Photovoltaik-Anlage auf Dach
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Photovoltaik-Förderung: Förderprogramme und wie ihr an Fördergelder kommt

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Eine Photovoltaik-Anlage kostet erst mal Geld und es dauert Jahre, bevor sie sich rechnet. Doch es gibt viele Programme bei der Photovoltaik-Förderung. Wir stellen euch verschiedene Fördermöglichkeiten vor.

Bei der Photovoltaik-Förderung gibt es verschiedene Weg, wie ihr an Fördergelder für eure eigene PV-Anlage kommt. Wir geben euch hier einen Überblick der Förderprogramme.

(Indirekte) Photovoltaik-Förderung durch Einspeisevergütung

Den selbst produzierten Strom können Besitzer einer PV-Anlage auf zwei Wegen nutzen. Zum einen für den direkten Eigenverbrauch. Zum anderen können sie den Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen. Dafür erhalten sie dann die sogenannte Einspeisevergütung.

Allerdings wurde die Höhe der Einspeisevergütung in den letzten Jahren Schritt für Schritt verringert und lag im Januar 2022 gerade noch bei 6,83 Cent für die Kilowattstunde bei Dachanlagen mit einer Nennleistung von bis zu zehn Kilowatt Peak (kWp). So entschlossen sich immer weniger Besitzer für einen Einspeisung und erhöhten nach Möglichkeit den Eigenverbrauch.

Doch die Bundesregierung plant, Volleinspeiser künftig stärker zu fördern. Der Gesetzentwurf sieht dabei folgende Staffelung der Einspeisevergütung vor.

Einspeisevergütungen für Volleinspeiser:

  • bis zehn Kilowatt Leistung = 13,8 Cent pro Kilowattstunde
  • bis 100 Kilowatt Leistung = 11,3 Cent pro Kilowattstunde
  • bis 400 Kilowatt = 9,4 Cent pro Kilowattstunde
  • bis zu einem Megawatt Leistung = 8,1 Cent pro Kilowattstunde

Einspeisevergütung für Eigentümer, die nur einen Teil des selbst erzeugten Stroms ins Netz einspeisen:

  • bis zehn Kilowatt Leistung = 6,93 Cent pro Kilowattstunde
  • bis 40 Kilowatt Leistung = 6,85 Cent pro Kilowattstunde
  • bis zu einem Megawatt Leistung = 5,36 Cent pro Kilowattstunde

Dabei hängt die Höhe der Einspeisevergütung vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ab und gilt dann für zwanzig Jahre.

War für Eigentümer ohne Eigenverbrauch eine PV-Anlage bisher kaum wirtschaftlich, ist die hohe Förderung für die Volleinspeisung nun eine spannende Option. Auch für Selbstverbraucher gibt es gute Neuigkeiten: So sollen die Umlagen auf Eigenverbrauch und Direktlieferungen hinter dem Netzverknüpfungspunkt künftig wegfallen. Lest alle Details dazu auch in diesem Artikel: Einspeisevergütung: Die neuen Regelungen für Photovoltaik-Anlagen

Förderung von PV-Anlagen durch steuerliche Vorteile

Eine weitere, indirekte Form der Photovoltaik-Förderung sind die Steuervorteile für PV-Anlagenbesitzer. Dabei gilt: Wenn ihr eine Photovoltaik-Anlage betreibt, seid ihr aus Sicht des Finanzamts gewerblich tätig, weil ihr mit dem Einspeisen des nicht genutzten Stroms Einnahmen erzielt. Bei einer PV-Anlage mit maximal zehn Kilowatt Leistung, die ausschließlich privat genutzt wird, hat der Besitzer die Wahl, ob er Einkommensteuer auf seinen Gewinn zahlen will oder nicht.

