ist es heute sinnvoller, einen möglichst hohen Eigenverbrauch zu erreichen. Was ihr beachten müsst, damit sich eine Photovoltaikanlage lohnt, erfahrt ihr in unserem Beitrag "5 Tipps für eine rentable PV-Anlage".

Steuerliche Vorteile

Wenn ihr eine Photovoltaikanlage betreibt, seid ihr aus Sicht des Finanzamts gewerblich tätig, weil ihr mit dem Einspeisen des nicht genutzten Stroms Einnahmen erzielt. Dabei habt ihr die Wahl: Ihr könnt entweder die Kleinunternehmerregelung nutzen, die bei Umsätzen bis 17.500 Euro jährlich gilt. Dann müsst ihr lediglich eine Einnahme-Überschuss-Rechnung durchführen und auch keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Ihr könnt euch aber auch für die sogenannte Regelbesteuerung entscheiden. Der Vorteil: Ihr könnt euch die Mehrwertsteuer auf die Anschaffungskosten der Anlage zurückholen und auch die Kosten für den laufenden Betrieb geltend machen. Um diese Vorteile nutzen zu können, müsst ihr allerdings mehr Papierkram in Kauf nehmen.

Tipp: Wenn ihr unsicher seid, ob ihr euch für oder gegen die Kleinunternehmerregelung entscheidet sollt, fragt bei einem Steuerberater nach. Was gilt, wenn ihr mit Solarthermie Warmwasser erzeugt, lest ihr in unserem Expertentipp.

KfW-Kredit

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mit dem "Kredit 270 Erneuerbare Energien – Standard" eine zinsgünstige Möglichkeit, Photovoltaikanlagen zu finanzieren. Der Vorteil: Die Konditionen sind in der Regel attraktiver als eine Finanzierung über einen Privatkredit. So verlangen Banken derzeit für 10.000 Euro Darlehen ohne Grundbucheintrag rund 1,7 Prozent Zinsen, die KfW hingegen rund 1 Prozent (Stand 21. Juni 2019, Konditionen gelten für sehr gute Bonität).

Tipp: Ihr wollt die Konditionen von Bankdarlehen mit denen der KfW vergleichen? Dann achtet auch darauf, ob die Bank die Mehrwertsteuer für die Photovoltaikanlage mitfinanziert oder nicht. Die KfW finanziert diese mit, sofern ihr nicht vorsteuerabzugsberechtigt seid.

Fördermittel auf Länderebene

Einige Bundesländer bieten Förderprogramme für Photovoltaikanlagen und/oder Stromspeicher an. PV-Anlagen und Stromspeicher werden beispielsweise in Nordrhein-Westfalen mit Zuschüssen über das Programm "progres.nrw" gefördert. Auch Thüringen vergibt über das Programm "Solar Invest" Fördergelder. Sachsen bietet das Programm "Förderung von Stromspeichern" an.

Tipp: Ob es auch in eurer Region Zuschüsse oder Kredite gibt, könnt ihr unter über die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ermitteln. Sie listet alle Förderprogramm von Bund und Ländern auf.

Förderkredite/Zuschüsse von Stromanbietern

Es gibt auch Stromanbieter, die euch mit Zuschüssen oder Förderkrediten unterstützen. Voraussetzung ist jeweils, dass ihr dort auch Kunde seid. Über das EWS-Sonnencent-Förderprogramm der EWS Elektrizitätswerke Schönau etwa erhaltet ihr pro eingespeiste Kilowattstunde zusätzlich zur Einspeisevergütung sechs Cent obendrauf. Darüber hinaus erhaltet ihr einen Zuschuss, wenn ihr euch für einen Anlage mit Stromspeicher entscheidet.

Kommunale Förderprogramme

Diverse Kommunen – darunter die bayerische Landeshauptstadt München – unterstützen die Installation von Photovoltaikanlagen mit Fördermitteln. Es lohnt sich daher, bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung danach zu fragen. Auch Fachbetriebe vor Ort können euch dazu Auskunft geben.

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