Fertighäuser verschiedener Anbieter bei einer Fertighausausstellung
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Bauen | Ratgeber

Die besten Fertighaus-Anbieter: Wie finde ich den richtigen?

Es gibt über 50 Fertighaus-Anbieter in Deutschland. Aber welcher davon ist seriös und baut euch zu fairen Konditionen ein langlebiges, energieeffizientes Haus? Wir erklären, wie ihr den besten Fertighaus-Anbieter ermittelt und euch vor schwarzen Schafen schützt.

Beim Kauf von Fertig- und Massivhäusern geht es um viel Geld und euer neues Zuhause. Deshalb solltet ihr die Entscheidung für einen Fertighaus-Anbieter sorgfältig treffen. Wir erklären euch, wie ihr den richtigen Anbieter findet und worauf ihr achten könnt, um nicht an unseriöse Bauunternehmen zu geraten.

Tests von Fertighaus-Anbietern: Die Top 8

Rund 50 größere Hersteller tummeln sich auf dem Markt für Fertighäuser. Dazu kommen noch kleinere regionale Zimmereibetriebe, die zwar wenige, aber ebenfalls gute Häuser verkaufen. Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hat gemeinsam mit Experten 24 Anbieter nach folgenden Aspekten geprüft: Service und Information, Vertrag und Recht sowie Bauqualität und Wohngesundheit.

Diese acht Anbieter erhielten die Bestnoten (über 80 von 100 Punkten) und fünf Sterne:

Das komplette Ranking mit allen 24 getesteten Fertighaus-Anbietern gibt es hier als PDF.

Siegel für gute Fertighaus-Hersteller

Darüber hinaus gibt es ein Siegel, an dem ihr euch orientieren könnt, wenn ihr einen guten Fertighaus-Hersteller sucht: Das QDF-Siegel.

Die Abkürzung steht für Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau. Das ist ein Zusammenschluss von 48 Fertighaus-Anbietern von Häusern in Holzfertigbauweise. Die Fertighaus-Anbieter, die pro Jahr insgesamt gut 15.000 Eigenheime bauen, erhalten nach eingehenden Prüfungen das QDF-Gütesiegel.

Um das QDF-Siegel zu bekommen, müssen die Bauunternehmen zahlreiche Bedingungen erfüllen:

  • Sie setzen auf bautechnische Standards, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen. So muss beispielsweise der Nachweis erbracht werden, dass der Wärmeverlust der Gebäudehülle die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) um mindestens 25 Prozent unterschreitet.
  • Alle Mitgliedsunternehmen der Qualitätsgemeinschaft bieten ihren Kunden Häuser an, die die Förderkriterien der KfW-Bank für "Energieeffizientes Bauen" erfüllen und deren Bau mit vergünstigten Krediten finanziert werden kann.
  • Sie garantieren, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen. Dafür sorgt die Festpreisgarantie für den Hausbau. Zudem ist die Fälligkeit der Zahlungen an den jeweiligen Planungs- und Baufortschritt gekoppelt.
  • Sie setzen Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ein.
  • Die Unternehmen müssen unabhängige Qualitätssicherungen garantieren und ihre Mitarbeiter kontinuierlich fortbilden. Dabei überwachen Sachverständige sowohl die Vorfertigung der Bauelemente im Werk als auch die Montage der Häuser auf der Baustelle.
  • Sie bieten Wohnkonzepte mit individuell angepasster Klimaregulierung, erhöhtem Einbruchschutz und größerer Barrierefreiheit.

Checkliste Fertighaus-Anbieter: Darauf solltet ihr achten

Um euch die Auswahl des für euch besten Fertighaus-Anbieters zu erleichtern, haben wir eine Checkliste zusammengestellt, anhand derer ihr überprüfen könnt, ob das Bauunternehmen das richtige für euch ist.

Informationsmaterial des Fertighaus-Anbieters

  • Wie ausführlich, informativ und aussagekräftig sind die Informationen, die der Fertighaus-Anbieter zur Verfügung stellt?
  • Handelt es sich nur um Werbeversprechen oder bietet er fundierte Unterlagen?
  • Wie sieht der Internet-Auftritt aus, welche und wie viele Fragen lassen sich daraus schon beantworten?

Zertifizierungen

  • Verfügt der Hersteller über Zertifizierungen und Siegel?
  • Wie alt sind diese?
  • Angesichts der Prüfsiegel-Inflation solltet ihr durchaus auch kritisch hinterfragen, wer die Siegel vergeben hat und ob es sich dabei wirklich um unabhängige Institutionen handelt.

Referenzen

  • Zeigt der Fertighaus-Anbieter nur Musterhäuser oder nennt er euch auch Referenzobjekte?
  • Ist es möglich, Kontakt zu ehemaligen Bauherren für Erfahrungsberichte zu bekommen oder reagiert der Hersteller auf solche Anfragen eher zugeknöpft?

Bauqualität und Wohngesundheit

Ganz wichtig ist eine gute Bauqualität und das Thema Wohngesundheit. Deshalb achtet beim ersten Kontaktgespräch darauf, wie wichtig ein Anbieter das Thema Bauqualität und Raumluft nimmt und ob die Belastungen im Haus niedrig sind. Lasst euch beim Kauf die versprochenen Grenzwerte vertraglich zusichern und fragt nach, ob die Raumluft im Fertighaus auf Formaldehyd und flüchtige organische Verbindungen kontrolliert wird.

