Ein kleiner Pool im Garten
© Getty Images / Linda Raymond

Bauen | Ratgeber

Pool im Garten: So baut ihr ein eigenes Schwimmbad

Sabine Tropp

Ein Pool im Garten – das wär's! Ihr wollt auch einen eigenen Pool bauen? Wir liefern Tipps und Infos zur Planung, den Kosten und der Pflege.

Dreißig Grad im Schatten, die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Jetzt ein schneller erfrischender Sprung ins kühle Nass – das wäre toll! Am liebsten im eigenen Pool im Garten direkt hinterm Haus. Und das ohne mit anderen Badegästen um einen Platz im überfüllten Schwimmbad zu rangeln.

Wer sich den Wunsch von einem Gartenpool erfüllen möchte, muss sorgfältig planen. Je nach Ausführung kommt Einiges an Kosten auf den künftigen Self-made-Bademeister zu. So klappt es mit dem Bau des eigenen Schwimmbads.

Der erste Schritt zum Pool im Garten

Der einfachste Weg zum neuen Swimmingpool im Garten ist der Kauf eines preiswerten Bausatzes mit Schritt-für-Schritt-Anleitung. Er kann sogar von einem Laien mit wenig Aufwand zusammengeschraubt werden. Die Auswahl ist hier, was Größe und Aussehen angeht, aber eher eingeschränkt. Wer dagegen höhere Kosten und Mühen nicht scheut, kann aus einem üppigen Angebot an Formen und Materialien wählen.

Ist die Wahl entschieden, steht als erster Arbeitsschritt die Planung an. Wo soll das Becken überhaupt hin? Eine südlich ausgerichtete, schattenfreie Ecke im Garten bietet sich an. Dort erwärmt sich das Wasser dank reichlicher Sonneneinstrahlung von allein und die Wärmepumpe hat Pause.

Wer keine Lust hat, Blätter aus dem Pool zu fischen, sollte auch darauf achten, nicht gerade unter Laub abwerfenden Bäumen oder Sträuchern zu bauen. Praktisch ist die Nähe bereits vorhandener Strom- und Wasseranschlüsse. Das erspart das aufwendige und teure Verlegen neuer Leitungen.

Pool Planung
Je sorgfältiger die Planung beim Pool bauen, umso weniger geht schief. © Rudi-o

XXL-Pool oder Planschbecken?

Die Größe des Schwimmbeckens im Garten hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab: Will man darin die eine oder andere Bahn ziehen, empfiehlt sich eine Länge von mindestens acht Metern. Eine Tiefe von 1,50 Metern genügt, sonst erhöht sich der Wasserdruck auf die Außenwände des Pools und kompliziert die Planung.

Für bescheidenere Ansprüche eignet sich hingegen ein Rundpool. Diese kostengünstigere und einfachste Variante reicht mit ihren Maßen für ein erfrischendes Bad oder zum Planschen für die Kinder in der sommerlichen Hitze.

Galerie: 10 Beispiele für Pools im Garten

So viel kostet ein Swimmingpool im Garten

Die Auswahl an Pools für den eigenen Garten ist riesig. Am günstigsten in der Anschaffung sind Stahlwandbecken oder robuste Fertigpools aus Polyester. Im Handel gibt es Pool-Sets zum Selberbauen schon ab rund 5.000 Euro. Wichtig ist, darauf zu achten, ob die Transportkosten bereits im Kaufpreis inbegriffen sind. In der Regel gibt es die Becken eckig, oval und rund.

Wer die Form des Pools lieber frei gestalten möchte, greift zu einer gegossenen Betonschale (sehr arbeitsintensiv!) oder Iso-Steinen. Die müssen jedoch aufwendig verputzt und eingepasst werden. Beide Varianten sind ziemlich teuer, dafür aber beständig gegen Schäden durch Wurzeln oder Buddeln von Nagern.

Nur für den ganz großen Geldbeutel eignet sich ein Edelstahlbecken. Seine Vorteile liegen in der Langlebigkeit, der bequemen Wartung. Außerdem ist ein Gartenpool dieser Art vergleichsweise leicht zu reinigen. Aber der Preis für ein solches elegantes Design ist hoch, er beginnt bei etwa 20.000 Euro. Dazu kommt noch einmal etwa die Hälfte des Betrages für die Pooltechnik und das Zubehör.

Schwimmbad im Garten: Ausstattung und Zubehör

Bei der Ausführung des Pools steht eine genaue Kalkulation an. Neben dem Material fallen je nach Ausführung und Eigenleistung erhebliche Kosten für Wärmepumpe, Filteranlage, Handwerker, das Ausschachten der Baugrube sowie das Entsorgen des Aushubs an.

Außerdem ist eine Poolabdeckung sinnvoll. Sie schützt das Wasser langfristig vor Verschmutzung und Verdunstung. Auch eine grobe Schätzung laufender Energiekosten wie Wasser und Strom gehört dazu.

Pool im Garten: Wasser sauber halten

Viele Hausbesitzer scheuen den Bau eines Swimmingpools wegen der möglicherweise hohen Nebenkosten. Aber moderne Filter- und Umwälzanlagen arbeiten sparsam und umweltfreundlich. Auch der unangenehm störende Geruch von Chlor zum Desinfizieren des Wassers ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten und muss nicht unbedingt sein.

Um das kühle Nass sauber zu halten, leistet ein Biofilter besonders gute Dienste. Zusätzlich verhindert er bei hohen Außentemperaturen die Algenbildung. Günstiger in der Anschaffung ist eine spezielle UV-Lampe. Ihr Licht tötet Keime und Bakterien ab.