Dazu kommt dann unter Umständen noch die Umsatzsteuer. Bei einem Umsatz von bis zu 22.000 Euro im Jahr greift die Kleinunternehmerregel, danach muss Umsatzsteuer abgeführt werden. Übrigens: Umsatzsteuer wird, wenn sie fällig wird, sowohl auf den verkauften Strom als auch den Eigenverbrauch entrichtet.

Kurz gesagt ist die Steuer-Materie komplex. So lohnt es sich für Eigenverbraucher praktisch nur im Jahr der Inbetriebnahme der PV-Anlage, Umsatzsteuer zu zahlen. Und schon vor der Installation ist es wichtig zu entscheiden, ob die PV-Anlage auch über einen Batteriespeicher verfügen soll. Denn bei einer Nachrüstung des Speichers wird die Mehrwertsteuer in der Regel nicht zurückerstattet.

Wie das mit der Anmeldung der PV-Anlage funktioniert, ab wann ihr umsatzsteuerpflichtig seid und viele weitere Antworten auf steuerliche Fragen zu Photovoltaik-Anlagen findet ihr in diesem informativen Merkblatt des bayerischen Landesamtes für Steuern (PDF).

Wie erwähnt: Die steuerliche Behandlung von Photovoltaik-Anlage ist eine knifflige Angelegenheit. Im Zweifelsfall hilft euch euer Steuerberater.

Photovoltaik-Förderung: Elektriker montiert Photovoltaik-Anlage
Fördermittel für die Installation einer PV-Anlage gibt es auf den verschiedensten Wegen. © Getty Images/iStockphoto/anatoliy_gleb

Photovoltaik-Förderung durch KfW-Kredit

Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gibt es verschiedene Wege, direkt oder indirekt eine Photovoltaik-Förderung zu erhalten. Folgende Förderprogramme bietet die KfW an:

KfW-Kredit 270: Erneuerbare Energien - Standard

Mit diesem Programm fördert die KfW die "Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien einschließlich der zugehörigen Kosten für Planung, Projektierung und Installation" und damit konkret auch Photovoltaik-Anlagen auf Dächern, an Fassaden oder auf Freiflächen. Dadurch erhielten 2020 laut finanztip.de rund 4.400 Antragsteller Kredite in Höhe von rund 250 Millionen Euro für PV-Anlagen.

Dabei erfolgt die Förderung über einen zinsgünstigen Kredit. Derzeit verlangt die KfW einen effektiven Jahreszins von 2,15 Prozent (Stand: Mai 2022), Konditionen gelten für sehr gute Bonität. Ob sich das lohnt, lässt sich pauschal nicht sagen, auf jeden Fall solltet ihr die Konditionen mit einem Modernisierungskredit anderer Finanzinstitute vergleichen.

Tipp: Ihr wollt die Konditionen von Bankdarlehen mit denen der KfW vergleichen? Dann achtet auch darauf, ob die Bank die Mehrwertsteuer für die Photovoltaik-Anlage mitfinanziert oder nicht. Die KfW finanziert diese mit, sofern ihr nicht vorsteuerabzugsberechtigt seid. Hier geht es zu den weiterführenden Infos der KfW zum Kredit 270.

KfW-Kredit 261, 262: Wohngebäude Kredit/ Bau oder Kauf eines Effizienzhauses

Im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) wird auch der Einbau von Photovoltaik-Anlagen indirekt über die Neubauförderung unterstützt. Denn um die Gelder zu erhalten, muss der Neubau strenge energetische Standards erfüllen. Allerdings wurde diese Förderung stark verschärft und die Fördergelder halbiert. So ist die Fördersumme auf maximal 18.750 Euro begrenzt. Näheres dazu lest ihr in diesem Artikel: KfW-Förderung beim Neubau: So kommt ihr an die Fördermittel

KfW-Kredit 461: Sanierung zum Effizienzhaus

Auch über die Sanierung zu einem Effizienzhaus könnt ihr indirekt eine Photovoltaik-Förderung erhalten. Ähnlich wie beim Neubau müssen auch hier für bestimmte Fördersummen bestimmte Effizienzhaus-Standards erreicht werden. Allerdings sind diese bei der Sanierung nicht so streng beziehungsweise weiter gefasst.

