Paar mit Bauunterlagen
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Bauen | Checkliste

Checkliste: Diese Unterlagen braucht ihr für den Bauantrag

Sandra Hermes

Level: Für Anfänger

Das Grundstück steht bereit, jetzt könnt ihr den Bauantrag stellen. Aber was gehört da alles rein? Mit unserer Checkliste behaltet ihr als Bauherren den Überblick.

Ein unvollständiger Bauantrag kann von eurer Baubehörde abgelehnt werden. Da Baurecht Ländersache ist, unterscheiden sich die geforderten Unterlagen (Bauvorlagen) aber von Bundesland zu Bundesland. Unsere Übersicht zeigt euch, welche Dokumente und Nachweise üblicherweise Teil eines vollständigen Bauantrags sind. Vor der Antragstellung solltet ihr euch die Landesbauordnung und die Bauvorlagenverordnung für euren Wohnsitz besorgen. Die findet sich meistens in den Online-Portalen der Landesregierungen oder eurer Gemeinde. Aber keine Panik: Den Bauantrag füllt ja ohnehin euer Architekt, Bauingenieur oder Fertighausanbieter aus. Und der weiß natürlich ganz genau, welche Unterlagen nicht fehlen dürfen.

Auch die Städte und Gemeinden halten oft Vordrucke der Antragsvorlagen zum Download bereit. Aus ihnen geht ebenfalls hervor, welche Dokumente und Nachweise ihr in eurer Region beibringen müsst. Die Unterlagen müssen in dreifacher Ausfertigung eingereicht werden.

Die üblichen Unterlagen für einen Bauantrag:

Ausgefülltes Bauantragsformular

Den Vordruck gibt es beim zuständigen Bauamt. Er enthält häufig auch das Formular für die Zustimmungserklärung der Nachbarn und eine Baulastenerklärung. Diese können von Bedeutung sein, wenn euer Bauvorhaben die Rechte Dritter einschränkt. Das ist häufig der Fall, wenn die Abstandflächen unterschritten werden.

Auszug aus der Liegenschaftskarte

Dieses Dokument wird auch als Katasterkarte oder Flurkarte bezeichnet. Es ist die amtliche Karte eures Grundstücks und gibt unter anderem Auskunft über Größe, Begrenzungen und sich auf dem Grundstück befindliche Gebäude und ihre Nutzungsart. Ihr bekommt es bei der zuständigen Baubehörde oder einem Vermessungsingenieur gegen eine geringe Gebühr (15 bis 60 Euro). Eine der drei einzureichenden Karten muss in der Regel beglaubigt sein.

Lage- und Freiflächenplan

Der Plan zeigt die Lage des Grundstücks und seine Grenzen. Meistens ist ein Maßstab von 1:1000 vorgesehen. Er enthält die genaue Bezeichnung (Straße und Hausnummern) des Grundstücks und der Nachbarflurstücke und gibt Auskunft über Entwässerung und Abwasserbehandlung. Außerdem müssen die Baulinien und -grenzen der vorhandenen und der geplanten baulichen Anlagen sowie häufig auch die vorhandenen Gebäude der Nachbargrundstücke und Abstandflächen eingezeichnet sein.

Zum Plan gehört auch die Art der Nutzung, die Zahl der Geschosse, Trauf- und Firsthöhe und die Dachform. Auch der aktuelle und geplante Grünbestand wird aufgeführt. Falls vorgesehen, werden auch die Maße einer Zufahrt angegeben.

Bauzeichnungen

Die Bauzeichnungen zeigen die Grundrisse, den Schnitt und die unterschiedlichen Ansichten eures Bauvorhabens. In einer Bauzeichnung werden oft auch die Räume nach ihrer künftigen Nutzung bezeichnet. Auch die Art des Baumaterials wird genannt. Der geforderte Maßstab ist in der Regel 1:100.

Grundriss Foto
Der Grundriss eures Bauvorhabens muss mit dem Bauantrag eingereicht werden. © Getty Images

Baubeschreibung

Sie erklärt in schriftlicher Form das Bauprojekt in seinen technischen Einzelheiten. Den Text wird euer Architekt, Bauingenieur oder Fertigbauanbieter für euch formulieren. Achtet aber darauf, dass das Schriftstück möglichst detailliert über euer Bauvorhaben Auskunft gibt. Denn die Baubeschreibung ist auch die spätere Vertragsgrundlage und definiert, welche Leistungen der Architekt und die Baufirmen tatsächlich erbringen müssen. Um auf der sicheren Seite zu sein, könnt ihr den Text von einem unabhängigen Gutachter prüfen lassen. Denn sind die Angaben unvollständig, können unter Umständen teure Nachforderungen entstehen.

Berechnungen zur bebauten und unbebauten Grundstücksfläche

Hier geht es um die Ermittlung der bebauten Fläche, des umbauten Raumes, der Grundflächenzahl und der Geschossflächenzahl. Auch eine mögliche Aufteilung in Wohn- und Nutzfläche wird hier dokumentiert. Die Kosten werden ebenfalls aufgeführt. Meistens erfolgt eine Unterteilung in Rohbau- und Gesamtkosten.

Technische Nachweise

Je nach Bauvorhaben müsst ihr, beziehungsweise euer Architekt, einen Sicherheitsnachweis erbringen. Hier geht es um die Standsicherheit, also die Statik des Gebäudes. Zusätzlich fordern einige Baubehörden einen Wärmeschutz-, Schallschutz- und Brandschutznachweis. Erkundigt euch im Vorfeld, ob das für euer Bauvorhaben notwendig ist.

Angaben zur Erschließung des Grundstücks (Abwasser, Energie, Verkehr, Telekommunikation)

Baut ihr in einem erschlossenen Baugebiet, sind die Angaben schnell gemacht. Die Leitungen liegen dann schon vor eurer künftigen Haustür. Wollt ihr auf einem noch nicht erschlossenen Grundstück bauen, ist dieser Punkt zentral. Besprecht unbedingt im Vorfeld, ob eine Erschließung überhaupt möglich ist und was diese euch kosten würde.

Nachweis zu PKW-Stellplätzen

In den meisten Bundesländern müssen Bauherren bei einem Neubau für ausreichend Stellfläche für PKW sorgen oder eine Ablösesumme an die Gemeinde entrichten. Hamburg und Berlin haben ihre Stellplatzverordnungen für private Wohnhäuser gelockert. Andere Bundesländer überlassen die Regelung den Gemeinden. Macht euch schlau, wie in eurem Bundesland derzeit die Rechtslage ist.

Abweichungsantrag

Ein Abweichungsantrag wir zusätzlich notwendig, wenn euer Bauvorhaben vom geltenden Bebauungsplan oder den Bauvorschriften abweicht. Dabei kann es zum Beispiel um geringere Abstände zum Nachbargrundstück gehen, abweichende Gebäudehöhen oder architektonische Besonderheiten. Das sei zum Beispiel dann der Fall, so Evelyn Wernecke, Bauherrenberaterin vom Bauherren-Schutzbund e. V. aus Erfurt, wenn ein Bauherr in einem Gebiet mit lauter Satteldächern ein Flachdach im Bauhausstil plant.

Unterschrift

Auch wenn euer Architekt den Antrag vorbereitet, seid ihr als Bauherr der Antragsteller. Verfasser und Bauherr müssen beide unterschreiben. Oft muss auch die Zulassung eures Fachmanns als Bauvorlageberechtigter nachgewiesen werden. Einige Baumämter, so betont Wernecke, fordern auf allen drei Antragsausfertigungen eine Unterschrift im Original.

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