Schwimmteich als Alternative: Natürlich baden gehen

Eine naturnahe Alternative zum Swimmingpool ist ein Schwimmteich. Anstelle großen Materialaufwandes wird hier "nur" ein großes Loch gebuddelt und professionell mit einer entsprechend großen Plane ausgefüttert.

Außendusche im Garten
Gründliches Duschen vor dem Schwimmen hält das Poolwasser sauber. © Garpa

Für sauberes Wasser im Gartenpool sorgen statt teurer technischer Geräte die richtigen Pflanzen, Kies und Mikroorganismen. Hier sind besonders viel Fachwissen und Platz nötig. Allein die Reinigungszone benötigt mindestens ein Drittel der Gesamtfläche des Teichs. Auch sollte eine ungefähre Tiefe von zwei Metern eingehalten werden, damit das Wasser bei hohen Temperaturen nicht umkippt.

Ist alles fachgerecht eingepflanzt, muss nur noch im Frühjahr geschnitten werden. Im Gegensatz zum klassischen Swimmingpool kann das Wasser nicht zusätzlich erwärmt oder abgedeckt werden. Für Fische ist dieser Teich übrigens nicht geeignet.

Naturteich
Im Naturteich reinigt sich das Wasser rein biologisch durch die Pflanzen. © zora120875 / Pixelio

Checkliste: Pool im Garten bauen

Der Bau eines Pools im eigenen Garten will sorgsam und mit guter Planung angegangen werden. Diese Punkte solltet ihr dabei berücksichtigen:

1. Kalkulation

In die Budgetplanung gehören Material, langfristige Kosten wie Wasser, Strom und Pflege sowie der Anteil professioneller Hilfe bei der Planung und beim Bau.

2. Größe und Standort

Der Umfang des Pools richtet sich nach seinem Verwendungszweck und dem Platz im Garten, das heißt: Wollt ihr ganze Bahnen schwimmen oder nur ein bisschen planschen?

3. Planung und Baugenehmigung

Vor dem Bau des Gartenpools unbedingt Daten zu Bodenbeschaffenheit, Grundwasserspiegel und Genehmigungen recherchieren. Eine Bodenuntersuchung hilft beispielsweise, den zum Untergrund passenden Baustoff auszuwählen.

Genehmigung abhängig von Poolgröße:

  • Der Bau selbst muss nicht genehmigt werden, sofern er ein Volumen von 50 Kubikmetern nicht übersteigt. Zum Vergleich: Ein Rundbecken zum Selbstaufbau aus dem Baumarkt fasst bei einem Durchmesser von 500 Zentimetern und einer Füllhöhe von 1,20 Metern nicht mal 24 Kubikmeter.
  • Pools im Garten, die zwischen 50 und 100 Kubikmeter Wasser fassen, sind in manchen Bundesländern genehmigungspflichtig, in manchen nicht. Am besten ist es, ihr fragt bei eurer zuständigen Behörde direkt nach.
  • Gartenpools über 100 Kubikmetern benötigen in jedem Fall eine Genehmigung.

Bitte ebenfalls beachten:

  • Je nach Bauamt muss eine Baumeldung beziehungsweise Baufertigmeldung eingereicht werden (am besten Rücksprache über etwaige Voraussetzungen mit dem zuständigen Bauamt halten).
  • Unter eine eventuelle Meldepflicht fallen auch Bauten wie Solaranlagen zum Beheizen des Pools oder Überdachungen.
  • Gesonderte Regeln gelten für Bauten, die in landwirtschaftlich genutzten Gebieten oder solche, die in einem Denkmal- oder Naturschutzgebiet geplant sind. Informationen und Anträge gibt es bei dem zuständigen regionalen Bauamt, in der Landesbauordnung oder bei der Baupolizei.
  • Auch müssen alle Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken entsprechend der jeweilig zuständigen Bauordnung eingehalten werden. Wer sichergehen möchte, stellt eine formlose kostenfreie Anfrage über alle wichtigen Punkte mit Bitte um schriftliche Bestätigung beim jeweiligen Bauamt. Hier zum Beispiel die Übersicht für Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.
  • Pool-Überdachungen sollten gegen Schäden wie Sturm, Hagel etc. versichert sein. Welche Klausel in der Police notwendig ist, hängt vom jeweiligen Versicherer ab. Generell sollte ein Schwimmbecken in der entsprechenden Versicherung aufgenommen werden.
  • Das Becken muss gegen den unbefugten Zutritt durch Dritte von außen abgesichert sein. Besonders wichtig bei der Sicherheit ist der Schutz von Kleinkindern vor dem Ertrinken.

10 praktische Tipps für den Pool-Bau im Garten

Swimmingpool selber bauen: Mehr Infos

Mehr Projekte zum Selberbauen

Keine Frage, selber einen vollwertigen Pool im Garten zu bauen ist etwas für fortgeschrittene Handwerker. Wenn ihr noch ein wenig ungeübt seid, aber zumindest euren Kindern eine Freude bereiten wollt, zeigen wir euch, wie ihr einen Sandkasten aus Holzpaletten baut. Wer dagegen auch vor ambitionierten Projekten nicht zurückschreckt, der hat vielleicht sogar Lust ein Tiny House selber zu bauen. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Mini-Häuser auch im Garten aufgestellt werden. Alle Infos, die ihr zum Bau eines Tiny Houses benötigt, findet ihr hier:

Lies noch mehr…

Der Schutz Deiner Daten ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmst Du grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten usw.). Sofern Du zustimmst, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Du kannst unter „Weitere Optionen“ aus selbst entscheiden, welche Cookie-Kategorie Du wählen möchtest:

Weitere Optionen