Auch hier gibt es wieder einen Kredit mit Tilgungszuschüssen. Die erhält allerdings nur, wer keine Förderung beziehungsweise Ein­speise­vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Anspruch nimmt.

Photovoltaik-Förderung auf Länderebene

Auf Bundesebene ist die "echte" Photovoltaik-Förderung überschaubar und beschränkt sich hauptsächlich auf den erwähnten KfW-Kredit 270. Darüber hinaus bieten zwei Bundesländer Förderprogramme für Photovoltaik-Anlagen an (Stand: Mai 2022), verknüpfen das aber auch manchmal mit der Installation von Stromspeichern oder Wallboxen für das E-Auto.

Achtung: Diese Förderprogramme sind teils sehr kurzlebig. Thüringen zum Beispiel stoppte seine Förderung für den Bau von Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen mit einem Batteriespeicher im April 2022 nach gerade mal drei Tagen! Die Antragsflut war einfach zu groß. Auch Bayern stoppte sein PV-Speicher-Programm am 22. April 2022. Hier eine Übersicht der aktuellen PV-Förderung auf Länderebene:

  • Baden-Württemberg: Das Land Baden-Württemberg fördert im Rahmen der "Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW" den Umstieg in die Elektromobilität. Wer bereits eine Photovoltaik-Anlage betreibt beziehungsweise neu in Betrieb nehmen will, ein neues Elektrofahrzeug kauft, mietet oder least und wahlweise eine Wallbox installiert, erhält unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss. Mehr Infos zum BW-e-Solar-Gutschein
  • Berlin: EnergiespeicherPLUS nennt sich das von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe aufgelegte Förderprogramm. Bezuschusst wird die Anschaffung von Stromspeichern, die im Zusammenspiel mit neu zu installierenden Photovoltaik-Anlagen verbaut und an das Verteilnetz angeschlossen werden. Das Programm endet am 31.12.2022. Mehr Infos zum EnergiespeicherPLUS

Tipp: Ob es auch in eurem Bundesland eine Photovoltaik-Förderung gibt, könnt ihr über die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie ermitteln.

Photovoltaik-Förderung auf kommunaler Ebene

Diverse Kommunen, insbesondere mittelgroße Städte und Großstädte, unterstützen die Installation von Photovoltaik-Anlagen mit Fördermitteln. Daher lohnt es sich, bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung danach zu fragen. Übrigens: Auch Fachbetriebe vor Ort können euch dazu Auskunft geben. Im Folgenden eine (nicht repräsentative) Auswahl:

  • Aachen: Die Stadt unterstützt die Installation von kleinen Pho­to­vol­ta­ik­-An­la­gen auf Hausdächern und an Fassaden. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der Leistung der Anlage, maximal gibt es 1.000 Euro. Mehr Infos zur Photovoltaik-Förderung in Aachen
  • Braunschweig: Die Stadt bezuschusst Pho­to­vol­ta­ik­-An­la­gen und Batteriespeicher. Dabei gilt: Nur Baumaßnahmen mit Start und Abschluss im Jahr 2022 werden bezuschusst. Mehr Infos zur PV-Förderung in Braunschweig
  • Düsseldorf fördert die Installation einer neuen Pho­to­vol­ta­ik­-An­la­ge bei Neubauten und Altbauten. Allerdings nur mit einer Leistung von maximal 30 Kilowatt. Auch die Anschaffung eines Batteriespeichers wird bezuschusst, ebenso wie Kauf und Installation eines Balkonkraftwerks. Mehr Infos zur Photovoltaik-Förderung in Düsseldorf
  • Freiburg: Wer in Freiburg eine PV-Anlage installiert, bekommt sie mit maximal 1.500 Euro gefördert, wenn dazu noch ein Batteriespeicher aus Lithium-Ionen-Zellen angeschafft wird. Mehr Infos zur PV-Förderung in Freiburg
  • In Köln gibt es Zuschüsse für die Installation von Pho­to­vol­ta­ik­-An­la­gen bis zu einer Leistung von 50 Kilowatt mit 250 Euro pro Kilowatt. Auch ein in Verbindung mit der Anlage installierter Batteriespeicher wird gefördert. Mehr zur Photovoltaik-Förderung in Köln
  • Auch München fördert die Installation von Pho­to­vol­ta­ik­-An­la­gen und Batteriespeichern mit 100 bis 200 Euro je Kilowatt Leistung. Mehr zur PV-Förderung in München
  • Münster hat ein eigenes Förderprogramm zur Anschaffung von Batteriespeichern. Der Zuschuss liegt dabei pauschal zwischen 750 und 1.500 Euro, je nach Art des Speicher. Mehr zur Photovoltaik-Förderung in Münster.
  • Stuttgart zahlt Zuschüsse bei der Errichtung von Pho­to­vol­ta­ik-An­la­gen und übernimmt dabei pro Kilowatt installierter Leistung 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Auch Balkonkraftwerke (100 Euro) und Stromspeicher (300 Euro pro Kilowattstunde) werden bezuschusst. Mehr Infos zur PV-Förderung in Stuttgart.
  • Wiesbaden fördert PV-Anlagen sowohl einzeln als auch mit Batteriespeicher. Die Fördersummen richten sich nach der Größe der Anlagen und reichen von 300 Euro bis 500 Euro. Mehr zur PV-Förderung in Wiesbaden

Achtung: Bei allen Förderprogrammen gilt im Allgemeinen die Regel, dass ihr alle Förderanträge vor der Installation der PV-Anlage stellen müsst! Darüber hinaus auch hier noch einmal der Hinweis: Diese Förderprogramme sind extrem volatil, das heißt sie können jederzeit gestoppt, aber auch wieder aufgenommen werden.

Photovoltaik-Förderung von Stromanbietern

Es gibt auch Stromanbieter oder Stadtwerke, die euch mit Zuschüssen oder Förderkrediten unterstützen. Voraussetzung ist meist, dass ihr dort auch Kunde seid. Auch hier wieder ein kurzer, nicht repräsentativer Überblick einiger Angebote:

  • Elektrizitätswerke Schönau EWS: Investitionszuschüsse für EWS-Kunden für den Batteriespeicher (240 bis 600 Euro). Weitere Infos
  • Energie Waldeck-Frankenberg GmbH: Förderung in Höhe von 200 Euro möglich bei Anschaffung eines Photovoltaik-Solarspeichers. Weitere Infos
  • Entega: Die Pacht einer PV-Anlage mit Stromspeicher fördert das Unternehmen mit 400 Euro. Weitere Infos
  • Stadtwerke Castrop-Rauxel: 100 Euro für die Anschaffung eines Stromspeichers und 100 Euro für die Neuanschaffung einer Photovoltaik-Anlage. Weitere Infos

Fazit: Lohnt sich für mich die Photovoltaik-Förderung?

Der Strompreis steigt und steigt und viele Hausbesitzer fragen sich beim Blick auf ihr ungenutztes Dach, ob sich jetzt nicht doch die Installation einer Photovoltaik-Anlage rentiert. Fördergelder helfen bei der Entscheidung, nur leider sind die Förderprogramme extrem kleinteilig.

Trotzdem kann es sich lohnen, mithilfe von Fördergeldern eine eigene PV-Anlage zu installieren. Grundsätzlich ist es dabei ratsam, dass ihr einen Energieberater hinzuzieht. Der kennt sich nämlich mit den Fördermöglichkeiten bestens aus und kann euch im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans wertvolle Tipps geben, was ihr in Sachen Energieautarkie noch alles unternehmen könnt.

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