Zwei Menschen in einem Swimming-Pool
© Vanessa Schön

Bauen | Homestory

Pool selber bauen: Ein Erfahrungsbericht mit vielen Tipps

Clara Moring

Level: Für Fortgeschrittene

Ein Pool im eigenen Garten: Das wünschen sich viele. Vanessa Schön und ihr Mann Niklas haben sich den Traum erfüllt. Lest hier, wie sie dabei vorgegangen sind und welche Hürden sie beim Pool selber bauen nehmen mussten.

Vanessa Schön vom Blog "Frau Piepenkötter" und ihr Mann Niklas haben sich den Traum vom eigenen Pool im Garten erfüllt. Sie haben sich selbst einen gemauerten Pool in den Garten gebaut. Wie es dazu kam und wie man sich selbst einen Pool bauen kann, hat sie wohnglück.de im Interview erzählt.

Pool, der gemauert wurde
So sieht der Swimmingpool aus, den sich Vanessa Schön und ihr Mann gebaut haben. © Vanessa Schön

Wohnglück: Einen Pool selber bauen – diese Idee haben viele. Aber nur wenige setzen die Idee dann auch um. Wie war das bei Euch?

Vanessa Schön: Die Entscheidungsfindung war ein bisschen verrückt. Eigentlich hatten wir bei der ersten Gartenplanung immer nur die Fläche hinter der Garage zum "Aufstellen eines Pools" eingeplant. Wer Erfahrung mit diesen Quick-up-Pools oder großen Gartentrampolinen in einem normalgroßen Garten hat, der weiß, dass es durchaus Sinn ergibt, dass das gute Stück an durchdachter Stelle steht. Wenn etwas so großes dauerhaft ungünstig oder gar im Weg steht, kann das ganz schön nerven. Freunde von uns tragen das Trampolin beispielsweise übers Jahr einmal komplett ums Haus, je nachdem wo es gerade am wenigsten im Weg ist. Darauf hatten wir keine Lust. Und bei einem Pool ist das ja auch nochmal viel komplizierter, weil man den mit Wasser gar nicht bewegt kriegt.

Als wir die Fläche dafür ausgemacht hatten, verselbstständigte sich diese Poolbau-Sache dann allerdings im Kopf meines Mannes. Erst referierte er über die Vorteile von einem festinstallierten Pool in Hinsicht auf Nutzungsdauer und Stabilität. Er liebäugelte mit einem Stahlwandbecken, welches er ganz oder teilweise einlassen wollte. Je mehr er sich dann allerdings im Internet durch Erfahrungsberichte und Herstellerseiten wühlte, umso spezieller, größer und teurer wurde unser neues Bauvorhaben "Pool". Und mit einem kleinen Umweg über die Idee einer Poolwanne aus glasfaserverstärktem Kunststoff landeten wir dann plötzlich beim kompletten Eigenbau. Gemauert und mit Folie ausgekleidet.

Lest hier, welche anderen Möglichkeiten es noch gibt, einen Pool im Garten zu bauen.

Wie lange habt Ihr dafür gebraucht?

Gefühlt circa 1.000 Jahre. Neben dem Pool stand ja auch noch der Neubau des Wohnhauses an. Wenn man bedenkt, dass mein Mann das Allermeiste daran auch wirklich allein gemacht hat und das neben seiner Vollzeit-Berufstätigkeit, dann sind wir mit etwas mehr als einem Jahr Bauzeit ganz gut dabei gewesen.

Was man zu dem zeitlichen Rahmen aber wissen muss: Er hat die Baugrube komplett mit der Hand und ohne Bagger ausgehoben und nur daran gearbeitet, wenn er Zeit und wir das Geld für den nächsten Schritt übrig beziehungsweise zusammenhatten. In den Wintermonaten lag die Baustelle brach und auch im Sommer waren wir durch häufigen Starkregen sehr eingeschränkt. Es gab immer wieder Arbeiten, die absolut nicht bei Regen auszuführen waren und wir haben das Regenwasser mehr als einmal aus der Baugrube pumpen müssen.

Was waren die größten Hürden beim Pool selber bauen?

Das waren tatsächlich Zeit und Geld. Am Anfang des Projekts konnten wir die Gesamtkosten nicht wirklich absehen und ich gebe zu, am Ende, als ich alles mal aufrechnete, bin ich fast hinten übergekippt. Wenn man mal davon ausgeht, dass mir auch ein 120 Euro Quick-up-Pool für mein Glück gereicht hätte. Wir haben immer Schritte und Abschnitte so geplant, wie wir Geld hatten und wie sie zeitlich neben dem Job zu realisieren waren.

Hinzu kam dann noch das Wetter. Für Fundamente beziehungsweise die Bodenplatte und auch das Schaufeln davor musste es frostfrei sein. Oft mussten wir erstmal wieder alles leer pumpen. Zwischendrin mussten wir bei Sturm die Baugrube abdecken, damit wir überhaupt weiterarbeiten konnten. Ich gebe zu: So sehr ich jetzt den Luxus vom Pool im eigenen Garten liebe, so sehr habe ich diese ewige Baustelle im Garten gehasst und mehr als einmal das Ganze plus den Bauherrn und seine Vision verflucht.

Hand aufs Herz: Kann sich jeder mit viel Fleiß so einen Pool selber bauen oder braucht man dafür besondere Qualifikationen?

