Ausbauhaus als Fertighaus: Modell Vita Prima 110 von Kager Haus
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Bauen | Ratgeber

Ausbauhaus als Fertighaus: Kosten, Modelle, Vorteile und Nachteile

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Wer sich ein Fertighaus als Ausbauhaus kauft, kann eine Menge Geld sparen. Doch es gibt auch Risiken. Wir sagen euch, welche das sind und zeigen fünf tolle Beispielmodelle von Ausbauhäusern.

Wer sich ein Ausbauhaus als Fertighaus kauft, der tut das vor allem aus einem Grund: Er will Geld durch Eigenleistung sparen. Wie das funktioniert, welche Vorteile und Nachteile dadurch entstehen und welche Fertighaus-Modelle zum Ausbauen es gibt, das zeigen wir euch hier.

Was ist ein Ausbauhaus als Fertighaus?

Beim Ausbauhaus stellt der Hersteller im Grundsatz den Rohbau auf das Grundstück. Außen ist also soweit alles fertig. Als Bauherr übernehmt ihr dann hauptsächlich den Innenausbau. Das Ausbauhaus steht damit sozusagen zwischen dem Bausatzhaus und dem schlüsselfertigen Haus.

In welchem Umfang und zu welchen Konditionen ihr euer Fertighaus ausbaut, dazu gibt es jeweils gesonderte Vereinbarungen. Es ist also ziemlich wichtig, genau zu klären welche Leistungen der Hersteller erbringen muss und welche ihr übernehmt. Legt so etwas auf jeden Fall in der Leistungsbeschreibung genauestens fest!

Detaillierte Tipps zu den Umfängen und Leistungen bei einem Ausbauhaus findet ihr auch in diesem Artikel: Ausbauhaus, Bausatzhaus, schlüsselfertiges Haus: Die Unterschiede bei Fertighäusern

Was kostet ein Ausbauhaus als Fertighaus? Was kann ich sparen?

In der Regel liegen die Kosten eines Ausbauhauses zwischen denen eines Bausatzhauses und eines schlüsselfertigen Hauses. Die Angebote beginnen grob geschätzt bei 125.000 Euro. Nach oben sind natürlich fast keine Grenzen gesetzt.

Das ist aber nur ein erster Richtwert. Denn bei einem Ausbauhaus verlängert sich natürlich auch die Bauzeit. Demzufolge müsst ihr auch dagegen rechnen, was ihr zum Beispiel an Mietkosten in der (im Vergleich zum schlüsselfertigen Haus) verlängerten Mietzeit habt.

Ein Beispiel: Weil ihr vieles selber macht, ist die Bauzeit eures Ausbauhaues im Vergleich zu schlüsselfertigen Variante neun Monate länger. Beträgt eure Miete im Monat 1.000 Euro, so müsst ihr also durch Eigenleistung mindestens 9.000 Euro einsparen. Bei einer Monatsmiete von 1.500 Euro wären es schon 12.000 Euro.

Das bringt ihr locker wieder rein? Der Verband privater Bauherren hält dagegen und stellt folgende Rechnung auf:

  • Gewerk
  • Eigenanteil: Aufwand in Stunden
  • Ersparnis gegenüber Profifirmen
  • Garten
  • 30
  • 1.000 Euro (ohne Pflanzen)
  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • 125
  • 4.300 bis 5.000 Euro
  • Bodenbeläge
  • 90
  • 3.500 Euro
  • Fliesen legen
  • 50
  • 2.000 Euro

Ersparnis durch den Eigenanteil beim Hausbau (Quelle: Verband privater Bauherren)

Ob sich ein Ausbauhaus preislich lohnt, das solltet ihr also sorgfältig ausrechnen. Rechnet mit rund 40 bis 60 Euro pro eingesparter Handwerkerstunde. Aber denkt daran: Ihr spart vielleicht Geld, verliert aber Zeit – und Zusatzstress bedeutet es auch. Ach ja: Bitte auch nicht die Baunebenkosten vergessen! Die müsst ihr – auch bei einem Ausbauhaus – unbedingt in eurer Kalkulation mit einbeziehen.

