Konstruktion eines Fundaments
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Fundament fürs Gartenhaus: 5 Tipps, wie ihr Geld und Nerven spart

Lisa Gutknecht

Ein Fundament fürs Gartenhaus ist die Basis und damit ein absolutes Must-have für jede Hütte, die stabil stehen soll. Fehler beim Fundamentbau sind fatal und unter Umständen teuer. Fünf Tipps, wie ihr Geld und Nerven spart.

Frost, Regen, Dürre: Temperaturschwankungen und Niederschläge machen Gartenböden beweglicher als man augenscheinlich sieht. Steht ein Häuschen auf unbefestigtem Grund, können sich Wände verziehen, so dass Risse entstehen und Türen oder Fenster klemmen. Ein Fundament fürs Gartenhaus ist deshalb unerlässlich. Es trägt die Hütte, sorgt für Stabilität und schützt insbesondere Holzhäuser vor eindringender Nässe.

Damit ihr lange Freude an eurem Gartenhaus habt, solltet ihr die Planung und den Bau des Fundaments nicht unterschätzen.

Fundament fürs Gartenhaus selber bauen?

Ein Fundament fürs Gartenhaus zu planen und zu bauen, ist auch für Hobby-Handwerker kein unmögliches Unterfangen. Das dafür notwendige Know-how liefern ausführliche DIY-Anleitungen. Die meisten Werkzeuge und Maschinen, wie einen Betonmischer, könnt ihr euch beim Baumarkt um die Ecke leihen. Seid euch im Voraus nur bewusst, dass Körpereinsatz gefragt ist. Selbst wenn ihr durch den Bau in Eigenregie also Geld spart, solltet ihr mindestens ein Wochenende Zeit einplanen und bereit sein, ordentlich zu schuften.

Kosten-Check: Die Materialkosten für eine 5 x 5 Meter große Fundamentfläche liegen zwischen 500 und 5.000 Euro, abhängig von der Art eures Fundaments. Die Handwerkerkosten belaufen sich je nach Aufwand auf circa 1.500 bis 4.000 Euro.

Hier sind fünf Tipps, damit nichts schief geht und beim Fundamentbau keine unnötigen Kosten auf euch zukommen:

Tipp 1: Richtiges Fundament für euren Gartenhaus-Typ

Für Gartenhäuser kommen vor allem vier Fundamente in Frage, die sich für verschiedene Untergründe und Konstruktionen eignen:

  • Plattenfundament
  • Punktfundament
  • Streifenfundament
  • Betonfundament

Sie unterscheiden sich im Hinblick auf Material, Aufbau, Arbeitsaufwand und Kosten. Bevor ihr mit dem Bau startet, solltet ihr euch genau überlegen, welches Fundament für euch am besten geeignet ist – oder einen Experten um Rat fragen.

Unser Tipp: Spart nicht an der falschen Stelle. Der Frust ist groß, wenn dem mühsam errichteten Gartenhaus nach wenigen Monaten der Abriss droht.

Fundamente fürs Gartenhaus im Überblick

  • Plattenfundament
  • Punktfundament
  • Streifenfundament
  • Betonfundament
  • Haustyp
  • Geräteschuppen und sehr leichte Garten- oder Spielhäuser
  • Leichte Gerätehäuser
  • Schwere Gartenhäuser auf tragfähigem Grund
  • Sehr schwere Gartenhäuser auf feuchtem Grund
  • Material
  • Kies oder Sandbett, Gehwegplatten
  • Verschalung, Beton, Betonanker
  • Verschalung, Beton, Betonanker, Schotter
  • Stahl, Verschalung, PE-Folie, Beton, Kies
  • Aufbau
  • Auf Kies oder Sand verlegte Gehwegplatten
  • Mehrere betonierte Einzelfundamente, die unter den Fundamentbalken des Gartenhauses angebracht werden
  • Etwa 30 Zentimeter breite Betonstreifen, die unter den tragenden Wänden des Gartenhaues verlaufen
  • Durchgängig geschlossene Betonfläche auf einer PE-Folie, die wiederum über einer Kiesschicht liegt
  • Arbeitsaufwand
  • gering
  • mittel
  • hoch
  • hoch
  • Kostenfaktor
  • gering
  • mittel
  • hoch
  • hoch

Fundament-Arten

Zusatz-Tipp: Ist euer Gartenhaus häufig Wind und Regen ausgesetzt, solltet ihr die Grund- oder Trägerbalken mit Winkelhaken am Fundament verschrauben. So steht es selbst bei einem Unwetter stabil.