Mein Mann ist Zimmermann und man sagt ja gern "Wer alles kann, wird Zimmermann". Er ist also grundsätzlich handwerklich ausgebildet und auch geschickt. Außerdem hat er vielfältigste Erfahrung rund ums Bauen und ist ausgemachter Selbermacher. Er hatte schon Erfahrung mit Fundamenten und auch das Interesse und die Motivation und den sportlichen Ehrgeiz, sich in alles reinzufuchsen.

Darüber hinaus hatte er auch immer mal versierte Ansprechpartner. In Sachen Elektrik und so, denn es geht ja nicht nur ums Schaufeln, Betonieren und Mauern. Beleuchtung, Pumpenanlage und so etwas gehört ja auch dazu. Das muss man schon wollen. Und Menschen ohne den Willen, das Grundwissen oder ein bisschen praktische Erfahrung und/oder ein gewisses Netzwerk würde ich grundsätzlich eher abraten. Alle anderen finden auf meinem Blog eine Schritt-für Schritt-Anleitung.

Allerdings ist auch ein versenktes oder halbversenktes Stahlwandbecken eine wirklich gute Alternative zu einem gemauerten Swimming-Pool, da braucht man wesentlich weniger Kohle und Ahnung. Als ich meinen Mann gerade zu seiner Meinung befragte, sagte er übrigens: "Zum Schaufeln muss man nicht besonders ausgebildet sein. Aber es gibt ja durchaus welche, die sich selbst da ein bisschen doof anstellen!" Alles in allem gilt also, dass es weit mehr Motivation als praktische Erfahrung braucht, letztere aber nicht schadet.

Pool selber bauen: Die Kosten

Zu den Kosten – mit wieviel muss ich rechnen, um einen Pool wie euren zu bauen?

Knapp 10.000 Euro würde ich sagen. Es kommt ja auch immer ein bisschen drauf an. Niklas' Schaufelei hat uns ja beispielsweise Baggerkosten gespart. Dafür haben wir glasfaserverstärkten Beton genommen und auch bei der Pumpe kann man mehr oder weniger ausgeben. Wir lagen mit 9.533 Euro etwas unter den 10.000 Euro, aber wir hatten auch einen Bekannten, der schon Erfahrung mit dem Verkleben der Poolfolie hatte. Lässt man das machen, kommt sicher noch ein Batzen an Kosten für Arbeitsstunden oben drauf.

Wie hoch sind der Pflegeaufwand und die laufenden Kosten eines Pools im Garten?

So genau beziffern kann ich das gar nicht. Aber meine größte Angst, eine exorbitante Steigerung der Stromkosten, blieb definitiv aus. Und das obwohl wir ja 2018 eine extrem lange Poolsaison hatten. Wir lassen die Pumpe mit einer Zeitschaltuhr nur in der Nacht laufen. Bisher war es unnötig, den Pool extra zu beheizen. Wir haben aber trotzdem über eine Heizung nachgedacht, die dann allerdings "solarbetrieben" wäre. Dadurch, dass wir jetzt im Juni eine relativ große Photovoltaikanlage nachrüsten lassen, bin ich aber auch in Hinsicht auf die restlichen Kosten sehr entspannt.

Die Pflege des Pools, wenn man mal vom Abfischen des groben Drecks wie Laub absieht, hält sich in Grenzen. Niklas nimmt sich einmal pro Woche ein bisschen Zeit, Pumpenfunktion und Werte zu überprüfen, ansonsten geht's nach Auge. Lohnenswert ist in jedem Fall ein guter Poolsauger oder gar ein Roboter, um den Boden von Ablagerungen zu befreien. Das war allerdings auch ein Rantasten im ersten Jahr. Da war schon ein- bis zweimal das Wasser leicht grünstichig.

Anders als bei kleinen Plastikschwimmbecken wird dann allerdings das Wasser nicht gewechselt, sondern es werden mit Pulvern oder Tabletten die Werte reguliert und gegebenenfalls die Pumpe mal einen Tag durchgängig laufen gelassen. Auch im Winter haben wir das Wasser nur teilweise abgelassen, was unheimlich viel Wasser und damit auch Kosten spart. Am aufwendigsten ist es übrigens, das Becken im Frühling wieder flott zu machen. Aber auch das hat man im Zweifel mit einem Tag Arbeitseinsatz erledigt.

Der Pool ist ja schon seit 2017 fertig. Wie oft nutzt Ihr ihn wirklich?

2017 ist er ja erst zum Ende des Sommers fertig geworden. Leider. Aber ein paar gute Tage gab es da auch noch. Nach einem Sommer wie im vergangenen Jahr erübrigt sich die Frage eigentlich. Da hätten wir eher aufs Haus verzichtet als auf den Pool und die Saison ging von April bis Oktober mit Wassertemperaturen von bis zu 27 Grad. Auch in diesem Jahr hätte es schon gute Pooltage gegeben, aber wir hatten die Kiste da noch nicht fertig gemacht.

Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass wir ihn bislang schon sehr viel nutzen. Allein, mit Freunden zu Poolpartys, für das "eben mal abkühlen" und, bitte nicht weitersagen, für Wassergymnastik. Ungeahnte Begleiterscheinung ist jetzt übrigens, dass wir Probleme haben, uns auf Ferienwohnungen für den Urlaub zu einigen, da wir es zuhause meist viel "urlaubsmäßiger" und schöner haben.

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