Auch der Einbau von Lüftungsanlagen und regelmäßige Materialprüfungen sind für Bauherren vorteilhaft.

Verbraucherfreundliche Verträge

Gute Fertighaus-Anbieter haben in ihren Verträgen das seit Januar 2018 geltende neue Baurecht umgesetzt und klären die Kunden umfassend über ihre Rechte auf. Darüber hinaus gibt es weitere Pluspunkte für Käufer im Vertrag:

  • faire Regeln bei der Bezahlung. Die Regelungen müssen so gestaltet sein, dass sich Leistung und Gegenleistung die Waage halten. Das bedeutet, dass ihr als Bauherren nicht einseitig in Vorleistung gehen müsst und dass es auch keine versteckten Kosten gibt.
  • klar formulierte Widerrufsrechte und Fristen.
  • Versicherungen, Gewährleistungsbürgschaften oder Vertragsstrafen, falls das Haus nicht fristgerecht fertig wird.

Lest hier unsere 8 Tipps für die Vertragsgestaltung

Ausführliche Leistungsbeschreibung

Der Leistungsbeschreibung kommt eine Schlüsselrolle beim Schutz vor unseriösen Praktiken zu. Je klarer, eindeutiger und vollständiger die Vereinbarungen sind, umso geringer ist die Möglichkeit, dass der Hersteller Bestimmungen zu seinen Gunsten ausnutzen kann.

Achtet deshalb darauf, dass folgende Punkte klar festgelegt sind:

  • Leistungen beim Bau
  • Materialien, die verwendet werden sollen ("hochwertig" als Angabe genügt nicht!)
  • die einzubauenden technischen Anlagen

Kritisch sind vor allem die häufig vorkommenden Begriffe "bauseits" und "schlüsselfertig". Bei bauseits zu erledigenden Aufgaben ist nämlich nicht der Fertighaus-Anbieter in der Pflicht, sondern der Bauherr, der auch die Kosten tragen muss. Hierunter fallen oft Ausgaben für Erdaushub, Erdentsorgung und die Hausanschlüsse.

Und schlüsselfertig ist kein fester Rechtsbegriff. Darunter wird Unterschiedliches verstanden. Oft sind bestimmte Malerarbeiten oder die Bodenbeläge nicht mit enthalten. Auch diese Kosten kommen dann zusätzlich auf euch außerhalb des Vertrags zu.

Aus dem Bauvertrag und der Leistungsbeschreibung sollte sich eindeutig ergeben, was bauseits und schlüsselfertig konkret bedeutet. Noch besser ist, wenn euch ein bezugsfertiges Haus zugesagt wird. Dann sind solche Zusatzkosten weitgehend ausgeschlossen.

Für Laien ist es allerdings oft kaum möglich, einen Bauvertrag oder eine Leistungsbeschreibung auf mögliche Fallstricke, Unklarheiten und Lücken hin zu überprüfen. Daher kann es sowohl für die rechtliche als auch für die bauliche Seite sinnvoll sein, Fachleute einzuschalten.

Anwälte und Bausachverständige bieten solche Überprüfungen an. Die Kosten für diese Leistung betragen zwar einige hundert Euro. Sie rechnen sich aber schnell, wenn dadurch Fehler vermieden werden. Zumindest gewinnt ihr dadurch die Sicherheit, dass ihr nichts übersehen habt.

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Finanzielle Solidität des Fertighaus-Anbieters

Geht das Bauunternehmen, das euer Eigenheim errichtet, pleite, dann hat das erhebliche Verzögerungen und auch Mehrkosten zur Folge. Daher solltet ihr auf einen Fertighaus-Anbieter setzen, der finanziell solide ist.

Es gibt zwar kein hundertprozentig sicheres Rezept, um die Solvenz eines Anbieters zu erkennen, aber einige wichtige Punkte, auf die ihr achten könnt.

Eine gute Informationsquelle sind Wirtschaftsauskünfte wie Creditreform oder die Schufa. Sie bieten gegen überschaubare Gebühren aussagekräftige Daten zur Geschäftsentwicklung, Wirtschaftslage und Bonität. Auch die Unternehmensgeschichte kann hilfreich sein. Alteingesessene Firmen, die schon länger am Markt sind, sind oft auch finanziell gut aufgestellt.

Anbieter mit Liquiditäts-Problemen drängen häufig auf Vorauszahlungen. Seriös sind Zahlungspläne, bei denen Zahlungen nach dem tatsächlichen Baufortschritt erfolgen. Pläne, nach denen ihr als Bauherr Vorkasse leisten müsst, solltet ihr ablehnen.

Das passende Fertighaus finden

So, nun seid ihr gerüstet, um euch auf die Suche nach eurem Traum-Fertighaus zu machen. In unserer Fertighaus-Datenbank könnt ihr aus mehr als 1.000 Hausmodellen von seriösen Fertighaus-Herstellern nach eurem Traumhaus suchen und Kataloge bestellen.

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