Tipp 2: Pflastersteine als Fundament für den Geräteschuppen

Ihr baut einen leichten Geräteschuppen? Dann muss es kein kostspieliges Betonfundament sein. Das Plattenfundament ist hier eine gute Option. Gehwegplatten gibt es ab circa 10 Euro, zum Beispiel über Obi.

Noch einfacher macht ihr es euch mit Pflastersteinen, die ihr vielleicht sogar noch übrig habt vom Ausbau eines Gehwegs oder der Auffahrt? Die Tragfähigkeit ist vergleichbar mit herkömmlichen Platten aus dem Baumarkt. Das Fundament könnt ihr durch Rasenbordsteine abgrenzen. Sie sind erhältlich in jedem Baumarkt – zum Beispiel bei Hornbach.

Tipp 3: Baugrundtiefe fürs Fundament beachten

Je schwerer euer Gartenhaus ist und je unsicherer der Grund, desto tiefer sollte das Fundament verbaut sein.

Grundsätzlich gelten folgende Baugrundtiefen als Empfehlung:

  • Plattenfundament: circa 15 Zentimeter
  • Punktfundament: circa 40 Zentimeter
  • Streifenfundament: circa 80 Zentimeter
  • Betonfundament: circa 80 Zentimeter

Auf Nummer sicher geht ihr also mit mindestens 80 Zentimetern. Diese Baugrundtiefe gilt in Deutschland als frostsicher.

Wichtig: Die Baugrube muss vor dem Fundamentbau komplett frei von Wurzeln sein. Ansonsten lauft ihr Gefahr, dass Pflanzenwuchs euer Fundament und damit das gesamte Gartenhaus beschädigt.

Um Schimmelbildung zu vermeiden, könnt ihr außerdem einen Luftpuffer zwischen Gartenhaus und Fundament einbauen: Dafür werden parallel angeordnete Lagerhölzer mit dem Gartenhausboden verschraubt, bevor es auf das Fundament gesetzt wird.

Tipp 4: Beton selber mischen oder liefern lassen?

Entscheidet ihr euch für Punkt-, Streifen- oder Betonfundament, benötigt ihr Beton für das Ausgießen der Fläche/n. Die Masse könnt ihr aus Zement, Sand, Kies und Wasser selbst anmischen. Dafür braucht es allerdings ein wenig Know-how, um das korrekte Verhältnis zu finden. Die bequemere Variante ist vorgemischte Sackware. Fertigbeton gibt es für circa 20 Cent pro Kilogramm, zum Beispiel über Toom.

In beiden Fällen braucht ihr eine Betonmischmaschine, die ihr euch in nahezu jedem Baumarkt leihen könnt. Zum Beispiel über Obi für knapp 30 Euro Wochenendtarif.

Wer etwas mehr Budget übrig hat und vor allem Nerven sparen möchte, kann sich auch fertig gemischten Beton anliefern lassen. Hier ist eine punktgenaue Anlieferung das A und O, da die Masse innerhalb von 90 Minuten aushärtet.

Betonmischmaschine mit Sand
Wer Beton selbst mischen will, braucht eine Mischmaschine und genügend Platz zum Anmischen. © Getty Images/iStockphoto

Tipp 5: Wasser- und Stromleitungen vorher planen

Soll es in eurem Gartenhaus Strom- und Wasseranschlüsse geben? Dann plant diese unbedingt vor dem Fundamentbau ein. Gießt ihr eine Betonplatte, ist die Anzahl und Anordnung der Leerrohre für eure Leitungen nämlich irreversibel. Nur beim Punktfundament ist ein Nachrüsten möglich.

Bei allen Fundamentarten lassen sich die Rohre bereits bei der Fundamentlegung integrieren. Sie können zum Beispiel unsichtbar von unten ins Gartenhaus führen oder seitlich aus der Erde ragen. Darüber hinaus muss ein mindestens 80 Zentimeter tiefer Graben vom Strom- beziehungsweise Wasseranschluss zum Gartenhaus gegraben und neben den Leerrohren mit Sand- und Kabelhauben gesichert werden. Wer Nerven sparen will, sollte sich für dieses Unterfangen genügend Zeit nehmen und die Arbeiten gut vorbereiten – oder direkt von Profis machen lassen.

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