Unser Tipp: Spart nicht am falschen Ende. Die Wohnglück-Bauexperten der Wohnglück-Services bewahren euch vor kostspieligen Fehlern.

Vater und Tochter streichen gemeinsam eine Zimmerwand.
Tatkräftige Hilfe ist bei einem Ausbauhaus willkommen. Aber überschätzt nicht euer Können und das Einsparpotential. © Getty Images/iStockphoto/Drazen_

Welche Hersteller bieten ein Ausbauhaus als Fertighaus an?

Klar, die Hersteller von Fertighäusern verkaufen euch am liebsten die schlüsselfertige Variante. Die meisten haben aber auch Ausbauhäuser in ihrem Programm. Und einige haben sich auch auf Ausbauhäuser spezialisiert, zum Beispiel

Was ihr konkret durch Eigenleistung einsparen könnt, hängt natürlich immer vom Haustyp, der Ausstattung und euren individuellen Bauwünschen ab.

Fragt bei den Anbietern ganz direkt nach Ausbauhäusern und vergleicht die Angebote. Wie ihr den für euch richtigen Fertighaus-Anbieter findet, das lest ihr auch in diesem Artikel: Die besten Fertighaus-Anbieter: Wie finde ich den richtigen?

5 tolle Beispiele von Ausbauhäusern

In unserer Fertighaus-Datenbank findet ihr viele Modelle, die als Ausbauhaus angeboten werden. Das günstigste kostet gerade mal knapp 90.000 Euro. Wir stellen euch hier fünf ausgewählte Modelle vor. Unsere Beispiele kosten zwischen 130.000 und (knapp) 150.000 Euro, wir haben sie aufsteigend nach Preis geordnet:

1. Vita Nova Modern 99 von Kager Haus

Einfamilienhaus in Holzfertigbau mit einer Wohnfläche von rund 101 Quadratmetern. Das Ausbauhaus Vita Nova Modern 99 von Kager-Haus entspricht bei seinem Energiestandard einem KfW-40-Effizienzhaus und ist sogar als Plusenergiehaus verfügbar. Preis für das Ausbauhaus: 130.650 Euro

2. Villa Alma Madsen von Aladomo Schwedenhaus

Kleines Einfamilienhaus mit rund 110 Quadratmetern Wohnfläche. Das typische Schwedenhaus ist ein Holzfertigbau mit variablem Grundriss. Preis als Ausbauhaus: 134.400 Euro

3. Vita Prima 110 von Kager-Haus

Modernste Technik in der Ausbauhaus-Variante. Das Vita Prima 110 von Kager-Haus lässt sich unter anderem mit einer Luft-Wasserwärmepumpe und Photovoltaik-Anlage inklusive Speichermedium zum Null-Energie-Haus ausbauen. Preis als Ausbauhaus: 139.223 Euro

4. Bungalow 124 von Albert Haus

Geräumiger Bungalow (Wohnfläche: ca. 124 m2) mit Wohn-, Ess- und Kochbereich als Mittelpunkt. Split-Luftwasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und dezentrale Be- und Entlüftung. Preis als Ausbauhaus: 148.980 Euro

5. Solution 82 V2 von Living Fertighaus

Beim Bungalow Solution 82 V2 verteilen sich die rund 82 Quadratmeter Wohnfläche auf einer Ebene. Für noch mehr Platz gibt es flexible Wohnflächenerweiterungen oder architektonische Gimmicks wie zum Beispiel Giebelerker, Querhäuser oder Übereck-Panoramaerker. Preis für das Ausbauhaus: 150.557 Euro

Ihr sucht noch mehr Beispiele für Ausbauhäuser? Hier könnt ihr euch alle Ausbauhaus-Angebote in der Wohnglück-Fertighaus-Datenbank ansehen.

Wie stelle ich die Qualität meines Ausbauhauses sicher?

Jeder haftet für das, was er tut. Heißt beim Ausbauhaus: Macht ihr Fehler, dann haftet ihr auch dafür. Der Hersteller übernimmt nur bei seinen Gewerken die Gewährleistung.

Ihr solltet also von vornherein sicherstellen, wer für welches Gewerk verantwortlich ist. Damit es darüber später keine Auseinandersetzungen gibt, müsst ihr diesen Punkt schon bei der Bauplanung berücksichtigen. Und auch bei der späteren Bauabnahme solltet ihr einen Sachverständigen hinzuziehen, um eventuelle Baumängel seitens des Herstellers zu erkennen und nachbessern zu lassen, um so Folgeschäden zu vermeiden.

Unser Tipp: Bei unseren Wohnglück-Services bieten wir euch neben der Bauplanung auch eine durch Experten unterstützte Baubegleitung und eine Bauabnahme an.

Ausbauhaus als Fertighaus bauen: Vorteile und Nachteile

Selber mit anpacken statt alles machen lassen hat so manchen Vorteil:

  1. Ihr macht alles so, wie ihr es haben wollt. Das spart nicht nur Diskussionen mit den Gewerken ("... haben wir noch nie so gemacht ..."). Ihr habt danach auch einen viel stärkeren Bezug zu eurem Haus.
  2. Alte Kaufmannsregel: Gespart wird beim Einkauf. Ihr kümmert euch um die Beschaffung der erforderlichen Materialien und habt so die Preise (und damit auch das Einsparpotential) immer im Blick.
  3. Ausbauhäuser gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Varianten, sogar als Massivhäuser. Lest dazu gern auch unseren Artikel über Massiv-Fertighaus: 10 Fertighäuser in Massivbauweise.

Aber auch die Nachteile solltet ihr nicht ignorieren:

  1. Malern und tapezieren kann jeder …? Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Überschätzt nicht euer Können.
  2. Abends nach der Arbeit, am Wochenende, in der Freizeit – wenn ihr euer Fertighaus selbst ausbaut, benötigt ihr dafür Zeit – und meistens mehr, als ihr euch vorstellt.
  3. Ob ihr durch Eigenleistung wirklich spart, ist gar nicht mal sicher. Jede zeitliche Verzögerung oder doppelte Arbeit (weil zum Beispiel der erste Anstrich doch nicht so gut geworden ist) belasten euer Budget. Und: Größere Firmen bekommen unter Umständen bei vielen Materialien Rabatte, ihr als einzelner Bauherr meist nicht.

Fazit: Lohnt es sich, ein Ausbauhaus als Fertighaus zu bauen?

Geld sparen durch Eigenleistung – ein Prinzip, das wohl so alt ist wie der Hausbau selbst. Warum Kosten verursachen, wenn man ein Gewerk genauso gut erledigt?

Genau da liegt der Knackpunkt: Die Rechnung geht nur dann auf, wenn das handwerkliche Können in punkto Zeit und Ergebnis mit dem eines Profis mithalten kann. Jede zusätzliche Arbeit, jedes "da muss ich wohl doch noch mal ran" kostet Zeit und Geld. Mal ganz abgesehen von der Frage der Gewährleistung und späteren Schäden, die durch unsachgemäße Arbeit entstehen können.

Überlegt es euch also gut, bevor ihr euch für ein Ausbauhaus als Fertighaus entscheidet. Bei richtig guter Planung, professioneller Einstellung und dem nötigen handwerklichen Geschick lässt sich damit durchaus Geld sparen. Aber rechnet euch die Sache nicht schön, wenn der Aufwand real betrachtet doch größer ist, als ihr das im Vorfeld vielleicht gedacht habt.

Übrigens: Wer doch lieber die schlüsselfertige Variante als Fertighaus sucht, für den haben wir noch diesen Artikelvorschlag: Fertighaus bauen unter 150.000 Euro: Geht das auch schlüsselfertig?

Unser abschließender Tipp: Nutzt für euer Bauvorhaben die Expertise der Bauexperten des Wohnglück-Service.

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